
Dieser Platz ergibt nur Sinn, wenn man ihn als einen ehemaligen Grenzbereich betrachtet. Jahrhundertelang endete Graz genau hier. Mindestens seit dem dreizehnten Jahrhundert verlief eine Stadtmauer vom Uhrturm auf dem Schloßberg hinunter zum Reinerhof und weiter nach Westen in Richtung Mur. Auf der Innenseite dieser Mauer endete die Sackstraße einfach. Der Name „Sack“ bedeutet hier eine Sackgasse, eine Straße, die wie der Boden eines Sacks geschlossen ist. Im vierzehnten Jahrhundert brach die Stadt dann ein Tor durch die Mauer, das erste Sacktor, damit der Verkehr nach Norden fließen konnte. Spätere Darstellungen zeigen einen schlichten quadratischen Turm mit Walmdach, der es bewachte.
Das offene Gelände vor dieser Mauer konnte nicht bebaut werden, da das Land dem regierenden Fürsten gehörte. Deshalb wirkt dieser Ort auch heute noch langgestreckt und seltsam linear. Wenn Sie einen Blick auf die Gesamtansicht in der App werfen, können Sie sehen, wie der Platz wie eine schmale Schürze am Fuße des Hügels liegt.
Während des Zweiten Weltkriegs trieben Zwangsarbeiter von genau diesem Platz aus Tunnel in den Berg. Das System erreichte schließlich eine Länge von 6,3 Kilometern mit zwanzig Eingängen und genügend Platz, um während Luftangriffen bis zu fünfzigtausend Menschen Schutz zu bieten, während es gleichzeitig ein Kommandozentrum und ein Krankenhaus beherbergte. Heute führen dieselben Tunnel zum Schloßberglift, zur Rutsche, zur Märchenbahn und zum Durchgang durch den Berg zur Ostseite: Der Berg hat seine Hohlräume behalten, aber ihren Zweck geändert.
Der Schloßbergplatz ist der Ort, an dem Graz eine harte Grenze in eine öffentliche Schwelle verwandelt hat. Wenn Sie bereit sind, gehen Sie weiter und lassen Sie sich von der Stadt leiten.
Ein Straßenblick in Richtung Uhrturm und Kriegssteig, bei dem die historischen Gebäude am Rande des Platzes in einem Bild zu sehen sind.






