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Web.de

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Beachten Sie das Gebäude auf Ihrer rechten Seite. Dies ist der Sitz von Web.de, einem Titanen des frühen deutschen Internets. Seine Ursprünge sind eine klassische Geschichte unerwarteter Sprünge. In den 1990er Jahren begann alles als Unternehmen, das technische Ausrüstung für Kinos herstellte. Dann kamen die Gebrüder Greve ins Spiel. Matthias kümmerte sich um die geschäftliche Seite, während Michael der brillante, technikbesessene Nerd im Hintergrund war. Gemeinsam wandelten sie ihr Kinotechnik-Unternehmen in ein weitläufiges Internetverzeichnis um, das 1995 online ging.

Während des Dotcom-Booms im Jahr 2000, einer Zeit hektischer Investitionen in frühe Internet-Startups, expandierte das Netz schneller, als es jemand organisieren konnte. Web.de wuchs so unerbittlich, dass sie verzweifelt nach Personal suchten. Ihre Lösung für den Personalmangel war herrlich unverblümt. Sie kauften einfach eine komplette Werbeagentur namens Websolute und gliederten über Nacht alle 45 Mitarbeiter in ihre Reihen ein, nur um deren Talente zu gewinnen.

Doch ein Imperium aufzubauen ist etwas ganz anderes, als eines zu führen.

Die Brüder hielten ihre Schöpfung fest im Griff. Als sie einen externen Manager namens Hans Wachtel als Chief Operating Officer holten - eine Rolle, die das Geschäft rationalisieren und die Kosten zügeln sollte -, war der Kulturclash spektakulär. Wachtel wollte den Anzeigenverkauf auslagern, um Geld zu sparen. Die Greve-Brüder, die Angst hatten, die Kontrolle zu verlieren, weigerten sich. Wachtel warf nach nur acht Monaten das Handtuch, frustriert darüber, dass ein riesiges, börsennotiertiges Unternehmen immer noch wie ein Garagen-Startup micromanagt wurde.

Dieser feste Griff führte manchmal zu recht hartnäckigen Realitäten im Unternehmen. Jahrelang stand die Firma wegen einiger sehr aggressiver Taktiken in der Kritik von Verbraucherschützern. Vor allem jüngere Nutzer erhielten oft eine E-Mail mit Glückwünschen zum Geburtstag und einer digitalen Geschenkbox. Ein einziger Klick zum Öffnen des Geschenks meldete sie unbemerkt in einem Premium-Club an, der automatisch in ein kostenpflichtiges Abonnement überging, wenn man nicht rechtzeitig kündigte. Wenig überraschend mussten schließlich deutsche Gerichte eingreifen und den „Geburtstagsfallen“ ein Ende setzen.

Es gab auch einige wilde Fehlgeschäfte bei dem Versuch zu expandieren. Im Jahr 2002 beteiligten sie sich an einem regionalen Fernsehsender namens B.TV. Es war ein komplettes finanzielles Desaster. Der Sender ging innerhalb weniger Monate in den Konkurs, was den Weg für die Übernahme durch eine exzentrische Medienfigur ebnete, die ihn in einen bizarren Kanal für esoterische Call-In-Shows verwandelte.

Aber die dramatischste Kehrtwende von allen vollzog Michael Greve. Er investierte massive Ressourcen in ein Projekt namens ComBOTS, eine ehrgeizige Software, die E-Mails, Textnachrichten und Telefonate mithilfe animierter Comic-Avatare kombinieren sollte. Es floppte katastrophal und wurde von einfacheren Tools wie Skype abgehängt.

Dieser Misserfolg wurde zu einem tiefgreifenden Wendepunkt. Da er erkannte, dass keine noch so fortschrittliche Technik die biologische Uhr anhalten konnte, kehrte Michael dem Internet vollständig den Rücken. Er nahm über 300 Millionen Euro seines Tech-Vermögens und wurde zu einem der weltweit führenden Investoren in Verjüngungs-Biotechnologie. Er finanziert Forschung, um das menschliche Altern durch die Reparatur von Zellschäden buchstäblich zu heilen. Vom Sortieren von Weblinks bis hin zum Kampf gegen den Tod selbst - das ist ein beachtlicher Karrierewechsel.

Wenn Sie von Montag bis Freitag zwischen 8:00 Uhr und 18:00 Uhr hier sind, ist das Gebäude während der regulären Geschäftszeiten geöffnet. Für den Moment gehen wir weiter. Wir bewegen uns auf das markante HfG-Gebäude zu, das uns direkt zur Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe führt, die nur etwa vier Gehminuten entfernt ist.

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Das war eine solide Art, Brighton kennenzulernen, ohne sich wie ein Tourist zu fühlen. Die Erzählung hatte Tiefe und Kontext, übertrieb es aber nicht.
Christoph
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