Vor uns erhebt sich ein massiver Hufeisenbogen aus Ziegelsteinen, der unter einem weit ausladenden hölzernen Vordach von filigranen Ornamenten umrahmt wird. Dies ist der Corral del Carbón, das einzige auf der Iberischen Halbinsel erhaltene Handelshaus aus der Zeit der Nasriden. Im vierzehnten Jahrhundert war es unter dem Namen al-Funduq al-Jadida bekannt, eine Art Karawanserei, die als sicherer Hafen für reisende Kaufleute diente.
Bitte betrachten Sie diesen gewaltigen, einzigen Eingang einmal genauer. Achten Sie darauf, wie er bewusst als Nadelöhr konstruiert wurde, um die wertvolle Seide und die feinen Gewürze im Inneren zu schützen. Das gesamte Gebäude wurde unter Sultan Yusuf dem Ersten komplett ohne Außenfenster erbaut. Ein Marktaufseher, der sogenannte Fundeqayr, wohnte direkt über diesem Haupttor und überwachte streng, wer ein- und ausging. Bei Sonnenuntergang wurde diese einzige massive Tür hermetisch verschlossen, und niemand durfte das Gebäude vor dem Morgengrauen verlassen. Wenn Sie jetzt auf Ihren Bildschirm schauen, sehen Sie den dreistöckigen Innenhof. Auf den oberen Galerien schliefen die Händler, oft nur in ihre Umhänge gewickelt, während ihre Lasttiere und Waren sicher im Erdgeschoss untergebracht waren.

Doch dieses Gebäude stand früher nicht so isoliert da. Ursprünglich verband eine kleine Brücke über den Fluss Darro dieses Gasthaus direkt mit dem großen Basar und der Hauptmoschee. Im neunzehnten Jahrhundert riss man diese Brücke jedoch ab und überbaute den Fluss mit einem riesigen Gewölbe. Diese Art der architektonischen Auslöschung durchtrennte die mittelalterliche Struktur völlig und beraubte die Karawanserei ihrer lebenswichtigen, physischen Verbindung zum kommerziellen Herzen der alten Stadt.
Nach der christlichen Eroberung Granadas übertrug die Krone das Anwesen dem treuen Stallburschen Sancho de Arana aus persönlicher Dankbarkeit dafür, dass er bei Prozessionen die königlichen Pferde am Zügel geführt hatte. Da er keine Erben hinterließ, wurde das Gebäude später versteigert und zu einem lebhaften Freilufttheater umfunktioniert. Noch später lagerte man im Erdgeschoss Kohle, was dem Hof seinen heutigen spanischen Namen gab.
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war das einst prächtige Gebäude zu einer ungesunden Mietskaserne für fünfunddreißig arme Familien verfallen, die aus purer Not alte, tragende Mauern für ihre Küchenabzüge durchbrochen hatten. Werfen Sie doch einmal einen kurzen Blick auf das Vorher-Nachher-Bild, um zu sehen, wie sehr die Architektur vor ihrer Rettung gelitten hatte. Der Architekt Leopoldo Torres Balbás kaufte das Anwesen tausendneunhundertachtundzwanzig mit Einnahmen aus dem Ticketverkauf der Alhambra und begann sofort mit der liebevollen Restaurierung.
Glücklicherweise kann man diesen historischen Hof täglich von neun bis zwanzig Uhr besuchen. Lassen Sie uns nun dieses mittelalterliche Handelshaus hinter uns lassen und gemeinsam zum Denkmal für Isabella die Katholische spazieren, das nur einen kurzen Fußweg entfernt auf uns wartet.




