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Pedrocchi Café

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Direkt vor dir erhebt sich das Caffè Pedrocchi mit seiner hellen, neoklassizistischen Fassade, markanten Säulen und den markanten Löwenstatuen auf den beiden Seitenlogen - halte Ausschau nach den wuchtigen steinernen Portalen und dem zentralen Balkon, an dem oft Menschen sitzen und das Treiben beobachten.

Stell dir vor, wie du genauso hier stehst, wie vor hundert Jahren schon Kaffeehausgäste in bunter Gesellschaft: Der Duft von geröstetem Kaffee wabert durch die Luft, gemischt mit leisen Stimmen, Gelächter und dem leisen Klirren von Porzellantassen. Das Caffè Pedrocchi, oder wie man es hier früher nannte, das „Caffè senza porte“ - das Café ohne Türen - ist ein echter Star unter den Kaffeehäusern Italiens! Bis 1916 war es Tag und Nacht geöffnet, ganz ohne Türen, damit Student, Professor oder Politiker zu jeder Stunde seinen Cappuccino bekommen konnte - und das mitten im Herzen von Padua.

Doch wie entstand dieses legendäre Kaffeehaus? Alles begann 1772, als Francesco Pedrocchi, ein kluger Bergamaske mit einem Riecher fürs Geschäft, mitten in Padua eine Kaffeebar eröffnete. Sein Sohn Antonio war mindestens genauso clever: Er kaufte über zwanzig Jahre die angrenzenden Gebäude rund um das heutige Dreieck - da, wo sich jetzt Caffè, Uni, Rathaus, Theater und die wichtigsten Plätze der Stadt begegnen. Man munkelt, selbst die Post hat ihn immer gern mit Nachschub versorgt!

Im frühen 19. Jahrhundert ließ Antonio Pedrocchi das ganze Viertel abreißen - mit dem Ziel, das vielleicht schönste Kaffeehaus Europas zu bauen. Doch das erste Bauprojekt gefiel ihm gar nicht. Also holte er Stararchitekt Giuseppe Jappelli, der ihm ein ganz besonderes Haus entwarf, das fast wie ein riesiger Flügel auf der Landkarte aussieht - mit einer Mischung aus neoklassizistischem Glanz und neugotischer Verspieltheit. Unregelmäßiger Grundriss, verschiedene Stilrichtungen - für Jappelli alles kein Problem! Mit Dorischen Säulen, mächtigen Loggien und der achteckigen „Pedrocchino“-Turm nebenan setzte er dem Ganzen die Krone auf.

Komm ein Stück näher und du siehst die drei berühmten Säle im Erdgeschoss: die grüne, die rote und die weiße. Die Farben stammen übrigens von den Tapeten, die eigens für das vereinte Italien 1861 gestaltet wurden. Die grüne War ursprünglich der Lesesaal für Studenten, die kein Geld hatten - hier durfte man Zeitung lesen ohne Kaufpflicht. Daher kommt angeblich der Ausdruck „essere al verde“, also „pleite sein“. Tröstlich, dass wenigstens das Lesen immer umsonst blieb!

Die rote Halle ist der Mittelpunkt und war schon immer Treffpunkt für hitzige Diskussionen, Liebesgeflüster und - kein Scherz! - Revolutionen. Genau hier wurde 1848 ein tapferer Student bei Unruhen angeschossen, was die revolutionäre Stimmung Emilia-Romagnas und Italiens weiter entfachte. Noch heute findet man ein Einschussloch in der Wand. Wenn du ganz leise bist, glaubst du fast, noch das aufgeregte Flüstern und nervöse Stühlerücken von damals zu hören.

Auf der Piazza davor und in den verzweigten Sälen des Obergeschosses gaben und geben sich Studenten, Künstler, Philosophen und Politiker die Türklinke in die Hand. Ob in der griechischen, der römischen, der pompösen Rossini-Halle oder der Ägyptischen: Jede Stube ist anders, jede erzählt eigene Geschichten. Von den vier steinernen Löwen an den Nordloggien sagt man, sie wachen über die Besucher - und so mancher hat sich schon gefragt, ob sie nachts zum Leben erwachen, sobald alle Lampen gelöscht sind... Ein bisschen Mystik braucht jedes ehrwürdige Gebäude, findest du nicht?

Auch Giuseppe Jappelli selbst bring eine Prise Geheimnis ins Spiel: Als überzeugter Freimaurer hat er überall kleine Symbole eingebaut, die noch heute Anlass für Spekulationen geben. Die ägyptische Halle entstand übrigens als Hommage an den berühmten Forscher Giovanni Battista Belzoni aus Padua, der im 19. Jahrhundert das alte Ägypten ins Veneto holte - ganz ohne Kamel!

Mit dem zweiten Weltkrieg und dem Wandel der Zeit drohte das Caffè Pedrocchi fast in Bedeutungslosigkeit zu versinken. Restaurierungen, Umbauten, neue Fassaden, alte Möbel raus, neue rein - selbst eine grell leuchtende Neonquelle wurde installiert. Was hätten all die gefeierten Poeten und Musiker darüber gesagt, die einst stundenlang an ihren Tischen sinnierten? Doch die Paduaner wären keine Paduaner, wenn sie ihr Café einfach aus den Händen gegeben hätten! Nach weiteren Restaurierungen erstrahlt es heute wieder im alten Glanz und ist der Stolz der Stadt - und als Sahnehäubchen gibt es im Obergeschoss das Museum des Risorgimento und der Zeitgeschichte, in dem sogar Bilder des legendären Pedrocchi-Clans hängen.

Hier, wo Tag und Nacht das Koffein floss, politische Ideen geboren wurden und Generationen ihre Sorgen und Wünsche hinaussangen, steht heute immer noch das „Caffè senza porte“. Ob du einen Espresso brauchst, dich inspirieren lassen willst oder einfach dem schnurrenden Wind der Geschichte lauschen möchtest: Das Caffè Pedrocchi ist der perfekte Ort dafür - und vielleicht fliegt während deines Besuchs sogar ein kleiner Funke Revolution vorbei.

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starstarstarstarstar
Das war eine solide Art, Brighton kennenzulernen, ohne sich wie ein Tourist zu fühlen. Die Erzählung hatte Tiefe und Kontext, übertrieb es aber nicht.
Christoph
Christoph
Brighton-Tour
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Habe diese Tour mit einem Croissant in der einen Hand und null Erwartungen gestartet. Die App schwingt einfach mit einem mit, kein Druck, nur man selbst, Kopfhörer und ein paar coole Geschichten.
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