Direkt vor dir steht Valkea, das Einkaufszentrum mit der riesigen Glasfassade und dieser überdimensionierten, glitzernden Schleife. Sieht ein bisschen so aus, als wolle das Gebäude sich gleich selbst auspacken. In Oulu verschenkt man eben nicht nur Socken, sondern gleich ganze Shoppingtempel.
Die Geschichte ist modern, aber nicht ohne Drama: Osuuskauppa Arina, das ist eine finnische Handelsgenossenschaft, hat hier knapp hundert Millionen Euro investiert. Zweitausendsechzehn ging Valkea dann offiziell auf: rund sechzig Läden, das große Sokos-Warenhaus, also ein klassisches Kaufhaus mit allem von Mode bis Haushaltskram, und obendrauf sogar sechsundsechzig Wohnungen, verteilt über zwölf Stockwerke. Und jetzt kommt der Clou: Das Gebäude überbrückt die Isokatu, eine der zentralen Straßen hier, und macht diesen Abschnitt zu einem kleinen Spielplatz für Fußgänger. Früher standen hier die Galleria und das City-talo, verbunden nur durch eine schlichte Fußgängerbrücke.
Valkea wirkt oft wie immer „an“, und nach zweitausenddreiundzwanzig gehören Sicherheitsleute rund um die Uhr genauso zum Bild wie Rabattplakate, wegen gestiegener Kriminalität. Besonders hart traf Oulu der Juni zweitausendvierundzwanzig: zwei tödliche Messerangriffe auf der Summer Street. Das saß tief. Trotzdem bleibt Valkea ein glitzernder Treffpunkt zum Einkaufen und Essen, auch wenn man sich manchmal wünscht, die Rolltreppen hätten ein bisschen mehr Ehrgeiz.



