Vor Ihnen steht ein markantes, asymmetrisches Gebäude aus robustem Quaderstein, dessen rechte Seite mit einem winzigen Balkon und einem treppenartigen Giebel selbstbewusst nach vorne tritt, während sich direkt daneben ein moderner Anbau aus glattem Aluminium anschließt. Willkommen am Peterhead Sheriff Court. Hier wird seit 1871 schottisches Recht gesprochen. In den 1860er Jahren beschlossen die Gerichtsbeamten, dass die Stadt ein eigens dafür vorgesehenes Gebäude brauchte. Der Architekt William Smith entwarf es im sogenannten Scottish Baronial Style... einer Bauweise, die im Grunde aussieht, als hätte eine mittelalterliche Burg versucht, ein schickes Stadthaus zu werden. Der Bau kostete damals 2.600 Pfund, was heute etwa 350.000 Pfund entspricht. Ein ziemlich guter Preis für zwei Gerichtssäle und drei Gefängniszellen, wenn Sie mich fragen. Schauen Sie doch mal auf Ihr Display, um das Bild der Fassade aufzurufen. Beachten Sie den modernen Anbau, der in den 1990er Jahren hinzugefügt wurde. Ursprünglich war dieser Teil mit massiven Granitplatten aus einem lokalen Steinbruch verkleidet. Das klingt nach einer absolut soliden Idee, oder? Leider hat man die Nordsee unterschätzt. Das ständige Peitschen von salziger Luft und Feuchtigkeit zersetzte das Aufhängungssystem der schweren Steinblöcke. Die Ingenieure mussten das Problem lösen, bevor das teure Gestein auf den Gehweg stürzte. Im Jahr 2019 wurden die Granitplatten durch dieses wetterfeste Aluminium ersetzt, was stolze 1,5 Millionen Pfund kostete. Das Gericht ist weiterhin in Betrieb und öffnet von Montag bis Freitag vormittags sowie von zwei bis vier Uhr nachmittags, bleibt aber an den Wochenenden geschlossen. Dieses Gebäude ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich traditionelle Architektur an knallharte Konstruktionsfehler anpassen muss. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die Kontraste der beiden Baustile auf sich wirken zu lassen. Folgen Sie einfach der Route zum nächsten Halt.
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