Halt mal kurz Ausschau nach dem großen, cremefarbenen Eckbau: die Balkone sind schön rund und modern, an der Wand sitzt eine Uhr. Und ganz oben auf dem Dach prangt in dicken Buchstaben: Arina.
Willkommen beim Hotelli Arina, das heute die meisten einfach Sokos Hotel Arina nennen. Dieses Haus wurde neunzehn neununddreißig gebaut, entworfen vom Architekten Armas Lehtinen. Unten, in den Läden im Erdgeschoss, stell dir den Duft von frischem Brot und Kaffee vor. Und oben in den Zimmern gab es damals eine Sensation: Oulus erste Spültoiletten. Spültoilette heißt: kein Eimer, kein Plumpsklo, sondern Wasser spült alles weg. Neunzehn neununddreißig war das ungefähr so geschniegelt wie heute ein superschnelles W-Lan.
Aber Arina kann mehr als Komfort. In den düsteren Jahren des Zweiten Weltkriegs fielen ganz in der Nähe Bomben, drüben über die Straße, so nah, dass die Fenster bebten. Und trotzdem blieb das Hotel stehen, wie ein sicherer Hafen. Als Oulu im Jahr neunzehn vierundvierzig evakuiert wurde, wurde genau hier geplant und koordiniert, mit Hektik und Hoffnung. Später wurde viel renoviert und erweitert. Wenn diese Wände reden könnten, gäbe es Geschichten über Flüchtlinge und Erleichterung, Feiern und Pfannkuchen.


