Rechts sehen Sie eine breite Betontreppe, die den Hang hinaufführt. Auf den Stufen stehen Bronzefiguren von Menschen... und je weiter oben, desto stärker wirken sie beschädigt, fast auseinanderfallend. Nach den eher klassischen Statuen am Maltézské Platz geht es hier in ein deutlich düsteres Kapitel der tschechischen Geschichte: das Denkmal für die Opfer des Kommunismus. Es erinnert an die Menschen, die unter dem totalitären Regime von neunzehn achtundvierzig bis neunzehn neunundachtzig gelitten haben.
Enthüllt wurde es im Jahr zwei tausend zwei. Geschaffen hat es der tschechische Bildhauer Olbram Zoubek. Es sind sechs Figuren, aber sie stehen für ein und dieselbe Person. Wenn Sie die Treppe hinaufblicken, sehen Sie, wie der Körper zerfällt: Gliedmaßen fehlen, der Oberkörper reißt auf. So wird die körperliche und seelische Zerstörung politischer Gefangener sichtbar... und trotzdem stehen alle noch aufrecht. Ein stiller Hinweis darauf, dass Widerstand nicht immer laut sein muss.
Achten Sie auf den bronzenen Streifen in der Mitte: eingraviert sind Zahlen, die einen schlucken lassen... über zweihunderttausend Verhaftete, hundert siebzigtausend ins Exil Getriebene, und Tausende Tote oder Hingerichtete. Eine Tafel widmet den Ort auch denen, deren Leben durch Despotismus aus der Bahn geriet.
Und ja, selbst die Enthüllung blieb nicht frei von Politik: Václav Havel stand zunächst nicht auf der Gästeliste. Zwei Tage vorher bekam er doch noch eine Einladung... und entschied sich lieber für einen privaten Besuch am Vortag, zusammen mit dem Künstler. Später überstand das Denkmal sogar zwei nicht aufgeklärte Bombenexplosionen im Jahr zwei tausend drei. Wenn Sie bereit sind, gehen wir weiter zum Prager Jesuskind.


