Vor dir siehst du ein sehr langgestrecktes, weißes Gebäude mit einem roten Ziegeldach und vielen regelmäßig angeordneten Fenstern - schau einfach direkt an der Straße entlang, du kannst es kaum verfehlen, vor allem mit der portugiesischen Flagge beim Eingang.
Stell dir vor, wie die Straßen hier noch voller Staub und Pferdewagen waren, als im Jahr 1240 genau an dieser Stelle das Leben erwachte - der Anfang des Convento das Donas! Damals war das Wörtchen WLAN noch ein Zauberspruch und selbst die Türklingel gab’s nur als energisches Klopfen ans Holztor. Initiatorin des Ganzen war Dona Elvira Duranda, die ihre eigenen Häuser zur Verfügung stellte, um ein Frauenkloster zu errichten - keine schlechte Investition, wenn man bedenkt, dass daraus ein richtiges Zentrum der Region wurde! Später zog das Kloster, wie bei einem Umzug mit viel Gepäck und noch mehr Gesang, im Jahr 1287 auf das heutige Gelände direkt bei der alten Porta de São Manços um. Die erste Chefin, die Prioresa, hieß D. Maria Mendes Ancião und das Abenteuer „Nonnenleben“ nahm richtig Fahrt auf.
Doch nun ein kleiner Zeitsprung: Ursprünglich gehörten die Damen einer anderen Ordensgemeinschaft an - erst 1298, und nach vielem Hin und Her, schlüpften sie endgültig in die Gewänder der Dominikanerinnen. Dank eines offiziellen Schreibens von Papst Clemens V. im Jahr 1305 war das dann auch amtlich. So hatte Santarém nun zwei Dominikanerkonvente - einen für Männer, einen für Frauen! Mittelalterliche Gleichberechtigung, quasi.
Die Zeit verging - mal langsam, mal schnell, mal turbulent. Im 16. Jahrhundert griff ein echter Fan mit Geldbörse ordentlich in die Bautruhe: D. Manuel Teles de Menezes renovierte die Kapelle; sein Nachfolger ließ sogar eine Familiengruft anlegen. Dort schlummerten später nicht nur Mitglieder der mächtigen Familie Conde de Unhão, sondern auch Martim Afonso de Castro, Vizekönig von Indien. Seine Frau, D. Margarida de Távora, fand gleich daneben ihre letzte Ruhe - offenbar war dieses Kloster der Hotspot für bedeutende Persönlichkeiten und deren ewige Siesta.
Doch wie das Leben so spielt, kam 1834 das große Kloster-Ende. Nicht etwa, weil alle Nonnen plötzlich Instagram-Influencerinnen wurden, sondern weil die neuen liberalen Gesetze Klöster schlossen. Hier hielt sich das Leben noch bis 1895 - solange, bis die letzte Nonne starb. Danach verwandelte sich das Gebäude erst in ein Mädcheninternat, dann in einen olivengrünen Militärstützpunkt, bei dem selbst die Fantasie der Nonnen schlappgemacht hätte.
Heute verbirgt sich hinter diesen Mauern die Polizei - ja, richtig gehört! Von den alten Zeiten bleiben nur noch wenige Steine, Grabplatten und azurblaue Kachelbilder, die längst anderswo untergebracht wurden. Die Kirche selbst gibt es nicht mehr, aber wenn du ganz genau lauschst, hörst du vielleicht noch ein leises Orgelspiel, vermischt mit den Schritten der klösterlichen Vergangenheit… und vielleicht dem einen oder anderen Polizisten auf Streife. Willkommen im alten Kloster der Donas - ein historisches Chamäleon, das immer für eine Überraschung gut ist!



