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Station 6 von 17

Trinity church

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Rechts liegt die Trinity College Kirk … na ja, genauer gesagt: das, was von ihr übrig ist. Die Kirche hatte das Pech, genau dort zu stehen, wo später „Fortschritt“ durchmusste. Edinburgh liebt seine Vergangenheit … bis sie im Weg ist.

Angefangen hat alles mit Trauer und einem Hauch königlicher Zielstrebigkeit. Im Jahr vierzehnhundertsechzig stiftete Mary of Guelders, die Witwe von König James dem Zweiten, eine große Stiftskirche und ein Armenhaus namens Trinity Hospital. James war gerade bei der Belagerung von Roxburgh Castle ums Leben gekommen. Mary wollte ihm ein Denkmal aus Stein setzen … und ganz nebenbei für sein Seelenheil beten lassen, plus praktisch den kompletten schottischen Hochadel im Jenseits-Verteiler. Sie selbst wurde nach ihrem Tod im Jahr vierzehnhundertdreiundsechzig im Boden der ursprünglichen Kirche beigesetzt; ihr Sarg wurde im neunzehnten Jahrhundert nach Holyrood Abbey umgebettet.

„Stiftskirche“ heißt nicht Uni oder Hörsaal. Eher eine gut finanzierte religiöse Arbeitsgemeinschaft: ein Propst, acht Pfründner und weitere Kleriker. Eine Pfründe ist im Grunde ein bezahltes Kirchenamt, finanziert durch Landbesitz und Einnahmen aus ganz Schottland. Ein Teil kam sogar aus Fife, unter anderem von einer Leprakolonie in Monimail. Und wie bei vielen Stiftungen gab’s Bedingungen: Der Propst musste drei sogenannte „bedesmen“ versorgen, also arme Männer, die von der Stiftung unterstützt wurden, im Hospital von Soutra. Mittelalterliche Wohltätigkeit … mit Vertrag und Kleingedrucktem.

Falls Sie jetzt an ein vollendetes Kathedral-Meisterwerk denken … leider nein. Fertig geworden sind Apsis, Chor mit Seitengängen und die Querschiffe, beeindruckend, aber das große Finale blieb aus. Gebaut wurde mit lokalem Sandstein aus der Gegend. Stil: Spätgotik mit internationalem Anstrich. Regenwasser lief durch Wasserspeier ab, also steinerne Figuren, die Wasser spucken. Sehr andächtig. Und ja: Es soll sogar geschnitzte Affen gegeben haben. Warum? Darüber streitet man. Vielleicht Moral, vielleicht schlicht Humor der Steinmetzen. Verständlich.

Kulturell hatte die Kirche Gewicht: Hier hing ein berühmtes Triptychon, ein dreiteiliger Altaraufsatz von Hugo van der Goes, fertiggestellt im Jahr vierzehnhundertneunundsiebzig, heute in der National Gallery of Scotland. Zu sehen sind James der Dritte, Heilige und Familie, plus der Auftraggeber, Propst Edward Bonkil, samt Wappen. Glaube, Macht und Eigenwerbung … das volle Mittelalterpaket.

Dann kam die Eisenbahn. In den vierziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts erhielt die North British Railway die rechtliche Erlaubnis, Land für das spätere Waverley Station zu kaufen, und Trinity Kirk stand im Weg. Im Jahr achtzehnhundertachtundvierzig wurde sie unter dem Architekten David Bryce abgetragen, trotz Protesten von Altertumsforschern. Die Steine wurden nummeriert und auf dem Calton Hill gelagert, doch durch jahrelange Verzögerungen verschwand vieles. „Nummeriert“ ist eben nicht dasselbe wie „gesichert“.

Die Bahn zahlte dem Stadtrat achtzehntausend Pfund, heute grob zweieinhalb Millionen Pfund, oder etwa drei Komma zwei Millionen U-S Dollar. In den siebziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts entstand eine Ersatzkirche, aber nur ungefähr ein Drittel des Originalsteins wurde verwendet, um Chor und Apsis zu rekonstruieren, das, was Sie hier als „Trinity Apse“ sehen. Der Rest … verteilt, entwendet oder als verdächtig nobles Deko-Element in irgendeinem Garten gelandet.

Wenn Sie so weit sind: Als Nächstes kommt Regent Bridge. Gehen Sie einfach ungefähr zwei Minuten nach Westen, dann liegt sie links.

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Das war eine solide Art, Brighton kennenzulernen, ohne sich wie ein Tourist zu fühlen. Die Erzählung hatte Tiefe und Kontext, übertrieb es aber nicht.
Christoph
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Brighton-Tour
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