
Zu Ihrer Rechten erstreckt sich eine riesige grüne Parklandschaft, die von einem perfekt kreisförmigen Teich geprägt und von einer geraden, strukturierten Allee aus hoch aufragenden Bäumen begrenzt wird. Willkommen im Französischen Garten. Werfen Sie einen Blick auf Ihren Bildschirm, um eine Luftaufnahme der beeindruckenden Anlage des Parks zu sehen. Er ist eine riesige grüne Lunge mitten in Celle. Den markanten kreisförmigen Teich am westlichen Rand können Sie leicht erkennen. Interessanterweise war dieser Teich nicht immer rund. Vor 1770 bestand er eigentlich aus vier separaten rechteckigen Becken. Doch Geschmäcker ändern sich, und schließlich wurden sie zu dem massiven, 95 Meter breiten Kreis zusammengelegt, den Sie heute dort vorfinden, komplett mit einer mehrstrahligen Fontäne und einer kleinen Insel mit zwei Trauerweiden. Wenn Sie sich die Wasserspiele genauer ansehen möchten, rufen Sie das nächste Foto in Ihrer App auf.

Nun, das Kuriose am Französischen Garten ist: Er ist eigentlich gar nicht mehr französisch. Ende des 17. Jahrhunderts holte die Gemahlin von Herzog Georg Wilhelm, eine Frau namens Eleonore d’Olbreuse, ein paar vornehme französische Gärtner hinzu. Sie legten einen strengen, sehr gepflegten Barockgarten an. Das bedeutete gerade Linien, totale Symmetrie und die Natur, die in perfekte geometrische Formen gezwungen wurde. Sie pflanzten jene massive vierreihige Lindenallee, die Sie am nördlichen Rand verlaufen sehen. Aber dann kam Caroline Mathilde. Sie war eine geschiedene dänische Königin, die in den 1770er Jahren nach Celle verbannt wurde. Sie gestaltete den Ort komplett um und verwandelte ihn in einen englischen Landschaftspark. Anstelle von starren Linien geht es beim englischen Stil darum, eine idealisierte, romantische Natur mit geschwungenen Pfaden, weiten Rasenflächen und wilder anmutenden Baumgruppen zu schaffen. So behielt der Park zwar seinen alten französischen Namen, trägt aber ein entschieden englisches Gewand. Im östlichen Teil des Parks versteckt sich ein wunderschönes Fachwerkgebäude aus der Renaissance namens Schlösschen, das bereits 1611 erbaut wurde. Ursprünglich war es das Wohnhaus der herzoglichen Hofgärtner. Heute wird es tatsächlich als Kindertagesstätte genutzt. Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Kleinkind und würden in der vierhundert Jahre alten Villa eines königlichen Gärtners herumlaufen. Der gesamte Park wird an seinem östlichen und südlichen Rand vom Magnusgraben umschlossen, einem tiefen Wassergraben, der bereits 1370 als Teil der ursprünglichen mittelalterlichen Stadtbefestigung ausgehoben wurde. Bitte beachten Sie, dass der Park montags bis freitags bis fünf Uhr geöffnet ist, samstags verkürzt bis ein Uhr und sonntags komplett geschlossen bleibt. Nehmen Sie sich alle Zeit, die Sie brauchen, um diese wunderschöne Mischung aus königlicher Geschichte und Natur zu genießen. Sobald Sie bereit sind, machen wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Station.





