Rechts von Ihnen liegt die Fruitmarket Gallery... und ja, der Name ist wörtlich zu nehmen. Dieses Gebäude wurde neunzehn achtunddreißig als Obst- und Gemüsemarkt eröffnet. Man kann sich die Duftmischung leicht ausmalen: angeschlagene Äpfel, feuchter Karton und irgendwo in der Nähe jemandes Vorstellung von „frischem“ Hering. Nicht gerade das Standardaroma für Gegenwartskunst.
Dann kam neunzehn vierundsiebzig ein ziemlich eleganter Rollenwechsel: Aus dem laufenden Markt wurde ein Ort für neue Kunst. Der Eintritt ist frei, alle sind willkommen, und heute gehört das Haus zu den festen Größen der zeitgenössischen Szene in Schottland. Neunzehn vierundneunzig hat Richard Murphy Architects das Gebäude modernisiert, und inzwischen gibt’s die zivilisierten Basics: ein Café und einen Buchladen, in dem Sie sich etwas Hochglänzendes und Teures kaufen können, das Ihnen erklärt, wie Sie sich bei einer leeren Leinwand zu fühlen haben.
Die Gallery hängt nicht nur Kunst auf, sie schubst die Stadt auch ein bisschen an. Zweitausendelf hat sie die Neugestaltung der Scotsman Steps mit in Auftrag gegeben: das sind hundertvier Stufen zwischen Waverley Station und North Bridge, jede einzelne mit einem anderen Marmor, gestaltet von Martin Creed. Im selben Jahr kuratierte die Fruitmarket Schottlands Pavillon auf der Venice Biennale, quasi die Olympischen Spiele der Kunst... nur mit mehr schwarzen Outfits.
Zweitausendachtzehn schloss sie für eine Sanierung von vier Komma drei Millionen Pfund Sterling, heute etwa sechs Komma drei Millionen Pfund, grob acht Millionen Dollar, und eröffnete zweitausendeinundzwanzig wieder: mehr Platz, Workshops, ein größeres Café und ein größerer Shop. Sogar ein Keramik-Trinkbrunnen wurde entworfen, damit Sie Ihre Wasserflasche auffüllen können, ganz lokal-zivilisiert.
Wenn Sie weiter möchten: Trinity College Kirk erreichen Sie in ungefähr sechs Minuten zu Fuß Richtung Osten.



