Um das Museum der Gipsabgussgalerie der normannisch-schwäbischen Burg zu entdecken, halte Ausschau nach dem mächtigen steinernen Elefanten, der auf einem Sockel steht - sein Rüssel reckt sich neugierig in die Luft direkt vor dem Eingang der gewaltigen Burgmauern!
Hereinspaziert in die faszinierende Welt der Gipsabgussgalerie! Stell dir vor, du stehst im Schatten einer mächtigen normannisch-schwäbischen Festung: Die Mauern sind dick, steinalt und erzählen schon ohne Worte von Rittern, Königen und Abenteurern. Genau hier hat das Museum sein Zuhause gefunden - direkt unter der großen steinernen Treppe, wo früher vielleicht schon einmal ein müder Ritter verweilte. Drinnen erwartet dich der erste große Zauber: Über 130 Gipsabgüsse, die berühmte Denkmäler und magische Details aus ganz Apulien zeigen - von Kapitellen, Löwen- und Sphingenfiguren, bis zu geheimnisvoll verzierten Portalen und rankenden Archivolten.
Die Geschichte dahinter klingt fast wie ein Krimi mit Happy-End: Im Jahr 1911 packten zwei findige Künstler, Pasquale Duretti und Mario Sabatelli, ihre Werkzeugkisten und begannen Gips zu kneten, zu drücken, zu modellieren - alles für die große Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläum der Einheit Italiens in Rom. Die frischgebackenen Gipse spielten dort die Hauptrolle im Apulien-Pavillon - aber nach dem großen Fest im Dezember wurden sie liebevoll zurück nach Bari gebracht und im archäologischen Museum verstaut. Jahre vergingen, die Gipse staubten still vor sich hin, wurden später in die Burg geholt - aber eine richtige Ausstellung? Fehlanzeige! Erst 2011, also ganze hundert Jahre nach ihrer Entstehung, wurden sie nach einer gründlichen Schönheitskur und in drei prächtigen Sälen wieder der Öffentlichkeit präsentiert.
Das echte Highlight aber: Jeder Saal nimmt dich mit auf Zeitreise! In einem Saal hörst du, wie sich die Geschichte Baris von der byzantinischen Zeit bis kurz vorm modernen Italien entwickelte. In einem anderen Saal - dem sogenannten „Saala Sveva“ - kannst du multimedial eintauchen und sogar Aufnahmen von der königlichen Eröffnung 1911 erleben, samt wippender Krone von Viktor Emanuel II. Die Gipsabgüsse selbst stammen von Kirchen, Burgen und Kathedralen - die Sphinx vom Portal der Basilika San Nicola, Fensterfragmente aus der Kathedrale, prunkvolle Stühle aus dem Heiligtum Monte Sant’Angelo und, nicht zu vergessen, Reste des einst prachtvollen, aber heute verschwundenen, Palastes von Foggia.
Also, stell dir den Gipsduft in der Nase, das Echo der alten Steintreppen und das geheimnisvolle Flüstern vergangener Jahrhunderte vor. Und falls du dich fragst, ob die steinernen Löwen ab und zu nachts durch die Burg spazieren - na ja, sicher ist sicher...



