Um das Belmont Cinema zu erkennen, halten Sie nach einem robusten Granitgebäude Ausschau. Oben prangt ein großes blaues Schild, darunter leuchten knallrote Buchstaben: „Cinema“. Und die bunten Filmplakate machen einem praktisch ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. Sie stehen hier direkt an der Belmont Street.
Jetzt drehen wir die Zeit zurück auf achtzehnhundertsechsundneunzig. Das Haus war damals nagelneu und „laut“ nicht wegen Popcorn, sondern wegen Diskussionen. Es eröffnete als Aberdeens Trades Council Hall, also als Versammlungshaus des Gewerkschaftsrats. Entworfen wurde es von zwei lokalen Architekten: Alexander Ellis und Robert Gordon Wilson. Hier traf sich die junge Arbeiterbewegung, um über Löhne, Rechte und die Zukunft zu streiten. Wenn Sie gut hinhören, erwischen Sie vielleicht noch ein Echo von Jubelrufen. Oder das war nur jemand, der den geheimen Keks-Vorrat entdeckt hat.
Schon achtzehnhundertachtundneunzig kam dann die neue Zauberei: Film. Zu den frühen Vorführungen gehörten flackernde Bilder von Queen Victoria selbst, aufgenommen bei Balmoral Castle. Für viktorianische Kinofans war das vermutlich das, was heute ein Superheldenfilm ist: Pflichtprogramm.
Ab neunzehnhundertzehn wurde daraus das Coliseum-Kino mit laufenden Nachmittagsvorstellungen, „Matinee“ nennt man das. Und die Namen wechselten wie ein Bösewicht seine Tarnung: neunzehnhunderteinundzwanzig New Kinema, neunzehnhundertfünfunddreißig dann Belmont Cinema. Nach einem Umweg als Lagerhaus kehrte die Magie zweitausend zurück, als der Stadtrat das Gebäude restaurieren ließ, mit Unterstützung der National Lottery, also einer staatlichen Lotterie, deren Erlöse Kulturprojekte fördern.
Später gab es Betreiberwechsel mit genug Drama fürs Drehbuch: Picturehouse, Cineworld und das Centre for the Moving Image. Auch nach der Schließung im Jahr zweitausendzweiundzwanzig gaben Cineasten nicht auf. Als „grade C listed building“, also ein denkmalgeschütztes Gebäude der Kategorie C, steuert es auf die nächste Fortsetzung zu: Belmont Community Cinema Ltd, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, arbeitet an der Wiedereröffnung gegen spätes zweitausendvierundzwanzig. Und ja, wahrscheinlich inklusive Lachen, Licht und dem einen oder anderen verschütteten Getränk.



