Schau auf die Nordseite der Karlsbrücke: Dort steht eine auffällige Bronzestatue eines Heiligen in wallenden Gewändern. Über dem Kopf schwebt ein Kranz aus goldenen Sternen, in der Hand hält er einen Palmzweig und ein Kruzifix, also ein Kreuz mit dem gekreuzigten Christus.
Jetzt spule ich dich zurück ins Jahr sechzehnhundertdreiundachtzig. Auf der Brücke drängen sich Händler, Pferde klappern über den Stein, und unten schiebt sich die Moldau vorbei. Und zack: Die allererste Barockfigur, die man hier aufgestellt hat, taucht über den Köpfen auf: Johannes von Nepomuk. Freundliches Gesicht, ein bisschen streng dabei, als hätte er geahnt, dass er mal der Star auf unzähligen Urlaubsfotos wird.
Das Modell entwarf Matthias Rauchmiller. Jan Brokoffs Werkstatt machte daraus zunächst eine große Holzversion, die dann nach Nürnberg ging, wo man sie schließlich in Bronze goss. Der Heiligenschein mit fünf goldenen Sternen ist nicht nur Deko, sondern ein klares Erkennungszeichen.
Und jetzt der Prag-Klassiker: Unten an der Statue ist eine Plakette. Viele schwören, wer sie berührt, hat Glück. Ob’s für den Lottogewinn reicht? Sagen wir: Prag ist großzügig, aber nicht immer so konkret.



