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Oulu Audio Tour: Von Marktplatzlegenden zu Kathedralengeschichten

Audioguide15 Stopps

Unter der Mitternachtssonne verbirgt Oulu Geschichten, die in den Schatten würdevoller Türme und Flussbühnen flimmern. Dieser selbstgeführte Audiowalk enthüllt die Geheimnisse, die in Oulus Herz verwoben sind, und führt Sie über Postkartenansichten hinaus zu Orten, an denen Drama und Trotz ihre Spuren hinterlassen haben. Hat ein erbitterter Machtkampf in der Kathedrale von Oulu die Zukunft Finnlands für immer verändert? Welches Locked-Room-Mysterium spukt im Stadttheater von Oulu und lässt Schauspieler nach Einbruch der Dunkelheit flüstern? Warum brach an der Oulun Lyseo Oberstufenschule an einem scheinbar gewöhnlichen Wintertag ein Skandal aus? Bewegen Sie sich zwischen großen Fassaden und ruhigen Gassen, während sich Stadtlegenden um Sie herum entfalten. Spüren Sie, wie sich die Geschichte unter Ihren Füßen verschiebt, und sehen Sie bekannte Wahrzeichen mit frischen Augen. Jede Ecke hier birgt eine Überraschung, wenn Sie wissen, wie man zuhört. Beginnen Sie Ihre Reise jetzt und entdecken Sie, wie viele Geheimnisse Oulu noch immer birgt.

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Über diese Tour

  • schedule
    Dauer 80–100 minsEigenes Tempo
  • straighten
    2.3 km FußwegDem geführten Pfad folgen
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    StandortOulu, Finnland
  • wifi_off
    Funktioniert offlineEinmal herunterladen, überall nutzen
  • all_inclusive
    Lebenslanger ZugriffJederzeit wiederholen, für immer
  • location_on
    Startet bei Alte Feuerwache Oulu

Stopps auf dieser Tour

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  1. Alte Feuerwache Oulu
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    Du suchst ein ordentlich standfestes, gelbliches Steingebäude an einer viel befahrenen Ecke. Und falls du dir nicht sicher bist: Schau nach oben. Da sticht ein spitzer, roter Turm…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Du suchst ein ordentlich standfestes, gelbliches Steingebäude an einer viel befahrenen Ecke. Und falls du dir nicht sicher bist: Schau nach oben. Da sticht ein spitzer, roter Turm heraus, und die runde Ecke wirkt wie ein kleiner Wachposten aus Stein. Genau da sind wir richtig. Stell dir Oulu am Anfang der neunzehnhunderter Jahre vor: Pferdekutschen rumpeln über festgefahrene Straßen, irgendwo bimmeln Glocken, und wenn Alarm ist, wird nicht lange diskutiert. Vor dir steht die Alte Feuerwache, entworfen von Karl Sandelin, und zwar im Jugendstil. Das heißt: Architektur mit verspielten Formen, geschwungenen Linien und dekorativen Details, die um neunzehnhundert total modern waren, so ein bisschen „Kunst zum Anfassen“, nur eben als Gebäude. Das Spannende ist: Eine richtige Berufsfeuerwehr gab’s hier nicht einfach von heute auf morgen. Lange mussten die Leute auf freiwillige Helfer setzen und auf das, was man eben griffbereit hatte: Eimer, Mut und gute Nachbarn. Erst ein Brand im Jahr neunzehnhundertsechzehn, der fast einen ganzen Häuserblock weggeknabbert hätte, brachte die Stadt auf den Gedanken: Schluss mit „jeder rettet sich selbst“. Dann kam noch ein Stolperstein namens Bürgerkrieg, und als der Staub sich gelegt hatte, begann man neunzehnhundertneunzehn zu bauen. Allerdings mit Pausen, manchmal monatelang, weil Oulu erst mal Geld für Ziegel und Mörtel zusammenkratzen musste. Und das erste „Löschfahrzeug“? Pferde. Echte Pferde. Das Klappern, das Gedränge, das Klingeln, und bloß nicht wegrutschen. Ein richtiges Feuerwehrauto kam erst neunzehnhundertfünfundzwanzig. Trotzdem blieben Pferde bis neunzehnhundertsiebenundvierzig im Dienst, weil Schnee Motoren schnell in teure Schlitten verwandeln konnte. Bis neunzehnhundertfünfundsechzig war das hier Oulus einzige Feuerwache. Als die Stadt nach Norden und Osten wuchs, wurden die Wege zu lang. Neunzehnhundertzweiundachtzig heulte hier der letzte Alarm, dann zog die Truppe in größere Räume um. Heute gibt’s statt Schlauchaufhängern Kaffee und Geschäfte. Die alten Garagentore an der Uusikatu sind jetzt Fenster. Schau ruhig rein, aber bitte nicht „Feuer!“ rufen. Ich bin Andy, und ich sag’s nur ungern: Manche Traditionen müssen nicht wiederbelebt werden.

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  2. Einkaufszentrum Valkea
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    Direkt vor dir steht Valkea, das Einkaufszentrum mit der riesigen Glasfassade und dieser überdimensionierten, glitzernden Schleife. Sieht ein bisschen so aus, als wolle das…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Direkt vor dir steht Valkea, das Einkaufszentrum mit der riesigen Glasfassade und dieser überdimensionierten, glitzernden Schleife. Sieht ein bisschen so aus, als wolle das Gebäude sich gleich selbst auspacken. In Oulu verschenkt man eben nicht nur Socken, sondern gleich ganze Shoppingtempel. Die Geschichte ist modern, aber nicht ohne Drama: Osuuskauppa Arina, das ist eine finnische Handelsgenossenschaft, hat hier knapp hundert Millionen Euro investiert. Zweitausendsechzehn ging Valkea dann offiziell auf: rund sechzig Läden, das große Sokos-Warenhaus, also ein klassisches Kaufhaus mit allem von Mode bis Haushaltskram, und obendrauf sogar sechsundsechzig Wohnungen, verteilt über zwölf Stockwerke. Und jetzt kommt der Clou: Das Gebäude überbrückt die Isokatu, eine der zentralen Straßen hier, und macht diesen Abschnitt zu einem kleinen Spielplatz für Fußgänger. Früher standen hier die Galleria und das City-talo, verbunden nur durch eine schlichte Fußgängerbrücke. Valkea wirkt oft wie immer „an“, und nach zweitausenddreiundzwanzig gehören Sicherheitsleute rund um die Uhr genauso zum Bild wie Rabattplakate, wegen gestiegener Kriminalität. Besonders hart traf Oulu der Juni zweitausendvierundzwanzig: zwei tödliche Messerangriffe auf der Summer Street. Das saß tief. Trotzdem bleibt Valkea ein glitzernder Treffpunkt zum Einkaufen und Essen, auch wenn man sich manchmal wünscht, die Rolltreppen hätten ein bisschen mehr Ehrgeiz.

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  3. location_on
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    Halt mal kurz Ausschau nach dem großen, cremefarbenen Eckbau: die Balkone sind schön rund und modern, an der Wand sitzt eine Uhr. Und ganz oben auf dem Dach prangt in dicken…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Halt mal kurz Ausschau nach dem großen, cremefarbenen Eckbau: die Balkone sind schön rund und modern, an der Wand sitzt eine Uhr. Und ganz oben auf dem Dach prangt in dicken Buchstaben: Arina. Willkommen beim Hotelli Arina, das heute die meisten einfach Sokos Hotel Arina nennen. Dieses Haus wurde neunzehn neununddreißig gebaut, entworfen vom Architekten Armas Lehtinen. Unten, in den Läden im Erdgeschoss, stell dir den Duft von frischem Brot und Kaffee vor. Und oben in den Zimmern gab es damals eine Sensation: Oulus erste Spültoiletten. Spültoilette heißt: kein Eimer, kein Plumpsklo, sondern Wasser spült alles weg. Neunzehn neununddreißig war das ungefähr so geschniegelt wie heute ein superschnelles W-Lan. Aber Arina kann mehr als Komfort. In den düsteren Jahren des Zweiten Weltkriegs fielen ganz in der Nähe Bomben, drüben über die Straße, so nah, dass die Fenster bebten. Und trotzdem blieb das Hotel stehen, wie ein sicherer Hafen. Als Oulu im Jahr neunzehn vierundvierzig evakuiert wurde, wurde genau hier geplant und koordiniert, mit Hektik und Hoffnung. Später wurde viel renoviert und erweitert. Wenn diese Wände reden könnten, gäbe es Geschichten über Flüchtlinge und Erleichterung, Feiern und Pfannkuchen.

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  1. Wenn du Kirkkokatu zehn finden willst: Halte nach dem hohen gelben Haus mit dem steilen Dach und den großen Fenstern Ausschau. Es steht direkt an der belebten Fußgängerzone, und…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Wenn du Kirkkokatu zehn finden willst: Halte nach dem hohen gelben Haus mit dem steilen Dach und den großen Fenstern Ausschau. Es steht direkt an der belebten Fußgängerzone, und unten auf Straßenniveau tauchen die Schilder der Säästöpankki auf, also der örtlichen Sparkasse. Und jetzt die Geschichte dazu, denn dieses Gebäude hat einen ordentlichen Auftritt hingelegt. Vor über hundert Jahren standen hier noch schlichte Holzhäuser. Dann kam im Jahr neunzehnhundertzehn ein Deal zustande, fast wie beim Brettspiel „Monopoly“, nur mit echten Unterschriften: Der Kaufmann Gust Hägg und der Gefängnisdirektor V. O. Juvelius handelten im Auftrag der städtischen Sparkasse. Die alten Häuser mussten weichen, damit dieses elegante Jugendstil-Haus entstehen konnte, entworfen von der berühmten finnischen Architektin Wivi Lönn. Jugendstil heißt: geschwungene Formen, dekorative Details, ein bisschen Theater in Stein und Putz. Das grob behauene Steinerdgeschoss ist nicht nur Deko. Es sollte Eindruck machen und Stabilität ausstrahlen, ganz nach dem Motto: Deine Ersparnisse sind hier sicher. Als die Bank im Jahr neunzehnhundertzwölf eröffnete, wurde sie für viele in Oulu zur Anlaufstelle, vom Notgroschen bis zu großen Plänen. Später gab es Krieg, Bomben und sogar Ideen, den Dachboden zu Wohnungen umzubauen. Spoiler: daraus wurde nichts. Drinnen spürt man trotzdem noch diese robuste Tresor-Atmosphäre.

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  2. Vor dir steht der Dom von Oulu. Du erkennst ihn sofort am hohen gelben Turm mit dem Zifferblatt, oben drauf das goldene Kreuz. Und dahinter diese markante grüne Kuppel, als hätte…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Vor dir steht der Dom von Oulu. Du erkennst ihn sofort am hohen gelben Turm mit dem Zifferblatt, oben drauf das goldene Kreuz. Und dahinter diese markante grüne Kuppel, als hätte jemand der Kirche einen eleganten Hut aufgesetzt. Stell dir vor, du würdest hier vor über zweihundert Jahren stehen, mitten am Puls der Stadt. Dieser Ort ist nämlich schon seit den sechzehnhundertzehner Jahren ein Platz zum Beten und Zusammenkommen. Damals begann alles mit einer kleinen Holzkirche. Nur: Holz hält nicht ewig, besonders wenn eine Stadt wächst. Spätestens in den siebzehnhundertfünfziger Jahren war die alte Kapelle so heruntergekommen, dass manche meinten, sie sei gefährlicher als eine finnische Überraschung für Unvorsichtige. Nach reichlich Diskussionen, und wahrscheinlich nach sehr kräftigem Kaffee, fiel die Entscheidung: Oulu braucht etwas Großes und Beständiges, eine Steinkirche. Die Leute murrten über die Kosten, aber König Adolf Friedrich machte klar: Nicht kleckern, klotzen, aus Stein. Also startete der Bau im Jahr siebzehnhunderteinundsiebzig. Eröffnet wurde die neue Kirche am Weihnachtstag im Jahr siebzehnhundertsiebenundsiebzig. Sie war damals, was die Größe angeht, nur noch von der Domkirche in Turku übertroffen. Benannt wurde sie nach Königin Sofia Magdalena, und sie bot Platz für etwa eintausendfünfhundert Menschen. Für Oulu ein echtes Ausrufezeichen aus Stein. Dann kam das Jahr achtzehnhundertzweiundzwanzig: Der Große Brand von Oulu fegte durch die Stadt und setzte auch das hölzerne Dach in Flammen. Übrig blieben im Wesentlichen nur die robusten Steinmauern. Aber die Bewohner schleppten in einer Rettungsaktion fast alles Bewegliche hinaus, ja, sogar die Kronleuchter. Gottesdienste fanden danach rund ein Jahrzehnt lang in einer provisorischen Holzkirche direkt neben der Ruine statt. Oulu ist nicht nur zäh, Oulu ist stur im besten Sinn. Das heutige Aussehen verdankt der Dom dem Architekten Carl Ludvig Engel. Er gestaltete das Gebäude im Jahr achtzehnhundertzweiunddreißig im neoklassizistischen Stil um. Neoklassizistisch heißt: klare, gerade Linien, helle Flächen, und eine große Kuppel, die geschniegelt und würdevoll wirkt. Der Glockenturm wurde im Jahr achtzehnhundertfünfundvierzig fertig und ragt sechsundfünfzig Komma fünf Meter über die Straße, damit man die Zeit nicht vergisst. Seit dem Jahr neunzehnhundert ist die Kirche der Sitz des nördlichsten Bistums Finnlands, also die offizielle Kathedrale von Oulu, zuständig für eine riesige Region. Drinnen findest du Schätze wie jahrhundertealte silberne Kelche und eine Orgel mit zweiundsechzig Registern. Register, das sind unterschiedliche Klangfarben, wie verschiedene Instrumente in einem. Es gibt Spuren vieler Jahrhunderte, alte Grabsteine, moderne Renovierungen, und sogar eine Krypta unter deinen Füßen aus den neunzehnhundertziger Jahren. Wenn du gleich weitergehst, wirf noch einen Blick auf das goldene Kreuz, die strengen Säulen und die Kuppel. Das ist nicht nur eine Kirche, das ist eine Zeitkapsel mit finnischem Durchhaltewillen als Antrieb. Wenn du mehr über die Steinkirche, Fundstücke oder die frühere Holzkirche wissen willst, schau gern in den Chatbereich der App.

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  3. Du suchst ein stattliches, zweistöckiges Gebäude: oben roter Backstein, unten cremefarbener Stein, und über den Eingangstüren prangt ein Wappen. Es steht direkt gegenüber vom…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Du suchst ein stattliches, zweistöckiges Gebäude: oben roter Backstein, unten cremefarbener Stein, und über den Eingangstüren prangt ein Wappen. Es steht direkt gegenüber vom Park, halb versteckt hinter einer Reihe Birken. Stell dir vor, wir schreiben achtzehnhundertneunzig. Oulu bekommt sein neues Verwaltungs-Herz, so geschniegelt und elegant, dass selbst die strengsten Beamten geschniegelt wirken würden. Entworfen haben es Johan Jacob Ahrenberg und Ludvig Isak Lindqvist. Und dieses Haus war nicht nur Büro, sondern auch die Wohnung des Gouverneurs. Ein Gouverneur ist, vereinfacht gesagt, der oberste Vertreter der Provinzverwaltung, also eine Mischung aus Chef, Gastgeber und Unterschriftenmaschine. Drinnen geht’s aber nicht nur um Akten: An den Wänden hängen Kunstwerke, einige schon aus der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Politik mit Kulturbeilage, sehr finnisch-praktisch. Über die Jahre gab’s mehrere Verschönerungen, besonders eine große Renovierung im Jahr neunzehnhundertfünfundneunzig, die sogar einen Preis gewonnen hat. Nebenan siehst du das Ensemble: ein steinernes Vermessungsamt von achtzehnhundertneunundfünfzig, ein selbstbewusstes rotes Backsteinhaus aus den siebziger Jahren und, etwas versteckt, ein hölzernes Kutschenhaus von achtzehnhundertneunundachtzig. Ein echter Überlebenskünstler: würdevoll, nützlich und ein kleines bisschen aristokratisch.

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  4. Wenn du den Franzén-Park finden willst: Geh einfach auf die kleine grüne Fläche zu. In der Mitte steht Frans Mikael Franzén geschniegelt und würdevoll als Statue auf einem Sockel,…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Wenn du den Franzén-Park finden willst: Geh einfach auf die kleine grüne Fläche zu. In der Mitte steht Frans Mikael Franzén geschniegelt und würdevoll als Statue auf einem Sockel, also einem steinernen Unterbau. Dahinter erhebt sich das alte Provinzregierungsgebäude, sozusagen die amtliche Kulisse für den Dichter. Willkommen im Franzén-Park, dem grünen Puls von Oulu. Ende des neunzehnten Jahrhunderts sah es hier allerdings ziemlich nüchtern aus: keine Bäume, keine Blumen, nur ein offener Platz namens Kirkkotori, das heißt wörtlich „Kirchplatz“. Oulu wollte mehr. Im Jahr achtzehnhundertachtundsiebzig beschloss die Stadt: Unser Dichter Franzén soll hier Wache stehen. Also engagierte man den Bildhauer Erland Stenberg, bekannt für ordentlich dramatische Köpfe, und bestellte ein Denkmal. Die Enthüllung im Jahr achtzehnhunderteinundachtzig war ein Spektakel mit Reden und Publikum. Und weil noch keine Bäume da waren, schmückte man den Platz mit ausgeliehenen Bäumen in Töpfen. Typisch Oulu: improvisieren mit Stil. Bepflanzt wurde erst um achtzehnhundertfünfundachtzig richtig, als der Stadtgärtner Ordnung reinbrachte. Birken wuchsen, später kamen Rosen, Eiben, also immergrüne Nadelgehölze, und Beete dazu. Franzén bekam sogar einen Spitznamen: Mollo. Und der Park hieß eine Zeit lang Molloplaana. Mollo schaut bis heute streng genug, dass niemand das Gedichteschreiben schwänzt.

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  5. Willkommen am Oulun Lyseon lukio, einer Schule, die kluge Köpfe schon trainiert hat, als gute Noten und Kaffeepausen eher nach Kerzenlicht organisiert wurden. Vor dir steht ein…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Willkommen am Oulun Lyseon lukio, einer Schule, die kluge Köpfe schon trainiert hat, als gute Noten und Kaffeepausen eher nach Kerzenlicht organisiert wurden. Vor dir steht ein stattlicher neoklassizistischer Bau. Neoklassizistisch heißt: klare Linien, Säulen, Symmetrie, ein bisschen wie „Antike zum Anfassen“. Gezeichnet wurde das Gebäude im Jahr achtzehnhunderteinunddreißig vom berühmten Architekten Carl Ludvig Engel. Damals war Oulu voll mit schwedischsprachigen Schulen. Und dann, im Jahr achtzehnhundertvierundsiebzig, machten ein paar Idealisten um Wilhelm Lindstedt hier Nordfinnlands erste finnischsprachige Schule auf. Stell dir den Mut vor: wenig Geld, unklare Zukunft, aber große Pläne. In den achtzehnhundertachtziger Jahren half staatliche Unterstützung beim Wachstum, aus privat wurde eine staatliche Institution. Das Haus bekam Extras: eine Erweiterung im Jahr achtzehnhundertfünfundsiebzig mit einem eindrucksvollen Festsaal, und im Jahr neunzehnhundertsieben kam eine Turnhalle dazu, entworfen von Theodor Granstedt. Und altmodisch? Keine Spur. Seit neunzehnhundertzweiundneunzig gibt es hier das International Baccalaureate Programm, kurz I-B. Das ist ein international anerkannter Schulabschluss. Schüler kommen von überall her, sogar sportliche Talente aus Sotkamo, und manche sind per Fernunterricht aus Tyrnävä dabei. Reinkommen ist anspruchsvoll. Und wenn hier mal ein Buch verschwindet: Wahrscheinlich versteckt es sich in irgendeiner ehrwürdigen Ecke, Lyseo-typisch.

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  6. Du suchst ein größeres, hellgrünes Eckhaus mit zwei Stockwerken und klassisch weiß eingefassten Fenstern. Schau einfach an den Rand des Franzén-Parks, genau an der Kreuzung von…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Du suchst ein größeres, hellgrünes Eckhaus mit zwei Stockwerken und klassisch weiß eingefassten Fenstern. Schau einfach an den Rand des Franzén-Parks, genau an der Kreuzung von Kajaaninkatu und Kirkkokatu. Willkommen beim Franzén-Haus. Hier klebt Geschichte fast an den Wänden. Stell dir das Jahr achtzehnhundertneunundzwanzig vor: Oulu erholt sich gerade von einem verheerenden Brand. In manchen Kellern war der Ruß noch Thema, während Johan Franzén schon dieses elegante Gebäude im Empire-Stil plante. Empire-Stil heißt: klare Linien, viel Symmetrie, ein bisschen „staatstragend“, als hätte das Haus einen eigenen Gehstock. Und jetzt kommt der Zeitsprung: In den sechzehnhunderter Jahren stand hier eine sogenannte Trivialschule, also eine höhere Schule der Zeit mit Fächern wie Grammatik, Rhetorik und Logik. Später hallte im Haus das Leben einer Mädchenschule wider: Sara Wacklin unterrichtete hier in den achtzehnhundertdreißiger Jahren. Halte kurz Ausschau nach den Gedenktafeln für Sara Wacklin und den Dichter Samuel Gustaf Bergh, dessen Haus früher genau hier stand. Und als ob das nicht dramatisch genug wäre: Stadtväter wollten das Gebäude jahrelang zum Rathaus machen, doch lange Gerichtsprozesse haben ihnen den Plan zerschossen. Heute zieht aus dem Erdgeschoss ein anderer Duft in die Geschichte: das türkische Restaurant Hagia Sofia. Oulu serviert Vergangenheit eben gern mit Würze.

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  7. Vor dir steht ein stattliches, gelbliches Steingebäude mit zwei Türmen, breiten Holzportalen und einer Treppe, die geschniegelt nach oben führt. Genau hier, im Maria-Silfvan-Park,…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Vor dir steht ein stattliches, gelbliches Steingebäude mit zwei Türmen, breiten Holzportalen und einer Treppe, die geschniegelt nach oben führt. Genau hier, im Maria-Silfvan-Park, thront das Rathaus von Oulu, als würde es jeden Moment eine Rede halten. Dieses Haus hat mehr Wendungen erlebt als eine Fernsehserie. Fertig wurde es im Jahr achtzehnhundertsechsundachtzig, entworfen von Johan Erik Stenberg im Stil der Neorenaissance. Neorenaissance heißt: Man hat sich bei der Renaissance bedient, also bei den eleganten Formen und dem „Wir können’s uns leisten“-Auftritt vergangener Jahrhunderte, nur eben als spätere Neuauflage. Das war kein Zufall: Nur vier Jahre zuvor, im Jahr achtzehnhundertzweiundachtzig, fegte ein verheerender Brand durch Oulu, und der einzige Festsaal der Stadt ging in Flammen auf. Dieses robuste Steinhaus wurde zum Symbol für einen Neustart. Drinnen ging’s jahrzehntelang glanzvoll zu: Theater, politische Treffen, alles. Und seit neunzehnhunderteinundzwanzig tagt hier der Stadtrat. Geh einmal Richtung Torikatu: Dort siehst du „Ajan kulku“, eine Bronzeskulptur von Sanna Koivisto. Sie erzählt Oulus Geschichte von den sechzehnhundertern bis heute. Und natürlich hat auch das Rathaus Geheimnisse: Seit zweitausendneunzehn wird renoviert, nachdem rätselhafter Schimmel entdeckt wurde, also ein Pilzbefall in den Materialien. Dabei tauchten sogar funkelnde Glaskunst und vergessene Zeitungen aus den neunzehnhundertzwanzigern auf. Oulu lässt eben ungern alles sofort raus.

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  8. Wenn du das Kulturzentrum Valve finden willst, ist das ganz einfach: Halte Ausschau nach dem leuchtend roten Neonschriftzug „Valve“ an einem stattlichen, verzierten Steingebäude…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Wenn du das Kulturzentrum Valve finden willst, ist das ganz einfach: Halte Ausschau nach dem leuchtend roten Neonschriftzug „Valve“ an einem stattlichen, verzierten Steingebäude mit großen Rundbogenfenstern, direkt an der Straße. Und jetzt drehen wir die Zeit zurück. Stell dir vor, du stehst hier im Jahr achtzehnhundertzweiundachtzig, genau an dem Ort, an dem beim Großen Brand von Oulu die Flammen durch die Gegend fraßen. Nachdem das Feuer durch war, sagte sich ein zäher Kaufmann namens K. J. Granberg: Dieses Viertel bleibt nicht tot. Er ließ einen Neubau entwerfen, vom Architekten Johan Lybeck. Später übernahm die Stadt Oulu das Haus und verpasste ihm ein echtes Upgrade: ein Stockwerk drauf, breiter gemacht, und gleich mit mehr „Amtswürde“. Dieses Gebäude war mal Rathaus, Polizeistation und sogar Schule zugleich. Wenn diese Wände sprechen könnten, bräuchten sie drei Münder. In den fünfziger Jahren klirrten hier sogar Gefängnistüren. Und dann, im Jahr neunzehnhundertneunundachtzig, die Verwandlung: Aus Zellen wurden Kinositze, aus Amtsstuben Theaterlicht und Galerien. Heute ist Valve ein kultureller Spielplatz, mit Finnlands zweitgrößter Film-Bibliothek, also einer riesigen Sammlung von Filmen, und dem Nordischen Fotozentrum. Kreativität statt Sirenen.

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  9. Um Charles Vault zu finden, schau zur Straßenecke: ein kräftiges, hellgelbes Steingebäude mit weißem Zierrand, großen Fenstern und einem rundbogigen Eingang. Die Leute hier nennen…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Um Charles Vault zu finden, schau zur Straßenecke: ein kräftiges, hellgelbes Steingebäude mit weißem Zierrand, großen Fenstern und einem rundbogigen Eingang. Die Leute hier nennen es liebevoll Kaarlenholvi. Stell dir Oulu am Ende des achtzehnten Jahrhunderts vor, als dieses Haus gerade aus dem Boden wuchs. Damals ahnte niemand, dass ausgerechnet dieses eher „solide“ Steinhaus den großen Stadtbrand von achtzehnhundertzweiundzwanzig überstehen würde. Die Flammen haben das hölzerne Obergeschoss verschlungen und weg war’s, wie bei einem Zaubertrick. Aber das steinerne Erdgeschoss blieb stehen, störrisch wie ein Finne im Sauna-Streit. Anfang des neunzehnten Jahrhunderts wurde dann alles komplett in Stein neu aufgebaut. Daher kommt der Empirestil, also diese klare, repräsentative Architektur mit strengeren Linien, wie man sie aus der Zeit nach Napoleon kennt. Und dieses Haus hat mehr Rollen gespielt als ein Schauspieler auf Tour: Krankenhaus, Gefängniszelle, Brennerei, Buchladen, Weinhandlung, Postamt, sogar das Bischofsgericht. Hier wohnten auch Berühmtheiten wie der Dichter Runeberg und der Schriftsteller Hellaakoski. Heute sind es Restaurants und Pubs, aus denen Musik und Gelächter herauskullern. Wenn du hier isst, sitzt du in einem Gebäude mit erstaunlich vielen Leben.

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  10. Schau geradeaus: Dort steht eine große Bronzefigur, ein rundgesichtiger Polizist in Uniform, geschniegelt und geschniegelt streng. Das ist der berühmte Toripolliisi, auf Finnisch…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Schau geradeaus: Dort steht eine große Bronzefigur, ein rundgesichtiger Polizist in Uniform, geschniegelt und geschniegelt streng. Das ist der berühmte Toripolliisi, auf Finnisch wörtlich der Marktpolizist. Mit seinen zweihundertzwanzig Zentimetern ist er nicht gerade unauffällig. Seit neunzehnhundertsiebenundachtzig steht er hier auf dem Marktplatz von Oulu und bewacht Händler und Besucher, geschaffen vom Bildhauer Kaarlo Mikkonen. Und das Beste: Der Toripolliisi ist nicht nur Fantasie. Zwischen neunzehnhundertvierunddreißig und neunzehnhundertneunundsiebzig gab es hier echte Marktpolizisten, die Streit um Preise, Gedränge und freche Kinder wieder in geordnete Bahnen lenkten. Dass diese Statue überhaupt hier steht, verdankt Oulu seinen eigenen Leuten: Im Jahr neunzehnhundertfünfundachtzig sammelte man Geld über Spenden, verkaufte Postkarten und sogar Lebkuchen in Toripolliisi-Form. Sein Gesicht soll übrigens vom Schwiegervater des Künstlers inspiriert sein, einem besonders strengen Polizeichef aus Paimio, also dem örtlichen Leiter der Polizei. Enthüllt wurde der gute Mann im September neunzehnhundertsiebenundachtzig. Und ja: Wenn du Unsinn planst, sein Blick wirkt wie eine Dauerverwarnung.

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  11. Den Marktplatz erkennst du ganz einfach: Vor dir öffnet sich eine große freie Fläche direkt am Ufer des Oulujoki. Am Wasser stehen oft weiße Zelte und bunte Verkaufsstände in…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Den Marktplatz erkennst du ganz einfach: Vor dir öffnet sich eine große freie Fläche direkt am Ufer des Oulujoki. Am Wasser stehen oft weiße Zelte und bunte Verkaufsstände in Reihen, und drumherum rahmen alte rote Speicher und historische Gebäude das Ganze ein. Willkommen im Wohnzimmer von Oulu, mitten im Stadtteil Pokkinen. Stell dir vor, du wärst hier vor über hundert Jahren: Brotduft, Fisch, und irgendwo dazwischen diese Sorte „Fleisch, über die man lieber keine Fragen stellt“. Der Markt war schon immer das Zentrum des Stadtlebens, aber damals wurde Fleisch ziemlich ungeniert im Freien verkauft. Sagen wir so: Für empfindliche Nasen war das ein Härtetest, und die Möwen hielten es für ein All-you-can-eat-Buffet. Im Jahr neunzehnhunderteins zog die Stadt die Notbremse und baute gleich gegenüber die Ouluer Markthalle. Markthalle heißt: ein festes Gebäude mit Ständen drinnen, damit Wurst und Käse ordentlich verkauft werden können, ohne dass dir die Vögel die Einkaufsliste diktieren. Die roten Speicher rundum waren früher Lager für Händlerware. Heute sind viele davon Bars und Restaurants. Hinter dir beginnt die Fußgängerzone Rotuaari, perfekt zum Schlendern und Leute-Gucken, wenn der Korb voll ist.

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  12. Schau einmal gerade über das Wasser: Dort drüben sitzt das Oulun kaupunginteatteri, also das Stadttheater von Oulu, wie ein eleganter, cremefarbener Quader mit langen…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Schau einmal gerade über das Wasser: Dort drüben sitzt das Oulun kaupunginteatteri, also das Stadttheater von Oulu, wie ein eleganter, cremefarbener Quader mit langen Fensterbändern. Und das Beste: Es thront auf seiner eigenen künstlichen Insel, Vänmanninsaari. Ja, Oulu gönnt sich sein Theater quasi mit Privatadresse. Wenn du hier am Ufer stehst, stell dir den Moment kurz vor, bevor der Vorhang aufgeht: dieses leise Kribbeln, das Gemurmel, das Rascheln. Nur dass die Theatergeschichte in Oulu nicht nur aus Applaus besteht, sondern auch aus einem ziemlich dramatischen Knall. Angefangen hat alles im Jahr neunzehnhunderteinunddreißig: Begeisterte Amateure gründeten das Oulun Näyttämö und spielten in einer lebhaften Arbeiterhalle, so eine Art Versammlungs- und Veranstaltungshaus der Arbeiterschaft. Dann kam das Jahr neunzehnhundertvierundvierzig. Während des Krieges wurde das Theatergebäude bei einem Bombenangriff zerstört. Und ja, das ist eine dieser Geschichten, bei denen man sich wünscht, Dramaturgie wäre nur auf der Bühne erlaubt. Ohne feste Spielstätte ließen sich die Theaterleute aber nicht klein kriegen und wichen in den großen Saal des Rathauses aus, bis endlich der Traum vom eigenen Haus wieder greifbar wurde. Im Jahr neunzehnhundertzweiundsiebzig war es so weit: Dieses moderne Gebäude nach Plänen von Marjatta und Martti Jaatinen eröffnete auf Vänmanninsaari. Zur Eröffnung lief ein Kalevala-Stück, und ganze achtundsiebzigtausend Menschen kamen, Rekord. Seitdem sind es im Schnitt achtzigtausend Besucher pro Jahr, mit finnischen und internationalen Premieren, Opern, Musicals und Kinderfestivals. Drinnen gibt es vier Bühnen. Die größte hat über fünfhundert Plätze. Und dann noch die Vinttikamari, wörtlich eine „Dachkammer“, also eine kleine, intime Spielstätte. Nach der großen Renovierung, fertiggestellt im Jahr zweitausendvier, strömten die Leute wieder massenhaft hinein. Heute prägen Künstlerinnen wie Alma Lehmuskallio das Haus, preisgekrönt und mit frischen Ideen zu Gleichberechtigung, Fantasie und mutiger Kunst. Wenn du mehr zu Bühnen, Haus oder Intendanz wissen willst, schau in den Chatbereich, dann erzähle ich gern weiter.

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