Und da sind wir... nach Backsteintürmen, Marktplätzen, schmalen Gängen und einem Denkmal, das bis heute Diskussionen auslösen kann, hat Flensburg die Karten auf den Tisch gelegt.
Das ist keine Stadt, die einmal eine saubere Identität geerbt hat und dann fertig war. Flensburg hat sie sich erhandelt, darum gebetet, darüber gestritten, nach harten Einschnitten wieder aufgebaut und die Bruchstücke einfach mitgenommen. Das spürt man unter den Schuhsohlen an den abgelaufenen Steinen, man riecht das alte Holz, und vom Hafen her liegt Salz in der Luft. Und ganz nebenbei merkt man: Hier kann eine Kirche nur ein paar Schritte von einem Ort entfernt stehen, der für Handel gemacht wurde.
Hör mal kurz hin... Glocken, Stimmen in der Ferne, eine Möwe über dir, und dann diese Ruhe in den Hinterhöfen, direkt hinter den geschäftigen Straßen. In Flensburg ist ein Torbogen oder eine Gasse nie nur eine Abkürzung. Es ist eine Schwelle zwischen Sprachen, Zugehörigkeiten, Broterwerb und Erinnerung.
Vielleicht ist genau das Flensburgs schönstes Wahrzeichen: Widersprüche offen stehen zu lassen und sie trotzdem irgendwie passend zu machen. Gar nicht schlecht für eine kleine Stadt am Wasser. Danke, dass du mit mir gegangen bist.


