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Station 6 von 14

Church of Santa Maria de Marvila

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Church of Santa Maria de Marvila

Wenn du jetzt nach vorne blickst, siehst du ein beeindruckendes, kunstvoll verziertes Portal mit filigranen Naturmotiven, eingerahmt von zwei spitzen Türmchen - das ist der auffällige Eingang der Igreja de Santa Maria de Marvila!

Stell dir vor, du stehst nun am Puls der Geschichte Santaréms. Wo heute ruhige Pflastersteine und warme Sonnenstrahlen die Szene bestimmen, herrschte einst reges Treiben: Das ist das Herz der Altstadt, direkt am historischen Praça Nova. Hier steht sie, groß und würdevoll - die Kirche, die im Mittelalter als eine der wichtigsten von ganz Santarém galt. Aber Vorsicht, sie ist ein bisschen wie ein Chamäleon! Unter ihrem Kleid aus Stein verbirgt sie viele Gesichter und Abenteuer.

Ihre Geschichte beginnt dramatisch. Ursprünglich stand hier nämlich eine Moschee, mitten in der islamischen Medina von Santarém, bevor sie zur christlichen Kirche wurde - also ein bisschen wie der erste große „Gebäudewandel-Contest“ der Stadt! Im 12. Jahrhundert landete die Kirche nach der Rückeroberung zuerst in den Händen des Bischofs von Lissabon, dann schenkte D. Afonso Henriques sie kurzerhand den Tempelrittern. Wer denkt, Geschenke werden heutzutage übertrieben, kennt die damaligen Könige nicht…

Der Name Marvila? Auch eine spannende Rätselgeschichte! Angeblich hat Sankt Bernhard eine Statue übergeben namens „Nossa Senhora das Maravilhas“ - und daraus wurde im Laufe der Zeit durch die quirrlige Volkszunge „Marvila“. Schon witzig, wie Worte sich spontan verwandeln, findest du nicht auch?

Aber zurück zu den großen Taten: Nebenan war das mittelalterliche Rathaus, und oft fanden sich hier die Mächtigen der Stadt ein. Im Jahr 1244 wird die Kirche sogar zur sogenannten „Colegiada“, einer Art Super-Kirche, erhoben. Die wichtigste Pfarrei weit und breit! Da hätte sich Harry Potter mit seiner Zauberschule fast ein Beispiel nehmen können.

Im 13. Jahrhundert wurde das gesamte Gebäude von Grund auf neu aufgebaut - diesmal im angesagten Stil der Gotik. Aber, um ehrlich zu sein, davon ist heute kaum noch etwas übrig, denn die Kirche ist wie ein Modestar: Sie liebt den Wechsel des Outfits. So kam es in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer ziemlichen Verwandlung. D. Francisco de Almeida, der Vizekönig von Indien - ja, Santarém hatte wirklich VIPs - ließ die Kirche erweitern und komplett im Manuelinisch-Stil umgestalten. Da sind nicht nur die prächtige Eingangstür, sondern auch bis heute der markante Turm, die Rundbogen und der prachtvolle Hauptaltar zu bewundern.

Und dann - zack! - kam das berühmte Erdbeben von 1531. Die Kirche kriegte Risse und Beulen, aber keine Sorge, der König ließ alles noch einmal schön renovieren. Überhaupt: Jede Epoche hat hier künstlerische Spuren hinterlassen. Im 17. Jahrhundert wurden die Mauern mit unzähligen, farbenfrohen Fliesen geschmückt. Man nennt sie Azulejos - und du stehst vor Portugals eigentlicher „Kathedrale der Fliesen“! Angeblich gibt es drinnen ganze 65.000 Stück davon. Wer die alle zählen will, braucht viel Geduld - oder eine Pause mit Kuchen im Café gegenüber.

Und als ob das noch nicht spektakulär genug wäre, fanden hier richtige Krimis statt. Im Jahre 1573 versammelten sich Ordensmänner und Adelige zum „Kapitel der Tempelritter“, alles unter dem wachsamen Blick des Königs D. Sebastião. Die Luft muss vor Spannung geknistert haben, vielleicht so wie bei einer Telenovela, wenn ein großes Geheimnis gelüftet wird.

Später, im 17. Jahrhundert, kamen noch mehr fantastische Dinge hinzu. Ein prachtvoller Fliesensaal, ein großes barockes Altargemälde, und sogar eine Orgel, die nach einer großen Reise (wie ein richtiger Backpacker) von einer anderen Kirche hierhergebracht wurde. Hätte man damals schon Umzugsunternehmen gehabt, hätten die bestimmt einen guten Deal gemacht.

Das Kircheninnere ist regelrecht ein Schaulaufen architektonischer Stile: Gotik, Manuelinik, Renaissance, Mannerismus - ein bisschen wie eine historische Modenschau. Überall haben fleißige Hände reich verzierte Säulen, hohe Bögen, geheimnisvolle Masken und Bilder angebracht. Gerade die Fliesen erzählen in leuchtenden Blau- und Gelbtönen von Heiligen, Wundern und auch von kleinen Alltagsgeschichten, die man entdecken kann, wenn man mit der Nase dicht genug an die Wand geht - aber nicht anbeißen, Fliesen sind schwer verdaulich!

Im Lauf der Jahrhunderte gab es natürlich auch herbe Verluste: Ein prachtvoller vergoldeter Hochaltar ging während der Französischen Invasion verloren. Und die ursprünglich Zwiebel-Kirchturmspitze mit barocken Wasserspeiern wurde im 19. Jahrhundert abgerissen und durch den heutigen Turm ersetzt - naja, auch Kirchtürme brauchen ab und zu ein Update!

Rund um das Portal, wo du gerade stehst, sieht man Naturmotive, die mit ganz viel Liebe ins Stein gemeißelt wurden. Die Türen an den Seiten tragen noch die Wappen und Träume vergangener Jahrhunderte. Innen erwarten dich mächtige Säulen, himmelhohe Arkaden und ein ganz eigenes, fast märchenhaftes Licht - vor allem, wenn der gelbe Sonnenstrahl durch die kleinen gotischen Fenster fällt und auf den Fliesen tanzt. Du merkst schon: Hier könnte man stundenlang stehen und sich Geschichten vorstellen.

Aber weißt du, was vielleicht das Schönste ist? Diese Kirche hat alle Stürme, Moden, Umbauten, Feste und Katastrophen überlebt. Sie ist ein echtes Chamäleon, das sich immer wieder neu erfunden hat und trotzdem ihren Zauber nie verloren hat. Lass den Blick noch einmal schweifen, atme tief ein und höre für einen Moment auf die Stille um dich herum. Wer weiß, vielleicht spürst du ja das Flüstern der Geschichte…

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starstarstarstarstar
Das war eine solide Art, Brighton kennenzulernen, ohne sich wie ein Tourist zu fühlen. Die Erzählung hatte Tiefe und Kontext, übertrieb es aber nicht.
Christoph
Christoph
Brighton-Tour
starstarstarstarstar
Habe diese Tour mit einem Croissant in der einen Hand und null Erwartungen gestartet. Die App schwingt einfach mit einem mit, kein Druck, nur man selbst, Kopfhörer und ein paar coole Geschichten.
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