
Schauen Sie nach links und Sie werden ein markantes weißes Putzgebäude mit einem gewaltigen dunklen Walmdach, Ecktürmchen mit grünen Kupferspitzen und einem kunstvollen steinernen Wappen direkt an der Fassade entdecken.
Willkommen im Bomann-Museum. Nun, ich weiß, was Sie jetzt vielleicht denken. Dieses Gebäude ist ein ziemlich imposanter Anblick. Es sieht aus wie eine mittelalterliche Festung, ein herrschaftliches Stadthaus und ein traditionelles Fachwerkhaus, die alle mit einer sehr höflichen Geschwindigkeit ineinander gekracht sind. Und ehrlich gesagt... genau das ist der Punkt.
Zwischen 1903 und 1907 beschlossen der Architekt Alfred Sasse und der Museumsgründer Wilhelm Bomann, das Gebäude selbst zu einem Exponat zu machen. Sie fügten absichtlich verschiedene historische Stile zusammen, von gotischen Spitzbögen bis hin zu prächtigen Renaissance-Elementen, mit dem Ziel, diese lehrreiche, malerische Architektur-Collage zu schaffen. Nicht jeder war sofort ein Fan. Der berühmte lokale Schriftsteller Hermann Löns spottete bekanntermaßen darüber als einen wahren Architektur-Pudding. Zücken Sie kurz Ihr Handy und werfen Sie einen Blick auf den Bildschirm. In diesem Fensterdetail können Sie genau sehen, was Löns meinte: Hier sind verschiedene historische Bautraditionen wie Schichten in einem ziemlich chaotischen Kuchen übereinandergestapelt.

Doch dieses exzentrische Äußere beherbergt eines der größten Stadtmuseen in ganz Niedersachsen. Und die Überraschungen enden nicht an der Eingangstür. Als man diesen Ort baute, errichtete man das Erdgeschoss buchstäblich um ein riesiges, authentisches Bauernhaus aus dem Jahr 1571 herum. Es ist ein traditionelles Hallenhaus, ein klassisches niederdeutsches Fachhallenhaus, in dem die Wohnräume, die offene Herdküche und die Viehställe alle unter einem gigantischen Dach vereint waren. Sie treten aus einem modernen Museumskorridor und stehen plötzlich in einer Küche aus dem sechzehnten Jahrhundert.
Es ist ein Ort, der auch einige hochkarätige Gäste beeindruckte. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. besuchte das Museum kurz nach der Eröffnung und spendete schließlich ein monumentales Schlachtengemälde, das noch heute in der militärischen Ehrenhalle hängt.
Während Sie das Gebäude betrachten, schauen Sie noch einmal in Ihre App. Dieses Bild zeigt eine Nahaufnahme des unglaublich detaillierten Wappens der Stadt Celle, das direkt an der Ecke des Museums angebracht ist. Es ist nur eine weitere Zutat in Sasses Architektur-Pudding.

Heute beherbergt das Museum alles von antiken archäologischen Funden bis hin zur Sammlung Tansey, die eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Porträtminiaturen ist. Diese winzigen, exquisiten Gemälde aus der Barock- und Rokokozeit wurden mühsam auf Pergament und Elfenbein gemalt und halten die Gesichter des europäischen Adels in mikroskopischer Detailgenauigkeit fest.
Wenn Sie den Architektur-Pudding selbst erkunden möchten: Das Museum ist montags geschlossen, aber an jedem anderen Wochentag von elf Uhr morgens bis fünf Uhr abends geöffnet.
Bewundern Sie ruhig diese wilden architektonischen Schichten, bevor wir uns zu unserem nächsten Ziel aufmachen.




