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Perpignan Audio Tour: Legenden, Paläste und enthüllte verborgene Ecken

Audioguide14 Stopps

Steinerne Löwen bewachen noch immer die Höhen von Perpignan, wo Könige Pläne schmiedeten und Rebellen hinter Festungsmauern konspirierten. Jede Gasse dieser Stadt birgt das Echo einer gestohlenen Krone oder eines verschwundenen Geheimnisses. Diese selbstgeführte Audiotour öffnet Türen, die die meisten Touristen übersehen. Wandern Sie, wo blutgetränkte Geschichte auf sonnige Plätze trifft, und folgen Sie den wilden, unbetretenen Pfaden der Stadt. Warum entfachten königliche Ambitionen im Palast der Könige von Mallorca Jahrhunderte des Aufruhrs? Welche verlorenen Relikte in den Departementalarchiven flüstern Geschichten, die Frankreich lieber vergessen würde? Wer war der mysteriöse Gefangene, der im Morgengrauen unter den alten Bögen des Castillet gesichtet wurde? Bewegen Sie sich von Palastmauern zu schattigen Türmen und vergessenen Sälen. Jeder Schritt zieht Sie tiefer hinein und malt Perpignan neu mit Geschichten von Intrigen, Verrat, unwahrscheinlichen Helden und stillen Revolutionen. Wählen Sie Ihren Weg. Lassen Sie sich von den Löwen und Legenden von Perpignan ins Unbekannte führen.

Tourvorschau

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Über diese Tour

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    Dauer 40–60 minsEigenes Tempo
  • straighten
    3.8 km FußwegDem geführten Pfad folgen
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  • wifi_off
    Funktioniert offlineEinmal herunterladen, überall nutzen
  • all_inclusive
    Lebenslanger ZugriffJederzeit wiederholen, für immer
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    Startet bei L'Été sans bras

Stopps auf dieser Tour

  1. L'Été sans bras
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    L'Été sans bras

    Vor dir steht eine bronzefarbene Frauenstatue ohne Arme, mit leicht geneigtem Kopf und einem fast schon verträumten Ausdruck - halte Ausschau nach dieser anmutigen Figur, meist…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Vor dir steht eine bronzefarbene Frauenstatue ohne Arme, mit leicht geneigtem Kopf und einem fast schon verträumten Ausdruck - halte Ausschau nach dieser anmutigen Figur, meist mitten auf einer Allee oder gut sichtbar im Freien. Jetzt stell dir mal vor: Es ist das Jahr 1911, und in einer staubigen Künstlerwerkstatt steht Aristide Maillol vor einem unfertigen Kunstwerk. „L’Été sans bras“, also „Der Sommer ohne Arme“ - klingt fast wie ein französischer Titel für einen Zaubertrick, oder? Maillol selbst war ganz vernarrt in seinen Torso. Ein echter Künstler, immer auf der Suche nach Perfektion, aber irgendwie scheint er bei den Armen eine Pause eingelegt zu haben. Vielleicht wollte er einfach nicht, dass zu viele Details von der natürlichen Schönheit ablenken. Er hat sogar einmal gesagt: „Arme verstecken das Profil!“ Na, da sieht man mal, wie praktisch es sein kann, wenn einem was „fehlt“. Die Geschichte geht noch weiter: Der berühmte russische Sammler Ivan Morozov wollte unbedingt eine fertige Version dieses Kunstwerks haben. So begann Maillol Körperteile hinzuzufügen - Kopf, Arme, Beine und alles, was dazugehört. Doch für eine ganze Weile thronte nur dieses arme-losen Meisterwerk in seinem Atelier, als hätte es Pause vom Kreativ-Fitnessstudio gemacht. Heute steht sie hier, frei und stolz, im öffentlichen Raum, denn seit 2015 ist sie in Frankreich gemeinfrei. Also, wenn mal jemand fragt, wie Kunstgeschichte und ein bisschen Schmunzeln zusammenpassen - zeig einfach auf Maillols „Sommer ohne Arme“ und erzähl, wie schön so eine „unfertige“ Pause aussehen kann!

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  2. Mairie de Perpignan
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    Mairie de Perpignan

    Direkt vor dir siehst du das Hôtel de Ville, leicht zu erkennen an seiner Fassade aus Stein und rötlichem Ziegel, den zwei halbrunden Eingangstoren und der auffälligen Uhr mit den…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Direkt vor dir siehst du das Hôtel de Ville, leicht zu erkennen an seiner Fassade aus Stein und rötlichem Ziegel, den zwei halbrunden Eingangstoren und der auffälligen Uhr mit den wehenden französischen und katalanischen Flaggen - schau einfach nach oben zur Uhr, und du verfehlst es nicht! Stell dir vor, du stehst am Anfang des 14. Jahrhunderts hier auf dem zentralen Platz der reichen Tuchhändler. Um dich herum reges Treiben, Geschäfte werden gemacht, Stoffballen werden geschleppt, und mitten drin entsteht das Rathaus, 1318 von den fünf Konsuln und mit Zustimmung von König Sancho geplant. Kein Wunder - in dieser Gegend konnte man damals vermutlich mehr Stoff finden als heute in jedem gut sortierten Baumarkt! Die Herren wollten prunkvoll bauen, doch der Platz war knapp - deshalb sieht das Rathaus nicht rechteckig, sondern trapezförmig aus. Selbst in der Architektur ging es damals schon um Millimeterarbeit. Die Steine, aus denen das Haus gebaut wurde, sind fein säuberlich behauen, die Bögen erinnern ein bisschen an den Eingang zu einer Schatzkammer. Wenn du zu den Fenstern blickst, siehst du Reihen von glatten Kieselsteinen, die in die Fassade eingelassen wurden - typisch katalanisch! Genau über dem Eingang prangen drei bronzene Hände - die erinnern ein wenig an eine Handwerkerparade nach einem langen Arbeitstag. Jede steht für eine Gruppe im alten Stadtleben: die Bürger, die Fachleute und die Händler. Wer wohl die schönste Schrift bei Abstimmungen hatte? Zwischen zwei Fenstern tickt eine Uhr - und wer ganz genau hinsieht, entdeckt eine kunstvoll verzierte Dachtraufe ganz oben. Früher wie heute hörte man von hier aus auch das Läuten bei wichtigen Entscheidungen. Innen wurde ebenfalls geklotzt: Die Hochzeitssäle sind prunkvoll und mit Mustern im maurischen Stil verziert, ideal, wenn man einen Hauch von Alhambra-Feeling mitten in Perpignan wollte! Sogar Napoleon sollte mal kommen und dafür wurde aufwendig dekoriert - er ist dann aber einfach nicht erschienen! Tja, vielleicht war der französische Kaiser im Stau. Ein weiteres Schmuckstück ist die Salle Arago, der frühere Ratssaal. Die Wände erzählen Geschichte - mit Bildern vom berühmten Hannibal, der mit seinen Elefanten die Alpen überquerte (Stell dir mal den Verkehrsstau damals vor!), von König Johann II., der schwor, Perpignan zu schützen, und von der Siegesfeier nach der Schlacht von Peyrestortes. Doch auch Ernstes ist hier passiert. Nach der Befreiung im Zweiten Weltkrieg, am 18. August 1944, war plötzlich alles voller Jubel und Stimmen - ein Mitglied der Résistance, Félix Mercader, wurde zum Bürgermeister gekürt und zog direkt in das Rathaus ein. Es war, als hätte das alte Haus einmal tief durchgeatmet. Wenn du heute das große Tor und den kieselsteingesprenkelten Innenhof betrittst, kannst du eine Skulptur entdecken - „Die Mittelmeerfrau“ von Aristide Maillol sitzt da ganz lässig und blickt seit 1905 dem Trubel zu. Wer weiß, vielleicht zwinkert sie dir sogar heimlich zu - „bienvenue à Perpignan!

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  3. Hôtel Pams
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    Hôtel Pams

    Direkt vor dir erhebt sich ein elegantes, gelbliches Stadtpalais mit Säulen, acht großen Fensterachsen und Balkonen - schau nach den auffälligen Rundbogenfenstern und der…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Direkt vor dir erhebt sich ein elegantes, gelbliches Stadtpalais mit Säulen, acht großen Fensterachsen und Balkonen - schau nach den auffälligen Rundbogenfenstern und der kunstvollen Statue in der Mitte des Innenhofs! Willkommen vor dem Hôtel Pams! Halt einen Moment inne und stell dir vor, wie hier einst das lebendige Herz des feinen Lebens von Perpignan schlug. Das hier war nicht einfach nur ein Haus - das war eine kleine Fantasiewelt, irgendwo zwischen Museum, Party-Villa und Kunstgalerie. Alles begann mit Pierre Bardou, einem Pionier der Zigarettenpapier-Industrie. Kannst du den Duft nach Papier und Druckerschwärze fast riechen? Damals, im 19. Jahrhundert, tönte vermutlich Hämmern und Rattern durch die Straßen, denn Pierre ließ gleich mehrere Häuser zusammenkaufen und zauberte daraus eine Mischung aus Fabrikhalle und Familienresidenz, immer belebt, stets ein Gewirr aus Arbeitern, Kindern und - das darf man nicht vergessen - seiner Schwägerin Henriette, die nach dem frühen Tod seiner Frau das Ruder im Haushalt schwang. Stell dir mal vor, wie Pierre Bardou durch die Gänge lief, ständig auf der Suche nach seltenen Kuriositäten. Wenn ihm draußen auf einem Markt etwas Seltsames in die Finger kam, dann wanderte es direkt neben exotische Uhren, Masken oder Vasen in seine Sammlung. Doch als wäre das Leben nicht schon bunt genug: Seine Tochter Jeanne heiratete einen echten Kunstfreund, Jules Pams, einen lokalen Politiker mit Hang zu großem Stil. Ich schwöre, der Mann hatte wahrscheinlich sogar einen goldenen Kamm fürs Frühstücksei! Jules Pams verwandelte das schlichte Kaufmannshaus in ein glitzerndes Juwel. Irgendwo zwischen 1894 und 1897 ließ er alles umbauen, was nicht niet- und nagelfest war - Goldleisten an den Wänden, Onyxböden, edle Marmortreppen. Der Duft von teurem Parfüm, poliertem Holz und frischer Farbe zog wohl durch das Haus. Statt Arbeiterlärm hörte man hier plötzlich mondäne Tänze, Klaviermusik und herzhaftes Lachen der allerfeinsten Gesellschaft: Die High Society von Perpignan traf sich mittlerweile genau hier, im Hôtel Pams. Und falls du dich fragst, ob das alles ein bisschen übertrieben klingt: Die berühmtesten Künstler der Zeit kamen vorbei - Paul Gervais etwa, dessen Gemälde bezaubernde Frauen, Mythen und die "guten Seiten der Zivilisation" feierten. Wer weiß, vielleicht hast du ja Glück und spürst, wie ein Hauch der alten Leidenschaft noch durch den Hof weht? Jetzt schau dich einmal genauer um - überall zieren florale Keramikfriese die Mauern, und im Zentrum des Innenhofs trällert eine Marmornymphe stumm ihr Lied auf einem Sockel. Wenn du ganz leise bist, kannst du dir vorstellen, wie der Flötenspieler aus Bronze seinen Klang in den lauen Abendhimmel trägt. Der Innenhof ist von Säulen umrahmt, ein Hauch antiker Tempel, und direkt darüber ziehen sich lichte Arkadengänge entlang. Dahinter geheimnisvolle Gemälde, auf denen Allegorien und Meereslandschaften an vergangene Abenteuer der Familie erinnern - vielleicht klopft in diesem Moment das Herz eines Kaufmanns, der gerade mit einem Handelsschiff nach Afrika aufbricht. Das Hotel war einst wie ein privates Kunstmuseum, dabei fast schon ein Rivale zum städtischen Musée des Beaux-Arts. Und natürlich brauchte ein solches Haus auch das richtige Personal - Henriette kümmerte sich weiterhin liebevoll um Pierre Michel Bardou, das Kind von Jeannes Bruder, und sorgte dafür, dass immer frische Croissants auf dem Frühstückstisch lagen, auch wenn draußen Politik gemacht oder Kunst gefeiert wurde! Zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnete Jules Pams das rechte Flügel des Hauses für Gäste und Besucher, während er links seine privaten Gemächer hatte. Ein Trick, damit niemand in seinen Pyjama hineinlaufen konnte! Nach dem Tod von Jeanne heiratete er nochmals - Marguerite Holtzer - und so wechselten die Rollen weiter, bis Marguerite 1946 das Haus an die Stadt verkaufte. Seitdem gehört das Hôtel Pams allen - naja, zumindest bei besonderen Gelegenheiten. Denn leider bleibt es meistens verschlossen, öffnet aber im September für die berühmte Visa pour l’Image-Fotoausstellung und zu den Europäischen Tagen des Denkmals. Wer weiß, vielleicht hast du ja im Spätsommer einmal selber die Gelegenheit, einen Blick in die prachtvolle Halle mit ihrer Kuppel zu werfen, von der ein magisches Licht fällt und die Geschichten der alten Zeit wachkitzelt. Also, halte die Augen offen: Hinter jeder Balustrade, jedem Fenster und jeder Statue versteckt sich ein Stück Perpignans glanzvoller Vergangenheit - und vielleicht auch der eine oder andere Geist, der noch immer über den nächsten gesellschaftlichen Empfang sinniert.

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  1. Kloster der Predigerbrüder
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    Kloster der Predigerbrüder

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    Links von dir erhebt sich eine weitläufige Klosteranlage aus grau-beigem Stein mit spitzbogigen Arkaden, Steinbögen, und - ganz charakteristisch - massiven Mauern, die mit ihren…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Links von dir erhebt sich eine weitläufige Klosteranlage aus grau-beigem Stein mit spitzbogigen Arkaden, Steinbögen, und - ganz charakteristisch - massiven Mauern, die mit ihren Ziegelverzierungen und kleinen Rundbogenfenstern sofort ins Auge fallen; halte Ausschau nach dem mächtigen Bau, der sich wie eine uralte Festung aus dem Boden erhebt. Willkommen am Kloster der Predigerbrüder, besser bekannt als Couvent des Frères Prêcheurs! Stell dir vor, du stehst hier im 13. Jahrhundert - Perpignan ist quirlig, Händler rufen auf dem Markt, Esel traben vorbei, und hier beginnt das Abenteuer eines Ortes, der mehr Geschichten in seinen Mauern verbirgt, als ein ganzes Dutzend Klatschbasen erzählen könnten. Die Geschichte startet um 1245: König Jaume I. der Eroberer, stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, segnet einen ganz besonderen Bauplatz - einst eine Leprakolonie, heute das Fundament des Klosters. Und wer bekommt diesen Ort? Der Prior der Dominikaner, Pons de Lesparre, der eine klare Mission mitbringt: Das Kloster soll ein Bollwerk des Glaubens werden, aber auch ein Hort des Wissens, des Streitgesprächs und, manchmal, ein kleines bisschen Politik! Mit der Zeit entwickelt sich das Areal zum architektonischen Herzstück von Perpignan: Hier findest du heute nicht nur das Kloster selbst, sondern auch die Kirche Saint-Dominique, die Kapelle Saint-Georges und als kleine Überraschung eine dritte Kapelle - die Notre-Dame. Alles beginnt schlicht, aber im 14. Jahrhundert bekommt das Kloster seine ganz eigene, prunkvolle Note, als die Kirche und der beeindruckende Kreuzgang aus Backstein errichtet werden. Die Fassade ist wie ein Puzzle aus dem Mittelalter: fünf halbrunde Absiden, ein klassisch-gotisches Portal- aber Achtung, das Portal stammt tatsächlich aus dem 18. Jahrhundert, ein bisschen architektonische Zeitreise gefällig? Im Innern der Kirche zieht die hohe, einschiffige Halle alle Blicke auf sich. Über dir: ein kunstvoll geschnitztes Dach und massive gemauerte Bögen - Stell’s dir vor, wie Kerzenlicht flackert, dunkle Schatten an die Wände malt und die Schritte hallen. Im 14. Jahrhundert staunt man in Perpignan über die erweiterte, erhöhte Kirche - größer, imposanter, ganz nach gotischer Mode! Das Kloster wurde übrigens mehrmals Mittelpunkt der großen europäischen Bühne: Die Herrscher von Mallorca und Aragon streiten um das kleine, aber feine Königreich. Kein Wunder, dass sogar Geschichtsverträge hier abgeschlossen werden - etwa auf den kühlen Steinbänken der Kapelle Saint-Dominique, wo im 16. Jahrhundert ein Friedensvertrag zwischen Mallorca und Aragon unterschrieben wird. Die religiöse Atmosphäre wurde ab und zu durchgeknallt, zum Beispiel als ein Pilger mit nichts geringerem als dem linken Arm von Johannes dem Täufer ankommt - heute wäre das vermutlich ein Fall für den Zoll! Diese Reliquie machte das Kloster zu einem der Hotspots von Pilgern auf dem Jakobsweg. Und wer möchte nicht etwas göttlichen Beistand auf langen Reisen bekommen? Doch nicht alles hier war immer nur frommer Ernst! Pierre Fabre, ein spannender Zeitgenosse und reicher Bürger, macht im Jahr 1383 das Kloster zu seinem Wohnsitz, während der berühmte Dominikanerpater Vincenz Ferrer zwischen 1408 und 1415 immer wieder hierher zurückkehrt, um bei Diskussionen zum Ende des Abendländischen Schismas beherzt mitzumischen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude mehrfach erweitert, aufgestockt und umgebaut. So stammen nicht nur die wunderschönen Kreuzganggalerien - von denen leider nur noch die Westseite im originalen rosa Backstein erhalten ist - aus dieser Zeit, sondern auch der große Kapitelsaal: Eine Art mittelalterlicher Meetingraum, wo wichtige Entscheidungen und Debatten geführt wurden. Eine schräge Legende rankt sich um diesen Raum: Ein glühender Haufen Papierzettel - angeblich das heilige Pergament des Heiligen Dominikus - wird ins Feuer geworfen, doch fliegt es gleich dreimal wie von Geisterhand auf einen Balken! (Kein Tipp für deinen nächsten Karaokeabend, aber damals war so ein Spektakel echt ein Top-Thema!) Langweilig wurde es hier nie. Während der Französischen Revolution befindet sich das Kloster plötzlich in der Hand der Armee, dann steht es jahrelang leer, bis Soldaten die Mönchszellen beziehen und der Geist der Meditation durch Marschmusik ersetzt wird. Im 21. Jahrhundert nutzt die Stadt Perpignan Teile der Anlage für Ausstellungen, wie das berühmte Fotofestival „Visa pour l'image“. Ein Ort der Stille mit einem zweiten Leben als moderne Galerie. Heute siehst du also ein lebendiges Baudenkmal, das so viel mehr ist als steinerne Mauern - es ist ein Gewebe von Macht, Glauben, Wundern und einer Prise Humor. Also, wenn die dicken Steinmauern dir zuflüstern, dass sie alles gesehen haben, dann glaub ihnen ruhig - Klöster lügen nicht, da würde ja noch die nächste Reliquie aus dem Hut gezogen!

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  2. Festungsanlage in Perpignan (Pyrénées-Orientales)

  3. Departementalarchive der Pyrénées-Orientales
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    Departementalarchive der Pyrénées-Orientales

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    Vor Ihnen sehen Sie das Departementsarchiv der Pyrénées-Orientales - ein auffälliges, modernes Gebäude in Rosa und Grau, das mit seinen markanten Fensterleisten wie eine Mischung…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Vor Ihnen sehen Sie das Departementsarchiv der Pyrénées-Orientales - ein auffälliges, modernes Gebäude in Rosa und Grau, das mit seinen markanten Fensterleisten wie eine Mischung aus Schatztruhe und Betonbunker wirkt - einfach nach links schauen, hinter den Palmen! Stellen Sie sich mal vor: Sie stehen vor einem unscheinbaren, modernen Bau und ahnen nicht, dass darin die spannendsten Geheimnisse der ganzen Region schlummern! Jede Wand hier könnte Ihnen eine Geschichte flüstern - denn in diesen Archiven schlägt das Herz der Vergangenheit. Seit Jahrhunderten sammelt das Archiv alles, was an Dokumenten im Département wichtig war: die Briefe mächtiger Könige, vergilbte Verträge, Notariatsakten und sogar die Akten von Bergwerksfirmen oder alten Familien wie den berühmten d’Oms. Hätten Sie gedacht, dass manche Dokumente hier direkt aus dem 10. Jahrhundert stammen? Also wenn Sie sich heute über zu viel Papierkram beschweren: Hier gibt’s davon knapp ein Jahrtausend! Früher, als das Roussillon noch zu Spanien und zur Krone von Aragon gehörte, klangen die Papiere ganz anders: Latein, Katalanisch, manchmal Spanisch - in schöner Tintenhandschrift. Nach dem berühmten Pyrenäen-Vertrag von 1659 aber, „Bonjour la France!“, wechselte die Amtssprache nach und nach zu Französisch. Falls Sie also Ihre Französischkenntnisse trainieren möchten - es gibt genug Lesestoff! Echte Schätze lagern in den Regalen: Die königliche Procuration des Roussillon, einmalige Notariatsakten, Gemeindearchive aus dem Mittelalter, Präfekturakten aus dem 19. Jahrhundert. Manche Pergamente sind noch älter als ein Großteil aller europäischen Parlamentsbibliotheken. Und falls Sie dachten, das Archiv wäre nur für Historiker spannend - weit gefehlt! Hier findet man auch private Sammlungen: Briefe mächtiger Familien, unterhaltsame Vereinsakten, sogar Dokumente von sozialistischen Aktivisten wie Jean Rous oder alten Kumpeln von Bergwerksfirmen. Man sagt, wenn nachts niemand hinsieht, diskutiere so manches Schriftstück, ob’s spannender sei, bei Karl dem Großen oder bei den Minenarbeitern gelandet zu sein. Auch an Bücherfreunde wurde gedacht: Die Bibliothek sammelt alles über das Roussillon und die Region - von Geologie bis Botanik, von alten Gesetzestexten bis hin zu Veröffentlichungen über berühmte lokale Schriftsteller wie Ludovic Massé. Kochbücher und Abenteuerromane gibt’s zwar kaum, aber dafür umso mehr Entdeckungen aus der Wissenschaft: Geschichtsliebhaber und Forscher fühlen sich hier wie Indiana Jones im Landesarchiv! Und der moderne Touch? Seit 2007 beherbergt das Haus auch das archäologische Zentrum des Départements. Ständig werden neue Funde und Forschungen integriert. Wenn Sie also beim nächsten Sandburgenbauen am Strand eine alte Münze finden: Wer weiß, vielleicht landet Ihr Fund auch mal hier? Seit dem 19. Jahrhundert leiten engagierte Archivare das Haus - manche trugen übrigens Schnurrbart, manche hatten bestimmt einen Aktenordner als Kissen. Seit 2016 lenkt Frau Marie Landelle die Geschicke und sorgt dafür, dass kein Dokument verloren geht. Wer weiß - vielleicht entdeckt sie als Nächstes das verlorene Rezept der ersten katalanischen Crème brûlée! Halten Sie einen Moment inne und lauschen Sie dem stillen Wispern der Jahrhunderte, das durch die Wände des Archivs zieht - hier formt sich aus Pergamenten, Stempeln und Geschichten das Gedächtnis einer ganzen Region. Und denken Sie daran: Das nächste Abenteuer steckt vielleicht schon im nächsten Umschlag! Neugierig auf das öffentliche archiv, das private archiv oder die bibliothek? Machen Sie sich auf den Weg zum Chat-Bereich und ich gebe Ihnen gerne weitere Details.

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  4. location_on
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    Musée d'art Hyacinthe Rigaud

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    Vor dir erhebt sich das Hyacinthe-Rigaud-Museum, das du leicht an seiner eleganten Steinfassade und den kunstvollen Fensterbögen erkennst - halte einfach nach dem Gebäude…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Vor dir erhebt sich das Hyacinthe-Rigaud-Museum, das du leicht an seiner eleganten Steinfassade und den kunstvollen Fensterbögen erkennst - halte einfach nach dem Gebäude Ausschau, das wie ein schickes Stadtschloss aussieht und dessen riesige Fenster schon neugierig hineinschauen lassen. Jetzt stell dir vor, du stehst nicht einfach vor irgendeinem Museum, sondern an einem Ort, der so viele Geheimnisse birgt wie ein richtig gutes französisches Baguette Krümel! Vor mehr als zweihundert Jahren, im Jahr 1820, war hier noch gar nichts von Kunst zu sehen - stattdessen schwirrten überall Ideen herum und ein äußerst ehrgeiziger Mann, der Präfekt Emmanuel-Ferdinand de Villeneuve-Bargemon, beschloss, dass Perpignan seine eigene Schatzkammer für die schönen Künste verdient hat. Manchmal frage ich mich, ob er schon damals geahnt hat, dass sich später Gemälde von Meistern wie Picasso und Maillol ein Stelldichein mit barocken Prunkstücken geben würden. Anfangs waren es nur etwa dreißig Gemälde, die sich durch großzügige Leihgaben von lokalen Sammlern und einige kluge Einkäufe ansammelten. Zwei davon ließen das Kunstherz der Perpignaner höherschlagen: Werke von Hyacinthe Rigaud - der absolute Superstar der Region! Stell dir vor, du bist ein kleiner Junge in Perpignan und plötzlich wirst du zum Porträtgiganten am französischen Hof... Rigaud hätte wahrscheinlich ordentlich die Künstlermütze gelüpft, hätte er sein Portrait vom Kardinal de Bouillon und das „Selbstporträt mit schwarzer Schleife“ an solch einem Ehrenplatz gesehen. Das Museum öffnete seine Türen für neugierige Besucher erstmals 1833 - und zwar, tadaa, in der ehemaligen, leerstehenden Universität der Stadt. Keine schlechte Adresse, oder? Hier herrschte plötzlich wieder Leben, nicht mit kreidestaubigen Professoren, sondern mit neugierigen Kunstliebhabern. Machen wir einen kleinen Zeitsprung: 1953 feierte Perpignan den 300. Geburtstag von Hyacinthe Rigaud. Grund genug, dem Museum einen schicken neuen Anstrich und eine Sonderabteilung zu spendieren! Von da an regnete es berühmte Bilder: ein Selbstporträt mit Turban (stell dir Rigaud mal mit Turban vor - Olé!), dazu offizielle Porträts von Adligen wie Philippe d’Orléans und sogar das seltene Gemälde, auf dem Rigaud sich selbst neben dem Porträt von François Castanier zeigt. Immer wenn man glaubt, jetzt ist aber wirklich alles gesammelt, kommt noch etwas dazu, wie bei einer Keksdose, die nie leer wird. 1979 bekam das Museum dann ein neues Zuhause, und zwar im ehemaligen Hôtel de Lazerme, Nummer 16 in der Rue de l’Ange. Klingt nach Engel, nicht wahr? Diese Location wurde zur perfekten Bühne für all die Kunstwerke, die im Lauf der Jahre dazugekommen sind. Dann kam 2017 und - zack! - wurde alles noch einmal größer, moderner und ein bisschen spektakulärer. Plötzlich verband man auch das Hôtel de Mailly mit dem de Lazerme und schuf auf 4.100 Quadratmetern Platz für allerlei Kunstschätze. Drei Jahre Baustellenatmosphäre voller und dann die große Wiedereröffnung! Seitdem pilgern Besucher aus aller Welt hierher, manchmal über 70.000 pro Jahr - das ist mehr als alle Katzen in Perpignan zusammengenommen! Was dich im Inneren erwartet? Ein wahres Fest für die Sinne! Du schlenderst durch vier große Themenwelten: gotische Kathedralskunst, barocke Prunkstücke, moderne Kunst und natürlich zeitgenössische Überraschungen - insgesamt werden rund 450 Werke ausgestellt, jedes mit seiner eigenen Geschichte. Picasso grüßt dich mit seinem Porträt von Paule de Lazerme - fun fact: Paule trug darauf eine katalanische Tracht, wahrscheinlich, damit auch Picasso ein bisschen Lokalkolorit lernt! Aristide Maillol zeigt seine Badenden, Raoul Dufy seine farbenfrohen Atelierszenen, und Rigaud malt so realistisch, dass man meint, sein gemaltes Lächeln könnte gleich über den Rahmen flirten. Und mittendrin? Arbeiten wie der prachtvolle gotische „Retabel der Dreifaltigkeit“ von 1489. Hast du Appetit auf noch mehr Anekdoten? Einem Werk von Rigaud wurde in Paris einst Champagner geopfert, um das Lackieren nicht zu unterbrechen… Das nenn ich Künstlerleidenschaft! Und als hätte die Vergangenheit noch nicht genug zu bieten, veranstaltet das Museum immer wieder Sonderausstellungen, bei denen Picasso und Konsorten fast ein bisschen nervös auf ihren Sockeln herumrutschen müssen, so spannend und ungewöhnlich ist die Neuauswahl. Wenn du jetzt weitergehst, nimm dir einen Moment Zeit, um den Geist von Rigaud, Picasso oder Maillol zu spüren… und falls du ganz still bist, hörst du vielleicht das leise Klicken von Kameraauslösern und das Prusten der Bewunderung über all die Jahrhunderte hinweg.

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  5. Belagerung von Perpignan von 1641 bis 1642

  6. Kirche La Réal
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    Kirche La Réal

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    Vor dir erhebt sich die Kirche von La Réal - halte Ausschau nach dem hellen, schlichten Bau mit den langen, schmalen Fenstern und drei steinernen Statuen über dem rundbogigen…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Vor dir erhebt sich die Kirche von La Réal - halte Ausschau nach dem hellen, schlichten Bau mit den langen, schmalen Fenstern und drei steinernen Statuen über dem rundbogigen Eingang an der Hauptfassade. Stell dir vor, du stehst genau dort, wo vor rund 700 Jahren die Menschen Perpignans voller Erwartung auf eine neue Kirche waren. Die Luft riecht nach frischer Erde und Kalk - Baumeister stemmen schwere Steine, und ein König, Jaume II. von Mallorca, verkauft gerade ein altes Gelände der „Brüder der Buße“ an die Stadt, damit hier, an genau dieser Stelle, eine Kirche zu Ehren der Heiligen Maria entstehen kann. Das war der Moment, in dem aus einer Ruine der Hoffnungsschimmer eines ganzen Viertels wurde. Doch genug von weltlichen Geschäften - reisen wir ins Jahr 1321! Die Glocken schlagen, es riecht nach Wachs und feuchtem Holz. Endlich ist sie eingeweiht, die Kirche mit ihrer einzigartigen, 61 Meter langen und 22 Meter breiten Halle. Kein Labyrinth von Säulen, wie in anderen, nein - ein einziger, weiter Raum, unterteilt in acht Abschnitte. An den Seiten, zwischen den kräftigen Stützpfeilern, sind kleine Kapellen eingebaut, Nischen der Stille. Die Menschen damals müssen gestaunt haben, denn im Gegensatz zu den engen Gassen draußen ist hier drinnen Raum für Gebet, für Fest und sogar für große Versammlungen. Bald jedoch zieht nicht nur Andacht durch die Kirche, sondern auch Machtspiele und klösterliche Intrigen - wie im besten Mittelalter-Krimi. Schon 1340 ernennt der nächste König, Jaume III., eine Kollegiatsgemeinschaft von zwölf Kanonikern. Aber dann - als sei das nicht genug geistliche Prominenz - kommen 1381 auch noch die Augustiner-Chorherren aus Espira-de-l’Agly hinzu und machen aus der Priorat gleich eine richtige Abtei. Stell dir jetzt eine außerordentliche Versammlung vor, das Jahr ist 1408. Ein Spätherbstwind heult um die Mauern, aber drinnen brennt Licht: 349 Kirchenfürsten aus aller Welt, darunter sieben Kardinäle, drei Patriarchen, elf Erzbischöfe und sechsunddreißig Bischöfe! Hier, genau hier, beraten sie im „Konzil von La Réal“ über das große Schisma der Kirche - ein echtes historisches Drama. Die Luft ist zum Schneiden: Gerüchte, diplomatische Schachzüge, erhabene Reden und am Ende - wie im echten Leben - keine Lösung, sondern ein weiteres Kapitel katholischer Spannung. Natürlich wäre eine anständige Abtei nicht vollkommen ohne ein bisschen echtes Drama - und davon gab es reichlich. 1539, mitten im Getöse einer Belagerung, trifft eine Kanonenkugel den Glockenturm - zack, ein Stück Mittelalter knickt ein. Aber die Perpignanais sind hart im Nehmen: 1545 wird der Turm einfach neu aufgebaut, diesmal noch widerstandsfähiger - jeder Putzriss erzählt davon! Und weil hier immer was los ist, setzen sich Kandidaten um das Amt des Abtes jahrelang in den Haaren. Besonders Jean-Baptiste Chiaveri aus Italien bekommt fast graue Haare, weil er ewig auf seine päpstlichen Dokumente warten muss, während halb Perpignan nicht weiß, wer eigentlich Chef im Ring ist. Erst 1679 - nach 26 Jahren - erkennt ihn die Gemeinde endlich an. Also wenn das mal keine sture Hartnäckigkeit ist! Langsam wird die Abtei auch Hauptquelle für die Bischöfe von Elne. Immer wenn du das Kirchenschiff betrittst, kannst du dir vorstellen, wie es war, als die Bischöfe von Elne sich hier ein schönes Zusatzeinkommen sicherten - schon praktisch, so eine Abtei! Doch das Leben ist kein Nonnenkloster. 1793, inmitten der Wirren der Französischen Revolution, wird die Kirche zur Artillerie-Kaserne umgebaut. Plötzlich rumpeln Kanonen statt Geistlicher über die Flure! Aber das ist zum Glück nur ein Kapitel: 1803 bekommt sie ihr spirituelles Leben zurück, und seitdem ist sie wieder ein Ort der Andacht - und natürlich der Pfadfinder! Seit 1923 sind hier die Scouts von Notre Dame La Réal 1ère Perpignan zu Hause, die noch immer mit Taschenlampe und Gitarre das alte Gemäuer mit Leben füllen. Stich ins Jahr 1983 - die Kirchenglocken schlagen wieder: Jetzt ist die Kirche offiziell als historisches Denkmal anerkannt! Wer genau hinsieht, entdeckt an der Fassade und zwischen den Steinen viele Spuren dieser bewegten Vergangenheit: Mal ein restaurierter Abschnitt, mal Einschusslöcher, mal nur eine winzige Gedenktafel. Wenn du einen Moment innehältst, hörst du vielleicht das Echo alter Prozessionen, das Wispern hitziger Debatten oder das Lachen der Scouts, die im Hof Fangen spielen. Die Kirche von La Réal lebt - sie ist mehr als Stein und Mörtel, sie ist ein Geschichtenspeicher, voller Drama, Hoffnung und einem Schuss Humor. Willkommen im Herzen von Perpignan!

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  7. Kloster der Damen von Saint-Sauveur
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    Kloster der Damen von Saint-Sauveur

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    Vor dir siehst du einen etwas geheimnisvoll wirkenden Eingang: ein großes, steinernes, halb verfallenes Rundbogenportal mit abgewetzten, hellen Mauerquadern, rechts und links…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Vor dir siehst du einen etwas geheimnisvoll wirkenden Eingang: ein großes, steinernes, halb verfallenes Rundbogenportal mit abgewetzten, hellen Mauerquadern, rechts und links begleitet von vergitterten Fenstern - halte nach dem Bogen und den alten Eisenstäben Ausschau, dann hast du das Kloster der Damen von Saint-Sauveur gefunden! Stell dir vor, wir werfen einen Blick zurück ins 13. Jahrhundert. Die Straßen um dich herum sind noch nicht voller Autos und Fahrräder, sondern von Mönchen, Nonnen und vielleicht ein paar neugierigen Katzen bevölkert. An diesem Ort gründete eine Gemeinschaft von Frauen, die sich den Regeln des heiligen Augustinus verschrieben hatten, ein Kloster: Die Damen von Saint-Sauveur. Der Duft von Brot aus der Klosterküche lag in der Luft, während in den stillen Mauern Gebete geflüstert wurden. Das Kloster wuchs, berühmt für seine Güte und Hilfe für die Gemeinde von Perpignan, bis eines Tages - ZACK! - die Französische Revolution auch hier mit Pauken und Trompeten Einzug hielt. Die letzten Stundenschläge des Klosters läuteten 1792, als ein Dekret verkündete: Ab jetzt ist Schluss mit Klosterleben! Man stelle sich die Aufregung vor - als würde jemand heute die Kaffeemaschine aus dem Büro entfernen. Nichts war mehr, wie es war: Die Nonnen mussten gehen, die Mauern wechselten ihre Bewohner und sogar das Mobiliar wurde verteilt. Möchtest du wissen, wo die schönsten Altäre landeten? Im kleinen Ort Vinça, dort stehen sie noch heute. Irgendwo rieben sich ein paar Mönche sicherlich verwundert die Augen: Da baut man jahrhundertelang an Altarretabeln - und schwupps, stehen sie plötzlich an einem anderen Ort. Vor allem das Meisterwerk aus dem Atelier von Jean-Jacques Mélair, ein riesiger, goldener Altar, kam dorthin. Das Klostergelände selbst wurde zu allem Möglichen umfunktioniert. Im 19. Jahrhundert verschwand sogar der prächtige Kreuzgang für eine neue Straße und eine Schule - Technik und Erziehung erstehen halt aus alten Steinen! Es folgten turbulente Zeiten: In diesem ehrwürdigen Gemäuer trainierten schlitzige Schüler im Gymnastikraum, Freimaurer-Brüder diskutierten geheimnisvoll in Logen und für eine Weile wurde hier sogar gründlich gebadet, denn ein Teil des Klosters war ein öffentliches Bad. Vielleicht hat die eine oder andere Nonne vor Schreck die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen: „Was? Mein Kloster, jetzt ein Schwimmbad?“ Obwohl heute nur noch die Kapitelsaal aus dem Jahr 1271 original erhalten ist, bewahrt dieser Ort eine gewisse Magie. Im Jahre 2017 ist sogar das Universitätsleben eingezogen: Vom Glockenschlag zur Vorlesung, von Gebeten zum Studentenalltag! Und die alten Steine? Die wachen immer noch mit steinerner Geduld über alle, die hier ein- und ausgehen. Also, lass deinen Blick noch einmal über die knorrigen Mauern schweifen. Vielleicht kannst du das Echo von Flüstern, Lachen und Schwimmen aus längst vergangenen Tagen erahnen - oder du hörst einfach das nächste Klingeln vom Handy eines Studenten.

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    Église Saint-Jacques de Perpignan

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    Direkt vor dir siehst du ein imposantes, mittelalterliches Kirchenportal aus weißem Céret-Marmor mit einem eleganten Rundbogen, das sich deutlich von der groben Steinmauer abhebt - halte einfach Ausschau nach diesem großen steinernen Tor mit seinen massiven Holztüren, dann bist du richtig! Na, hast du schon diese majestätische Tür bewundert? Fast als wäre sie der VIP-Eingang zu einer jahrhundertealten Zeitmaschine! Willkommen an der Kirche Saint-Jacques, einer der bedeutendsten spirituellen Orte Perpignans - ach, was sage ich, fast so berühmt wie die Kathedrale selbst… nur ein bisschen bescheidener und mit einer richtig spannenden Geschichte im Gepäck. Stell dir vor, du stehst hier in den Jahren um 1260 - die Luft riecht nach frischem Holz der Baugerüste, Hämmer pochen, und aus den noch offenen, staubigen Gassen hört man das Murmeln der Stadt. Der König höchstpersönlich, Jacques I. von Aragón - ja, der mit dem tollen Beinamen „der Eroberer“ - beschließt, die Stadt auszubauen. Und wo eine neue Kirche steht, ist das Viertel nicht weit! Also, schwupps, lässt er auf seinem eigenen Land diese Kirche errichten. Damals stand sie ganz frech außerhalb der Stadtmauern - quasi das rebellische Teenager-Alter einer Kirche, bevor die Mauern erst Anfang des 14. Jahrhunderts ganz fertig waren. Hier, wo du gerade stehst, wanderte einst der allererste Pfarrer, Père d’Oms, mit feierlichem Schritt hinein. Er war nicht nur der Seelsorger, sondern auch ein großzügiger Sponsor - gemeinsam mit dem König legte er bei der Finanzierung Hand (und Geldbeutel!) an. Damals gab es nur diese lange, einzige Kirchenschiff-fünf Gewölbe lang, garniert mit Seitenkapellen, die auf der Nordseite sogar tiefer gezogen sind als auf der Sonnenseite, dem Süden. Apropos Sonnenseite, da hast du vielleicht ein leises Flüstern von Gartenarbeit gehört - kein Wunder, denn die Gärtnerzunft hat nicht nur fleißig gepflanzt, sondern auch kräftig gespendet: Ihre Kapelle bekam eine Polygone-Abside im Jahre 1399, verziert mit ihrem Wappen - einem fruchtbehangenen Baum, wie passend! Doch hier ruht nicht alles friedlich: Die Tuchmacher wollten natürlich nicht hinter den Gärtnern zurückstehen und bauten zur gleichen Zeit ihre eigene Kapelle südlich vom Chor. Konkurrenz gab’s schon immer! Und dann die berühmte Confrérie de la Sanch - eine Bruderschaft, die für die große Karfreitagsprozession verantwortlich ist. Ihre eigene Kapelle wurde an die Westseite angelehnt, inklusive einer Kuppel. Die war offenbar etwas schüchtern und kippte 1710 einfach um - tja, Baumeister waren eben auch nur Menschen. Erst 1742 war alles wieder geweihte Sache! Jetzt rate mal, was nach der Revolution passierte: Die Mauer, die die Kapelle der Sanch vom Rest der Kirche trennte, wurde kurzerhand entfernt. Heute kann man deshalb zwei prächtige Altäre sehen, die sich fast wie zwei Rivalen gegenüberstehen. Wer Sieger wird? Das ist Geschmackssache! Im Inneren der Kirche erwartet dich nicht nur das wunderschöne Kirchenschiff, sondern auch versteckte Schätze an den Seitenaltären: echte Kunstwerke, wie der prächtige Rosenkranzaltar aus geschnitztem, bemaltem Holz - einst von einem Künstler namens Llàtzer Tremullas geschaffen. Auch der Altar des heiligen Ferréol wurde von einem Honorat Rigau gestaltet - klingt fast nach einem Zauberduell, oder? Und hast du schon vom Liborius-Altar oder dem Retabel der armen Seelen im Fegefeuer gehört? Jeder einzelne erzählt seine eigene kleine, glitzernde Geschichte. Kunst gibt’s hier nicht nur für die Augen, sondern auch für deine Ohren: Zwischen 1808 und 1816 ertönte das Kirchengestühl unter dem Hammerschlag der Orgelbauer Grinda. Sie bauten ein Instrument, das fast so viele Register hat wie ein mittelalterlicher Marktschreier Ausreden. Hier erklingen fast drei Dutzend verschiedene Register auf drei Manualen, ganz stilecht, so wie sie es damals geplant hatten - keine moderne Verunstaltung trübt ihren historischen Klang. 1905 wurde sie liebevoll restauriert und klingt heute noch wie eine kleine Symphonie zwischen den alten Mauern. Über dir, kaum sichtbar, stützen Diaphragmenbögen das Dach, auf dem heute zierliche Ziegelgewölbe von 1785 ruhen - eine raffinierte Täuschung, denn die ursprüngliche Holzkonstruktion wurde einfach hinter Ziegeln versteckt. Der Eingang - den du gerade bestaunst - ist übrigens aus feinstem weißen Céret-Marmor, wahrscheinlich im 17. Jahrhundert hierherverfrachtet, nachdem er von der Kirche La Réal abmontiert wurde; Recycling auf heilig! Und wenn du denkst, das sei schon alles: Vielleicht hörst du noch die leisen Tritte der Karfreitagsprozession, für die diese Kirche als Start dient - eine jahrhundertealte, katalanische Tradition, so intensiv, dass sogar die Steine zu schweigen scheinen. Seit 1987 steht dieses Wunderwerk übrigens unter Denkmalschutz - wohlverdient bei so einer Sammlung an Geschichten und Geheimnissen, findest du nicht? Apropos: Neugierig geworden auf mehr? Bereit zum nächsten Stopp?

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  9. Karmeliterkirche von Perpignan
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    Karmeliterkirche von Perpignan

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    Vor dir erhebt sich die Karmeliterkirche von Perpignan - ein großes, raues Bauwerk mit olivfarbenen und roten Steinen, hochaufragenden, spitz zulaufenden Fenstern und einer…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Vor dir erhebt sich die Karmeliterkirche von Perpignan - ein großes, raues Bauwerk mit olivfarbenen und roten Steinen, hochaufragenden, spitz zulaufenden Fenstern und einer auffälligen, bogenförmigen Eingangstür in einer sonst schlichten Mauer; schau einfach auf die große, fast fensterlose Wand mit den gemauerten Bögen und du weißt, du bist richtig! Stell dir vor, du stehst hier mitten im 14. Jahrhundert: Um dich herum wuseln fleißige Karmelitermönche, das Klacken ihrer Sandalen hallt über das Kopfsteinpflaster und du riechst das würzige Aroma von Kräutern aus ihrem Klostergarten. Die große Karmeliterkirche, die du gerade siehst, wurde tatsächlich schon 1325 errichtet - damals als Teil des riesigen Konvents, direkt hier in den ärmeren Vierteln von Perpignan. Es war eine Zeit, in der die Menschen noch glaubten, ein Mönch sein zu müssen, um ein ruhiges Leben zu führen - oder zumindest viel Brot und Wein zu bekommen! Doch die Idylle währte nicht ewig: Im 18. Jahrhundert tauchte plötzlich das Militär auf und besetzte einen Teil des Klosters. War wohl ein Fall von „Heilige Ruhe trifft Trommelwirbel“! Und als 1776 das imposante Arsenal Royal gebaut werden musste, ratterten die Abrissbirnen durch einen Teil von Kirche und Kloster. Dann kommt die nächste dramatische Szene: Der wunderschöne Kreuzgang wurde zwar zerstört, aber ein Dichter - Alexandre Guiraud - rettete ihn! Er baute ihn in sein eigenes Schloss ein und schrieb sogar ein Gedicht darüber. Ein bisschen wie Indiana Jones, nur mit Federkiel und Tinte. Trotzdem überlebten in Perpignan nur Teile der Kirche: ein prächtiges gotisches Portal und die Nordfassade. Doch damit nicht genug: 1944 wurde die Kirche von den Deutschen in Brand gesetzt - das Dach verschwand im Rauch, im wahrsten Sinne des Wortes, und zwanzig Jahre später fiel auch das Gewölbe über dem Chor zusammen. Aber das Schicksal hält gern Überraschungen parat: Bei Ausgrabungen kam eine geheimnisvolle Krypta aus dem 15. Jahrhundert ans Licht, direkt vor dem Chor. Wer weiß, welche Geschichten dort noch schlummern? Heute stehst du hier vor den alten Mauern, denkst an all das Klosterleben, Soldatengebrüll, Dichterträume und verborgene Kellergewölbe - und siehst, dass auch eine ruinöse Kirche jede Menge Geschichten flüstern kann!

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  10. Zitadelle von Perpignan
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    Zitadelle von Perpignan

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    Vor dir erhebt sich die Zitadelle von Perpignan - sie sieht aus wie eine gewaltige sechseckige Festung aus gelbem Stein, mit dicken Mauern, niedrigem Profil und eckigen Bastionen, die wie eine steinerne Schildkröte über der Stadt wachen; halte Ausschau nach den ineinander verschachtelten Wällen und dem grünen Gürtel aus Bäumen ringsherum. Stell dir vor, du stehst auf einer kleinen Anhöhe: Der Wind streicht geheimnisvoll über die Burgmauern, und du blickst hinab auf das Labyrinth der Bastionen, Gräben und Wehrgänge. Diese Zitadelle hat mehr Geschichten auf Lager als so mancher Roman - und jede davon beginnt mit einer Prise königlicher Paranoia! Im Jahr 1477, das Mittelalter neigt sich dem Ende zu, ist Perpignan ein strategisches Juwel. Louis XI. - ein echter Kontrollfreak unter den französischen Königen - will ganz sicher sein, dass niemand (vor allem die Nachbarn aus Spanien!) ihn hier überraschen kann. Also lässt er diese massiven Festungswände bauen. Stein für Stein, mit Marmor aus Baixas, entstehen dicke Mauern, Bastionen und eine Garnison. Die erste Zitadelle, damals noch recht überschaubar, steht als Symbol: Überall, wo eine Festung ist, da ist der König Herr im Haus! Doch Louis XI. hätte sich sicher noch stärker die Haare gerauft, wenn er geahnt hätte, was noch kommt. Schneller als ein Kanonenschuss ist der alte Schutzwall zu schwach, und ein gewisser Karl V., seines Zeichens spanischer Kaiser, kommt mit neuen Ideen: Noch höhere, dickere, schrägere Mauern müssen her, Bastionen hier, ein Graben dort. Manchmal denkt man, jeder Bauherr hat hier immer noch eine Schippe draufgelegt, als wäre die Zitadelle so etwas wie ein mittelalterlicher IKEA-Schrank: nie fertig, immer ausbaufähig! Die Arbeiter reißen hunderte Häuser ab, damit auch wirklich genug Platz ist, und selbst ein alter Konvent muss weichen - Pech für alle, die gerade in himmlischer Ruhe beten wollten. In dieser Zeit, im 16. Jahrhundert, verwandelt sich die Zitadelle nach und nach in das, was du heute siehst: ein steinerner Riese in Form eines beinah perfekten Hexagons, ausgestreckt wie eine Katze in der Sonne, mit sechs Bastionen, jede nach einem Heiligen benannt, als sollten sie göttlichen Schutz heraufbeschwören. Verschiedene Heilige, unterschiedliche Ecken - hier wird nichts dem Zufall überlassen. Die Bastionen dienen nicht nur der Verteidigung, sondern auch als Mahnung: Wer hier angreift, sollte besser gut gefrühstückt haben! Aber der schönste Streich kommt im 17. Jahrhundert, als König Philippe II. merkt: „Oh là là, die Festung ist immer noch zu schwach!“ Damals werden die Pläne nochmals überarbeitet - Jean-Baptiste Palia, ein echter Festungsprofi, entwirft die nächste Verbesserung. Die Bauarbeiten beginnen, und weil das alles ganz schön teuer ist, muss plötzlich nicht nur Perpignan, sondern halb Katalonien zahlen: von Berga bis nach Manresa, ob sie wollen oder nicht. War doch klar, dass so eine mächtige Zitadelle kein Schnäppchen ist, oder? Doch der eigentliche Meisterwerker der Citadelle heißt Vauban - ja, der berühmte Militärarchitekt höchstselbst! Im 17. Jahrhundert, mitten in einer Zeit voller Kriege, führt er den Ausbau zu Ende. Die Mauern werden so dick und kompliziert, dass selbst ein besonders ehrgeiziger Maulwurf hier den Überblick verliert. Du kannst dir vorstellen, wie durch die engen Gassen der umliegenden Stadtteile Saint-Mathieu, La Réal und Saint-Jacques die Möbel geschleppt werden mussten, als ganze Stadtviertel für die neue Festungsanlage geschliffen wurden! Sogar ein Bordell wird dabei dem Erdboden gleichgemacht - man munkelt, manche Soldaten hatten daran weniger Freude als an den neuen Bastionen. Die Funktion der Zitadelle ändert sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder. Zuerst ist sie Hochburg der Armee, Mittelpunkt der Garnison - hier hocken Soldaten aus aller Herren Länder, und die Einheimischen sind darüber meistens nicht besonders erfreut. Stell dir vor, mehr als 300 Jahre Streit und Murren zwischen Beffroi und Kaserne! Trotz vier tapferer Bürgerwehr-Kompanien ist klar: Ab jetzt haben Profis - und keine Sonntags-Krieger - das Sagen in der Stadt. Und wie in jedem guten Abenteuerroman ist irgendwann Schluss mit der Kriegslust. Die Festung verliert ihren Schrecken, Militär wird zur Nebensache, und ein Teil der Bastionen verwandelt sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts sogar in einen Botanischen Garten für die Universität. Von Kanonen zu Krokussen - wenn das kein Wandel ist! Stell dir den Duft von frischer Erde und Pflanzen vor, wo einst lautes Marschieren das Leben bestimmte. Und wer weiß, vielleicht spürst du beim Blick auf diese mächtige Zitadelle der Geschichte einen leichten Schauer über den Rücken laufen, so als würden die Schatten der Vergangenheit noch heute in den alten Mauern flüstern - oder zumindest sehr laut schnarchen. Weitere Einblicke in die erste Zitadelle (1477), Ergänzungen unter Karl V. (1550) oder die Die Zitadelle Philipps II. (1564), navigieren Sie zum Chat-Bereich unten und erkundigen Sie sich.

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  11. Palace of the Kings of Majorca
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    Palace of the Kings of Majorca

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    Vor dir siehst du eine imposante, kantige Festungsmauer aus hellen Steinen mit einem kräftigen, hohen Turm und kleinen Fenstern - halte einfach Ausschau nach der mächtigen…Mehr lesenWeniger anzeigen

    Vor dir siehst du eine imposante, kantige Festungsmauer aus hellen Steinen mit einem kräftigen, hohen Turm und kleinen Fenstern - halte einfach Ausschau nach der mächtigen Burgmauer hinter dem Garten mit den roten Blumen, dann bist du am Ziel! Stell dir vor, es ist das späte 13. Jahrhundert und allerhand königliches Getuschel liegt in der Luft: Genau hier, auf dieser kargen Anhöhe, beschließt ein gewisser Jacques II., frischgebackener König von Mallorca, sich ein Zuhause nach Maß zu bauen. Was braucht ein echter König? Genau: Einen Palast, der dem ganzen Adel den Atem raubt! Der alte Familiensitz der Grafen von Roussillon war ihm nicht prächtig genug - darum setzte er auf dem „Puig del rei“, dem „Königshügel“, einen gigantischen Palast, der seiner königlichen Fantasie keine Grenzen setzte. Doch Vorsicht! Diese Festung sieht zwar wehrhaft aus, war aber vor allem königliche Bühne für Glanz, Macht und - ja, auch ein bisschen Familiendrama! Alles beginnt mit einem Erb-Streit unter den Söhnen des Königs Jakob I. von Aragon. Der Älteste kriegt sozusagen das große „Aragonien-Paket“, der Jüngere, also unser Jacques, die Balearen, Montpellier und hier das Roussillon. Klingt nach Jackpot, oder? Doch aus dem geteilten Glück wächst auch Misstrauen zwischen den Brüdern. Jacques will sich ein kleines Königreich aufbauen, doch der große Bruder verlangt Treue. Tja, manchmal ist die Familie eben das größte Abenteuer von allen! Jetzt spitzt die Ohren, hier tobte nicht nur der Wind! 1285 zum Beispiel donnerte plötzlich die französische Armee vor die Tore, während in den Fluren noch über Erbfolgen getuschelt wurde. Der Plan: Mit voller Kraft gegen die Katalanen. Leider - oder zum Glück? - versagten die Franzosen auf dem Schlachtfeld, schleppten sich krank durch die Gänge und rollten bald wieder heimwärts. Inmitten dieser Wirren blüht Perpignan regelrecht auf: Stoffhändler, Gerber, Schreiber - und sogar berühmte Denker und Ärzte geben sich die Klinke in die Hand. In den Straßen wird geplaudert, gehandelt, und manchmal auch heimlich verhandelt, denn der mediterrane Handel zischt wie eine frische Sommerbrise durch die Stadt. Der Palast ist dabei Zentrum von königlicher Macht, aber auch Ort der Begegnung. So klingt nicht nur Katalanisch, sondern auch Französisch, Arabisch und Hebräisch durch die Hallen. Im Thronsaal, der „Salle de Majorque“, thront Jacques, hält Rat, spricht Recht oder feiert einfach ausgelassen. Und willst du mal einen Blick in die königliche Kapelle werfen? Die ist ganz oben im mächtigen Turm versteckt und ist nicht nur gotisch, sondern auch kunstvoll mit arabischen Schriftzügen verziert - ein bisschen wie ein Palast aus „1001 Nacht“, nur im Mittelalter! Doch wie das oft so ist: Die großen Familiengeschichten sind kurzlebig. Nach drei Generationen kommt ein geschickter Taktiker - Pierre IV. von Aragon - und macht dem Traum vom mallorquinischen Königreich ein Ende. Der letzte Versuch Jacque III., seine Krone zurückzuerobern, endet tragisch auf einem blutigen Schlachtfeld. Auf einmal weht ein anderer Wind durch diese Mauern: Aus dem Palast wird ein Bollwerk, später ein Arsenal und schließlich, unter Philipp II. von Spanien, eine echte Super-Festung gegen Frankreich. Die Mauern werden mit Zacken, Bastionen und Türmen verstärkt, ein Paradebeispiel für Festungsarchitektur der Renaissance. Und oben drauf kommt im 17. Jahrhundert noch Vauban, der Star der Festungsbaumeister, und gibt der Zitadelle den letzten Schliff! Hast du Lust auf ein Mini-Rätsel? Versuch mal, dich gedanklich in den „Palais Blanc“ zu schleichen - da, wo früher der Thron leuchtete! Über dir knarren die Dielen, irgendwo tropft Wasser, und auf den Wänden glitzern noch Spuren einst bunter Malerei. Im Gegensatz zum martialischen Äußeren herrscht drinnen das Leben: Loggien, Balkone, Gärten - hier wurde gesungen, getratscht, gestritten und gefeiert. Und weißt du, was das Beste ist? Der alte Palast, längst zum „Donjon der Zitadelle“ abgestempelt und mit wilden Gärten zugewachsen, war beinahe vergessen - bis ein paar hartnäckige Hobby-Historiker lautstark protestierten. Deshalb wurde der Palast 1875 unter Denkmalschutz gestellt und blieb erhalten, als die Stadtmauern ringsherum dem Vorschlaghammer zum Opfer fielen. Nach ein paar Jahren als Lager und Gefängnis kam dann endlich die Renaissance: Heute kannst du durch diese Hallen wandeln wie eh und je, den Hauch von Macht und mediterranem Multikulti genießen und, wenn du genau hinhörst, vielleicht das Echo königlicher Feste aufschnappen - oder wenigstens das Geräusch eines alten Echos, das in den Gewölben nachhallt. Also, mein Tipp fürs Finale: Dreh dich um, atme tief durch - und stell dir vor, wie vor Hunderten von Jahren das Schicksal von Königen, Völkern und Liebenden genau hier zwischen Sandstein, blühenden Gärten und zugigen Gängen entschieden wurde. Wer hätte gedacht, dass ein Palast mit solch dicken Mauern so viele wundersame Geschichten ummauert?

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