Wenn du Kirkkokatu zehn finden willst: Halte nach dem hohen gelben Haus mit dem steilen Dach und den großen Fenstern Ausschau. Es steht direkt an der belebten Fußgängerzone, und unten auf Straßenniveau tauchen die Schilder der Säästöpankki auf, also der örtlichen Sparkasse.
Und jetzt die Geschichte dazu, denn dieses Gebäude hat einen ordentlichen Auftritt hingelegt. Vor über hundert Jahren standen hier noch schlichte Holzhäuser. Dann kam im Jahr neunzehnhundertzehn ein Deal zustande, fast wie beim Brettspiel „Monopoly“, nur mit echten Unterschriften: Der Kaufmann Gust Hägg und der Gefängnisdirektor V. O. Juvelius handelten im Auftrag der städtischen Sparkasse. Die alten Häuser mussten weichen, damit dieses elegante Jugendstil-Haus entstehen konnte, entworfen von der berühmten finnischen Architektin Wivi Lönn. Jugendstil heißt: geschwungene Formen, dekorative Details, ein bisschen Theater in Stein und Putz.
Das grob behauene Steinerdgeschoss ist nicht nur Deko. Es sollte Eindruck machen und Stabilität ausstrahlen, ganz nach dem Motto: Deine Ersparnisse sind hier sicher. Als die Bank im Jahr neunzehnhundertzwölf eröffnete, wurde sie für viele in Oulu zur Anlaufstelle, vom Notgroschen bis zu großen Plänen. Später gab es Krieg, Bomben und sogar Ideen, den Dachboden zu Wohnungen umzubauen. Spoiler: daraus wurde nichts. Drinnen spürt man trotzdem noch diese robuste Tresor-Atmosphäre.



