Vor dir erhebt sich die eindrucksvolle Fassade der Santa Teresa dei Maschi aus hellem Stein, mit prächtigen Säulen, Verzierungen, und ziemlich majestätisch wirkenden Stufen - halte einfach nach dem großen, dunklen Holztor Ausschau!
Stell dir vor, du stehst im Jahr 1690 hier inmitten des geschäftigen Treibens der Altstadt von Bari, die Luft ist erfüllt von den Stimmen der Bauarbeiter und dem Duft feuchter Erde, denn genau zu dieser Zeit begannen die Unbeschuhten Karmeliten mit dem Bau dieser eindrucksvollen Kirche und ihres Klosters. Aber damit niemand sie verwechselt, hat man sie pragmatisch Santa Teresa „dei Maschi“ genannt, quasi „die der Männer“, damit sie nicht mit der anderen Kirche der Karmelitinnen - der Frauen, die heute gar nicht mehr existiert - durcheinandergebracht wird. Ja, die Baris wussten eben schon damals, wie man Probleme einfach löst!
Die barocke Fassade, die du gerade bestaunst, wurde zwischen 1690 und 1696 vollendet. Schau mal nach oben - die markante Kuppel ragt sogar noch heute quer über das Skyline-Panorama der alten Stadt. Doch wenn du jetzt die schweren Holztüren öffnest, findest du innen keine typische Kirche mehr, sondern ein modernes Kunstwunderland! Einst barocker Gebetsraum, heute ein Zentrum für zeitgenössische Kunst: Die Santa Teresa dei Maschi ist Bühne für die Bibart Biennale und beherbergt ein echtes Schatzkästchen - das Museum der farbigen natürlichen Pigmente. Hier kannst du seltene Pigmente wie das strahlende Gelb des Orpiments, das mystisch-tiefblaue Ultramarin (direkt aus Lapislazuli!) oder das legendäre Preußisch Blau entdecken. Noch mehr Farbenpracht gefällig? Wie wär’s mit Dammar-Harz, Adragant oder Mastix von Chios - echte Schätze aus der Welt der Resine.
Und jetzt rate mal, wer das alles beaufsichtigt: Kein geringerer als der Meister Miguel Gomez, ein wahrer Farbenzauberer. Während dir vielleicht der Kopf vor lauter Pigmentnamen schwirrt, kannst du in diesem Gebäude auch alte Meisterwerke von Andrea Miglionico und Nicola Gliri bewundern - echte barocke Pracht, eingerahmt von modernen Ausstellungen. Und wenn es ganz still wird, kann man fast die alten Karmeliten im Kreuzgang schlendern hören, stets auf dem Weg zwischen Andacht und Alltag. Dieses Bauwerk bleibt bis heute ein lebendiges Kunstwerk, wo Vergangenheit und Gegenwart einen farbenfrohen Pakt geschlossen haben.



