Das markante Gebäude der Bank Cler auf der linken Seite präsentiert sich als kompakter quaderförmiger Block mit einer hellen Steinfassade, gleichmässig aufgereihten Fensterfronten und markanten blauen Leuchtbuchstaben an der Ecke.
Im Jahr 1927 taten sich hier der Verband Schweizerischer Konsumvereine und der Schweizerische Gewerkschaftsbund zusammen, um die Genossenschaftliche Zentralbank zu gründen. Das war absolut keine Bank für die elitäre Oberschicht, sondern ein praktisches finanzielles Werkzeug für ganz normale Arbeiter. Sie wurde von den Gewerkschaften geschaffen, um den Menschen in wirtschaftlich unruhigen Zeiten echte Sicherheit und eine verlässliche Basis zu geben. Genau dieser Geist der Solidarität bot den einfachen Leuten damals einen starken wirtschaftlichen Rückhalt.
Wenn Sie einen kurzen Blick auf Ihre App werfen, sehen Sie das Gebäude im Jahr 2017, genau als eine massive Veränderung stattfand. Damals hiess das Institut noch Bank Coop, wurde dann aber auf den Namen Bank Cler getauft. Cler ist Rätoromanisch und bedeutet schlichtweg klar und einfach. Doch die Geschichte dieser Institution war kurz zuvor alles andere als übersichtlich.
Stellen Sie sich vor, Sie öffnen Ihre private Post und finden darin die detaillierten Kontoauszüge eines völlig Fremden. Exakt das geschah hier im Jahr 2014. Ein gigantisches Datenleck, verursacht durch einen simplen Programmfehler, schickte die sensiblen Finanzdokumente von dreiundvierzigtausend Kunden an komplett falsche Adressen. Es war eine beispiellose Panne, die das Vertrauen massiv erschütterte und noch Jahre später in den Schweizer Wirtschaftsmedien als warnendes Beispiel diente.
Und das Drama ging noch weiter. Im selben Jahr schritt die FINMA ein. Die FINMA ist die staatliche Aufsichtsbehörde, welche die Banken in der Schweiz streng kontrolliert. Sie rügte die Bank schwer wegen illegaler Marktmanipulation, weil diese heimlich massenhaft eigene Aktien gekauft hatte, um einen sinkenden Börsenkurs künstlich aufrechtzuerhalten.
Der damalige Chef, Andreas Waespi, verliess die Bank im August 2014 voller Vorfreude, weil er einen prestigeträchtigen neuen Job als Direktionspräsident bei einer anderen Kantonalbank antreten sollte. Doch sein grosser Karrieresprung endete abrupt in einer Katastrophe. Die harte Aufsichtsbehörde verhängte überraschend ein dreijähriges Berufsverbot gegen ihn. Sein neuer Arbeitgeber hatte das Risiko der laufenden Ermittlungen im Vorfeld völlig falsch eingeschätzt, und so durfte Waespi seinen neuen Spitzenposten rechtlich gar nicht erst antreten. Er wehrte sich anfangs vehement, gab den Kampf aber schliesslich auf und entschuldigte sich öffentlich für die Vorfälle.
Trotz dieser Turbulenzen stabilisierte sich das Institut später als digitale Vorreiterin in der Finanzwelt. Dieser ursprüngliche genossenschaftliche Gedanke, sich gemeinsam als Gemeinschaft gegen die harten Unsicherheiten der Welt abzusichern, ist ein absolut faszinierendes Konzept. Und genau diese Idee führt uns direkt zu unserem nächsten Ziel. Nur zwei Gehminuten von hier entfernt erkunden wir die Pax Schweizerische Lebensversicherungs-Gesellschaft, wo dieser fundamentale Schutzgedanke nicht nur auf das Bankkonto, sondern auf ein ganzes Menschenleben ausgeweitet wird. Übrigens hat die Bank hier von Montag bis Freitag zwischen neun und siebzehn Uhr geöffnet, bleibt aber am Wochenende komplett geschlossen.



