Geradeaus siehst du ein großes, beeindruckendes Gebäude aus roten Ziegelsteinen mit vielen rechteckigen Fenstern und einer weit geschwungenen Treppe, die dich direkt zum Tor der Synagoge auf der linken Straßenseite führt.
Stell dir vor, du stehst hier vor mehr als 100 Jahren, als die georgischen Juden aus Akhaltsikhe in Tiflis ankamen. Damals, um ihre Traditionen am Leben zu halten, verwandelten sie ein bescheidenes Haus in eine Synagoge - aber bald hatten die Mauern wirklich bessere Zeiten gesehen! Schließlich wurde die alte Synagoge 1899 auf Regierungsanweisung hin abgerissen. Aber so leicht sind georgische Juden nicht unterzukriegen! Mit viel Mut, Gemeinschaftsgeist und wahrscheinlich einer Portion Humor - ich stelle mir vor, wie jemand beim Bau ständig den Hammer verliert - begannen sie 1904 mit dem Bau dieser neuen, prächtigen Synagoge. Sie wurde 1911 fertiggestellt und leuchtet bis heute in ihrem einmaligen Stilmix aus maurischen und romanischen Elementen.
Du kannst ja mal die feinen Ornamenten an der Fassade entdecken und vielleicht ein bisschen die Geschichte spüren, wenn du die breiten Stufen hochgehst! Im Inneren gibt es nicht nur einen Gebetsraum, sondern auch ein traditionelles rituelles Bad, das Mikveh. Und wusstest du, dass es in Tiflis sogar mehrere Synagogen gibt? Doch diese hier, die "Synagoge der Leute aus Akhaltsikhe", ist etwas ganz Besonderes. Die Geräusche der Stadt um dich herum können dabei fast wie die Stimmen der Vergangenheit klingen - wenn du die Ohren spitzt, hörst du vielleicht noch einen Rabbiner predigen oder die Gemeinde singen.



