Schauen Sie nach rechts... da steht ein wuchtiges, dunkelsteinernes Monument auf einem schweren, gestuften Sockel, dazwischen rosige Steinplatten. Und vorne: eine ganze kleine Bühne aus Figuren, darunter ein Engel, der ein großes rundes Schild umklammert. Subtil ist anders.
Nachdem wir die Karlsbrücke hinter uns gelassen haben, sind wir jetzt in Malá Strana, der sogenannten Kleinseite, hier auf dem Maltézské náměstí, also dem Malteserplatz. Vor Ihnen steht die Statue des Johannes des Täufers, auf Tschechisch Sousoší svatého Jana Křtitele.
Geschaffen hat sie Ferdinand Maxmilián Brokoff, ein echter Könner der Barockzeit. Barock, das ist ein Stil aus dem siebzehnten Jahrhundert, der gern groß auftritt: viel Drama, starke Gefühle, theatralische Gesten. Und genau das macht Brokoff hier... aus hartem Stein werden plötzlich weich wirkende, flatternde Gewänder. Wenn man’s nicht besser wüsste, würde man meinen, die Figuren seien mitten in einer angespannten Unterhaltung eingefroren worden.
Gehen Sie ruhig einmal ein paar Schritte drum herum und schauen Sie sich die verwitterten Details aus verschiedenen Blickwinkeln an. Wenn Sie so weit sind, gehen wir weiter zum Denkmal für die Opfer des Kommunismus.



