Schau nach rechts auf die alte Backsteinfassade, die von Efeu überwuchert ist und von einem hohen, achteckigen Turm mit spitzem Dach gekrönt wird - dort findest du die Surb Nshan Kirche.
Stell dir vor, du wärst vor mehr als 300 Jahren hier, inmitten der engen Gassen von Tiflis - Geräusche von Marktständen, das Hämmern von Schmieden, das Flüstern von Reisenden aus fernen Ländern. Genau an diesem Ort wurde zwischen 1703 und 1711 die armenische Surb Nshan Kirche errichtet. Damals war sie das Herz einer lebendigen Gemeinde, erfüllt von Gebeten und festlichen Gesängen. Sogar als der Wind der Geschichte Stürme brachte, stand Surb Nshan wie ein Fels in der Brandung. Doch eines Nachts im Jahr 2002 knisterte es hier nicht nur von Weihrauch - sondern von Flammen. Ein böswilliger Brand zerstörte große Teile der Kirche. Seitdem steht sie wie ein verwundeter, aber stolzer Ritter da, die Narben der Zeit deutlich sichtbar. Die Natur hat sich ihren Platz zurückerobert: Schau auf das Dach, wo Bäume und Gras ungestört wachsen, als hätten sie beschlossen, gemeinsam mit der Kirche alt zu werden. Und trotzdem, trotz all der Schäden und dem wilden Grün, spürt man förmlich, wie viele Geschichten diese Mauern noch flüstern. Wer weiß, vielleicht weht gerade ein wenig von dem alten Zauber durch die Luft - hör mal ganz genau hin!



