Direkt vor Ihnen erhebt sich eine mächtige, gelb getünchte Kirche mit zwei Zwiebeltürmen und einer eleganten Barockfassade - schauen Sie auf das höchste Gebäude mit den grünen Turmhauben, dann sind Sie schon am Ziel!
Stellen Sie sich vor, wir reisen gemeinsam zurück ins 17. Jahrhundert. Hier, am Fuß der sogenannten „Burgberg“, da wo die Stadtmauern Posen einst schützten, stand... nichts. Nur der Wind pfiff und vielleicht huschte ein listiges Eichhörnchen vorbei, auf der Suche nach einem architektonischen Wunder. Denn seien wir mal ehrlich: Was wäre eine Stadt ohne ihre dramatisch verborgenen Geschichten?
Damals wollte der Bischof Andrzej Szołdrski die Franziskaner nach Posen holen. „Wir brauchen mehr Mönche in der Stadt!“, dachte er wohl - aber die anderen Orden, besonders die hier ansässigen Bernhardiner, waren so begeistert davon wie ein Kater vom Badetag. Also gab es ein bisschen heiliges Gezicke und die Franziskaner wurden erstmal aufs Abstellgleis geschickt - an die heutige ul. Grobla, weitab vom Zentrum. Aber sie gaben nicht auf! Weil ihr Holz-Kirchlein 10 Jahre später abbrannte (vermutlich ein sehr heißer Gottesdienst...) mussten sie weiterziehen und bekamen eine neue Bleibe und einen noch älteren Kirchenbau. Doch das Ziel war klar: Eine eigene prachtvolle Kirche innerhalb der Stadtmauern!
Also - und jetzt halten Sie sich fest - 1668, nach mehreren Anläufen und vielen Gebeten (und wahrscheinlich auch ein paar verzweifelten Stoßseufzern beim Blick aufs Bauamt), bekamen sie endlich ihr Grundstück direkt hier am Fuße des Burgbergs. Ein gewisser Baumeister Jan Koński wurde 1674 mit dem Bau beauftragt. Aber, wie es bei Kirchenbauten so ist, zog sich alles hin wie Kaugummi auf dem Gehweg im Sommer: Ganze 54 Jahre dauerte es bis zur endgültigen Fertigstellung 1728.
Im Inneren erwartet Sie der pure Barock: Eine dreischiffige Basilika mit einem Hauptschiff, das von einem kunstvollen Tonnengewölbe mit Fenstern überspannt wird. Dort blinzelt golden der prunkvolle Hauptaltar, voller Stuckverzierungen und bemalter Fresken - geschaffen von den Brüdern Adam und Antoni Swach, zwei legendären tschechischen Franziskanern. Falls Sie sich je gefragt haben, wie viele Heilige auf einmal auf einen Altar passen: Neben dem Bild des heiligen Antonius von Padua stehen gleich zwei mächtige Holzfiguren - der heilige Augustinus und Franz von Assisi, beide wohl im Dauerlauf zum Altar geeilt.
Eine besondere Attraktion ist die Kapelle mit dem Bildnis der „Wundertätigen Madonna von Posen“, gemalt 1666 von Marcin aus Śródka, der damals vermutlich nicht ahnte, dass sein Werk einen so legendären Ruf bekommen würde. Zwei Jahre nach der Entstehung suchten die Menschen ihren Segen und schon bald war das Bild als wundertätig bekannt! Seitdem pilgern Generationen hierher. Und 1968, Jahrhunderte später, wurde das Bild sogar vom berühmten Kardinal Stefan Wyszyński gekrönt, während ein gewisser Krakauer Bischof namens Karol Wojtyła dabei zusah - ja, derselbe, der später an Nummer eins auf die Papstliste der Welt rücken sollte.
Die Kirche erlebte in ihrer Geschichte viele Höhen und Tiefen - wortwörtlich auch bauliche: Im 19. Jahrhundert wurde der Orden unterdrückt, der Sakralbau von den Preußen flugs zum Lagerhaus umfunktioniert (es roch vermutlich weniger nach Weihrauch, mehr nach Mottenkugeln...), später dann fast ganz zerstört, im Krieg erneut beschädigt und als Erste nach Kriegsende wieder aufgebaut. Jede Schicht des Mauerwerks erzählt von Mut, Hoffnung und einer Prise echt klösterlicher Beharrlichkeit.
Im Inneren finden Sie noch etwas Gruseliges und Faszinierendes zugleich: eine Sammlung von 14 barocken Totenporträts, hölzerne Stallen und kunstvolle Grabmäler - eine Zeitreise durch die Posen’sche Geschichte im Kreis, einmal im Uhrzeigersinn abgelaufen!
Und als würde es nicht reichen, steht gleich nebenan ein Denkmal für den legendären 15. Ulanenverband von Posen, als würden auch sie über die Konstante in dieser Stadt wachen: Immer weiter, immer wieder, immer voller Geschichten!
Und hier stehen Sie nun - mitten in diesem Patchwork aus Triumph, Tränen, Triumphgewölben und den ein oder anderen Wunder, das vielleicht schon im nächsten Moment passieren könnte. Wer weiß, vielleicht begegnet Ihnen ja ein besonders freundlicher Pater, der noch eine kleine Anekdote auf Lager hat - und wenn nicht, dann hat Andreas, Ihr digitaler Stadtführer, immer einen weiteren Klosterwitz im Ärmel!
Möchten Sie mehr über die Architektur, heiligtum unserer lieben frau von den wundern unserer lieben frau von poznań oder den wächter erfahren? Fragen Sie im Chat-Bereich nach und ich werde Sie aufklären.



