Du suchst ein stattliches, zweistöckiges Gebäude: oben roter Backstein, unten cremefarbener Stein, und über den Eingangstüren prangt ein Wappen. Es steht direkt gegenüber vom Park, halb versteckt hinter einer Reihe Birken.
Stell dir vor, wir schreiben achtzehnhundertneunzig. Oulu bekommt sein neues Verwaltungs-Herz, so geschniegelt und elegant, dass selbst die strengsten Beamten geschniegelt wirken würden. Entworfen haben es Johan Jacob Ahrenberg und Ludvig Isak Lindqvist. Und dieses Haus war nicht nur Büro, sondern auch die Wohnung des Gouverneurs. Ein Gouverneur ist, vereinfacht gesagt, der oberste Vertreter der Provinzverwaltung, also eine Mischung aus Chef, Gastgeber und Unterschriftenmaschine.
Drinnen geht’s aber nicht nur um Akten: An den Wänden hängen Kunstwerke, einige schon aus der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Politik mit Kulturbeilage, sehr finnisch-praktisch.
Über die Jahre gab’s mehrere Verschönerungen, besonders eine große Renovierung im Jahr neunzehnhundertfünfundneunzig, die sogar einen Preis gewonnen hat. Nebenan siehst du das Ensemble: ein steinernes Vermessungsamt von achtzehnhundertneunundfünfzig, ein selbstbewusstes rotes Backsteinhaus aus den siebziger Jahren und, etwas versteckt, ein hölzernes Kutschenhaus von achtzehnhundertneunundachtzig. Ein echter Überlebenskünstler: würdevoll, nützlich und ein kleines bisschen aristokratisch.



