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Station 13 von 16

KIT Library

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KIT Library
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KIT LibraryPhoto: Phi1free, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Cropped & resized.

Vor dir erhebt sich ein markanter Gebäudekomplex, bestehend aus einem hoch aufragenden, quadratischen Bücherturm mit einer strengen Rasterfassade und einem davorliegenden hellen Erweiterungsbau, der auf kräftigen Pfeilern ruht. Wenn man vor diesen modernen Mauern steht, spürt man förmlich, wie sehr dieser Ort den unablässigen Rhythmus von Zerstörung, Wiederaufbau und unermüdlichem Fortschritt widerspiegelt.

Die KIT-Bibliothek, wie wir sie heute sehen, ist ein lebendiges Zeugnis ständiger Neuerfindung. Im Zweiten Weltkrieg wurden sechzig Prozent der damaligen Buchbestände vernichtet. In den bitteren Nachkriegsjahren herrschte eine so extreme Raumnot, dass die Bibliothek als provisorisches Notquartier für viele Jahre in eine abgelegene, ehemalige Kaserne ziehen musste. Doch aus diesem Tiefpunkt wuchs der Drang nach etwas Großem.

Im Jahr 1966 entwarfen der Architekt Otto Haupt und sein Sohn Peter den markanten, heute denkmalgeschützten Bücherturm, den du dort siehst. Sie trafen dabei eine äußerst ungewöhnliche bauliche Entscheidung. Anstatt die tonnenschweren, geschlossenen Büchermagazine, also die riesigen Lagerräume für die Bücher, wie es sonst üblich ist, tief im Keller unterzubringen, platzierten sie diese ausgerechnet in den obersten Stockwerken des Turms. Ein gewagter statischer Balanceakt, der das Wissen sprichwörtlich hoch über die Köpfe der Menschen hob.

Als Jahrzehnte später die stetig wachsenden Studierendenzahlen einen Erweiterungsbau unumgänglich machten, passierte etwas Wunderbares. Der Architekt Heinz Mohl wurde mit dem Projekt beauftragt. Mohl hatte in den fünfziger Jahren genau hier Architektur studiert, und zwar ausgerechnet bei Professor Otto Haupt. So oblag es dem ehemaligen Schüler, das Werk seines alten Lehrers durch den hellen Anbau in das neue Jahrtausend zu führen.

Diese architektonische Verschmelzung war nur der Vorbote der großen institutionellen Fusion, über die wir ja vorhin schon gesprochen haben. Durch den Zusammenschluss von Universität und Forschungszentrum Ende 2009 entstand ein gemeinsamer Wissensspeicher, der heute abertausende Studierende und Mitarbeitende versorgt. Durch diese gigantische institutionelle Fusion entstand ein gemeinsamer Wissensspeicher, der heute abertausende Studierende und Mitarbeitende versorgt. Mehr als eins Komma acht Millionen gedruckte Bücher finden hier ein sicheres Zuhause.

Auch im digitalen Bereich war man hier der Zeit weit voraus. Mitte der neunziger Jahre, in der unerschlossenen Pionierzeit des Internets, das wegen seiner quälend langsamen Ladezeiten oft scherzhaft als World Wide Wait bezeichnet wurde, entwickelte ein Informatikstudent hier eine einfache Studienarbeit. Aus diesem simplen Konzept entstand der Karlsruher Virtuelle Katalog, eine Suchmaschine, die heute als Internet-Dino gilt und weltweit Milliarden von Anfragen bearbeitet hat.

Im Jahr 2006 folgte die nächste Revolution. Die Bibliothek stattete all ihre Medien mit modernen Funketiketten aus. Diese neue Technologie ermöglichte plötzlich eine vollautomatische Selbstausleihe. Die Bibliothek entwickelte sich dadurch rasch zum unersetzlichen studentischen Lebensmittelpunkt auf dem Campus, der übrigens ganz bequem an jedem Tag der Woche rund um die Uhr geöffnet ist.

Lass uns nun den Trubel dieses modernen Campus hinter uns lassen und in ein charmantes Überbleibsel aristokratischer Freizeitgestaltung eintauchen. Unser nächstes Ziel, das Fasanenschlösschen, ist nur einen kurzen Spaziergang entfernt.

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