AudaTours logoAudaTours

Station 10 von 16

Waldstein Palace (Wallenstein Palace)

headphones 03:42 Tour kaufen, um alle 18 Tracks freizuschalten

Vor Ihnen steht der Valdštejnský palác, der Wallenstein-Palast: helle, fast weiß wirkende Steinflächen, kunstvoll gerahmte Fenster und darüber dieses Meer aus orange-roten Dächern. Und dort drüben, im Garten: das langgestreckte, niedrige Gebäude am Teich, mit Statuen und geschniegelt geschnittenem Grün. Ein Ort, der ganz bewusst so tut, als wäre er der Hauptdarsteller von Prag.

Wir springen in die frühen sechzehnhundert Jahre. Hier klopften und schepperten Hämmer, Arbeiter riefen durcheinander, und frisch behauener Stein lag in der Luft. Denn dieses Palais wurde nicht nur gebaut, um bequem zu wohnen, sondern um Eindruck zu schinden. Am liebsten so sehr, dass sogar die Prager Burg ein kleines bisschen neidisch wird.

Der Mann dahinter hieß Albrecht von Wallenstein. Und ja, der startete tatsächlich als eher klammer, kleiner Adliger. Dann kamen kluge Heiraten und sehr gute Geschäfte dazu, und plötzlich war er einer der reichsten Männer und mächtigsten Feldherren seiner Zeit. Im Jahr sechzehnhundertdreiundzwanzig beschloss er: Ein normales Stadtpalais reicht nicht. Er wollte ein Zuhause, das Münder offen stehen lässt. Manche sagten, er wolle sogar die Residenzen des Kaisers übertrumpfen. Sagen wir so: Wenn Eifersucht aus Ziegeln bestünde, hat er gut investiert.

Gebaut wurde in Rekordtempo, von sechzehnhundertdreiundzwanzig bis sechzehnhundertdreißig. Dafür räumte man gleich dreiundzwanzig Häuser weg, mehrere Gärten, ein Stadttor und sogar einen Kalkofen. Eine Sanierung, bei der jeder Prager Nachbar heute noch den Kopf schütteln würde. Wallenstein holte dafür die besten Leute: italienische Architekten, Bildhauer und Maler, die den Barock so richtig auslebten, mit Schwung, Glanz und viel Theater. Drinnen sollte alles funkeln: Marmor, goldene Fresken, Fresken sind gemalte Wand- und Deckengemälde, dazu gewendelte Treppen und ein Festsaal, in dem man einen römischen Kaiser erwarten würde. Oder wenigstens Wallensteins Lieblingspferd, das gleich zweimal gemalt wurde und nach seinem Tod ausgestopft ausgestellt war.

In den Sälen liefen Bälle und politische Gespräche, und überall tauchen Löwenköpfe aus Stuck auf. Stuck ist dekorativ geformter Putz. Der Löwe war Wallensteins Familienzeichen, wie ein Dauerhinweis: Hier regiert Wallenstein. Auch der Garten folgt strenger Geometrie: Rasenflächen, scharfe Heckenlinien, ein Orangerie-Haus mit Glas für empfindliche Pflanzen und Brunnen neben Statuen nach Adrian de Vries. Die Originale waren so begehrt, dass schwedische Truppen sie bei der Eroberung Prags im Jahr sechzehnhundertachtundvierzig als Beute mitnahmen. Was Sie heute sehen, sind deshalb meistens Kopien.

Wallensteins Karriere endete dramatisch. Im Jahr sechzehnhundertvierunddreißig erklärte ihn der Kaiser zum Verräter, und Wallenstein wurde ermordet. Das Anwesen wurde eingezogen, der große Plan war vorbei.

Trotz Kriegen, Diebstahl und sogar Rissen im Mauerwerk überstand das Palais alles. Jahrhunderte lang nutzten es österreichische Adlige und Behörden, und nach einer großen Restaurierung in den neunzehnhundertneunzigern zog der Senat des tschechischen Parlaments ein. Die E-U, die Europäische Union, zeichnete die sorgfältige Restaurierung aus.

Heute lassen sich an Wochenenden vom Frühling bis in den Herbst die historischen Räume und die Anlage kostenlos besuchen. Im Sommer gibt es unter den Arkaden Konzerte und Theater. Und irgendwo steht auch eine neue Bronzestatue von Wallenstein, der ganz gelassen Richtung Burg hinaufschaut, als würde er immer noch vergleichen, wer hier eigentlich größer rauskommt.

arrow_back Zurück zu Prag Audiotour: Brücken, Paläste & Legenden der Kleinseite

AudaTours: Audioguides

Unterhaltsame, budgetfreundliche, selbstgeführte Stadtrundgänge

App ausprobieren arrow_forward

Beliebt bei Reisenden weltweit

format_quote Diese Tour war eine großartige Möglichkeit, die Stadt zu sehen. Die Geschichten waren interessant, ohne zu konstruiert zu wirken, und ich liebte es, in meinem eigenen Tempo erkunden zu können.
Jess
Jess
starstarstarstarstar
Tbilisi-Tour arrow_forward
format_quote Das war eine solide Art, Brighton kennenzulernen, ohne sich wie ein Tourist zu fühlen. Die Erzählung hatte Tiefe und Kontext, übertrieb es aber nicht.
Christoph
Christoph
starstarstarstarstar
Brighton-Tour arrow_forward
format_quote Habe diese Tour mit einem Croissant in der einen Hand und null Erwartungen gestartet. Die App schwingt einfach mit einem mit, kein Druck, nur man selbst, Kopfhörer und ein paar coole Geschichten.
John
John
starstarstarstarstar
Marseille-Tour arrow_forward

Unbegrenzte Audioguides

Schalten Sie Zugriff auf JEDE Tour weltweit frei

0 Touren·0 Städte·0 Länder
all_inclusive Unlimited erkunden