Tiflis Audio-Tour: Heilige Schätze und Legenden der Altstadt
Hoch über den verwinkelten Gassen und goldenen Flüssen von Tiflis verweilen Legenden hinter jedem Stein und flüstern durch das Echo jeder Glocke. Tauchen Sie ein in eine selbstgeführte Audioreise, die Jahrhunderte zurückblickt und Geheimnisse sowie Kämpfe enthüllt, die die meisten Besucher nie zu sehen bekommen. Wie konnte eine Festung wie Narikala jahrhundertelange Belagerungen und Katastrophen überstehen, um dann in einem einzigen tragischen Moment einzustürzen? Welche ungelösten Rätsel liegen unter den alten Steinen der Sioni-Kathedrale begraben? Warum brach an der Norashen-Kirche ein nächtlicher Kampf um Grabsteine aus, der die Stadt tagelang spaltete? Schlängeln Sie sich durch königliche Skandale, verborgene Reliquien, verbotene Gebete und Momente des Aufruhrs, während Sie sich von schattigen Innenhöfen zu panoramischen Festungsmauern bewegen. Jeder Schritt zieht Sie tiefer in eine Stadt, in der die Geschichte unter Ihren Füßen brennt und jede Straßenecke einen neuen Entdeckungsmoment auslösen könnte. Beginnen Sie mit der Erkundung der unerzählten Geschichten von Tiflis – wenn Sie bereit sind zu sehen, was sich unter der Oberfläche verbirgt.
Tourvorschau
Über diese Tour
- scheduleDauer 40–60 minsEigenes Tempo
- straighten3.4 km FußwegDem geführten Pfad folgen
- location_on
- wifi_offFunktioniert offlineEinmal herunterladen, überall nutzen
- all_inclusiveLebenslanger ZugriffJederzeit wiederholen, für immer
- location_onStartet bei Norashen-Kirche
Stopps auf dieser Tour
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Um die Norashen-Kirche zu entdecken, halte Ausschau nach einem mächtigen grauen Bauwerk mit spitzem, achteckigem Turm, das sich imposant inmitten der Altstadtdächer erhebt - die…Mehr lesenWeniger anzeigen
Um die Norashen-Kirche zu entdecken, halte Ausschau nach einem mächtigen grauen Bauwerk mit spitzem, achteckigem Turm, das sich imposant inmitten der Altstadtdächer erhebt - die Kirche liegt etwas versteckt, aber wenn du der Straße folgst und dabei nach diesem ungewöhnlichen Turmdach suchst, kannst du sie nicht verfehlen. Stell dir mal vor, du stehst hier - draußen, vor der Norashen-Kirche - und der Wind pfeift leicht durch die alten engen Gässchen der Altstadt von Tiflis. Über dir erhebt sich das massive, fast verwunschene Kirchengebäude mit seinem hohen Turm, dessen Spitze fast in den Himmel zu ragen scheint. Seit über 500 Jahren steht diese Kirche hier und hat alle Stürme der Geschichte ausgehalten - und, naja, Streitereien gab es genug! Geboren wurde Norashen im Jahr 1507, als der reiche armenische Adelige Satat einen Ort suchte, um seine Familie und sich selbst für die Ewigkeit zu ehren. Also ließ er diese Kirche bauen - nach bestem Wissen und reichlich Geld! Der Name „Norashen“ heißt übrigens „neu gebaut“, aber alt sieht sie nun wirklich aus, oder? Lustig, wenn wir bedenken, dass „neu“ hier eigentlich uralt ist. Der Glockenturm, den du vor dir siehst, wurde mehrmals restauriert. Einmal im Jahr 1650 zum Beispiel, als ein reicher Händler aus Neu-Dschulfa, Khoja Nazar, die Kirche renovierte und einen kunstvoll gemeißelten Chatschkar, also einen armenischen Kreuzstein, einsetzen ließ. Man stelle sich vor: Damals, wenn die Bewohner in die Kirche gingen, hörte man das Murmeln armenischer Poesie und das leise Klingen von Messkelchen. Selbst der Maler Hovnatan Hovnatanian, ein Star seiner Zeit, malte hier Fresken - heute sind viele davon, leider, verschwunden. Doch dann, mitten im 18. Jahrhundert, geschah das Unvorstellbare - 1795 kamen persische Truppen und zerstörten große Teile von Tiflis, auch Norashen bekam gewaltigen Ärger ab. Die Kirche wurde schwer beschädigt, aber - wie ein Phönix aus der Asche - renovierte sie der armenische Edelmann Melik Avetik. Der Bau zog sich über viele Jahre hin, und immer wenn man dachte, jetzt sei alles wieder ordentlich, kam die nächste Katastrophe oder Renovierungsreibung! Im 19. Jahrhundert, als Tiflis unter russischer Herrschaft stand, wurde die Kirche zum Zentrum armenischen Lebens. Hier wurden Schulen eröffnet, Jungen und Mädchen lernten Lesen und Schreiben, während die alten Mauern wohlwollend zuschauten - wobei, so ganz ohne Pausenbrot wohl auch damals niemand gern gelernt hat. Doch die Demokratie - naja, nennen wir es mal „Sowjetbürokratie“ - hatte auch ihre eigenen Pläne. In den 1930ern kamen die sowjetischen Behörden, schlossen die Kirche einfach, konfiszierten sie und nutzten das Gotteshaus fortan als - du glaubst es nicht - wissenschaftliche Bibliothek! Zwischen Büchern und Regalen, da schlummerte der Geist der Armenier weiter, aber als Gebetsraum diente das Gebäude nicht mehr. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, also ab den 1990ern, heizte sich die Stimmung auf. Die Kirche wurde von der georgisch-orthodoxen Kirche geweiht, armenische Spuren wurden entfernt. Insidertipp: Manche sagen, die georgischen Priester konnten es nicht ertragen, direkt neben der berühmten Sioni-Kathedrale eine armenische Kirche zu haben. Das führte zu jahrelangen - sagen wir mal - lautstarken Diskussionen und sogar handfesten Auseinandersetzungen um die Grabsteine und Kirchenmauern. 2008 eskalierte alles richtig, als ein georgischer Priester mit einem Bulldozer Grabsteine wegräumen ließ, woraufhin die armenische Gemeinde protestierte - und zum Glück wurden die Steine zurückgebracht. Ich vermute aber, die Courage-Preise haben damals die Protestierenden gewonnen! Stell dir vor, wie sich die Emotionen aufheizten: Der Ruf nach Gerechtigkeit hallte durch die engen Gassen, Demonstranten, die armenische Hymnen sangen, während wiederum andere, ganz pragmatisch, einfach nur ihren friedlichen Spaziergang machen wollten. Und mittendrin Norashen, jetzt irgendwie georgisch, irgendwie armenisch, aber vor allem eines: still. Bis heute bleibt sie geschlossen, offiziell ist sie ein Denkmal, ein Stück Kulturerbe, aber genutzt wird sie weder von der einen noch von der anderen Kirche. So landet Norashen auf jeder Liste für Religionskonflikte und offene Wunden in Tiflis. Aber halt - das ist noch nicht das Ende vom Lied! 2014 beschloss die zuständige Behörde, das Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen - mit über 500.000 Lari, etwas frischer Farbe, sanierten Mauern und - immerhin! - den Rückkehrern der alten armenischen Grabsteine aus Verstecken und Asphaltschichten. Leider mussten sich alle feierlichen Ereignisse im Inneren leise abspielen, und wenn du heute das schwere Tor betrachtest, kannst du dir vorstellen, wie viele Geschichten und Geheimnisse zwischen diesen Steinen geflüstert werden. Und weißt du was? Wer auch immer den Besitzanspruch gewinnt, Norashen wird als Symbol dafür stehen, dass Geschichte manchmal widerspenstig, sehr laut, aber auch wahnsinnig spannend ist. Stell dir vor, plötzlich öffnet sich eine Tür, eine Geigerin stimmt in der Ecke die ersten Takte an - und für einen Moment bekommt die ganze Straße Gänsehaut. Das schafft nur ein Haus, das so viel gesehen und gehört hat wie diese Kirche, egal wie sie gerade heißt!
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Schau nach rechts auf die alte Backsteinfassade, die von Efeu überwuchert ist und von einem hohen, achteckigen Turm mit spitzem Dach gekrönt wird - dort findest du die Surb Nshan Kirche. Stell dir vor, du wärst vor mehr als 300 Jahren hier, inmitten der engen Gassen von Tiflis - Geräusche von Marktständen, das Hämmern von Schmieden, das Flüstern von Reisenden aus fernen Ländern. Genau an diesem Ort wurde zwischen 1703 und 1711 die armenische Surb Nshan Kirche errichtet. Damals war sie das Herz einer lebendigen Gemeinde, erfüllt von Gebeten und festlichen Gesängen. Sogar als der Wind der Geschichte Stürme brachte, stand Surb Nshan wie ein Fels in der Brandung. Doch eines Nachts im Jahr 2002 knisterte es hier nicht nur von Weihrauch - sondern von Flammen. Ein böswilliger Brand zerstörte große Teile der Kirche. Seitdem steht sie wie ein verwundeter, aber stolzer Ritter da, die Narben der Zeit deutlich sichtbar. Die Natur hat sich ihren Platz zurückerobert: Schau auf das Dach, wo Bäume und Gras ungestört wachsen, als hätten sie beschlossen, gemeinsam mit der Kirche alt zu werden. Und trotzdem, trotz all der Schäden und dem wilden Grün, spürt man förmlich, wie viele Geschichten diese Mauern noch flüstern. Wer weiß, vielleicht weht gerade ein wenig von dem alten Zauber durch die Luft - hör mal ganz genau hin!
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Ah, jetzt stehen wir also vor dem berühmten Hotel Ambasadori! Schau dir diese elegante Fassade an - nicht schlecht für einen Ort, der schon so manch politischen Krimi erlebt hat, oder? Wenn diese Mauern sprechen könnten, würden sie vermutlich erstmal höflich grüßen, dann aber ziemlich spannende Geschichten auspacken. Stell dir vor, wie georgische und internationale Anzugträger und Anzugträgerinnen durch die glänzenden Türen schreiten, während draußen am Ufer des Mtkvari die Stadt ihren typischen Duft nach Brot, Kaffee und Geschichte verströmt. Im Inneren klingt es nach gedämpften Gesprächen, ab und zu ein Gläserklirren - und dann wieder angespannte Stille, weil gerade irgendwo ein Vertrag unterschrieben wird, von dem ein ganzes Land träumt. Vielleicht läuft da irgendwo im Hintergrund leise georgische Musik, oder der Duft von frisch zubereitetem Khachapuri zieht aus der Küche durch's Foyer. Witzig, oder? In Tbilisi liegen Komik und Ernst oft ganz dicht nebeneinander. Wer weiß, vielleicht stehst du genau an der Stelle, wo sich einst ein berühmter Diplomat heimlich die Zunge an einem zu heißen Tee verbrannt hat, während außen andere Gäste rätseln, ob sie lieber das Marionettentheater besuchen oder in die Kirche nebenan schlendern sollen. Hier, zwischen Geschäftigkeit und Geschichte, Luxus und Alltagsleben, pulsiert das Herz dieser Stadt. Und mitten drin: das Hotel Ambasadori - ein Treffpunkt für die, die Wichtiges zu besprechen haben, und für die, die das Leben einfach genießen wollen.
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Du stehst nun direkt vor der Anchiskhati-Basilika - halte Ausschau nach einem rechteckigen, schlichten Gebäude aus gelb-braunen Steinquadern und roten Backsteinen mit einem…Mehr lesenWeniger anzeigen
Du stehst nun direkt vor der Anchiskhati-Basilika - halte Ausschau nach einem rechteckigen, schlichten Gebäude aus gelb-braunen Steinquadern und roten Backsteinen mit einem kleinen, hohen Fenster auf der Giebelseite vor dir. Stell dir vor, wir reisen ins alte Tbilisi: Staub wirbelt auf, als König Dachi, der Sohn von Wachtang, hier im 6. Jahrhundert einen Ort für seine neue Kirche auswählt. Es ist heiß, von Ferne hörst du Hufgeklapper und Händler auf dem Markt schreien. Dachi lässt die Basilika zu Ehren der Jungfrau Maria bauen - und ahnte vermutlich nicht, welches Abenteuer dieses Gebäude noch überstehen würde! Ursprünglich schimmerte die Kirche ganz golden im Licht - damals war sie hauptsächlich aus gelbem Tuffstein erbaut, und wahrscheinlich roch es im Inneren nach kaltem Stein und brennenden Kerzen. Jahrhunderte lang wurde sie immer wieder Zielscheibe für feindliche Armeen. Stell dir vor, du hörst irgendwo das dumpfe Dröhnen von Kanonenschüssen, als Turk- und Persertruppen sich nähern. Kein Wunder, dass die Basilika mehrfach fast dem Erdboden gleichgemacht wurde! Aber jedes Mal richteten die Menschen sie wieder auf, als wäre die Hoffnung selbst in den Stein gemeißelt: Im Jahr 1675 kommt es zu einer geheimnisvollen Reise: In einer dunklen Nacht bringen Mönche eine wertvolle Ikone, erschaffen vom berühmten Goldschmied Beka Opizari, heimlich aus dem Kloster Ancha fort. Die Osmanen haben das Land bedroht, und man will das Heiligtum retten - als der Schatz in einer Holzkiste versteckt wird, knarrt der Boden. Seitdem trägt die Kirche den Namen Anchiskhati - nach der Ikone aus Ancha. Jahrhunderte lang beteten Gläubige in der Basilika vor dieser Ikone. Heute kannst du sie übrigens im Kunstmuseum von Georgien anschauen - aber keine Sorge, du musst dort nicht in dunkler Nacht einbrechen! Im 19. Jahrhundert wurde die Basilika sogar einmal mit einer Kuppel geschmückt - ganz nach dem Motto: “Neue Frisur, wer bist du?” Aber das war nicht von Dauer! Dann kamen die Sowjets: Gottesdienste wurden verboten, der Klang von Orgeln und Chören wich dem Klopfen von Hämmern, als hier plötzlich ein Museum und später sogar ein Kunst-Atelier einzogen. Doch keine Sorge, das Märchen hat ein Happy End: Seit 1991 ist die Basilika wieder Zuhause für Gebete, Lieder und - man mag es kaum glauben - den berühmtesten georgischen Chor! Wenn du ganz leise bist, kannst du dir vielleicht vorstellen, wie früher himmlische Stimmen durch das Kirchenschiff hallen. Also, Schuhe festgeschnallt, Fantasie eingeschaltet - die Anchiskhati-Basilika hat über 1.500 Jahre überlebt und lächelt dich, als ob sie sagen würde: „Was sind schon ein paar Jahrhunderte unter Freunden?“
Eigene Seite öffnen →Schau am besten direkt über den Fluss, dort siehst du eine elegante, geschwungene Brücke aus Stahl und Glas, die wie ein schimmerndes Seeungeheuer zwischen dem modernen Rike Park…Mehr lesenWeniger anzeigen
Schau am besten direkt über den Fluss, dort siehst du eine elegante, geschwungene Brücke aus Stahl und Glas, die wie ein schimmerndes Seeungeheuer zwischen dem modernen Rike Park und der Altstadt von Tiflis liegt - gerade bei Dunkelheit leuchtet sie besonders auffällig und ist kaum zu übersehen. Stell dir vor, du stehst jetzt an einem Ort, an dem Vergangenheit und Zukunft miteinander Händchen halten - die Brücke des Friedens unter deinen Füßen erzählt ihre ganz eigene Geschichte. Vor gar nicht so langer Zeit, na gut, im Jahr 2010, beschloss die Stadt Tiflis, sie möchte nicht nur auf ihre uralten Kirchen, Baudenkmäler und engen Kopfsteinpflastergassen stolz sein, sondern auch ein Stück Zukunft zeigen, das leuchtet und pulsiert. Und was bekam sie? Eine Brücke, die aussieht, als hätte ein sehr kreativer Designer einen Delfin mit einem Raumschiff gekreuzt! Der italienische Architekt Michele De Lucchi - vermutlich auch ein Fan von Science-Fiction - hat die Brücke entworfen, und zwar so, dass sie mit ihrem Glaskanopy und den Stahlbögen wie ein glitzerndes Rückgrat über den Kura-Fluss schwebt. Aber Achtung, hier ging nichts von der Stange: Die Teile der Brücke wurden in Italien gefertigt und dann in sage und schreibe 200 LKWs nach Tiflis transportiert. Stell dir mal den Stau auf der Autobahn vor... Aber damit nicht genug - Philippe Martinaud, ein französischer Lichtkünstler, hat die Magie ins Spiel gebracht. Über 1.200 spezielle LED-Leuchten machen die Brücke zu einem echten Lichtwunder. Nach Sonnenuntergang fängt sie an zu tanzen: Mal fließt das Licht wie Wellen über das Dach, mal treffen sich Lichtbänder in der Mitte der Brücke und verbeugen sich, mal funkelt alles wie ein Sternenhimmel - und das jede Stunde aufs Neue. Und falls du dich wie ein VIP fühlst, wenn du über die Brücke läufst: Das liegt an den 240 Bewegungssensoren, die jedes Mal kleine Lichtspiele unter deinen Schritten entzünden. Die Brücke sagt quasi „Hallo“, jedes Mal, wenn du mit ihr sprichst - naja, mit deinen Füßen. Es gibt aber noch ein kleines (und ziemlich nerdiges) Extra: In Morsecode läuft jede Stunde die Periodentafel der Elemente an den Seiten der Brücke vorbei. Wer sagt, Naturwissenschaften wären trocken? Hier blinken sie im Takt des Lebens und des Friedens, so wie Martinaud, der Lichtzauberer, das ausdrücken wollte - als Zeichen der Verbindung zwischen Menschen, egal woher sie kommen. Was viele nicht wissen (oder sich insgeheim fragen): Die Form der Brücke sorgt seit ihrer Eröffnung für reichlich Gesprächsstoff. Manche lieben den mutigen Stil. Andere, vor allem eingefleischte Traditionalisten und ein paar lokale Architekten, schimpfen, sie würde das historische Stadtbild der Altstadt dominieren - und dann gibt’s noch den berüchtigten Spitznamen: „Always Ultra“-Brücke. Lass mich dir verraten, das liegt daran, dass manche denken, sie sähe aus wie eine Damenbinde aus Glas. Tja, Architektur kann manchmal ganz schön frech sein! Wenn du nun den Blick schweifen lässt, siehst du auf der einen Seite die Metekhi-Kirche, vielleicht erspähst du sogar die Statue von Vakhtang Gorgasali, dem legendären Stadtgründer, und im Hintergrund thront die uralte Narikala-Festung - alles Zeugen des alten Tiflis. Auf der anderen Seite grüßen das prunkvolle Zeremonienpalais und die elegante Baratashvili-Brücke. All das verbindet die Brücke des Friedens, sie ist ein Tor zwischen den Epochen, zwischen heiligen Gemäuern und modernen Parks. Die Brücke ist heute nicht nur eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Stadt, sondern vor allem ein Treffpunkt: für Liebende, die sich hier verabreden und im Lichtmeer versinken, für Touristen, die das perfekte Selfie suchen, und für Nachtschwärmer, die den Zauber der Stadt einatmen, während alles leuchtet und lebt. Du stehst also gerade auf einem echten Star von Tiflis - und zwar einem, der blinkt, grüßt und dir ein bisschen von allem zeigt: alter Zauber, moderne Verrücktheit und jede Menge Geschichten!
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Du bist jetzt genau richtig: Schau nach vorne, such nach einer stattlichen Kirche mit gelblichen Steinwänden und einer markanten Kuppel, die sich direkt an der Sioni-Straße erhebt - das ist die Sioni-Kathedrale! Der Eingang zeigt nach Westen, also pass auf die wunderschön geschnitzten Fensterrahmen und die altehrwürdige Fassade auf der Flussseite des Gebäudes. Stell dir vor, du stehst inmitten eines belebten, historischen Viertels von Tiflis. Die Sonne fällt durch die Baumwipfel, Möwen kreisen über dem Fluss Kura, und aus der Ferne hörst du Glockengeläut, das durch enge Gassen hallt. Direkt vor dir erhebt sich die Sioni-Kathedrale - eine der ältesten und beeindruckendsten Kirchen der Stadt. Die Geschichte dieses Ortes beginnt im 5. Jahrhundert, als König Vakhtang Gorgasali - man munkelt, er trug seinen Helm sogar beim Mittagessen - den Bau der ersten Kirche veranlasste. Doch wie das Leben so spielt: Kaum war die Kirche errichtet, kamen die nächsten Jahrhunderte wie ein Wirbelsturm aus Kriegen, Erdbeben und Eroberungen. Immer wieder wurde das Gebäude zerstört und wiederaufgebaut, ganz wie ein phönizisches Huhn, das aus seiner eigenen Asche aufersteht - nur mit weniger Federn und mehr Steinen! Die Kathedrale, die du heute siehst, steckt voller Spuren dieser wechselhaften Vergangenheit. Ihr Name, „Sioni“, bezieht sich auf den biblischen Berg Zion in Jerusalem, ein klarer Hinweis darauf, wie tief diese Kirche mit der spirituellen Geschichte Georgiens verbunden ist. Schon im 6. und 7. Jahrhundert begannen Prinzen wie Guaram und Adarnase, eine neue Version zu bauen - vermutlich, weil die erste schon so alt war wie der Witz von gestern. Viele Legenden ranken sich um die Kathedrale. Angeblich sind die erwähnten Prinzen hier begraben, doch bis heute hat niemand ihre Gräber gefunden. Vielleicht hat einer von ihnen sogar den Schlüssel zum Weinkeller versteckt - den würde wohl jeder Georgier gern mal finden! Wie kam es zu all den Beschädigungen? Nun ja, sagen wir’s so: Wer geglaubt hat, Hausbesitzer hätten es schwer, der kennt die Geschichte dieser Kirche nicht! Die Araber zerstörten sie völlig, dann bauten König David der Erbauer im Jahr 1112 ein neues, wunderschönes Gotteshaus. Doch kaum stand es, sorgten Dschalal ad Din Mingburnu und später Timur für gewaltige Schäden. Invasionen aus Persien, zahlreiche Angriffe im 16. und 17. Jahrhundert, ein schweres Erdbeben 1668: Die Kathedrale war stets in Gefahr, so als hätte sie einen „Bitte beschädigen“-Aufkleber auf der Tür. Aber die Menschen gaben nie auf. Ein heldenhafter Bischof nach dem anderen renovierte Kuppel, Mauern und Gemälde. Im 19. Jahrhundert betrat dann ein russischer Künstler und General mit dem ehrwürdigen Namen Knyaz Grigory Gagarin die Bühne - nicht zu verwechseln mit dem berühmten Kosmonauten, der andere Höhen eroberte! Er schuf großartige Wandmalereien und gestaltete den imposanten Stein-Ikonostas, der noch heute den Raum prägt. Leider gingen dabei einige mittelalterliche Fresken verloren, aber dafür entstanden neue Meisterwerke, die in leuchtenden Farben Geschichten aus der Bibel erzählen. Übrigens: Georgische Fresken malen im Stehen ist nichts für Rückenschwache, das weiß hier jeder! Zwischen 1850 und 1860 brachte Gagarin frischen Wind in den alten Mauern. Jahrzehnte später, in den 1980ern, schuf der georgische Künstler Levan Tsutskiridze weitere Wandmalereien, darunter einige der spektakulärsten Szenen an der Westwand der Kathedrale. Der Innenraum der Kirche wirkt heute wie ein lebendiges Geschichtsbuch - aus jedem Jahrhundert erzählt eine andere Schicht. Die Kathedrale hat auch politisch einiges mitgemacht: Hier wurde im Jahr 1802 das Manifest zur Annexion Georgiens durch Russland verkündet. Stell dir vor, wie die Türen aufschwangen und russische Soldaten draußen die Straße säumten. Die georgischen Adligen mussten im Gotteshaus schwören, dem russischen Zaren die Treue zu halten - wer sich weigerte, wurde direkt festgenommen. Nicht gerade der schönste Gottesdienst, den die Sioni-Kathedrale erlebte! Und wusstest du, dass Nordwestlich der Kathedrale ein ganz besonderer Glockenturm steht? Drei Etagen hoch, errichtet im 15. Jahrhundert - naja, jedenfalls ursprünglich. Angesichts der Zerstörung durch den persischen Schah 1795 hätte man fast einen Unterschlupf für Schildkröten daraus machen können, so lädiert sah das Bauwerk aus. Aber 1939 wurde es liebevoll restauriert, und seither können die Glocken wieder über die Dächer Tiflis' hinweg läuten. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht übrigens noch ein zweiter Glockenturm. Dieser Bau in russisch-neoklassizistischem Stil ist etwas jünger, von 1812, und entsteht zur Erinnerung an einen russischen Sieg. Wahrscheinlich hatte Tiflis am Ende mehr Glockentürme als Taxifahrer - und das will etwas heißen! Die Fassade der Sioni-Kathedrale ist schlicht, aber voller Geschichte. Die robusten Mauern bestehen aus gelbem Tuffstein aus Bolnisi, der so sonnig aussieht, dass man fast Sonnencreme braucht. Achte auf die Basreliefs: Ein gefesselter Löwe blickt anklagend über dem Eingang, ein stolzer Engel und tapfere Heilige zieren die Nordseite. Die geschnitzten Rahmen um die sechzehn Fenster geben dem Ganzen einen Hauch von Poesie. Im Inneren findest du einen besonderen Schatz: den Weinrebenkreuz, der - so besagt die Legende - von der heiligen Nino selbst im frühen 4. Jahrhundert gefertigt wurde. Sie kam nach Georgien, um das Christentum zu bringen, und wurde zur Landesmutter. Selbst König Vakhtang III. verehrte das Reliquiar. Ganz schön inspirierend, oder? Die Sioni-Kathedrale blieb sogar in sowjetischen Zeiten aktiv; sie diente weiterhin als Ort des Gebets, und berühmte Patriarchen Georgiens sind hier beigesetzt, darunter Kyrion II., Ambrose und David V. Sogar der bedeutende Politiker Giorgi Maisashvili fand hier seine letzte Ruhestätte. Also, wenn du wieder das nächste Mal vor Herausforderungen im Leben stehst, denk daran: Die Sioni-Kathedrale hat Könige, Kriege, Erdbeben und Revolutionen überstanden und steht heute noch. Und das ganz ohne Superkleber!
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Vor dir steht die Saint-Georgs-Kirche - sie erkennst du leicht an ihrer runden Kuppel mit dem türkisfarbenen Dach, das wie ein kleiner Zirkusdirektor über die anderen Gebäude im südwestlichen Eck des Vakhtang-Gorgasali-Platzes hinausblickt. So, stell dir vor, du stehst jetzt vor diesem ehrwürdigen Bau, der stolze Geschichten aus dem Mittelalter erzählt! Hier waren die Nachbarn früher entweder Adelige, Händler… oder Gefängniswärter, denn im Mittelalter galt dieses Viertel als Gefängnisbezirk - daher nannten manche die Kirche auch Tsikhisdidi, „das große Gefängnis“. Aber keine Sorge, heute bist du hier absolut frei unterwegs! Die Saint-Georgs-Kirche, oder wie die Armenier sie nennen, Surb Gevorg, wurde wahrscheinlich schon 1251 gegründet - damals, als Ritter in Rüstungen durch staubige Gässchen zogen und Kamele lauter waren als Autos. Manche sagen, sie könnte sogar aus dem Jahr 631 stammen - da war die Kuppel vielleicht noch gar nicht erfunden! Gebaut wurde sie von Umek, einem reichen Händler aus Erzurum, der sein Herz nicht nur für Waren hatte: Er heiratete auch gleich eine Prinzessin! Das macht die Kirche quasi zur mittelalterlichen Romeo-und-Julia-Kulisse - nur mit weniger Drama, dafür aber viel mehr Hochzeiten. Doch Ruhm bringt auch Schatten: 1616, als Safavid Shah Abbas durch die Straßen marschierte, war plötzlich alles persisch, und selbst die Kirche wechselte ihre Gemeinde - erst zur Garnison, dann 1748 zurück an die Armenier. Aber einige Jahrzehnte später, 1795, kam wieder Ärger. Stell dir die Szene vor: Der Angriff der Perser auf Tiflis, Rauch liegt in der Luft, und die Kirche brennt. Aber keine Angst, sie ist wie Phönix aus der Asche auferstanden - restauriert im 17. Jahrhundert, dann noch einmal 1832 und 1881, als hätte sie ein Abo für Schönheitskuren. Du stehst jetzt vor der heutigen Kathedrale der armenischen Gemeinde in Georgien - der einzige ihrer Art, nachdem die ursprüngliche Vank-Kathedrale von den Sowjets im 20. Jahrhundert dem Boden gleichgemacht wurde. Aber die Saint-Georgs-Kirche hat durchgehalten und wurde erst vor Kurzem auf Hochglanz gebracht: 2012 begann eine aufwändige Renovierung, bei der 3,5 Millionen Dollar investiert wurden. Da wurde jeder Ziegel einzeln poliert, und manchmal glänzt das Dach fast so sehr wie der neue Bentley meines Nachbarn. Wenn du eintreten könntest, würdest du Fresken von Hovnatan Hovnatanian aus dem 18. Jahrhundert bewundern: Jesus im Garten Gethsemane, die Reue des Judas… und sogar Jesus mit Fischerbooten am See! Zwischen 1922 und 1923 sorgte dann der Maler Gevorg Bashinjaghian für neuen künstlerischen Schwung - also für alle Kunstfans unter euch: Hier gibt’s mehr als nur dicke Mauern! Der Friedhof der Kirche liest sich wie das Who-Is-Who des armenischen und georgischen Geschicks: Der berühmte Dichter und Musiker Sayat-Nova liegt hier begraben - ach, hätte er nur Spotify gehabt, wären seine Lieder heute überall Hits. Und falls du gern Militärgeschichte magst: Russische Generäle mit armenischen Wurzeln haben hier ebenso ihre letzte Ruhe gefunden. Natürlich ist die Geschichte nicht immer harmonisch: 2019 sorgte ein unfreundlicher Vorfall um das Verbrennen einer Flagge vor der Kirche für Aufsehen. Aber diese Mauern haben schon weit Schlimmeres gesehen - sie trotzen jedem Sturm und erzählen von Glauben, Zusammenhalt und dem ewigen Wandel einer Stadt. Hier, im Schatten der Narikala-Festung, steht die Saint-Georgs-Kirche - ein lebendiges Monument zwischen persischen Eroberern, sowjetischen Bulldozern und westlicher Restaurierung. Wer weiß, wie viele Liebesgeschichten, Versöhnungen und heimliche Kicherer sie in ihren Mauern schon beherbergt hat? Also, Augen auf, Ohren auf, und lass dir dieses Stück Geschichte auf der Zunge zergehen - garantiert ohne Kalorien!
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Vor dir siehst du auf einem grünen Hügel eine mächtige, alte Festungsmauer mit vielen Rundtürmen aus Stein - halte einfach den Blick nach oben, über die Dächer der Stadt, und schon erkennst du hoch oben die imposante Narikala-Festung samt ihrer Kirche. Also, willkommen vor Narikala! Stell dir vor, wie vor vielen Jahrhunderten hier Wächter mit scharfen Augen auf den Mauern patrouillierten, der Wind peitschte durch die Zinnen und unten im Tal glitzerte der Fluss Mtkvari. Narikala ist quasi der „Bodyguard“ von Tiflis - schon seit mehr als 1.600 Jahren! Der Sage nach soll ein legendärer König namens Vakhtang Gorgasali höchstpersönlich den ersten Stein gelegt haben, aber die Archäologen haben sogar viel ältere Spuren gefunden - Menschen wohnten hier schon vor 6.000 Jahren. Zuerst war Narikala eine relativ kleine Festung, aber sie bekam immer wieder Zuwachs: Erst bauten die Perser an, dann die Araber, später die Georgier und sogar Mongolen marschierten durch die Tore. Klingt wie ein sehr buntes WG-Leben, oder? Und damit das nicht langweilig wurde, änderte sie sogar ihren Namen - die Mongolen nannten sie „Narin Qala“, das bedeutet „kleine Festung“. Nur, klein wirkte sie wohl nie! Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Festung allerdings einen richtig schlechten Tag: Ein Erdbeben ließ viele Mauern einstürzen, und seitdem sieht sie so wild-romantisch aus wie heute. Unten im Hof findest du eine Kirche, die gar nicht so alt aussieht. Die wurde 1997 ganz neu aufgebaut, nachdem die ursprüngliche aus dem 13. Jahrhundert leider abgebrannt ist. Wenn du reingehst, kannst du bunte Wandmalereien entdecken, die Geschichten erzählen - aus der Bibel, aber auch aus Georgiens turbulenter Vergangenheit. Spürst du die Geschichte, die hier in der Luft liegt? Hunderte Jahre Leid und Freude, klirrende Schwerter, weise Könige, mutige Verteidiger - und vielleicht auch ein paar Geister, die über die Stadt wachen? Wer weiß! Aber eines ist sicher: Die Aussicht ist einfach königlich.
Eigene Seite öffnen →Geradeaus siehst du ein großes, beeindruckendes Gebäude aus roten Ziegelsteinen mit vielen rechteckigen Fenstern und einer weit geschwungenen Treppe, die dich direkt zum Tor der…Mehr lesenWeniger anzeigen
Geradeaus siehst du ein großes, beeindruckendes Gebäude aus roten Ziegelsteinen mit vielen rechteckigen Fenstern und einer weit geschwungenen Treppe, die dich direkt zum Tor der Synagoge auf der linken Straßenseite führt. Stell dir vor, du stehst hier vor mehr als 100 Jahren, als die georgischen Juden aus Akhaltsikhe in Tiflis ankamen. Damals, um ihre Traditionen am Leben zu halten, verwandelten sie ein bescheidenes Haus in eine Synagoge - aber bald hatten die Mauern wirklich bessere Zeiten gesehen! Schließlich wurde die alte Synagoge 1899 auf Regierungsanweisung hin abgerissen. Aber so leicht sind georgische Juden nicht unterzukriegen! Mit viel Mut, Gemeinschaftsgeist und wahrscheinlich einer Portion Humor - ich stelle mir vor, wie jemand beim Bau ständig den Hammer verliert - begannen sie 1904 mit dem Bau dieser neuen, prächtigen Synagoge. Sie wurde 1911 fertiggestellt und leuchtet bis heute in ihrem einmaligen Stilmix aus maurischen und romanischen Elementen. Du kannst ja mal die feinen Ornamenten an der Fassade entdecken und vielleicht ein bisschen die Geschichte spüren, wenn du die breiten Stufen hochgehst! Im Inneren gibt es nicht nur einen Gebetsraum, sondern auch ein traditionelles rituelles Bad, das Mikveh. Und wusstest du, dass es in Tiflis sogar mehrere Synagogen gibt? Doch diese hier, die "Synagoge der Leute aus Akhaltsikhe", ist etwas ganz Besonderes. Die Geräusche der Stadt um dich herum können dabei fast wie die Stimmen der Vergangenheit klingen - wenn du die Ohren spitzt, hörst du vielleicht noch einen Rabbiner predigen oder die Gemeinde singen.
Eigene Seite öffnen →Schau geradeaus - du erkennst die Saint Gevororg von Mughni-Kirche an ihrem markanten, hohen, schwarzen Kuppeldach über den weißen Mauern, eingerahmt von dicht stehenden…Mehr lesenWeniger anzeigen
Schau geradeaus - du erkennst die Saint Gevororg von Mughni-Kirche an ihrem markanten, hohen, schwarzen Kuppeldach über den weißen Mauern, eingerahmt von dicht stehenden Häusern. Stell dir vor, wie du hier im 13. Jahrhundert gestanden hättest - die Luft angefüllt mit neugierigen Stimmen, vielleicht ein paar Hühner unter den Füßen und der Duft frisch gebackenen Brots weht durch die Gassen. Diese Kirche, einst ein strahlender Treffpunkt der armenischen Gemeinde Tbilisis, wurde im Jahr 1756 komplett neu aufgebaut. Ihr Grundriss? Wie ein riesiges Kreuz, umschlossen von einem Rechteck - klingt fast wie ein Kirchen-Sudoku! Überall siehst du das warme Rot des Ziegelsteins, doch das eigentliche Schmuckstück ist die große, aufragende Kuppel, gestützt von vier kräftigen Pfeilern. Vor nicht allzu langer Zeit, bis in die 1980er, riechte es hier nicht nach Weihrauch, sondern nach buntem Kunsthandwerk - die Kirche war nämlich ein Museum für Volkskunst! Ihre Geschichten und Schätze verstummten jedoch langsam: Die Wände bekamen immer mehr Risse, und 1991 wurde sogar das westliche Portal zerstört. Als ob das nicht genug Drama wäre: In einer regnerischen Nacht im November 2009 krachte auch noch die mächtige Kuppel in sich zusammen - ganz Tbilisi hielt den Atem an! Aber keine Sorge, im echten Leben gibt es manchmal Happy Ends: Der Bürgermeister versprach kurz darauf, Geld für die Rettung der traurigen Ruine bereitzustellen. Wer weiß - vielleicht hörst du noch heute nachts das Echo alter Lieder, die von Mut, Verlust und Hoffnung zwischen den Steinen flüstern. Bleib noch einen Moment stehen und spüre die Geschichte, sie ist lebendig, auch ohne Dach!
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Direkt vor dir siehst du einen hohen, runden Kirchturm aus Backstein mit schmalen Fenstern und einem spitzen Dach samt Kreuz, der sich zwischen alten Häusern erhebt - schau einfach nach oben und er wird dich sofort anlächeln. Stell dir vor, du stehst mitten im wilden Gewirr der Altstadt von Tiflis, umgeben von krummen Gassen, knarzenden Holzhäusern und dann - plopp - taucht dieser stolze Turm der Nieder Bethlehemi-Kirche wie ein Kuchenstück zwischen all dem auf. Vor vielen Jahrhunderten, etwa im 14. Jahrhundert, wurde hier bereits gebetet, aber die heutige Kirche wuchs und wuchs besonders im 19. Jahrhundert. Damals gehörte sie jedoch einer ganz anderen Gemeinschaft: Sie war das Herz der armenischen Gläubigen, die sie auch Koosanats Sourb Stepanos Vank nannten. Doch hör zu, wie die Geschichte zu knistern beginnt: Nach 1988 passierte etwas, das man am liebsten wie einen schlechten Krimi erzählen würde - die Kirche bekam plötzlich einen neuen “Besitzer:“ Sie wurde der georgisch-orthodoxen Gemeinde übergeben. Von nun an wechselte sie, wie ein Held im Theaterstück, ihre Identität. Aber nicht auf die sanfte Art - nein, das ging mit ordentlich Getöse, Lärm und vielen verschwundenen Spuren der Vergangenheit. Stell dir vor, du bist Uhrmacher und plötzlich verlangt jemand, du sollst alle Zahnräder austauschen - und dabei bloß nichts zurücklassen, das ans Alte erinnert! So ging es auch hier: Von 1989 bis 1995 wurde alles, was an Armenien erinnerte, entfernt oder zerstört. Deshalb fehlen heute die filigranen Reliefs, die armenischen Inschriften, der wunderschöne Marmorkhachkar in der Apsis, sogar der Boden vor dem Eingang wurde neu gemacht. Fenster wurden zugemauert, Inschriften abgeschlagen, Altäre niedergerissen und Erinnerungsplatten einfach entsorgt. Doch - und hier kommt der eigentliche Clou - die Kirche steht trotzdem immer noch. Zwar ganz im georgischen Kleid mit einer neuen Freske am Eingang, aber sie hat diese Wandlungen wie ein starker Baum überstanden, der sich im Sturm biegt, aber nicht bricht. Man kann hier fast schon das Flüstern der beiden Welten hören: einerseits stolz georgisch, aber irgendwo in den Mauern murmelt noch ein armensischer Gruß. Und, hast du’s bemerkt? Kaum ein Ort in Tiflis erzählt so lebendig von Geheimnissen, von Umbrüchen und davon, wie die Vergangenheit immer wieder einen Weg findet, durch jede neue Farbe und jeden Pinselstrich zu zwinkern. Wenn du jetzt ganz genau hinhörst, spürst du vielleicht diesen alten Hauch Geschichte an deiner Schulter vorbeiziehen…
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Wenn du nach vorne blickst, siehst du einen hohen, kegelförmigen Turm aus grauem Stein mit schmalen Fenstern - halte Ausschau nach dem auffälligsten Kirchturm, der sich wie eine mittelalterliche Krone über die rot gedeckten Häuser erhebt. Willkommen an der Heiligen Mutter von Gott Kirche von Bethlehem, einer ganz besonderen Bühne im Geschichtstheater von Tiflis! Stell dir vor, wie vor Jahrhunderten hier unter dem Fuß der Narikala-Festung eine winzige Kapelle aus dem Erdreich spross. Der erste Bauleiter, Priester Gregor, wurde tiefgläubig, aber leider auch tiefgründig - er verstarb mitten während der Arbeiten und fand seine letzte Ruhe direkt neben seiner Baustelle. Da kann man wohl sagen: „Er hat sich wirklich sein Grab verdient!“ Aber keine Sorge, die Geschichte ging familiär weiter: Sein Enkel packte an, baute eifrig weiter, und so entstand die erste, kleine Kapelle. Doch damit war die himmlische Baustelle noch längst nicht abgeschlossen! Während über Jahre hinweg Gottesdienste stattfanden, blieb die Kirche unvollendet - bis eines Tages Agha-Meliq Bebutyan, ein echter Haudegen und Abenteurer, die Obergeschosse aus dunklem Stein errichten ließ. Agha-Meliq war übrigens nicht nur Baumeister, sondern auch ein tapferer Krieger, der bei einer Schlacht gegen die Türken fiel. Ziemlich dramatisch, oder? Es wurde zwischenzeitlich sogar so geheimnisvoll, dass zwei Nonnen aus New Julfa herbeigerufen wurden - vielleicht haben sie etwas Kloster-Geheimwissen mitgebracht? Wer weiß! Auch der Sohn von Agha-Meliq, Meliq Avetis, hatte seinen Auftritt: Er sorgte für eine ordentliche Umzäunung - offenbar sollte hier niemand einfach so durchs Beet spazieren. Rund um die Gründung kursierten bald Legenden: Priester Sargis, gemeinsam mit ein paar cleveren Freunden, soll am Ende des 13. Jahrhunderts die Urzelle dieser Kirche gelegt haben. Später, als die Kirche während der Herrschaft von zwei mächtigen Katholikoi immer größer wurde, wollten die Menschen kaum mehr glauben, wie viel Drama in diesen Mauern steckte. Ein besonders tragisches Kapitel spielte sich im 18. Jahrhundert ab: Der damalige Erzpriester Mkhitar wurde von einem skrupellosen Khan ermordet, weil er das Versteck der Kirchenschätze nicht verriet. Schon mutig, so eine Schatztruhe zu hüten - und besonders, wenn ein Khan neugierig wird! Mkhitars Sohn Stepanos trat in große Fußstapfen und wurde als „begabter Priester“ bekannt. Das bunte Mosaik dieser Kirche wurde dann im 20. Jahrhundert kräftig durcheinandergewirbelt: Originale armenische Kreuze, Fresken und Altäre wurden entfernt oder zerstört, teils einfach übermalt oder ausgelöscht. Die Kirche wechselte ihre Konfession und ist heute georgisch-orthodox. Die alten Mauern der Kirche bergen bis heute Geheimnisse, und vielleicht hörst du jetzt, während du davor stehst, ein Echo aus der Vergangenheit - wer weiß, was dieser besondere Ort noch alles erzählen kann!
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Vor dir erhebt sich eine riesige silberne Frauenfigur, die eine Schale und ein Schwert hält - schau nach oben auf den Sololaki-Hügel, die Statue ist kaum zu übersehen! Willkommen bei Kartlis Deda - oder wie sie liebevoll genannt wird: die Mutter Georgiens! Stell dir vor, es ist das Jahr 1958, und Tiflis feiert eine fabelhafte 1500-Jahr-Party. Und als wäre das nicht schon aufregend genug, wird auf dem Sololaki-Hügel eine Frau erschaffen - aber keine gewöhnliche Frau: 20 Meter groß, aus glänzendem Aluminium, in traditioneller georgischer Tracht. Der Künstler Elguja Amashukeli hatte wohl eine ziemlich große Leiter… und auch viel Fantasie! Doch warum steht sie hier mit Schwert und Weinschale? Die Antwort ist typisch georgisch: In ihrer linken Hand hält sie Wein - bereit, jeden Freund herzlich zu begrüßen. In der rechten: Ein Schwert, schön scharf und bereit für alle, die mit schlechten Absichten kommen. Jeder, der ankommt, muss also sofort entscheiden, wie höflich er heute drauf ist! Interessant ist auch die Geschichte: Am Anfang war sie aus Holz - vielleicht wollte man erst mal schauen, ob die Mutter auch keinen Ärger macht. Später bekam sie ein Aluminiumkleid, um Wind und Wetter zu trotzen. 1997 wurde sie komplett erneuert, blitzblank und trotzig wie eh und je. Sie blickt über die ganze Stadt, stolz, mutig - und ein bisschen so, als würde sie über jedes georgische Fest höchstpersönlich wachen. Also, sei respektvoll, genieße die Aussicht und vielleicht machst du innerlich einen kleinen Toast - auf die Mutter Georgiens, auf Tiflis und natürlich auf dein Abenteuer!
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