
Achten Sie rechts auf das niedrige, gelb verputzte Haus mit rotem Ziegeldach, kleinteiligen Fenstern und zwei schlichten Eingangstüren, die direkt an die Straße grenzen.
Dies ist H. C. Andersens Elternhaus... und es ist kleiner, als viele Leute erwarten. Das gesamte Gebäude umfasste etwa zweiundvierzig Quadratmeter, etwa die Größe einer bescheidenen Einzimmerwohnung, doch in Andersens frühen Jahren beherbergte es drei Wohnungen, und im Jahr 1809 zählten die Aufzeichnungen hier sechs Familien. Das macht aus einem „Zuhause“ einen Schnellkochtopf.
Hans Christian zog im Mai 1807 hier ein, als er zwei Jahre alt war, zusammen mit seinem Vater Hans Andersen, einem Schuhmacher, und seiner Mutter Anne Marie Andersdatter. In den weiteren Quartieren lebten der Handschuhmacherlehrling Frantz Köcker und seine Familie; am anderen Ende der Hutmacherlehrling Phillip Schenk und seine Frau. Die Andersens und die Köckers teilten sich sogar einen Eingangsbereich, was eine höfliche architektonische Umschreibung dafür ist, dass Privatsphäre Mangelware war.
Fragen Sie sich also... welche Art von Fantasie entwickelt sich, wenn Platz, Ruhe und Sicherheit rationiert sind?
Ein Teil der Antwort beginnt in der Küche. Von dort führte eine Leiter zum Dachboden, wo eine mit Erde gefüllte Kiste in der Dachrinne stand, in der Schnittlauch und Petersilie wuchsen. Dieser winzige Flecken Grün, der über den engen Räumen balancierte, beflügelte später Andersens Fantasie und fand seinen Weg in die Welt der Schneekönigin. Selbst Genialität, so zeigt sich, beginnt manchmal in einer Kräuterkiste.
Aber die Not hier war real. Nachdem Hans Andersen 1816 starb, erinnerte sich der junge Hans Christian daran, wie er auf dem Boden lag und versuchte zu schlafen, während sein Vater tot im Bett lag. Anne Marie heiratete später einen jungen Schuhmacherlehrling, Niels Jørgen Gundersen, aber die Familie musste bald ausziehen, nachdem der Besitzer, Christian Huus, starb und seine Witwe das Anwesen verkaufte.
Das kleine Haus vor dem Weltruhm war überfüllt, angespannt, von Trauer erfüllt und hartnäckig lebendig. In etwa fünf Minuten werden wir aus diesen engen Wohnräumen in die ältere Stille des Graue-Brüder-Klosters treten. Wenn Sie später wieder hinein möchten: Das Museum ist montags geschlossen und hat den Rest der Woche normalerweise von 11 bis 16 Uhr geöffnet.


