
Schauen Sie auf Ihrer rechten Seite nach einer Backsteinkirche mit einem langen Giebeldach und einem auffälligen weißen Turm, dessen helle Krone sich über die Häuser erhebt wie eine leisere Cousine der größeren Kirchentürme von Haarlem. Dies ist die Bakenesserkerk, und sie trägt ihre Geschichte mit einer Art hartnäckiger Anmut. Sie begann wahrscheinlich im dreizehnten Jahrhundert als eine Grafenkapelle, die Maria gewidmet war, und wuchs dann zu der Kirche des fünfzehnten Jahrhunderts heran, die Sie hier sehen. Was heute hier steht, sind eigentlich zwei Kirchen, die im Laufe der Zeit zusammengenäht wurden: die ältere Haupthalle auf der Südseite, die im Osten in einem fünfseitigen Chor endet, und ein zweites Seitenschiff, das im siebzehnten Jahrhundert hinzugefügt und repariert wurde. Haarlem hat die Gewohnheit, alte Räume umzugestalten, anstatt ganz neu anzufangen... und dieser Ort ist vielleicht eines der klarsten Beispiele dafür. Der Turm ist das Erste, was den Einheimischen auffällt. Um fünfzehnhundertdreißig gaben die Erbauer der Bakenesserkerk diesen reich verzierten Turm, und seither vergleichen die Leute ihn mit dem Turm der Grote Kerk. Sie sind als Haarlems Zwillingstürme bekannt: dieser hier weiß, jener dort grau. Es gibt eine schöne Geschichte, dass ein aufgegebenes Steinturmprojekt der Grote Kerk irgendwie hier wiederverwendet wurde. Es ist eine schöne Geschichte... aber Historiker glauben nicht wirklich daran. Die Aufzeichnungen bleiben stumm, und die Maße passen nicht zusammen. Wenn Sie sehen möchten, wie sich die Silhouette verändert hat, werfen Sie einen kurzen Blick auf das Vorher-Nachher-Bild; die kleinen Zinnen, die einst die Balustrade krönten, sind jetzt verschwunden, sodass der Turm schlichter aussieht als vor einem Jahrhundert. Im Inneren beherbergte die Kirche einst ein breites, zurückhaltendes protestantisches Interieur: hölzerne Tonnengewölbe über dem Kopf - das bedeutet eine Decke, die wie das Innere eines halben Fasses gekrümmt ist - und Reihen von Säulen, die mit Stein umgürtet waren. Aber eine Person bewahrte dieses Interieur besser, als es jede Bestandsaufnahme je könnte: der Maler Johannes Bosboom. Er kehrte im neunzehnten Jahrhundert immer wieder in diese Kirche zurück und machte sie zu einem seiner wiederkehrenden Motive. Eine seiner Ansichten hängt heute in der National Gallery in London; eine andere lebt in der Flämischen Kunstsammlung. Wenn Sie einen Blick auf das Bild auf Ihrem Bildschirm werfen, können Sie sehen, wie er den Raum fast wie eine Bühne für die Erinnerung behandelte.
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