AudaTours logoAudaTours

Bern Audio-Tour: Botschaften, Brücken und Bestien von Kirchenfeld

Audioguide14 Stopps

Ein seltenes Fossil wechselte einst heimlich unter Berns stattlichen Kuppeln den Besitzer, während sich in sonnendurchfluteten Hallen stille Revolutionen regten. Kirchenfeld verbirgt seine Geschichten hinter jeder Kalksteinfassade und jedem Garten. Dies ist eine selbstgeführte Audio-Tour durch das Herz Berns, die Sie einlädt, geflüsterte Legenden und außergewöhnliche Momente zu entdecken, die jeder Schritt sonst verpassen würde. Welche Flucht eines Wildtieres sandte Schockwellen durch die ruhigen Wege des Berner Zoos? Welcher politische Skandal veränderte den Lauf der Kultur im Bundesamt? Welches kuriose Ritual bringt Historiker Jahr für Jahr in die schattigen Gewölbe des Naturhistorischen Museums zurück? Gleiten Sie von grünen Boulevards in große Museen und unbekannte Gassen und setzen Sie Geschichten von Macht, Rebellion und wissenschaftlichem Wunder zusammen. Erwarten Sie eine Reise, die von Spannung zu Ehrfurcht wechselt und Sie Berns vertraute Ecken verwandelt sehen lässt. Beginnen Sie das Abenteuer jetzt und graben Sie Kirchenfelds unerzählte Schätze aus, die direkt unter der Oberfläche warten.

Tourvorschau

map

Über diese Tour

  • schedule
    Dauer 70–90 minsEigenes Tempo
  • straighten
    2.8 km FußwegDem geführten Pfad folgen
  • location_on
    StandortBern, Schweiz
  • wifi_off
    Funktioniert offlineEinmal herunterladen, überall nutzen
  • all_inclusive
    Lebenslanger ZugriffJederzeit wiederholen, für immer
  • location_on
    Startet bei Botschaft der Ukraine, Bern

Stopps auf dieser Tour

lock_open 3 kostenlose Vorschauen · 11 mit Kauf freischalten

  1. Vor Ihnen steht eine helle Villa, die durch ihren markanten viereckigen Turm, die roten Fensterläden und den feinen schmiedeeisernen Balkon über dem Eingang sofort ins Auge fällt.…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Botschaft der Ukraine, Bern
    Botschaft der Ukraine, BernPhoto: Narking, Wikimedia Commons, CC BY 3.0. Cropped & resized.

    Vor Ihnen steht eine helle Villa, die durch ihren markanten viereckigen Turm, die roten Fensterläden und den feinen schmiedeeisernen Balkon über dem Eingang sofort ins Auge fällt. Dieses Gebäude im toskanischen Landhausstil aus dem Jahr 1887 war ursprünglich Teil eines exklusiven Bauprojekts für die Berner Oberschicht. Das Kirchenfeld Quartier wurde regelrecht als prächtige Bühne entworfen, auf der Aristokraten und reiche Eliten ihre Macht und ihren Reichtum zur Schau stellten. Genau dieses vornehme Viertel entwickelte sich bald zum idealen Pflaster für diplomatisches Theater mit hohen Einsätzen, wo hinter eleganten Fassaden um das Überleben ganzer Nationen gerungen wurde. Werfen Sie gern einen Blick auf Ihr Display für eine Luftaufnahme dieses beeindruckenden Viertels.

    A contextual view of the embassy within Bern's prestigious Kirchenfeld district, once a neighborhood for aristocrats and high-society gatherings, now a hub for critical diplomatic work.
    A contextual view of the embassy within Bern's prestigious Kirchenfeld district, once a neighborhood for aristocrats and high-society gatherings, now a hub for critical diplomatic work.Photo: JoachimKohler-HB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Cropped & resized.

    Nach dem Ersten Weltkrieg zog in Bern die diplomatische Mission der neu gegründeten Ukrainischen Volksrepublik ein. Um auf der Weltbühne als legitimer Staat anerkannt zu werden, nutzte die Mission eine äußerst wirksame Strategie, nämlich die kulturelle Diplomatie. Dabei werden Kunst und Musik gezielt von Regierungen eingesetzt, um politische Allianzen zu schmieden und der eigenen Nation ein menschliches Gesicht zu geben, das die internationale Gemeinschaft unmöglich ignorieren kann.

    Das absolute Meisterstück dieser Strategie spielte sich im Jahr 1919 ab. Die Ukrainische Republikanische Kapelle, ein meisterhafter Nationalchor, trat hier in Bern auf. Der französische Botschafter in der Schweiz saß im Publikum und war von Liedern wie dem weltbekannten Schtschedryk so überwältigt, dass er dem Chor persönlich Visa für Frankreich besorgte. Dieser musikalische Triumph durchbrach eine eiserne diplomatische Blockade. Plötzlich konnte die Ukraine durch ihre Musik im gesamten Westen für ihre Unabhängigkeit werben, und das, obwohl ihr der offizielle Zugang zu den großen Friedenskonferenzen in Paris streng verwehrt geblieben war.

    Jahrzehnte später wurde dieses Haus wieder zum Epizentrum eines existenziellen Kampfes. Wenn Sie in der App wischen, sehen Sie, wie sich diese ehemals stille Außenstelle im Jahr 2022 in einen lebhaften Brennpunkt der internationalen Solidarität verwandelte. Damals wie heute ging es in dieser Botschaft darum, die Identität und das Überleben einer ganzen Nation nach außen hin zu verteidigen.

    Doch während Staaten mit großen Gesten um internationale Sichtbarkeit ringen, machen wir uns als Einzelpersonen im modernen Alltag eher Sorgen darum, wie wir unsere ganz privaten Informationen vor fremden Blicken verbergen können. Gehen wir also nun zur Dienststelle des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten, die nur einen kurzen, einminütigen Spaziergang von hier entfernt liegt. Übrigens, falls Sie sich wundern, die Botschaft selbst hat für reguläre Angelegenheiten von Montag bis Freitag tagsüber geöffnet.

    Eigene Seite öffnen →
  2. Kirchenfeldbrücke
    2
    Vor Ihnen erstreckt sich die Kirchenfeldbrücke als genietete Eisenkonstruktion, deren zwei massive Fachwerkbögen auf einem kräftigen Steinpfeiler ruhen und das tiefe Flusstal…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Kirchenfeld Bridge
    Kirchenfeld BridgePhoto: Adrian Michael, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Cropped & resized.

    Vor Ihnen erstreckt sich die Kirchenfeldbrücke als genietete Eisenkonstruktion, deren zwei massive Fachwerkbögen auf einem kräftigen Steinpfeiler ruhen und das tiefe Flusstal überspannen. Das Bauwerk galt als absoluter technischer Triumph, als es in nur einundzwanzig Monaten Bauzeit errichtet und 1883 eingeweiht wurde. Gesteuert und finanziert wurde das Projekt von der Berne Land Company, einer diskreten Londoner Gesellschaft mit beträchtlichem Reichtum. Diese kaufte das Land auf der anderen Flussseite auf, um es als exklusives Viertel zu erschliessen. Dafür brauchte man eine direkte Verbindung, weshalb die Berner das Bauwerk anfangs einfach die Englische Brücke nannten.

    Wenn Sie einen kurzen Blick auf Ihre App werfen, zeigt das zweite Bild wunderbar die markante Bauweise als gelenklose Bogenbrücke, also eine extrem feste Tragstruktur ganz ohne stabilisierende Scharniere. Es war damals erst die dritte Brücke dieser Art in der ganzen Schweiz.

    View of the Kirchenfeld Bridge spanning the Aare river, showcasing its distinctive arch construction as the third of its kind in Switzerland when it was inaugurated in 1883.
    View of the Kirchenfeld Bridge spanning the Aare river, showcasing its distinctive arch construction as the third of its kind in Switzerland when it was inaugurated in 1883.Photo: Paranoid, Wikimedia Commons, Public domain. Cropped & resized.

    Schauen Sie nun einmal genau auf dieses riesige Eisengerüst, das sich über die Aare spannt, und stellen Sie sich vor, welche finanzielle Panik diese majestätischen Bögen fast zu einer unvollendeten Bauruine gemacht hätte.

    Die weitreichenden Schockwellen des Wiener Börsenkrachs von 1873 trafen die damalige Wirtschaft hart und stürzten die verantwortliche Metallbaufirma in eine tiefe Krise. Nach der glänzenden Fertigstellung dieses gigantischen Projekts blieben der Firma durch die globale wirtschaftliche Turbulenz plötzlich sämtliche weiteren Aufträge aus. Dieser drohende Bankrott zwang den genialen Mitkonstrukteur Jules Röthlisberger dazu, sein eigenes technisches Meisterwerk und die Stadt Bern sofort zu verlassen, um andernorts ganz von vorne anzufangen. Die unsichtbaren Kräfte der globalen Finanzwelt hatten den Schöpfer vertrieben.

    Doch sein Werk aus dreizehnhundert Tonnen Schmiedeeisen und geschätzten zweihunderttausend Nieten blieb unbeeindruckt stehen. Allerdings mit ein paar unerwarteten Tücken. In den ersten Jahrzehnten brachten Pferde im Trabschritt die Brücke vertikal zum Hüpfen, während im Gleichschritt marschierende Fussgänger sie waagerecht schwanken liessen. Man musste die Hauptpfeiler schliesslich massiv mit Stahlbeton ummanteln, um das Bauwerk für die neuen, schweren Verkehrsmittel zu beruhigen. Auf dem dritten Bild auf Ihrem Bildschirm sehen Sie eine Strassenbahn auf der später umgebauten Fahrbahn.

    A Siemens Combino tram crosses the Kirchenfeld Bridge, which received its first tram track in 1901 and was reinforced in 1913-14 for a second track.
    A Siemens Combino tram crosses the Kirchenfeld Bridge, which received its first tram track in 1901 and was reinforced in 1913-14 for a second track.Photo: Hauser Christoph, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Cropped & resized.

    Solche tiefgreifenden baulichen Eingriffe gefielen nicht jedem in Bern. Als die Stadtverwaltung 1972 das ursprüngliche gusseiserne Brüstungsgeländer durch modernes, nüchternes Leichtmetall ersetzte, platzte dem Architekten Kurt Moritz Gossenreiter der Kragen. In einer illegalen Nacht-und-Nebel-Aktion montierte er kurzerhand ein schwarz lackiertes Stück des historischen Originalgeländers provozierend mitten in die neue Konstruktion. Überraschenderweise liess die Stadt dieses rebellische Denkmal einfach stehen, wo es bis heute existiert.

    Wir machen uns jetzt auf den knapp dreiminütigen Weg hinüber zum Helvetiaplatz. Da diese Brücke rund um die Uhr geöffnet ist, können Sie sich beim Überqueren alle Zeit der Welt lassen, um am anderen Ende nach diesem handfesten Stück Berner Ungehorsam Ausschau zu halten.

    Eigene Seite öffnen →
  3. Helvetiaplatz
    3
    Vor uns breitet sich der sternförmige Helvetiaplatz aus, in dessen Zentrum das gestufte Welttelegrafen-Denkmal mit seinem hellen Granitsockel und den massiven dunklen…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Helvetiaplatz
    HelvetiaplatzPhoto: P ev, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Cropped & resized.

    Vor uns breitet sich der sternförmige Helvetiaplatz aus, in dessen Zentrum das gestufte Welttelegrafen-Denkmal mit seinem hellen Granitsockel und den massiven dunklen Bronzefiguren thront. Genau hier, auf diesem scheinbar ruhigen Platz, spürt man die unsichtbaren Fäden von internationalem Prestige und sturer Bürokratie, die dieses Viertel seit jeher im Hintergrund prägen.

    Wenn Sie das Monument betrachten, fragen Sie sich vielleicht, warum ein derart kolossales Werk ausgerechnet in Bern steht. Ursprünglich war das nämlich gar nicht der Plan. Paris, als Gründungsort der Welttelegrafenunion, sollte dieses Denkmal bekommen. Doch auf einer internationalen Konferenz in Lissabon im Jahr neunzehnhundertacht manövrierte sich Bern geschickt ins Rampenlicht. Die Diplomaten argumentierten, Bern habe ja kurz zuvor schon das Weltpostdenkmal erhalten, also warum nicht gleich beide internationalen Kommunikationszentren hier verewigen?

    Ein Jahr später gewannen die italienischen Gebrüder Romagnoli den Wettbewerb mit genau diesem pompösen Entwurf aus Castione-Granit, einem extrem widerstandsfähigen Gestein aus dem Kanton Tessin. Dieser Entscheid löste in Bern einen regelrechten Aufstand aus. Lokale Künstler waren entsetzt über die gewaltigen, wuchtigen Dimensionen. Den absolut erbittertsten Widerstand leistete jedoch das Gebäude direkt nebenan, das Historische Museum. Dessen Direktion war schlichtweg empört. Sie fürchteten, dieser riesige Steinblock würde die freie Sicht auf ihre sorgfältig geplante, schlossartige Hauptfassade völlig ruinieren. Aber der Bundesrat, die höchste Regierung der Schweiz, zeigte sich unbeeindruckt. Er wischte alle Einsprachen vom Tisch und hielt eisern an diesem Standort fest.

    Wegen des Ersten Weltkriegs verzögerte sich der Bau extrem, sodass dieses eher ungeliebte Geschenk erst Ende neunzehnhundertzweiundzwanzig feierlich eingeweiht wurde. Und das Volk? Das rächte sich auf seine ganz eigene, charmante Art. Obwohl die zentrale Bronzefigur laut den Künstlern eigentlich die moderne Fernmeldetechnik darstellen sollte, tauften die Berner die wuchtige Dame kurzerhand auf den Namen Helvetia, die klassische Versinnbildlichung der Schweiz.

    Dieser Platz blieb auch in jüngerer Zeit ein Schauplatz für bürokratische Dramen. Jahrelang wirkte das Areal wie eine überdimensionierte Verkehrsdrehscheibe. Das erste Bild in Ihrer App zeigt, wie sich das Strassenbild hier in letzter Zeit gewandelt hat. Um den Verkehr zu beruhigen, gab es einen riesigen Architekturwettbewerb. Das Verrückte daran war, dass die Berner Bevölkerung den hitzigen Debatten der Fachjury live und unter strengsten Schweigeregeln zuhören durfte. Das Siegerprojekt sah elegante Pflastersteine und neue Bäume vor, und die Stadt bewilligte im Jahr zweitausendzwanzig fast drei Millionen Franken für den Bau.

    The Helvetiaplatz in Bern undergoing its 2023 transformation, where asphalt was removed and temporary greenery and seating were introduced to calm traffic and revitalize the square.
    The Helvetiaplatz in Bern undergoing its 2023 transformation, where asphalt was removed and temporary greenery and seating were introduced to calm traffic and revitalize the square.Photo: Hadi, Wikimedia Commons, CC0. Cropped & resized.

    Doch dann zog man plötzlich die Notbremse. Wegen knapper Kassen wurde das schöne Prestigeprojekt auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Stattdessen entschied man sich für einen pragmatischen Kompromiss. Man riss kurzerhand ein paar Parkplätze ab, brach etwas Asphalt auf und stellte mobile Sitzmöbel und Pflanzenkübel hin. Eine klassische provisorische Lösung, um den Platz wenigstens ein bisschen zu beleben.

    Aber lassen wir die Verkehrspolitik hinter uns. Wir gehen nun direkt hinüber zu jenem Gebäude, das sich damals so lautstark gegen unser Telegrafen-Denkmal gewehrt hat. Das Historische Museum Bern ist nur knapp zwei Minuten zu Fuss entfernt, und dort warten noch ganz andere, tief begrabene Kontroversen auf uns.

    Eigene Seite öffnen →
11 weitere Stationen anzeigenWeniger Stationen anzeigenexpand_moreexpand_less
  1. Zu Ihrer Linken sehen Sie ein stattliches Gebäude aus hellem Stein mit einer strengen, rechteckigen Form und einem bemerkenswert unscheinbaren Eingangsbereich. Hier residiert der…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Federal Data Protection and Information Commissioner
    Federal Data Protection and Information CommissionerPhoto: Swiss Federal Chancellery (FC), Wikimedia Commons, Public domain. Cropped & resized.

    Zu Ihrer Linken sehen Sie ein stattliches Gebäude aus hellem Stein mit einer strengen, rechteckigen Form und einem bemerkenswert unscheinbaren Eingangsbereich. Hier residiert der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte, kurz EDÖB.

    In unserer modernen Zeit liegt die wahre, unsichtbare Macht nicht mehr in Tresorräumen oder geheimen Aktenkoffern, sondern in der endlosen Sammlung digitaler Spuren. Überwachung und Datenauswertung formen heute eine unsichtbare Infrastruktur, die jeden unserer Schritte aufzeichnet und analysiert. Es ist eine subtile Art der Kontrolle, die völlig ohne Waffen oder sichtbare Grenzen auskommt.

    Schon zur Jahrtausendwende warnte der damalige Amtsinhaber Odilo Guntern prophetisch vor dem sogenannten gläsernen Bürger und forderte vehement ein Recht auf Anonymität im aufkommenden Internet.

    Wenn man diese formellen, öffentlichen Fassaden der Staatsmacht betrachtet, wirken sie oft starr und undurchdringlich. Doch hinter diesen massiven Wänden verbergen sich unsere verletzlichsten, privatesten Informationen, die der Staat über seine Bürger verwaltet. Es ist ein ständiger Drahtseilakt zwischen der öffentlichen Sicherheit und dem massiven Eingriff in die private Realität jedes Einzelnen.

    Hanspeter Thür, der das Amt etwas später übernahm, führte spektakuläre Kämpfe gegen scheinbar übermächtige Technologiekonzerne. Als Google seinen Dienst Street View in der Schweiz einführte, zog Thür kurzerhand vor Gericht. Er zwang den Konzern, seine automatische Verpixelung drastisch zu verbessern und sensible Orte wie Schulen oder Frauenhäuser manuell komplett unkenntlich zu machen.

    Später kam Adrian Lobsiger ins Amt. Viele befürchteten anfangs, er würde als ehemaliger Vizedirektor der Bundespolizei den Datenschutz eher aufweichen. Doch Lobsiger bewies schnell Biss. Er untersuchte Microsoft und zwang sie nach zähen Verhandlungen, die Datensammlung bei Windows 10 weltweit transparenter zu machen.

    Während der Pandemie schritt er hart ein, als eine private Plattform namens meineimpfungen.ch fatale Sicherheitslücken aufwies. Die Plattform musste ihren Betrieb daraufhin komplett einstellen. Lobsiger machte unmissverständlich klar: Der Staat darf die Verantwortung für hochsensible Gesundheitsdaten nicht einfach so an private Firmen auslagern.

    Auch bei der Schweizer Unfallversicherung Suva schlug er Alarm. Er warnte eindringlich davor, Schweizer Daten in eine amerikanische Cloud zu verschieben. Durch den US Cloud Act, ein amerikanisches Gesetz zur Dateneinsicht, könnten US-Behörden nämlich auf diese Informationen zugreifen, selbst wenn sie physisch hier im Land gespeichert sind. Das löste eine riesige Debatte über die digitale Souveränität der Schweiz aus.

    Wir haben uns nun viel mit dem unsichtbaren Fundament der modernen Kontrolle beschäftigt. Doch auch die physische Infrastruktur, die dieses Viertel überhaupt erst möglich gemacht hat, wurde auf überaus prekären Grundlagen errichtet. Unser nächstes Ziel ist die Kirchenfeldbrücke, die etwa fünf Minuten zu Fuß entfernt liegt.

    Eigene Seite öffnen →
  2. Museum für Kulturgeschichte in Bern, Schweiz

  3. Zu Ihrer Rechten sehen Sie einen massiven, hell verputzten, blockartigen Bau, der sofort durch eine auffällige goldene Elefantenstatue hoch oben auf dem flachen Dach ins Auge…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Natural History Museum Bern
    Natural History Museum BernPhoto: PraktikantinNMBE, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Cropped & resized.

    Zu Ihrer Rechten sehen Sie einen massiven, hell verputzten, blockartigen Bau, der sofort durch eine auffällige goldene Elefantenstatue hoch oben auf dem flachen Dach ins Auge fällt. Das ist das Naturhistorische Museum Bern. Es wurde 1832 gegründet und ist damit das älteste Museum der Stadt.

    Wenn wir an Museen denken, stellen wir uns oft vor, dass alles, was sie besitzen, hinter Glas für uns ausgestellt ist. Aber wie bei so vielem in diesem Viertel liegt die wahre Masse unter der Oberfläche verborgen. Das Museum beherbergt insgesamt etwa sechseinhalb Millionen wissenschaftliche Exemplare. Was Sie in den öffentlichen Sälen sehen, ist nur die winzige Spitze eines gigantischen Eisbergs.

    Die meisten Besucher kommen für die Berühmtheiten. Sie besuchen Barry, den legendären Rettungshund vom Grossen Sankt Bernhard aus dem frühen neunzehnten Jahrhundert. Übrigens, falls Sie sich Barry mit einem kleinen Holzfässchen voller Rum um den Hals vorstellen, muss ich Sie enttäuschen. Dieser hartnäckige Mythos stammt von einem alten Gemälde und war im Grunde ein sehr früher Marketingerfolg. Ein Kaplan stellte später offiziell klar, dass diese tapferen Hunde nie Schnaps trugen.

    Andere Besucher kommen wegen des puren Reichtums, der hier ausgestellt wird. Im Untergeschoss liegt der Schatz vom Planggenstock. Im Jahr 2005 fanden zwei Strahler, also professionelle Kristallsucher, eine riesige Quarzgruppe tief in den Alpen. Ihnen wurden enorme Summen von über einer Million Franken aus dem Ausland geboten. Um zu verhindern, dass dieser Jahrhundertfund die Schweiz verlässt, griff die Burgergemeinde Bern, der das Museum gehört, leise aber machtvoll ein. Sie machte stolze sechs Millionen Franken locker, um die einzigartigen Kristalle dauerhaft für dieses Haus zu sichern. Ein wahres Zeugnis davon, wie viel Kapital hier im Hintergrund fliessen kann, um Geschichte zu bewahren.

    Aber lassen Sie uns über die wahre, unsichtbare Macht dieses Ortes sprechen. Von den sechseinhalb Millionen Objekten hier sind unglaubliche fünfeinhalb Millionen wirbellose Tiere. Das Bild auf Ihrem Bildschirm zeigt nur eine verschwindend kleine, farbenprächtige Auswahl aus der rund eine Million Exemplare umfassenden Schmetterlingssammlung. Und es geht noch weiter. Das nächste Bild in Ihrer App zeigt eine von sechstausend Schubladen voller Käfer. Das Museum besitzt sechshunderttausend Käfer und etwa drei Millionen Schnecken.

    Diese schiere Menge an Insekten und Weichtieren lagert in riesigen Trockensammlungen, sorgfältig aufgespiesst, katalogisiert und in ewige Dunkelheit gehüllt. Sie bilden das ungesehene Fundament der wissenschaftlichen Forschung aus der ganzen Welt. Es ist eine perfekte Metapher für die Geschichte selbst. Wir erinnern uns an die funkelnden Kristalle und die heldenhaften Hunde im Rampenlicht, aber das eigentliche Gewicht der Weltgeschichte besteht aus Millionen winziger, leiser Existenzen, die sorgfältig hinter verschlossenen Türen aufbewahrt werden.

    Das Museum öffnet seine Türen für die Öffentlichkeit fast jeden Tag in der Woche ab neun oder zehn Uhr morgens, montags allerdings erst ab vierzehn Uhr.

    Wir haben nun gesehen, wie stiller Reichtum naturhistorische Schätze bewahrt. Als Nächstes machen wir uns auf den Weg dorthin, wo der Reichtum der Nation ganz buchstäblich geprägt wird. Unser nächster Halt, die Swissmint, ist nur etwa drei Gehminuten entfernt.

    Eigene Seite öffnen →
  4. Zu Ihrer Rechten sehen Sie ein stattliches, rechteckiges Gebäude aus hellrotem Backstein im Neorenaissancestil, das durch ein massives steinernes Hauptportal mit hellen Säulen und…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Swissmint
    SwissmintPhoto: Hanspeter Koch, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Cropped & resized.

    Zu Ihrer Rechten sehen Sie ein stattliches, rechteckiges Gebäude aus hellrotem Backstein im Neorenaissancestil, das durch ein massives steinernes Hauptportal mit hellen Säulen und einem markanten Bogen samt Schweizerkreuz besticht. Der Neorenaissancestil, kurz zur Erklärung, ist eine Architekturform des neunzehnten Jahrhunderts, die auf die symmetrischen und prachtvollen Ideale der klassischen italienischen Renaissance zurückgreift. Das erste Bild in Ihrer App zeigt die Swissmint, das offizielle Herzstück der Schweizer Währungsproduktion, erbaut nach Plänen von Theodor Gohl und im Jahr 1906 eröffnet.

    In diesem Quartier dreht sich vieles um jene verborgenen Kräfte von Reichtum, Diskretion und Macht, die Bern massgeblich formten. Geld ist schliesslich weit mehr als nur ein Stück geprägtes Metall. Es ist ein mächtiges Instrument der nationalen Identität. Ein perfektes Beispiel für diesen Anspruch ist die Entstehung des weltberühmten Goldvrenelis.

    Die Geschichte beginnt im Jahr 1895 noch am alten Standort der Münzstätte. Der Neuenburger Künstler Fritz Ulysse Landry stellte den verantwortlichen Beamten damals seinen Entwurf für die neue Zwanzig-Franken-Goldmünze vor. Zwanzig Franken waren damals eine erhebliche Summe, die heute einer Kaufkraft von gut zweihundert Franken entspräche. Landry wollte eine moderne, lebendige und frische Helvetia zeigen. Doch sein mutiger Entwurf verursachte sofort einen echten Skandal.

    Und das alles wegen einer einzigen Haarsträhne.

    Landry hatte der Helvetia eine lockere Stirnlocke ins Gesicht gezeichnet. Den strengen Berner Beamten erschien dieses kleine Detail als viel zu frivol für die ehrwürdige Mutter der Nation. Eine Helvetia mit unbändigem Haar? Völlig inakzeptabel.

    Landry wurde gezwungen, das Design zähneknirschend zu überarbeiten und die anstössige Locke zu entfernen. Von seiner ursprünglichen, gewagteren Version existieren heute nur noch zwölf Probeprägungen, die unter Sammlern mittlerweile enorme Preise von über hunderttausend Franken erzielen. Auch das Modell der Münze war lange Zeit ein Geheimnis, bis sich schliesslich herausstellte, dass die erst siebzehnjährige Rosa Tännler aus dem Haslital dem Künstler Modell stand.

    Diese Münze war weit mehr als ein reines Zahlungsmittel, sie war ein subtiles Stück kultureller Diplomatie. Das saubere, unerschütterliche Profil des Vrenelis vermittelte genau die Stabilität und Zuverlässigkeit, die die Schweiz ausstrahlen wollte, besonders in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, wie sie Europa seit dem Wiener Börsenkrach von 1873 immer wieder heimsuchten.

    Heute produziert die Swissmint hier sämtliche Umlaufmünzen für den Schweizer Alltag. Auf dem zweiten Bild in Ihrer App sehen Sie, wie diese modernen Franken aussehen. Übrigens, da dies eine aktive und sicherheitsrelevante Behörde ist, sind die Türen unter der Woche für das Personal geöffnet, an den Wochenenden bleibt das Gebäude jedoch komplett geschlossen.

    Von der Prägung harter Währung wenden wir uns nun der geistigen Prägung zu. Unser nächstes Ziel ist das renommierte Gymnasium Kirchenfeld, das nur etwa zwei Gehminuten entfernt liegt.

    Eigene Seite öffnen →
  5. Vor Ihnen erhebt sich das Gymnasium Kirchenfeld, ein breiter symmetrischer Steinbau, dessen markante, hoch aufragende Säulen in der Mitte von dunklen steinernen Skulpturen auf den…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Gymnasium Kirchenfeld
    Gymnasium KirchenfeldPhoto: Sandstein, Wikimedia Commons, Public domain. Cropped & resized.

    Vor Ihnen erhebt sich das Gymnasium Kirchenfeld, ein breiter symmetrischer Steinbau, dessen markante, hoch aufragende Säulen in der Mitte von dunklen steinernen Skulpturen auf den vorderen Mauersockeln flankiert werden. Dieser neoklassizistische Bau, ein Architekturstil, der sich mit seinen strengen Linien an antiken Tempeln orientiert, wurde in den zwanziger Jahren errichtet, um Autorität und Beständigkeit auszustrahlen.

    Es ist ein Ort, der genau dafür konzipiert wurde, den Nachwuchs der einflussreichen Kreise zu formen. Hier wurden Diplomatenkinder, zukünftige Politiker und grosse Denker unterrichtet. Doch hinter dieser elitären Fassade und in den langen Schulkorridoren verbergen sich tiefgründige, manchmal auch sehr verschwiegene Geschichten.

    Nehmen wir zum Beispiel den ehemaligen Schüler Peter Bieri. Er absolvierte hier seine Matura, also den höchsten Schweizer Schulabschluss, der direkt zur Universität führt. Später machte er dieses Gymnasium zum zentralen Schauplatz seines Weltbestsellers Nachtzug nach Lissabon. In dem Roman unterrichtet die Hauptfigur jahrzehntelang alte Sprachen in diesen ehrwürdigen Räumen, bis ein Ereignis auf der nahen Brücke sein streng geordnetes Leben beendet und er mitten am Tag aus der Schule flieht. Das wirklich Spannende daran ist, dass Bieri selbst später eine hoch angesehene Karriere als Philosophieprofessor hinwarf. Er kehrte dem regulären Universitätsbetrieb frustriert den Rücken, um verborgen unter dem Pseudonym Pascal Mercier Romane zu schreiben.

    Neben solchen literarischen Fluchten gibt es hier auch reale politische Geheimnisse. In den dreissiger Jahren besuchte Richard von Weizsäcker, der spätere deutsche Bundespräsident, dieses Gymnasium, während sein Vater als Gesandter in Bern stationiert war. Es gibt jedoch ein brisantes Detail, das er später in seinen Memoiren völlig unerwähnt liess. Während seiner Zeit an dieser öffentlichen Schweizer Schule leitete der junge Weizsäcker die lokale Gruppe der Hitlerjugend. Es war ein unbequemes, sorgfältig stillgeschwiegenes Kapitel seiner Jugend. Dennoch blieb seine emotionale Bindung an diesen Ort erstaunlich stark. Bei einem umjubelten Staatsbesuch in den achtziger Jahren wich er bewusst vom offiziellen Protokoll ab. Er liess sich eigens hierher fahren und zog sich abseits der Öffentlichkeit und der Kameras für einen stillen Moment in ein leeres Klassenzimmer zurück.

    Auch der legendäre Berner Mundart-Sänger Mani Matter legte hier seine Prüfung ab. Seine musikalische Reise nahm genau in diesen Mauern ihren Anfang, als er noch während der Schulzeit sein allererstes Chanson verfasste, bevor er an die Universität wechselte.

    Das Gebäude ist von Montag bis Freitag von sieben Uhr morgens bis Viertel nach sechs am Abend geöffnet und bleibt an den Wochenenden geschlossen.

    Wir machen uns nun auf den Weg zu einer anderen Institution, die darüber entscheidet, was in diesem Land überhaupt als Kultur gefördert wird. Das Bundesamt für Kultur ist nur eine Minute zu Fuss von hier entfernt.

    Eigene Seite öffnen →
  6. Auf Ihrer rechten Seite sehen Sie ein langgestrecktes, flachdachiges Gebäude mit einer hellen, streng funktionalen Fassade und einem markanten, flachen Vordach, das von massiven…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Federal Office of Culture
    Federal Office of CulturePhoto: Uto, Wikimedia Commons, CC0. Cropped & resized.

    Auf Ihrer rechten Seite sehen Sie ein langgestrecktes, flachdachiges Gebäude mit einer hellen, streng funktionalen Fassade und einem markanten, flachen Vordach, das von massiven Pfeilern über der breiten Eingangstreppe getragen wird.

    Das ist das Bundesamt für Kultur, kurz BAK. Man könnte meinen, Kultur sei etwas Freies, Wildes, Ungezähmtes. Aber hier in Bern wird sie in Bundesordnern abgelegt. Jahrelang hielt sich der Bund aus der Kultur heraus, denn in der Schweiz ist Kultur traditionell Sache der Kantone, also der einzelnen Bundesländer. Doch dann kam 1975 der Clottu Bericht, benannt nach einem eifrigen Nationalrat. Dieses 500 Seiten starke Dokument forderte ein Ende der staatlichen Zurückhaltung. Der Bund sollte endlich mitmischen, und so wurde dieses Amt geschaffen, um die kulturellen Fäden in der Hauptstadt zusammenlaufen zu lassen.

    Aber wenn der Staat Geld gibt, will er auch bestimmen. Wie brisant das werden kann, zeigte sich 2004. Ein Schweizer Künstler stellte in Paris ein Werk aus, das den damaligen Bundesrat Christoph Blocher scharf kritisierte. Die Empörung in Bern war riesig. Das Parlament reagierte prompt und kürzte das Budget für Auslandskultur im Folgejahr einfach mal um eine Million Franken. Eine beispiellose Strafaktion, die unmissverständlich deutlich machte, wer am längeren Hebel sitzt.

    Doch die Bürokratie hier verwaltet nicht nur Fördergelder, sie hütet auch die Schatten der Vergangenheit. Nehmen wir das Thema Raubkunst, also Kunstwerke, die während der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig entwendet oder unter Zwang verkauft wurden. Jahrelang wehrte sich das Bundesamt vehement gegen eine unabhängige Expertenkommission zur Überprüfung der bundeseigenen Sammlungen. Man behauptete schlicht, es gäbe in der Schweiz keinen Bedarf dafür. Ein besonders düsteres Beispiel betraf das wertvolle Gemälde Weinlese in Ornans. Obwohl der jüdische Vorbesitzer das Bild 1938 auf der Flucht verkaufen musste, stufte das BAK den Kaufvorgang lange als völlig unbedenklich ein. Man blendete die historischen Umstände einfach aus. Erst massiver öffentlicher Druck im Zusammenhang mit anderen Kunstskandalen zwang den Bund Ende 2021 zu einem Kurswechsel. Plötzlich hieß es, eine solche Kommission sei absolut sinnvoll.

    Es ist faszinierend. Hinter diesen unscheinbaren, funktionalen Fenstern wird entschieden, welche Kunst gefördert wird, was als nationales Erbe gilt und wessen dunkle Geschichte lieber in den Archiven verschwinden soll. Es ist ein ständiges Ringen zwischen kultureller Freiheit und staatlicher Kontrolle, bei dem das Geld oft das letzte Wort hat.

    Wenn wir die kulturelle Bürokratie und ihre verborgenen Machtspiele nun hinter uns lassen, wenden wir uns den harten Realitäten der wirtschaftlichen Durchsetzung zu. Ein kurzer, dreiminütiger Spaziergang bringt uns zur Wettbewerbskommission.

    Eigene Seite öffnen →
  7. Links von Ihnen sehen Sie ein massives Gebäude mit einem rustikalen Steinsockel, orangefarbenen oberen Stockwerken mit markanten Bogenfenstern und einem Säulenportal am Eingang.…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Competition
    CompetitionPhoto: Hadi, Wikimedia Commons, CC0. Cropped & resized.

    Links von Ihnen sehen Sie ein massives Gebäude mit einem rustikalen Steinsockel, orangefarbenen oberen Stockwerken mit markanten Bogenfenstern und einem Säulenportal am Eingang. Dies ist die Hallwylstrasse 4, der Sitz der Schweizerischen Wettbewerbskommission, oder einfach kurz Weko. Auf Ihrem Display sehen Sie das offizielle Eingangsschild dieser Institution.

    The entrance sign of the Swiss Competition Commission (WEKO) at Hallwylstrasse 4 in Bern, marking the official seat of Switzerland's competition authority as of 2021.
    The entrance sign of the Swiss Competition Commission (WEKO) at Hallwylstrasse 4 in Bern, marking the official seat of Switzerland's competition authority as of 2021.Photo: Hadi, Wikimedia Commons, CC0. Cropped & resized.

    Hinter dieser formalen, fast schon strengen Fassade geht es um viel Geld, um verborgene Macht und manchmal um zutiefst dramatische menschliche Schicksale. Die Weko jagt Kartelle. Falls Sie mit dem Begriff nicht vertraut sind... das sind im Grunde geheime Absprachen zwischen Unternehmen, um Preise künstlich hochzuhalten und den freien Markt auszuhebeln.

    Genau hier wurde einer der brisantesten Wirtschaftsskandale der jüngeren Schweizer Geschichte verhandelt. Es geht um Adam Quadroni, einen ehemaligen Bauunternehmer aus dem Unterengadin. Jahrelang beobachtete er, wie sich lokale Baufirmen heimlich absprachen, um öffentliche Bauaufträge unter sich aufzuteilen und die Preise gnadenlos zu diktieren. Irgendwann konnte er dieses ungeschriebene Gesetz des Schweigens einfach nicht mehr ertragen. Er wurde zum Whistleblower, also zu jemandem, der von innen heraus geheime Machenschaften an die Behörden verrät. Er lieferte der Weko die entscheidenden Beweise gegen das sogenannte Engadiner Baukartell.

    Für die Beamten hier war der Fall ein Triumph, der zu Bussen in Millionenhöhe führte. Doch für Quadroni begann ein absoluter Albtraum.... Würden Sie Ihre Existenz aufs Spiel setzen, um ein geheimes Netzwerk aufzudecken, wenn Sie wüssten, dass der Staat Sie vielleicht nicht rechtzeitig schützen kann?...

    Quadroni zahlte einen unvorstellbaren Preis für seine Ehrlichkeit. Der Riss zwischen dem öffentlichen Erfolg der Behörde und seinem privaten Ruin könnte nicht grösser sein. In seiner Heimatregion wurde er als Nestbeschmutzer geächtet. Die verborgene Macht der lokalen Netzwerke schlug erbarmungslos zurück. Er verlor seine Firma. Er verlor sein Haus. Es kam sogar zu harten Polizeieinsätzen gegen ihn, bei denen er verhaftet wurde - Aktionen, die später von einer parlamentarischen Untersuchungskommission scharf kritisiert wurden. Die Weko hatte zwar ihre Akten erfolgreich geschlossen, aber der Mann, der alles ans Licht brachte, stand vor den Trümmern seines Lebens. Erst Jahre später würdigte die Regierung seinen Mut offiziell. Für Quadroni kam diese Rehabilitation furchtbar spät.

    Es ist eine eindringliche Erinnerung daran, welche enormen persönlichen Risiken entstehen, wenn man wirtschaftliche Geheimnisse ans Licht zerrt. Und wo wir gerade bei heiklen Papieren und den tiefsten Recherchen des Staates sind... unser nächster Halt führt uns direkt zu den Archiven, in denen noch viel ältere Staatsgeheimnisse erforscht werden. Die Diplomatischen Dokumente der Schweiz sind nur etwa eine Minute zu Fuss von hier entfernt. Gehen wir weiter.

    Eigene Seite öffnen →
  8. Zu Ihrer Rechten sehen Sie die Forschungsstelle Diplomatische Dokumente der Schweiz, oder kurz Dodis. Das klingt vielleicht erst einmal nach einem Ort für staubige Aktenordner und…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Zu Ihrer Rechten sehen Sie die Forschungsstelle Diplomatische Dokumente der Schweiz, oder kurz Dodis. Das klingt vielleicht erst einmal nach einem Ort für staubige Aktenordner und leise murmelnde Archivare. Aber täuschen Sie sich nicht. Hier wird an der vordersten Front um die Schweizer Geschichte gekämpft. Dodis ist nämlich kein staatlich kontrolliertes Sprachrohr, sondern ein absolut unabhängiges Forschungsinstitut. Die Forscher entscheiden nach streng wissenschaftlichen Kriterien, welche diplomatischen Dokumente ans Licht kommen.

    Wie wichtig diese Unabhängigkeit ist, zeigte sich im Jahr 2016. Damals sorgte ein Gerücht für gewaltigen Wirbel in den Medien. Ein Journalist stellte die These auf, der ehemalige Bundesrat Pierre Graber hätte 1970 heimlich einen Deal mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation, der PLO, geschlossen. Ein Geheimabkommen, das angeblich dazu diente, die Schweiz vor weiterem Terrorismus zu bewahren. Das Dodis-Team ging sofort an die Arbeit und durchleuchtete die historischen Archive mit einem systematischen Faktencheck. Das Ergebnis? Nichts. Absolut kein einziger Beleg für einen solchen Deal liess sich finden. Die Forscher konnten den Mythos wissenschaftlich entkräften und bewiesen so ihre Rolle als korrigierende Instanz gegenüber spekulativen Geschichtsbildern.

    Aber selbst die akribischsten Forscher stossen an ihre Grenzen, wenn Akten gar nicht erst im Bundesarchiv landen. Und hier wird es wirklich düster. Erinnern Sie sich an die Crypto-Affäre? Die Schweizer Firma Crypto AG verkaufte jahrzehntelang manipulierbare Chiffriergeräte - also geheime Verschlüsselungsmaschinen - an ausländische Regierungen, damit Geheimdienste weltweit unbemerkt mitlesen konnten. Als dieser massive Skandal aufflog, tauchten brisante Unterlagen plötzlich nicht im regulären Archiv auf, sondern gut versteckt in einem geschützten Militärbunker namens Kommandoanlage K20. Der Direktor von Dodis, Sacha Zala, warnte daraufhin öffentlich vor solchen Schattenarchiven. Das Problem ist, dass das Bundesgesetz keine wirklichen Sanktionen für Ämter vorsieht, die ihre Akten einfach zurückhalten. Für Historiker bleibt diese Dunkelziffer an vernichteten oder versteckten Dokumenten, besonders im Bereich der Nachrichtendienste, eine ständige Frustration. Es ist die perfekte Illustration dafür, wie viel noch immer im Schatten bleibt.

    Wenn die Dokumente jedoch zugänglich gemacht werden, offenbaren sie oft die ungeschönten Wahrheiten der Diplomatie. Nehmen wir die Akten zum Besuch von Nelson Mandela in Bern im Jahr 1990. Während Mandela die Schweiz dringend bat, sich den internationalen Sanktionen gegen das südafrikanische Apartheid-Regime anzuschliessen, pochten Schweizer Wirtschaftsvertreter einfach auf das übliche Geschäft. Die Dokumente belegen, wie die moralische Dimension zugunsten wirtschaftlicher Interessen und einer sehr formalistischen Auslegung der Neutralität schlicht ausgeblendet wurde.

    Hier wird greifbar, wie viel Macht in einem simplen Blatt Papier stecken kann, wenn es nicht gerade im Bunker verschwindet. Wenn Sie übrigens selbst einmal in diesen Papieren stöbern möchten, können Sie das von Montag bis Freitag jeweils am Vormittag tun. Wir machen uns nun auf den Weg zum Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation, das etwa sechs Gehminuten entfernt liegt. Es entbehrt nicht einer gewissen historischen Ironie, dass die Behörde für zukünftige Innovationen ausgerechnet in einem Viertel residiert, in dem so viel Energie darauf verwendet wurde, die Vergangenheit zu verschlüsseln.

    Eigene Seite öffnen →
  9. Zu Ihrer Linken sehen Sie einen nüchternen, kastenförmigen Verwaltungsbau aus den Sechzigerjahren, dessen strenge, gerasterte Fassade aus Stein und Glas von einem auffälligen…Mehr lesenWeniger anzeigen
    State Secretariat for Education, Research and Innovation
    State Secretariat for Education, Research and InnovationPhoto: Swiss Federal Chancellery (FC), Wikimedia Commons, Public domain. Cropped & resized.

    Zu Ihrer Linken sehen Sie einen nüchternen, kastenförmigen Verwaltungsbau aus den Sechzigerjahren, dessen strenge, gerasterte Fassade aus Stein und Glas von einem auffälligen Vordach über dem Haupteingang markiert wird.

    Sie stehen vor der Einsteinstrasse 2, dem Hauptsitz des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation, kurz SBFI. In diesem stillen Quartier, wo oft hinter verschlossenen Türen über Geld und Einfluss entschieden wird, findet sich hier eine wunderbare historische Ironie. Bevor das SBFI hier einzog, war dieser Bau bis 2007 das Institut für Geistiges Eigentum. Dass diese Strasse nach Albert Einstein benannt ist, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Einstein arbeitete zwar nie in diesem konkreten Gebäude, aber als der berühmteste Patentprüfer der Welt verkörpert er perfekt die seltsame Schweizer Mischung: penible Bürokratie auf der einen Seite, bahnbrechende Innovation auf der anderen. Genau das ist es, was das SBFI heute für sich beansprucht.

    Mit einem Jahresbudget von rund viereinhalb Milliarden Franken lenkt diese Behörde die intellektuellen und technologischen Geschicke des Landes. Doch hinter der strengen Fassade verbirgt sich noch etwas Unerwartetes. Das SBFI ist quasi die geheime Bodenstation, die Mission Control der Schweizer Raumfahrt. Das integrierte Swiss Space Office verwaltet die Mitgliedschaft bei der Europäischen Weltraumorganisation. Es sind nur etwa ein Dutzend Mitarbeitende hier in Bern, aber sie steuern dreistellige Millionenbeträge und sichern der heimischen Industrie extrem lukrative Aufträge für Projekte wie die Ariane 6 Trägerrakete.

    Die Geschichte der Behörde ist allerdings nicht nur von Höhenflügen geprägt, sondern auch von Konflikten. Das Amt entstand 2012 durch die Fusion zweier völlig verschiedener Welten. Die akademisch geprägte Forschungsabteilung musste mit der eher pragmatischen, wirtschaftsnahen Berufsbildung zusammengelegt werden. Den Auftrag, diese Kulturen zu vereinen, bekam Mauro Dell'Ambrogio. Er war absolut kein typischer Bildungsbürokrat. Mit 25 war er bereits Bezirksrichter, mit 30 Kommandant der Tessiner Kantonspolizei, wo er erstmals Frauen zuliess. Sein Führungsstil war so direkt, dass er die Bundesverwaltung gleich zu Beginn seiner Amtszeit als kafkaeske Maschine bezeichnete... kafkaesk bedeutet, dass bürokratische Abläufe so absurd und undurchschaubar sind, dass man sich machtlos ausgeliefert fühlt.

    Auch unter der aktuellen Leitung von Staatssekretärin Martina Hirayama bleibt es brisant. Im Jahr 2026 gab es heftigen Widerstand, als ein exzellent bewertetes sozialwissenschaftliches Projekt mit dem Namen Gender and Justice abgelehnt wurde. Kritiker warfen dem Amt vor, wirtschaftlich verwertbare Innovationen systematisch über gesellschaftskritische Grundlagenforschung zu stellen.

    Dazu kam noch ein echtes Trauma. Im Jahr 2021 wurde die Schweiz aus dem EU Forschungsprogramm Horizon Europe ausgeschlossen. Das SBFI musste über Nacht zu einer operativen Förderagentur werden und nationale Ersatzgelder auszahlen. Doch Geld allein bringt keine Netzwerke zurück. Viele Forschende berichteten frustriert, dass sie trotz finanzieller Hilfe die Leitung internationaler Projekte abgeben mussten... ein bürokratischer Albtraum, den das Amt zwar finanziell, aber nicht politisch lösen konnte.

    Falls Sie in die Lobby schauen möchten, das Gebäude ist von Montag bis Freitag geöffnet, am Wochenende bleiben die Türen allerdings geschlossen.

    Lassen Sie uns nun von den modernen Schauplätzen der Diplomatie und Forschung zu einem Ort uralter, patrizischer Macht weitergehen. Der Weg zur Bogenschützengesellschaft der Stadt Bern dauert etwa sechs Minuten.

    Eigene Seite öffnen →
  10. Vor uns sehen Sie das markante Wappenschild der Bogenschützen, ein klassisches Emblem mit gelbem Rand, das auf seinem schwarzen Grund unverkennbar gekreuzte gelbe Bögen und Pfeile…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Archery Society of the City of Bern
    Archery Society of the City of BernPhoto: Börn Söcks, Wikimedia Commons, Public domain. Cropped & resized.

    Vor uns sehen Sie das markante Wappenschild der Bogenschützen, ein klassisches Emblem mit gelbem Rand, das auf seinem schwarzen Grund unverkennbar gekreuzte gelbe Bögen und Pfeile präsentiert, die in der Mitte kunstvoll verknotet sind. Dies ist das Zuhause der Bogenschützengesellschaft der Stadt Bern, und lassen Sie sich nicht von dem sportlichen Namen täuschen.

    Als 1799 das alte Regime der Stadt in der Helvetischen Revolution zusammenbrach, diente diese Gesellschaft als eiserne Bewahrerin patrizischer Macht. Während draussen das politische System der Aristokratie entmachtet wurde, kaufte die Bogenschützengesellschaft kurzerhand die silbernen Ehrengeschirre und Prunkmöbel des sogenannten Äusseren Standes auf. Das war die ehemalige politische Kaderschmiede der Berner Elite. Zu den geretteten Schätzen gehörten ein vergoldeter Schultheissenthron, also der prunkvolle Stuhl des Bürgermeisters, und ein Sessel der altehrwürdigen Habsburger Vögte. Diese repräsentativen Symbole der einstigen absoluten Herrschaft stehen bis heute nicht etwa in einem Museum für die Öffentlichkeit, sondern befinden sich im ehrenden Gebrauch hinter diesen geschlossenen Türen.

    Die Bogenschützen waren schon immer ausserordentlich wehrhaft. Bevor sie in dieses Viertel zogen, besassen sie mit dem Zwingelhof eine echte kleine Festung, komplett mit Türmen, Schiessscharten und einem Graben. Doch selbst eine wehrhafte Festung schützt nicht vor juristischen Fehlern. Als sie 1830 ein neues Schützenhaus bauten, unterzeichneten sie einen Revers, eine rechtliche Klausel, die besagte, dass der Bau auf Staatsboden stand und jederzeit zurückgefordert werden konnte. Genau das passierte, als Bern einen neuen Bahnhof brauchte. Ihr Haus wurde zwangsweise abgerissen. Der Architekt jenes ersten Hauses, Melchior Berri, zerbrach an den Spannungen zwischen seinem Künstlertum und dem schnöden Bauunternehmertum und nahm sich 1854 tragischerweise das Leben.

    Also baute man 1894 dieses heutige Gebäude im Kirchenfeld. Früher veranstaltete die Gesellschaft noch massenwirksame Volksfeste, bei denen auf einen hölzernen Papagei auf einer hohen Stange geschossen wurde. Der Sieger wurde für ein Jahr König und automatisch Vorsitzender. Doch heute herrscht hier vor allem verborgene Macht. Wie die Historikerin Katrin Rieder aufzeigte, grenzt sich die Gesellschaft bis heute bewusst vom regulären Bürgertum ab. Wer hier dazugehören will, braucht einen Namen wie von Bonstetten, von Wattenwyl oder von Erlach. In dieser streng abgeschirmten privaten Sphäre leben adelige Hierarchien und Grafentitel, die eigentlich seit der Bundesverfassung von 1848 rechtlich abgeschafft sind, unter Ausschluss der Öffentlichkeit munter weiter.

    Das Gelände selbst ist zwar jeden Tag rund um die Uhr geöffnet, auch wenn die gesellschaftlichen Kreise strikt geschlossen bleiben. Wir lassen diese elitäre Welt nun hinter uns und begeben uns zu unserem letzten Halt, wo eine ganz andere Art von Reichtum ein Erbe für die breite Öffentlichkeit geschaffen hat. Machen Sie sich auf einen etwa siebenminütigen Spaziergang zum Tierpark Bern auf den Weg.

    Eigene Seite öffnen →
  11. Vor Ihnen sehen Sie die markanten aufeinandergeschichteten hellen Kalksteinblöcke der Gehege deren raue zerklüftete Oberfläche eine künstliche Felslandschaft formt. Wir haben auf…Mehr lesenWeniger anzeigen
    Bern Zoo
    Bern ZooPhoto: Staycoolandbegood, Wikimedia Commons, Public domain. Cropped & resized.

    Vor Ihnen sehen Sie die markanten aufeinandergeschichteten hellen Kalksteinblöcke der Gehege deren raue zerklüftete Oberfläche eine künstliche Felslandschaft formt. Wir haben auf unserer heutigen Tour viel darüber gesprochen wie internationale Netzwerke Diplomatie und diskretes Geld diese Gegend geprägt haben. Hier am Berner Tierpark zeigt sich jedoch wie ein im Ausland erworbenes Vermögen letztendlich allen Bürgern zugutekam.

    Die Vorgeschichte dieses Ortes veranschaulicht genau diese verborgenen Kräfte. Bereits im späten neunzehnten Jahrhundert träumte man von einem Zoo im Kirchenfeldquartier. Es gab Pläne enthusiastische Vereine und viele Ideen aber am Ende scheiterte alles am fehlenden Kapital. Bis ein Mann namens William Gabus ins Spiel kam. Gabus war ein Schweizer Uhrmacher der sein Glück weit weg von der Heimat suchte. Er reiste mit präzisen Uhren und feinen Spieldosen zu den großen Messen in Russland. Dort baute er sich ein kleines Imperium auf besaß exklusive Uhrenläden in Moskau und kehrte als überaus wohlhabender Mann zurück.

    Als er im Jahr 1900 sein Testament aufsetzte vermachte er der Stadt Bern hundertfünfzigtausend Franken. Das entspricht nach heutigem Wert etwa anderthalb Millionen Franken. Seine einzige Bedingung war dass von diesem Geld ein Tierpark errichtet wird wenn möglich genau hier im Waldgebiet Dählhölzli. Aus dem privaten in Russland verdienten Reichtum eines Geschäftsmanns entstand so ein Ort für die Menschen. Er verlangte kein monumentales Denkmal für sich selbst sondern einen Platz an dem Familien die Natur beobachten können.

    Der Park öffnete 1937 seine Tore und entwickelte sich rasch zu einem Ort an dem europäische Zoogeschichte geschrieben wurde. Im Jahr 1943 übernahm Monika Meyer-Holzapfel die Leitung. Sie war die allererste Frau in ganz Europa die Direktorin eines zoologischen Gartens wurde. Eine unglaubliche Pionierin in einer damals absoluten Männerdomäne. Unter ihrer Regie gelang dem Tierpark eine Sensation. Mit drei aus Bosnien stammenden Wildfängen schaffte sie die Zucht von Europäischen Wildkatzen in einfachen provisorischen Holzgehegen. Ein Unterfangen woran andere große berühmte Zoos zuvor regelmäßig gescheitert waren. Dieser unerwartete Erfolg machte die internationale Fachwelt schlagartig auf den noch jungen Berner Zoo aufmerksam.

    Heute liegt der Schwerpunkt des Parks auf einheimischen und europäischen Wildtieren aber es gibt auch faszinierende exotische Ausnahmen. Auf dem ersten Bild in Ihrer App sehen Sie ein Stumpfkrokodil, einen der Bewohner des Vivariums. Dieses Gebäude das als großes Tropenhaus und Aquarium dient wurde aufwendig umgebaut um riesige Wasserlandschaften wie den Amazonas oder Mangrovenwälder authentisch nachzubilden. Und auf dem nächsten Bild entdecken Sie einen Papageitaucher einen kleinen nordischen Seevogel mit einem markanten bunten Schnabel. Der Tierpark Bern ist tatsächlich die einzige Anlage in der gesamten Schweiz die diese erstaunlichen tauchenden Vögel hält.

    This Stump Crocodile represents the diverse reptile species housed within the Vivarium, which underwent a major renovation in 2013 to feature large water landscapes simulating ecosystems like the Amazon and mangroves.
    This Stump Crocodile represents the diverse reptile species housed within the Vivarium, which underwent a major renovation in 2013 to feature large water landscapes simulating ecosystems like the Amazon and mangroves.Photo: Staycoolandbegood, Wikimedia Commons, Public domain. Cropped & resized.

    Wir sind nun am Ende unserer Tour angekommen. Von exklusiven Clubs über geheime Dokumente bis hin zu diesem wunderbaren Tierpark hat sich uns ein Viertel offenbart das von Kräften geformt wurde die oft im Hintergrund wirkten aber sichtbare dauerhafte Spuren hinterlassen haben. Der Tierpark ist übrigens jeden Tag von neun bis achtzehn Uhr geöffnet falls Sie nun Lust haben die Krokodile und Papageitaucher selbst zu besuchen. Ich danke Ihnen dass Sie mich auf diesem Spaziergang begleitet haben und wünsche Ihnen noch entspannte und faszinierende Entdeckungen hier in Bern.

    This Puffin is part of the Papageitaucheranlage, opened in 2009, which holds the unique distinction of being the only facility in Switzerland to house these diving birds.
    This Puffin is part of the Papageitaucheranlage, opened in 2009, which holds the unique distinction of being the only facility in Switzerland to house these diving birds.Photo: JoachimKohler-HB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Cropped & resized.
    Eigene Seite öffnen →

Häufig gestellte Fragen

Wie starte ich die Tour?

Laden Sie nach dem Kauf die AudaTours-App herunter und geben Sie Ihren Einlösecode ein. Die Tour ist sofort startbereit – tippen Sie einfach auf „Play“ und folgen Sie der GPS-geführten Route.

Benötige ich während der Tour Internet?

Nein! Laden Sie die Tour vor dem Start herunter und genießen Sie sie vollständig offline. Nur die Chat-Funktion benötigt Internet. Wir empfehlen den Download über WLAN, um mobiles Datenvolumen zu sparen.

Handelt es sich um eine geführte Gruppentour?

Nein – dies ist ein selbstgeführter Audioguide. Sie erkunden unabhängig in Ihrem eigenen Tempo, wobei die Audioerzählung über Ihr Telefon abgespielt wird. Kein Reiseleiter, keine Gruppe, kein Zeitplan.

Wie lange dauert die Tour?

Die meisten Touren dauern 60–90 Minuten, aber Sie kontrollieren das Tempo vollständig. Pausieren Sie, überspringen Sie Stopps oder machen Sie Pausen, wann immer Sie wollen.

Was, wenn ich die Tour heute nicht beenden kann?

Kein Problem! Touren haben lebenslangen Zugriff. Pausieren Sie und setzen Sie sie fort, wann immer Sie möchten – morgen, nächste Woche oder nächstes Jahr. Ihr Fortschritt wird gespeichert.

Welche Sprachen sind verfügbar?

Alle Touren sind in über 50 Sprachen verfügbar. Wählen Sie Ihre bevorzugte Sprache beim Einlösen Ihres Codes. Hinweis: Die Sprache kann nach der Tour-Generierung nicht mehr geändert werden.

Wo greife ich nach dem Kauf auf die Tour zu?

Laden Sie die kostenlose AudaTours-App aus dem App Store oder von Google Play herunter. Geben Sie Ihren Einlösecode (per E-Mail gesendet) ein, und die Tour erscheint in Ihrer Bibliothek, bereit zum Download und Start.

verified_user
Zufriedenheit garantiert

Wenn Ihnen die Tour nicht gefällt, erstatten wir Ihnen den Kaufpreis. Kontaktieren Sie uns unter [email protected]

Sicher bezahlen mit

Apple PayGoogle PayVisaMastercardPayPal
Beliebt bei Reisenden weltweit

Tausende gestartete Touren.
Genug Meinungen.

4,8 im App Store und Google Play. Hier sind ein paar, zu denen wir immer wieder zurückkehren.

starstarstarstarstar
Das war eine solide Art, Brighton kennenzulernen, ohne sich wie ein Tourist zu fühlen. Die Erzählung hatte Tiefe und Kontext, übertrieb es aber nicht.
Christoph
Christoph
Brighton-Tour
starstarstarstarstar
Habe diese Tour mit einem Croissant in der einen Hand und null Erwartungen gestartet. Die App schwingt einfach mit einem mit, kein Druck, nur man selbst, Kopfhörer und ein paar coole Geschichten.
download App holen

Kopfhörer rein.
Raus nach draußen.

Kostenlos herunterladen. Touren in jeder Stadt. Startklar in 60 Sekunden — kein Konto, keine Karte.

Download on the App StoreGet it on Google Play
starstarstarstarstar_half
4.8
AudaTours app icon
headphones
~ 4 Min. bis deine erste Tour startet
public
1.000+ Städte weltweit
all_inclusive
AudaTours
Unlimited

Jede Tour. Jede Stadt. Ein Abo.

3101 Touren2271 Städte138 Länder50+ Sprachen