Prag Audiotour: Brücken, Paläste & Legenden der Kleinseite
Entdecken Sie das bezaubernde Herz Prags auf einer fesselnden Tour, die Sie durch die reiche Geschichte und lebendige Kultur der Stadt führt. Beginnen Sie Ihre Reise am majestätischen Valdštejnský-Palast, einem atemberaubenden Barockmeisterwerk, umgeben von wunderschönen Gärten. Tauchen Sie dann ein in die kreative Energie der Akademie der Darstellenden Künste, einem Zentrum für künstlerische Brillanz und Innovation. Bewundern Sie schließlich das strahlende Innere der St.-Nikolaus-Kirche in Malá Strana, ein architektonisches Juwel, geschmückt mit aufwendigen Fresken und kunstvollen Details. Diese unvergessliche Tour verspricht eine perfekte Mischung aus Geschichte, Kunst und atemberaubenden Sehenswürdigkeiten in einer der charmantesten Städte Europas.
Tourvorschau
Über diese Tour
- scheduleDauer 40–60 minsEigenes Tempo
- straighten4.5 km FußwegDem geführten Pfad folgen
- location_onStandortPrag, Tschechien
- wifi_offFunktioniert offlineEinmal herunterladen, überall nutzen
- all_inclusiveLebenslanger ZugriffJederzeit wiederholen, für immer
- location_onStartet bei Statue des Johannes von Nepomuk, Karlsbrücke
Stopps auf dieser Tour
Schau auf die Nordseite der Karlsbrücke: Dort steht eine auffällige Bronzestatue eines Heiligen in wallenden Gewändern. Über dem Kopf schwebt ein Kranz aus goldenen Sternen, in…Mehr lesenWeniger anzeigen
Schau auf die Nordseite der Karlsbrücke: Dort steht eine auffällige Bronzestatue eines Heiligen in wallenden Gewändern. Über dem Kopf schwebt ein Kranz aus goldenen Sternen, in der Hand hält er einen Palmzweig und ein Kruzifix, also ein Kreuz mit dem gekreuzigten Christus. Jetzt spule ich dich zurück ins Jahr sechzehnhundertdreiundachtzig. Auf der Brücke drängen sich Händler, Pferde klappern über den Stein, und unten schiebt sich die Moldau vorbei. Und zack: Die allererste Barockfigur, die man hier aufgestellt hat, taucht über den Köpfen auf: Johannes von Nepomuk. Freundliches Gesicht, ein bisschen streng dabei, als hätte er geahnt, dass er mal der Star auf unzähligen Urlaubsfotos wird. Das Modell entwarf Matthias Rauchmiller. Jan Brokoffs Werkstatt machte daraus zunächst eine große Holzversion, die dann nach Nürnberg ging, wo man sie schließlich in Bronze goss. Der Heiligenschein mit fünf goldenen Sternen ist nicht nur Deko, sondern ein klares Erkennungszeichen. Und jetzt der Prag-Klassiker: Unten an der Statue ist eine Plakette. Viele schwören, wer sie berührt, hat Glück. Ob’s für den Lottogewinn reicht? Sagen wir: Prag ist großzügig, aber nicht immer so konkret.
Eigene Seite öffnen →Schau nach links nach vorn: ein stattliches, cremefarbenes Gebäude mit gefühlt endlosen hohen Fenstern. Daneben elegante Steinsäulen, und in der Mitte eine große Holztür, die so…Mehr lesenWeniger anzeigen
Schau nach links nach vorn: ein stattliches, cremefarbenes Gebäude mit gefühlt endlosen hohen Fenstern. Daneben elegante Steinsäulen, und in der Mitte eine große Holztür, die so tut, als käme gleich ein Kutscher mit wichtiger Miene heraus. Du stehst hier vor dem Liechtenstein-Palais auf der Insel Kampa. Das war einmal Revier der fürstlichen Familie Liechtenstein, und glaub mir: Die verstanden etwas von Auftritten. Hinter diesen Mauern wurden Bälle gefeiert, Kleider wirbelten, bei Kerzenschein wurde dinniert, und irgendwo steckte bestimmt auch ein bisschen höfische Intrige drin. Ein Palast ohne Drama ist ja wie Prag ohne Kopfsteinpflaster. Und jetzt kommt die Pointe: Das ist nicht einmal das berühmteste Liechtenstein-Palais in Prag. Den Ruhm kassiert der Verwandte am Malostranské náměstí, der heute als Musikkonservatorium dient. Ein Konservatorium ist eine Hochschule, an der man Musik professionell studiert, also mit Konzerten, Opern und viel Übestunden-Fleiß. Aber dieses Haus hat seinen eigenen Zauber. Stell dir vor, wie die Vergangenheit durch die Fenster späht, als würden adlige Gäste immer noch prüfen, ob ihre Einladung endlich eingetroffen ist. Also, genieße den Anblick, und pass auf, dass du keinem unsichtbaren Ballgast in die Quere kommst. Weiter geht’s!
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Wenn du Kampa finden willst, halte Ausschau nach einem schmalen Wasserkanal, eingerahmt von hübschen alten Häusern, und nach einem großen hölzernen Wasserrad. Genau dort liegt sie, eingeklemmt zwischen Moldau und Stadt. Willkommen auf der Insel Kampa, einem kleinen Stück Prag, das wie aus einem Bilderbuch auf dem Wasser sitzt. Kampa war lange fast wie versteckt, denn sie wird von Malá Strana durch den sogenannten Teufelsbach getrennt. Das ist kein natürlicher Bach, sondern ein künstlich angelegter Kanal, vor Jahrhunderten gegraben, damit Wassermühlen genug Strömung bekommen. Wassermühlen sind Mühlen, deren Räder durch Wasser angetrieben werden, um zum Beispiel Getreide zu mahlen. Und jetzt die lokale Würze: Der Legende nach soll der Name etwas mit einer schlagfertigen Dame zu tun haben, die im Haus „Zu den sieben Teufeln“ lebte. Wenn irgendwo ein Kichern herüberweht, ich sage nur: nicht erschrecken. Spanische Soldaten schlugen hier während der Schlacht am Weißen Berg ihr Lager auf und nannten den Ort „Campus“. Daraus wurde Kampa. Heute ist das hier Park und Kunst: Vor dir liegt das Museum Kampa mit moderner Kunst aus Mitteleuropa. Draußen steht sogar ein riesiger Holzstuhl am Fluss. Keine Sorge, der ist nicht für Riesen, der ist dafür da, dass du dich kurz winzig fühlst. Und ja: Tom Cruise rannte für Mission Impossible über genau diese Pflastersteine. Prag kann eben Hollywood.
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Brücken über den Teufelsbach
Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschaltenUm die Brücken über die Čertovka zu finden, schauen Sie einfach geradeaus: Eine eher schlichte Brücke mit kunstvollem Metallgeländer, darunter ein ruhiger Wasserlauf, eingerahmt…Mehr lesenWeniger anzeigen
Um die Brücken über die Čertovka zu finden, schauen Sie einfach geradeaus: Eine eher schlichte Brücke mit kunstvollem Metallgeländer, darunter ein ruhiger Wasserlauf, eingerahmt von alten Häusern. Die versteckt sich nicht gerade. Willkommen bei einem von Prags kleinen Geheimtipps: den Brücken über die Čertovka. Die Einheimischen nennen sie gern den Teufelsbach. Keine Sorge, hier springt Ihnen nichts Gehörntes aus dem Wasser entgegen. Das einzig Teuflische ist, wie schnell man sich in diese Ecke verliebt. Unter Ihren Füßen schlängelt sich der Kanal wie ein dunkles Band durch Kampa und trägt eine Menge Geschichten mit sich, von Handwerkern, Nachbarn und ein paar Legenden, die garantiert mit einem Augenzwinkern weitererzählt wurden. Früher hatten die Leute hier richtig große Pläne. Manche träumten sogar von einer breiten Prachtstraße quer über Kampa. Gegen Ende der achtzehnhundert Jahre wollte der Geschäftsmann Jindřich Jechenthal das Malostranské Ufer über den Kanal hinweg verlängern. Und Stadtpläne aus dem Jahr neunzehnhundertzehn griffen dieselbe Idee wieder auf. Zum Glück für alle, die gern zu Fuß unterwegs sind und für Romantiker im Allgemeinen: Es blieb beim Papier. Dafür können Sie dem „Klub für das alte Prag“ danken. Das waren so etwas wie die stadtverliebten Wachhunde der Geschichte, die dafür kämpften, dass Kampa seinen Charme behält und die Čertovka nicht einfach zugeschüttet wird. Man stellt sich die Debatten herrlich vor: ernste Mienen, viel Kaffee, große Gesten und das Gefühl, als hinge die Seele der Stadt daran. Schauen Sie sich das Geländer an und denken Sie daran: Hier gibt es nicht nur eine Brücke. Jede hat ihren eigenen Charakter. Da ist zum Beispiel der hölzerne Steg zur Huť-Mühle. Der knarzt so schön, als würde er Ihnen die Geheimnisse alter Müller zuflüstern. Dann gibt es die kleine Restaurantbrücke, ein einzelner Bogen mit farbigen Schlusssteinen. Ein Schlussstein ist der keilförmige Stein ganz oben im Bogen, der alles zusammenhält. Über diese Brücke eilten Gäste früher mit knurrendem Magen zum Essen, das sich gleich hinter der Čertovka versteckte. Der Star ist aber die „Liebesbrücke“ bei der Velkopřevorský-Mühle. Sie erkennen sie an den Liebesschlössern. Angeblich inspiriert von der Milvischen Brücke in Italien, wo die Geschichte um den heiligen Valentin ein ziemlich dramatisches Ende nahm. Paare ritzen Namen ins Schloss, hängen es ans Geländer und werfen den Schlüssel ins Wasser. Romantisch für die einen, eine Dauerbaustelle im Herzen für städtische Ingenieure. Und während unten Schwäne und Enten gemächlich vorbeiziehen und vermutlich über das menschliche Geknutsche schmunzeln, hören Sie vielleicht im Kopf alte Schritte und Gelächter. Werfen Sie noch einen Blick ins Wasser. Nur für den Fall, dass doch irgendwo ein kleines teuflisches Schwänzchen um die nächste Biegung verschwindet. Weiter geht’s. Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, schreiben Sie mir im Chat: südliche Brücke, zweite Brücke oder die beim großen Prioratsmühlengebäude.
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Gymnázium Christiana Dopplera
Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschaltenWenn du das Gymnázium Christiana Dopplera erkennen willst: Links steht ein großes, elegantes, helles Gebäude im Neo-Renaissance-Stil. Unten siehst du hohe Rundbogenfenster, an den…Mehr lesenWeniger anzeigen
Wenn du das Gymnázium Christiana Dopplera erkennen willst: Links steht ein großes, elegantes, helles Gebäude im Neo-Renaissance-Stil. Unten siehst du hohe Rundbogenfenster, an den Ecken eine ganze Reihe Figuren, und über dem Haupteingang thronen steinerne Büsten, die zur Zborovská-Straße hinüberblicken, als würden sie den Verkehr fachmännisch begutachten. Du stehst hier praktisch auf der Schwelle einer Schule, die sich anfühlt wie ein kleines Geschichtsbuch aus Stein. Und ja, im Hintergrund gehört in Prag eben manchmal das leise Rumpeln der Straßenbahnen zur Geräuschkulisse dazu. Das Haus ist nicht einfach nur Unterrichtsraum, sondern ein Ort, an dem sich die Stadtgeschichte immer wieder neu sortiert hat. Eröffnet wurde das Gebäude im Jahr neunzehnhunderteins. Damals war Neo-Renaissance der große Auftritt: ionische Säulen, verschnörkelte Geländer, alles ein bisschen so, als würde man zum Lernen in einen Palast geschickt. Schau über den Eingang: Da wacht Isaac Newton als Büste darüber, wer rein- und rausgeht. Daneben stehen weitere Wissenschaftsgrößen in Stein: Volta, Stephenson und Liebig. Eine ziemlich deutliche Botschaft an die Schülerschaft: „Strengt euch an, wir schauen zu.“ Am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war das hier ein deutsches Realgymnasium, also eine höhere Schule mit starkem Schwerpunkt auf Naturwissenschaften und Praxisnähe, nicht nur auf klassische Sprachen. In den Fluren mischten sich Sprachen: Deutsch, Tschechisch, auch Jiddisch. Und vermutlich die universelle Sprache des leisen Stöhnens, wenn überraschend ein Mathe-Test angekündigt wurde. Der Stundenplan war voll mit Mathematik, Physik, Geografie und Geschichte, dazu ein bisschen Latein oder Griechisch für den gelehrten Anstrich. Und weil Bildung in Prag gern ein Rundumprogramm war, gehörten auch Singen und Zeichnen dazu. In der Turnhalle ging es entsprechend lebhaft zu. Bis zum Jahr neunzehnhundertachtzehn war diese Schule eine von nur vier deutschen Mittelschulen in Prag. Nach den Grenz- und Verwaltungsverschiebungen der Nachkriegszeit landete sie, eher aus Versehen als aus Plan, auf der Kleinseite, also Malá Strana. Doch dann kamen die späten dreißiger Jahre, und die Geschichte wird bitter: Viele jüdische Schülerinnen und Schüler, die hier gelernt hatten, wurden Opfer einer Tragödie, die man kaum in Worte fassen möchte. Der Zweite Weltkrieg wirbelte alles durcheinander, auch die Nutzung des Gebäudes. Nach dem Krieg zog eine Střední průmyslová škola stavební ein, eine mittlere technische Schule für Bauwesen. Man stelle sich das Bild vor: Oben die steinernen Wissenschaftler, unten Pläne, Ziegel und Bauzeichnungen. Im Jahr neunzehnhundertdreiundneunzig kehrte die Schule an die Zborovská-Straße zurück und bekam ihren heutigen Namen: Gymnázium Christiana Dopplera, nach Christian Doppler, dem Physiker hinter dem Doppler-Effekt. Das ist dieser Effekt, bei dem sich die Tonhöhe ändert, wenn sich eine Sirene auf dich zubewegt und dann wieder entfernt. Seitdem hat das Haus den Wandel der tschechischen Bildung erlebt: das Ende des Kommunismus, die Rückkehr der Demokratie, nervöse Jugendliche vor der Maturita, also der großen Abschlussprüfung. Heute liegt der Fokus stark auf Naturwissenschaften, Mathematik, Fremdsprachen und Informatik. Es gibt Auszeichnungen für internationale Erfolge, etwa Medaillen bei Wettbewerben in Astronomie, Mathematik und Physik. Und trotzdem: Hier wird nicht nur geschniegelt gerechnet. Unter einem Schulleiter wurden die legendären Physik-Vorbereitungskurse F-Y-G-Y-K und F-Y-G-Y-Z bekannt, Namen wie aus einem Zauberspruch. Dazu Schüler-Erfindungen, stadtweite Wettbewerbe wie Dopplers Welle und der Prager Pfeil, und das Motto „per partes ad astra“, auf Deutsch: „durch Teile zu den Sternen“ - Schritt für Schritt nach ganz oben. Die Absolventenliste liest sich wie ein Best-of des öffentlichen Lebens: Politiker, Mathematiker, Schachgroßmeister, Schauspieler und sogar der Gründer der Privatschule Porg. Und weil Schulen eben auch nur menschlich sind: Im Jahr zweitausendneun gab es einen kleinen Skandal, weil ein paar Zeugnisse heimlich „verbessert“ wurden. Wissenschaft und Schabernack, hier hat beides Tradition. Wenn du weitergehst und irgendwann wieder „Doppler-Effekt“ hörst oder jemanden mit einem verdächtig hohen Bücherstapel vorbeihuschen siehst: Dann weißt du, an welchem Ort solche Geschichten anfangen. Wenn du mehr über die internationalen Wettbewerbe oder diese Zeugnis-Affäre wissen willst, schreib mir im Chatbereich, dann steigen wir tiefer ein.
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Memorial to the Victims of Communism
Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschaltenWenn du das Denkmal für die Opfer des Kommunismus suchst: Schau geradeaus. Da steht eine Reihe gespenstischer Bronzefiguren auf einer steilen Steintreppe am Fuß des Petřín-Hügels.…Mehr lesenWeniger anzeigen
Wenn du das Denkmal für die Opfer des Kommunismus suchst: Schau geradeaus. Da steht eine Reihe gespenstischer Bronzefiguren auf einer steilen Steintreppe am Fuß des Petřín-Hügels. Man kann sie kaum übersehen, sie warten da oben wie ein stilles Empfangskomitee, nur ohne Smalltalk. Jetzt steh einen Moment davor. Sechs Figuren, eine nach der anderen. Und wenn du genauer hinsiehst, merkst du: Jede wirkt ein Stück stärker zerfallen als die vorherige. Arme fehlen, der Körper wird löchriger, die Gestalt dünnt aus. Das ist nicht „kaputt“, das ist Absicht. Der Bildhauer Olbram Zoubek und die Architekten Jan Kerel und Zdeněk Holzel wollten, dass du den Prozess spürst: wie ein Mensch unter Druck langsam verschwindet. Stell dir Prag zwischen neunzehnhundertachtundvierzig und neunzehnhundertneunundachtzig vor. Eine wunderschöne Stadt, aber fest im Griff eines Regimes. Diese Figuren stehen für unzählige Männer und Frauen, die der Kommunismus zerstört hat, körperlich und seelisch. Seelisch heißt hier: Identität, Mut, Zukunft, alles, was einen Menschen von innen zusammenhält. Und trotzdem stehen sie aufrecht. Keine Siegerpose, eher ein trotziges „Ich bin noch da“. Zum Tanzen reicht’s nicht, aber zum Widerstehen. Unter dir findest du einen Bronze-Streifen mit Zahlen, die einem den Hals zuschnüren: Mehr als zweihunderttausend Tschechen und Slowaken wurden verhaftet. Fast einhunderteinundsiebzigtausend ins Exil gezwungen. Tausende starben im Gefängnis, Hunderte wurden erschossen oder hingerichtet, weil sie fliehen wollten oder frei sprechen. In der Nähe erinnert eine Tafel daran, dass das Denkmal allen Opfern gewidmet ist: nicht nur den Eingesperrten und Ermordeten, sondern auch denen, deren Leben durch totalitären Despotismus ruiniert wurde. Totalitär bedeutet: Der Staat will alles kontrollieren, sogar Gedanken und Beziehungen. Als das Denkmal im Mai zweitausendzwei enthüllt wurde, gab es Drama wie in einem Spionageroman: Präsident Václav Havel, selbst berühmter Dissident, war zuerst nicht einmal eingeladen. Er kam am Tag davor trotzdem. Manche fanden die Figuren kitschig, andere fragten, wo die Frauen bleiben. Und zweitausenddrei wurde das Denkmal durch mysteriöse Explosionen beschädigt, die Täter verschwanden spurlos. Geh weiter, aber nimm dieses Bild mit: angeschlagen, ja. Gebeugt, nein.
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Oetting-Palais
Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschaltenUm den Oetting-Palast zu erkennen, halte Ausschau nach dem hell pfirsichfarbenen Haus mit den eleganten Zierfenstern. Unten siehst du zwei Durchgänge mit Rundbögen. Das Gebäude…Mehr lesenWeniger anzeigen
Um den Oetting-Palast zu erkennen, halte Ausschau nach dem hell pfirsichfarbenen Haus mit den eleganten Zierfenstern. Unten siehst du zwei Durchgänge mit Rundbögen. Das Gebäude steht direkt vor dir in der Josefská. So, und jetzt willkommen vor einer echten Prager Persönlichkeit mit Identitätsproblemen. Je nach Jahrhundert hörst du nämlich auch den Namen Lobkowicz-Haus. Kein Wunder: Die Geschichte hier ist verwinkelter als die Gassen rundherum und beginnt schon im Jahr vierzehnhundertsechs. Stell dir das Mittelalter an genau diesem Ort vor: Statt Palastduft lag hier zeitweise eher… sagen wir, handfestes Metzgeraroma in der Luft. Denn hier stand einmal ein Schlachthaus. Prag konnte schon früh “Wohnen und Arbeiten” kombinieren, nur eben etwas rustikaler. Nach einem großen Brand und mehreren, nennen wir es mal, wenig nachbarschaftlichen Hussitenaufständen wurde das ursprüngliche Haus zerstört. Die Hussiten, kurz erklärt, waren eine religiöse Reformbewegung in Böhmen, und ihre Konflikte gingen teils ziemlich heftig aus. Im Jahr fünfzehnhundertachtundvierzig griff Ladislav von Lobkowicz zu und plante hier einen Renaissancepalast. Renaissance heißt: neue Lust auf Harmonie, klare Formen und repräsentatives Wohnen. Das Sahnehäubchen waren geheime Durchgänge und ein versteckter Korridor zur Kirche Sankt Thomas nebenan. Praktisch, wenn man ungesehen rüberhuschen wollte. Dann kam das Jahr siebzehnhundertdreiundzwanzig mit einem weiteren dramatischen Brand. Die Lobkowicz holten einen Spitzenarchitekten aus Prag, und der Palast wurde größer und barocker. Barock bedeutet: mehr Schwung, mehr Deko, mehr Bühne. Im Jahr achtzehnhunderteinundvierzig kaufte Fürst Oettingen-Wallerstein das Ganze. Voilà, der Name von heute. Und weil Prag nie genug bekommen kann, kam achtzehnhundertsiebenundachtzig noch ein neoklassizistischer Flügel dazu, also bewusst an die strenge Antike angelehnt. Später zog ein Gymnasium ein, und plötzlich füllten neugierige Schüler die Höfe. Man kann sich vorstellen, wie sie sich gegenseitig Mut machten, in die angeblich “spukigen” barocken Stallungen zu linsen. Heute sitzt hier die Tschechische Architektenkammer. Passender geht’s kaum: ein Haus, das jeden Stil einmal anprobiert hat und dabei immer noch großartig dasteht.
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Winged Lion Memorial
Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschaltenSchau nach vorn: Da steht ein großer, ziemlich furchteinflößender Löwe aus Bronze, mit Flügeln, die so wirken, als könnte er gleich losstarten. Er thront auf einem runden Sockel…Mehr lesenWeniger anzeigen
Schau nach vorn: Da steht ein großer, ziemlich furchteinflößender Löwe aus Bronze, mit Flügeln, die so wirken, als könnte er gleich losstarten. Er thront auf einem runden Sockel aus Granit und Beton, verkleidet mit Metallplatten. Hinter ihm liegen Parkbänke und Weidenbäume, als hätte man dem Biest extra ein ruhiges Publikum hingestellt. Du kannst ihn kaum übersehen, er brüllt förmlich in den Park hinein. Wenn du jetzt davorstehst, stell dir vor, du bist in ein Märchen geraten, nur dass hier nichts geschniegelt und harmlos ist. Dieser Löwe ist rund zwei Meter hoch und steht auf einem kreisförmigen Podest, das ein bisschen aussieht wie das Heck eines alten Flugzeugtriebwerks aus einem Kriegsfilm. Und das ist kein Zufall: Dieses Denkmal ist ein Stück Luftfahrtgeschichte zum Anfassen, auch wenn man natürlich nur mit den Augen anfassen sollte. Warum ein geflügelter Löwe? Weil er für Freiheit steht und zugleich das Abzeichen der tschechischen Luftwaffe symbolisiert. Schau dir den Sockel an: Diese Nietenreihen erinnern an Flugzeugrümpfe, ganz wie bei den berühmten Spitfires der R-A-F, also der Royal Air Force, der britischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. In den Platten und im Stein findest du die Namen aller Tschechoslowakinnen und Tschechoslowaken, die in der Royal Air Force dienten: zweitausendfünfhundertsieben Männer und Frauen. Jede Zeile ein eigenes Leben, oft eine ziemlich harte Geschichte. Denk an das Jahr neunzehnhundertvierzig: Über London heulen Motoren, deutsche Bomber, Abfangjäger, Chaos in der Luft. Mitten drin auch Tschechen und Slowaken. Nachdem ihre Heimat von den Nazis überrannt worden war, haben viele nicht aufgegeben, sondern sind über Grenzen und Meere geflohen, um in britischen Uniformen in der Schlacht um England zu kämpfen und später weitere Einsätze zu fliegen. Und glaub mir: Im Cockpit, also der Pilotenkanzel, hört man in solchen Momenten vermutlich nur das Zischen der Maschinen und das harte Rattern der Bordwaffen. Nicht alle waren waghalsige Piloten. Viele hielten die Flugzeuge überhaupt erst am Laufen: Mechanikerinnen und Mechaniker, Organisatoren, Leute, die zwischen Einheiten übersetzten. Hände voller Schmierfett, Mut fest eingenäht. Etwa ein Fünftel kehrte nicht zurück. Und für manche, die heimkamen, wurde es später bitter: Nach der Machtübernahme des kommunistischen Regimes ab neunzehnhundertachtundvierzig galten ehemalige R-A-F-Kämpfer plötzlich als verdächtig oder sogar als Verräter. Diese Ungerechtigkeit brauchte Jahrzehnte, bis sie sich langsam auflöste. Dieses Denkmal ist deshalb nicht einfach Bronze auf Stein, sondern ein großes Dankeschön der britischen Gemeinschaft an die Tschechen und Slowaken, die gegen Tyrannei standen. Enthüllt wurde es im Jahr zweitausendvierzehn, mit Musik der Kapelle des Royal Air Force College, mit Trommeln der Queen’s Royal Hussars, mit Reden und Würdenträgern. Und dann, als Krönung, flog eine Spitfire über Prag hinweg, der Motorenklang wie ein Salut an die Helden unter ihr. Ein paar Leute haben über den Standort gemurrt, wie das eben so ist. Aber mal ehrlich: Ein Löwe, der für Freiheit steht, darf ruhig ein bisschen brüllen. Manche Erinnerungen brauchen Flügel.
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Waldstein Palace (Wallenstein Palace)
Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschaltenVor Ihnen steht der Valdštejnský palác, der Wallenstein-Palast: helle, fast weiß wirkende Steinflächen, kunstvoll gerahmte Fenster und darüber dieses Meer aus orange-roten…Mehr lesenWeniger anzeigen
Vor Ihnen steht der Valdštejnský palác, der Wallenstein-Palast: helle, fast weiß wirkende Steinflächen, kunstvoll gerahmte Fenster und darüber dieses Meer aus orange-roten Dächern. Und dort drüben, im Garten: das langgestreckte, niedrige Gebäude am Teich, mit Statuen und geschniegelt geschnittenem Grün. Ein Ort, der ganz bewusst so tut, als wäre er der Hauptdarsteller von Prag. Wir springen in die frühen sechzehnhundert Jahre. Hier klopften und schepperten Hämmer, Arbeiter riefen durcheinander, und frisch behauener Stein lag in der Luft. Denn dieses Palais wurde nicht nur gebaut, um bequem zu wohnen, sondern um Eindruck zu schinden. Am liebsten so sehr, dass sogar die Prager Burg ein kleines bisschen neidisch wird. Der Mann dahinter hieß Albrecht von Wallenstein. Und ja, der startete tatsächlich als eher klammer, kleiner Adliger. Dann kamen kluge Heiraten und sehr gute Geschäfte dazu, und plötzlich war er einer der reichsten Männer und mächtigsten Feldherren seiner Zeit. Im Jahr sechzehnhundertdreiundzwanzig beschloss er: Ein normales Stadtpalais reicht nicht. Er wollte ein Zuhause, das Münder offen stehen lässt. Manche sagten, er wolle sogar die Residenzen des Kaisers übertrumpfen. Sagen wir so: Wenn Eifersucht aus Ziegeln bestünde, hat er gut investiert. Gebaut wurde in Rekordtempo, von sechzehnhundertdreiundzwanzig bis sechzehnhundertdreißig. Dafür räumte man gleich dreiundzwanzig Häuser weg, mehrere Gärten, ein Stadttor und sogar einen Kalkofen. Eine Sanierung, bei der jeder Prager Nachbar heute noch den Kopf schütteln würde. Wallenstein holte dafür die besten Leute: italienische Architekten, Bildhauer und Maler, die den Barock so richtig auslebten, mit Schwung, Glanz und viel Theater. Drinnen sollte alles funkeln: Marmor, goldene Fresken, Fresken sind gemalte Wand- und Deckengemälde, dazu gewendelte Treppen und ein Festsaal, in dem man einen römischen Kaiser erwarten würde. Oder wenigstens Wallensteins Lieblingspferd, das gleich zweimal gemalt wurde und nach seinem Tod ausgestopft ausgestellt war. In den Sälen liefen Bälle und politische Gespräche, und überall tauchen Löwenköpfe aus Stuck auf. Stuck ist dekorativ geformter Putz. Der Löwe war Wallensteins Familienzeichen, wie ein Dauerhinweis: Hier regiert Wallenstein. Auch der Garten folgt strenger Geometrie: Rasenflächen, scharfe Heckenlinien, ein Orangerie-Haus mit Glas für empfindliche Pflanzen und Brunnen neben Statuen nach Adrian de Vries. Die Originale waren so begehrt, dass schwedische Truppen sie bei der Eroberung Prags im Jahr sechzehnhundertachtundvierzig als Beute mitnahmen. Was Sie heute sehen, sind deshalb meistens Kopien. Wallensteins Karriere endete dramatisch. Im Jahr sechzehnhundertvierunddreißig erklärte ihn der Kaiser zum Verräter, und Wallenstein wurde ermordet. Das Anwesen wurde eingezogen, der große Plan war vorbei. Trotz Kriegen, Diebstahl und sogar Rissen im Mauerwerk überstand das Palais alles. Jahrhunderte lang nutzten es österreichische Adlige und Behörden, und nach einer großen Restaurierung in den neunzehnhundertneunzigern zog der Senat des tschechischen Parlaments ein. Die E-U, die Europäische Union, zeichnete die sorgfältige Restaurierung aus. Heute lassen sich an Wochenenden vom Frühling bis in den Herbst die historischen Räume und die Anlage kostenlos besuchen. Im Sommer gibt es unter den Arkaden Konzerte und Theater. Und irgendwo steht auch eine neue Bronzestatue von Wallenstein, der ganz gelassen Richtung Burg hinaufschaut, als würde er immer noch vergleichen, wer hier eigentlich größer rauskommt.
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Morzin-Palais
Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschaltenWenn du den Morzin-Palast finden willst, ist das ganz einfach: Schau nach dem cremefarbenen Barockbau mit zwei riesigen Steinfiguren, die am Portal so wirken, als müssten sie das…Mehr lesenWeniger anzeigen
Wenn du den Morzin-Palast finden willst, ist das ganz einfach: Schau nach dem cremefarbenen Barockbau mit zwei riesigen Steinfiguren, die am Portal so wirken, als müssten sie das ganze Haus schultern. Darüber hängen zwei bunte Flaggen, und darunter wartet eine große Holztür, die schon beim Anblick „wichtige Leute“ ruft. Stell dir Prag am Anfang des achtzehnten Jahrhunderts vor: Kopfsteinpflaster, Gerüchte über Adelsfamilien und Architekten, die angeblich mehr Geheimnisse als Baupläne hatten. Wo jetzt der Palast steht, war früher ein Flickenteppich aus älteren Stadthäusern, bis Maximilian von Wallenstein das Ganze im Jahr sechzehnhundertachtundsechzig verkaufte. Dann kam die Familie Morzin und dachte sich: Wenn schon, denn schon. Václav Morzin holte den berühmten Architekten Jan Blažej Santini-Aichel. Ein Jahr später war der Palast fertig. Der Witz steckt am Eingang: Zwei Säulen sind als angekettete Mohren dargestellt. „Mohr“ ist eine historische Bezeichnung für dunkelhäutige Menschen, und hier ist es ein Wortspiel auf „Morzin“. Heute wird hier nicht mehr gefeiert wie beim Adel, sondern diplomatisch gearbeitet: Das Gebäude ist die Botschaft von Rumänien. Und diese Steinriesen? Die tragen das Schauspiel seit über dreihundert Jahren.
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St. Nicholas Church
Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschaltenWenn du die Sankt-Nikolaus-Kirche finden willst, such einfach nach dem großen Barock-Star dieser Ecke: eine wuchtige Kuppel aus grünlich oxidiertem Kupfer und ein hoher…Mehr lesenWeniger anzeigen
Wenn du die Sankt-Nikolaus-Kirche finden willst, such einfach nach dem großen Barock-Star dieser Ecke: eine wuchtige Kuppel aus grünlich oxidiertem Kupfer und ein hoher Glockenturm, die über den roten Dächern und der hellen Fassade thronen. Die kann man schwer übersehen, außer man läuft mit dem Blick nur auf die eigenen Schuhe. Willkommen in Malá Strana, und ja: Das hier gilt als das beeindruckendste Barockbauwerk Prags. Und jetzt stell dir vor, genau an dieser Stelle stand im dreizehnten Jahrhundert eine gotische Kirche. Gotik heißt: spitzer, schlichter, ein bisschen strenger. Nach der Schlacht am Weißen Berg und dem Jahr sechzehnhundertzwanzig übernahmen die Jesuiten das Gelände und fanden offenbar: nett, aber wir können dramatischer. Also planten sie einen Neubau, der wirklich alle Blicke auf sich ziehen sollte. Schau dir die Fassade an: sie wirkt fast wie in Bewegung, mit Wellen, Gegenwellen und ordentlich Theater. Das ist Barock in Reinform, und dafür stehen hier zwei Namen: Christoph Dientzenhofer und sein Sohn Kilian Ignaz Dientzenhofer. Vater und Sohn als Architekten-Duo, sozusagen. Innen wartet das nächste Kunststück: das Hauptschiff, also der große zentrale Kirchenraum, ist mit Gewölben überspannt, die wie sich kreuzende Ellipsen wirken. Ein Gewölbe ist im Grunde eine steinerne Decke in Bogenform, und hier ist sie so hoch und elegant, dass man unwillkürlich nach oben starrt. Dieses Projekt zog sich über Jahrzehnte, Pläne wechselten, Zuständigkeiten auch. Möglich wurde es unter anderem durch Graf Wenzel Kolowrat-Liebsteinsky, der der Kirche so zugetan war, dass er sein ganzes Vermögen stiftete. Und jetzt kommt der hübsche Teil: Er wollte gar nicht groß gefeiert werden. Am Ende prangt stattdessen das Wappen seines Onkels am Gebäude. Stell dir vor, du bezahlst die ganze Torte, und dann darf der Onkel die Kerzen ausblasen. Die Kuppel über dir ist mehr als siebzig Meter hoch. Dort oben leuchten Fresken, also direkt in den Putz gemalte Wand- und Deckenbilder, von Jan Lukas Kracker und František Xaver Palko. Dazu kommen Skulpturen von František Ignác Platzer, überall Figuren, die aus Bögen und Ecken herabschauen. Keine Sorge, die Heiligen bleiben höflich. Und dann der Klang: Die Barockorgel hat rund viertausend Pfeifen, manche bis zu sechs Meter lang. Wolfgang Amadeus Mozart spielte sie im Jahr siebzehnhundertsiebenundachtzig. Und seine Messe in C wurde genau hier uraufgeführt, unter dieser Kuppel. Kirche als Konzertsaal, nur mit mehr Gold. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr siebzehnhundertfünfundsiebzig wurde sie zur Pfarrkirche der Kleinseite. Später, in der kommunistischen Zeit, bekam der Turm eine ganz andere Rolle: als heimlicher Beobachtungsposten im Kalten Krieg. Man spähte von dort Richtung Botschaften und Straße, ganz unauffällig hinter Fenstern. Heute treffen sich hier Glaube, Kunst und Musik: regelmäßige Gottesdienste, Konzerte, und wer hoch in den Glockenturm steigt, bekommt einen fantastischen Rundblick. Der Turmabschluss ist im Rokoko gestaltet, einem verspielteren Stil als Barock, entworfen von Anselmo Lurago. Und wenn du jetzt nach oben schaust: blinzel ruhig einmal. Nur nicht zu lange, sonst meinst du am Ende, die Figuren blinzeln zurück.
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Akademie der Darstellenden Künste in Prag
Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschaltenVor dir steht ein stattliches, cremegelbes Haus, das sich geschniegelt gibt: zwei dunkle, steil ansteigende Schieferdächer, oben drauf grüne Medaillons wie kleine, verspielte…Mehr lesenWeniger anzeigen
Vor dir steht ein stattliches, cremegelbes Haus, das sich geschniegelt gibt: zwei dunkle, steil ansteigende Schieferdächer, oben drauf grüne Medaillons wie kleine, verspielte Abzeichen. Orientier dich an der lebhaften Ecke mit den roten Markisen über dem Café, direkt neben den Straßenbahngleisen. Wenn du hier wartest, fühlst du dich fast automatisch wie Teil einer Szene. Du bist nämlich vor der Akademie der Darstellenden Künste in Prag, kurz A-M-U. Gegründet wurde sie gleich nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr neunzehnhundertfünfundvierzig. Seitdem ist hier mehr Theater, Musik, Tanz und Kamera-Action durchgezogen als in einer ganzen Streaming-Mediathek. Eine Legende erzählt, dass Künstler und Schriftsteller die Idee zur Schule schon ausbrüteten, als Prag noch im Nachkrieg nach Aufbruch klang. Statt einer braven, einschläfernden Institution entstand eine Akademie für Mutige, Ausdrucksstarke und ja, auch für Menschen mit Hang zur großen Geste. Heute laufen hier über eintausendfünfhundert Studierende herum, betreut von dreihundertfünfzig Lehrenden sowie Forschenden. Es ist die größte Kunsthochschule Tschechiens. Und sie hat drei Hauptbereiche, wie eine Torte mit drei Schichten: F-A-M-U, die Film- und Fernsehfakultät, wo man Regie, Kamera, Schnitt und Drehbuch lernt, also alles, was einen Film wirklich zusammenhält. H-A-M-U ist für Musik und Tanz, da wird geprobt, komponiert und gesprungen, als hätten Tauben auf dem Altstädter Ring Konkurrenz bekommen. Und D-A-M-U ist die Theaterfakultät, eine echte Star-Schmiede fürs Schauspiel. Hinter der repräsentativen Fassade geht es weiter: Probenstudios, Fotolabore, Konzertsäle und ein großer Saal, der dem Komponisten Bohuslav Martinů gewidmet ist. „Labor“ heißt hier übrigens nicht Reagenzglas, sondern Technikräume, in denen Fotografien entwickelt und bearbeitet werden. Besonders berühmt wurde F-A-M-U, als Film und Fernsehen in Europa richtig Fahrt aufnahmen. Hier sammelten Köpfe der Tschechoslowakischen Neuen Welle ihre Ideen, darunter Miloš Forman und Jiří Menzel, lange bevor die große Leinwand rief. Und geschniegelt heißt nicht langweilig: Experimente im D-I-S-K-Theater, Debatten im Sprachenzentrum, Festivals wie Skrznaskrz, wo die Künste zusammenprallen. Sogar Norodom Sihamoni, der König von Kambodscha, hat hier studiert. Königlicher geht’s kaum. Dazu kommen Trainingszentren am Fluss in Poněšice und kreative Rückzugsorte in Beroun. Und die Bibliothek? Über einhundertachtzigtausend Medien, von Büchern über D-V-D-s bis zu raren Aufnahmen. Tipp von Andy: Bibliotheksausweis gut festhalten, sonst wird’s dramatischer als jede Abschlussprüfung. Wenn du gleich unter den roten Markisen einen Kaffee nimmst, sitzt du möglicherweise neben zukünftigen Oscar-Gewinnern, Ballettwundern und Soundtrack-Komponisten. Wenn du mehr zu Fakultäten, Studium oder Einrichtungen wissen willst, geh einfach in den Chatbereich der App und frag nach.
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Botschaft der Vereinigten Staaten, Prag
Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschaltenDie Botschaft der Vereinigten Staaten erkennen Sie an einem ziemlich stattlichen, cremefarbenen Palais. Achten Sie auf das hohe, rundbogige Holzportal, darüber die amerikanische…Mehr lesenWeniger anzeigen
Die Botschaft der Vereinigten Staaten erkennen Sie an einem ziemlich stattlichen, cremefarbenen Palais. Achten Sie auf das hohe, rundbogige Holzportal, darüber die amerikanische Flagge, und direkt darüber ein buntes, kunstvolles Wappen. Das wirkt ein bisschen so, als hätte jemand hier „Diplomatie“ in Stein gemeißelt. Das Gebäude heißt Schönborn-Palais, und es hat mehr erlebt als so mancher Prager Stammtisch. Eine besonders dramatische Szene spielt im März neunzehnhundertneununddreißig. Prag steht unter enormem Druck, Deutschland übernimmt die Kontrolle über die tschechischen Gebiete. Hinter diesen Mauern sitzt der U-S-amerikanische Botschafter Wilbur J. Carr und tippt ein Telegramm. Ein Telegramm, das heißt: eine kurze Nachricht, die damals über Leitungen in die Ferne geschickt wurde, lange bevor E-Mail oder Handy überhaupt denkbar waren. Carrs Botschaft geht über den Atlantik und beschreibt nichts Geringeres als das Ende eines Staates, wie man ihn bis dahin kannte. Nur wenige Tage später, auf Anweisung aus der Heimat, muss die Botschaft schließen. Für amerikanische Bürgerinnen und Bürger und für die Diplomaten hängt plötzlich vieles in der Luft. Wenn Gebäude seufzen könnten, dann wahrscheinlich genau in solchen Momenten. Dann spulen wir ein paar Jahrzehnte weiter: Umbrüche, Revolutionen, und schließlich fällt der Eiserne Vorhang, also die politische und militärische Grenze, die Europa lange in Ost und West getrennt hat. Im Jahr neunzehnhundertdreiundneunzig entsteht die Tschechische Republik durch die sogenannte Samtene Scheidung: die Trennung von Tschechien und der Slowakei, erstaunlich friedlich und ohne großes Theater. Und die U-S-A stehen hier schnell bereit, quasi mit ausgestreckter Hand zum Neuanfang. Heute ist das nicht nur ein Ort für ernste Gespräche, sondern auch Heimat des American Center: ein Treffpunkt für Vorträge, Ideen und Bücherduft, der kluge, neugierige Cousin der Botschaft. Und während Sie zur Flagge hochschauen, denken Sie daran: Genau hier wurden über Generationen hinweg Beziehungen geknüpft, Vertrauen aufgebaut und Geschichte ganz pragmatisch organisiert.
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Deutsche Botschaft, Prag
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Vor dir steht ein stattlicher, blassgelber Barockpalast in der Vlašská-Straße: oben auf dem Dach hocken Figuren wie strenge Aufpasser, die Fenster tragen weiße Rahmen, und über dem Portal glänzt ein goldenes Wappen. Wenn über dem Eingang die deutsche Flagge und die Flagge der Europäischen Union wehen, dann bist du richtig: das ist die Deutsche Botschaft. Das Gebäude heißt Palais Lobkowicz. Allein die reich verzierte Fassade wirkt, als hätte sich jemand beim Stuck richtig ausgetobt. Und genau dieser elegante Rahmen wurde Ende der achtziger Jahre zur Bühne für ein Drama, das ganz Europa mitgerissen hat. Im September neunzehnhundertneunundachtzig füllte sich der Innenhof hinter den Toren mit Menschen aus der Deutschen Demokratischen Republik, also aus der D-D-R, dem damaligen Ostdeutschland. Erst waren es Hunderte, dann Tausende. Sie hatten Zelte und Schlafsäcke dabei, hingen provisorische Wäscheleinen zwischen Bäume, Kinder flitzten herum, Erwachsene flüsterten, rechneten, hofften. Stell dir das ein bisschen vor wie ein Festival, nur dass hier nicht Gitarren gestimmt wurden, sondern Fluchtpläne. Dann kam der Moment, den viele bis heute wörtlich zitieren können. Nach zähen Verhandlungen trat der westdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher auf den Balkon über dem Eingang. Und dort fiel das Zauberwort „Ausreise“, also die Erlaubnis, das Land zu verlassen. Der Jubel muss so laut gewesen sein, dass man ihn bis zur Moldau hätte schwappen hören. Diese Zusage veränderte Tausende Leben und machte einen Spalt im Eisernen Vorhang auf, der sich kurz darauf weiter öffnete: Wenig später fiel die Berliner Mauer, und in Europa kamen die Umbrüche ins Rollen. Und falls du einen Blick in den Garten erhaschst: Dort steht etwas herrlich Skurriles, ein goldener Trabant auf vier Beinen, vom Künstler David Černý. Als hätte das berühmte D-D-R-Auto endlich Beine bekommen, um selbst abzuhauen. Genau hier hat Hoffnung einen Weg gefunden.
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Häufig gestellte Fragen
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