Vor dir erhebt sich ein eindrucksvolles mittelalterliches Turmhaus aus hellem Stein, direkt an einer kleinen, gepflasterten Straße - halte einfach nach dem Gebäude mit den typischen alten Mauern Ausschau, das zwischen den schmalen Gassen von Bari Vecchia besonders heraussticht.
Stell dir vor, du gehst durch die Türen dieses alten Hauses, die Trittsteine knarzen unter deinen Füßen und drinnen erwarten dich Geschichten von Kriegen, Triumphen, Künstlern und Familiengeheimnissen. Das Stadtmuseum von Bari, das 1919 gegründet wurde, war ursprünglich gar nicht hier - es wurde erst 1977 in dieses mittelalterliche Casatorre verlegt. Und, kleiner Funfact: Bis dahin hat es ordentliche Umzüge hinter sich, von einer Schule, ins Teatro Margherita - ja, damals war das Theater nicht nur für Applaus, sondern auch für Ausstellungen zuständig - über das Normannisch-Staufische Schloss bis schließlich hierher.
Beim Betreten riecht man fast noch das alte Papier der mehr als 13.000 Bücher in der städtischen Bibliothek - und irgendwo blitzt ein verschmitztes Lächeln auf einem der Karikaturen von Frate Menotti auf. Du glaubst gar nicht, was sich hier alles verbirgt: Waffen aus den Bourbonenzeiten bis in die Moderne, verstaubte Gasmasken aus dem Ersten Weltkrieg, Uniformen von den wilden Kampagnen in Afrika, Abessinien und Äthiopien - man spürt fast noch das Zittern der Soldaten vor dem nächsten Angriff. Wusstest du, dass hier früher sogar ein österreichisches Wasserflugzeug ausgestellt war, das 1918 über Bari abgeschossen wurde? Leider ist das jetzt im Luftfahrtmuseum, aber die Geschichte hängt noch als Hauch in der Luft.
Es gibt aber nicht nur Rüstungen und Kanonen! Ein echtes Buchjuwel, der allererste in Bari gedruckte Band aus dem Jahr 1535, liegt hier friedlich neben alten Spielkartenmatrizen aus dem 19. Jahrhundert. Die Familie Tanzi hat ihre prachtvollen Gemälde hinterlassen und Liborio Antonelli Matteucci seine Fotografien, die fast so lebendig wirken, als würden sie gleich aus dem Rahmen steigen und die Stadt in neuem Licht zeigen.
Und dann plötzlich - steht da eine Wiege! Nicht irgendeine, sondern die des Marchese di Montrone aus dem 18. Jahrhundert, so kunstvoll gearbeitet, dass man fast glaubt, das adelige Baby könnte jeden Moment wieder darin schlummern. Hier im Museum von Bari ist jeder Winkel ein Zeuge eines anderen Abenteuers: von der Schlacht bis zur Karikatur, vom Held zum Kind, und mittendrin du - willkommen im bunten Geschichtsspaghetti Baris!


