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Freiheitsplatz in Poznan

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Freiheitsplatz in Poznan

Vor dir öffnet sich jetzt ein großer, rechteckiger Platz mit einer auffälligen modernen Glas-Skulptur und einer sprudelnden Fontäne, umgeben von prächtigen alten Gebäuden - schau einfach dorthin, wo es am offensten ist und du die glänzenden Glasflächen siehst!

Willkommen am Freiheitsplatz - oder, wie die Einheimischen gerne sagen, „Plajta“. Stehst du auch genau so mitten im Zentrum? Dann spürst du sicher schon die Geschichte, die hier in der Luft liegt. Und keine Sorge: Hier musst du keine Parade abhalten, aber wenn du Lust hast, kannst du ja einen kleinen Marschschritt üben, denn davor war dieser riesige Platz einmal so angelegt, dass ein ganzes Infanterieregiment in voller Linie antreten konnte. Wahrscheinlich hat der Platz schon mehr Stiefelspitzen gesehen als das örtliche Schuhgeschäft!

Stell dir vor, wir schreiben das späte 18. Jahrhundert. Hier draußen war eigentlich ein Hang: Die Musza Góra, benannt nach der alten Familie Muszyński, die das Land seit Jahrhunderten besaß. Die Stadt Poznań hatte große Pläne, aber dann kam die Zweite Teilung Polens - vorbei war's mit den Träumen. Erst die Preußen haben nach 1798 die mittelalterlichen Stadtmauern eingerissen und die umliegenden Vorstädte, wie das berühmte „Kundorf“, einverleibt. Und so entstand die Vision eines „Upper Town“, und unser Platz hier war das Sahnehäubchen!

Das Land wurde übrigens für 2500 Taler gekauft - da hätte man zu der Zeit wohl ganz Poznań einkleiden können... - und das Gelände eingeebnet. Der neue Platz bekam den Namen Wilhelmsplatz, zu Ehren von König Friedrich Wilhelm III., und war stolz das Schmuckstück der Stadt. Doch die Zeiten ändern sich: 1803 brannte es gewaltig in der Nähe. Der alte jüdische Friedhof verschwand, das Viertel wurde neu angelegt und schließlich verwandelte sich der Platz in einen Park - mit Bäumen und ganz viel Grün. In napoleonischer Zeit setzte sich sogar ein neuer Name durch: Der Platz wurde Napoleon gewidmet! Aber nach dem Sturz des Herzogtums Warschau kehrte, wie das Brot nach Hause, wieder der Name Wilhelmsplatz zurück.

Im 19. Jahrhundert blieb es spannend: Die östliche Seite blieb ein Park, die westliche verwandelte sich in einen Platz für Denkmäler. Hier stand früher ein riesiger Löwe, der Löwendenkmal genannt wurde, und erinnert an den preußischen Sieg in der Schlacht bei Náchod 1866. Nur ein paar Schritte weiter ragte das Denkmal von General Steinmetz in den Himmel. Und 1902 wurde hier sogar Friedrich Wilhelm III. nochmal in Stein verewigt - so viele preußische Herrscher, dass der Platz fast eine Monarchie im Kleinformat war!

Was der Platz aber immer wieder erlebt hat: Umbenennungen und Neugestaltungen. Nach dem Ersten Weltkrieg war plötzlich wieder alles polnisch! Am 26. Januar 1919 legten hier tapfere Großpolnische Soldaten und ihr General ihre feierliche Vereidigung ab. Übrigens erinnert noch heute eine Gedenkplatte daran. Keine drei Monate später verschwanden alle deutschen Denkmäler, und aus Wilhelmsplatz wurde offiziell plac Wolności - der Freiheitsplatz.

Dann wurde wieder umgestaltet: Bäume fielen, nur junge Bäume blieben stehen. Elektrische Lampen wurden installiert - damals ein echtes Hightech-Highlight! Wo früher pomposa Monumente standen, gab’s nun Blumenbeete. Und die Stadt träumte von neuen Denkmälern, etwa für Bolesław Chrobry, aber wie das so ist mit großen Plänen: Am Ende siegte die Bürokratie. Fast hätte es auch einen tollen „Freiheitsbrunnen“ gegeben - nur der Papierkorb war schneller!

Sprung ins Jahr 1937: Hier entstand das futuristische PKO BP-Gebäude im modernen Stil - und wenn du heute noch Modernismus magst, wirst du es entdecken. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurde mitten über den Platz ein tiefer Graben gezogen - als Luftschutzmaßnahme. Und, Überraschung: Mit den Deutschen kam der Wilhelmsplatz zurück, und alles wurde ordentlich aufgeräumt. Nach dem Krieg dann der Paukenschlag: Am 25. Februar 1945, drei Tage nach der Befreiung von Poznań, versammelten sich hier Tausende zur ersten polnischen Demonstration. So viel Aufbruchsstimmung lag damals in der Luft, dass man fast meint, sie noch zu spüren, wenn man tief einatmet.

In den 60ern wurde alles nochmal umgekrempelt von den Architekten Milewski und Skupniewicz. Die Bäume wurden wieder gerodet, aber die neue Fontäne mit der Statue der Hygieia wurde das Herzstück - lass dich vom Plätschern inspirieren. 1994 sollte der Platz dann wie der berühmte Piazza Navona in Rom werden, aber auch das blieb eine schöne Idee auf Papier.

Endlich, 2005, kam der nächste Wandel: Neuer Boden, neue Bepflanzung, ein schicker unterirdischer Parkplatz und der legendäre Brunnen wich einem Blumenbeet. Hier wird der Platz heute für Ausstellungen, große Open-Air-Biergärten und viele bunte Aktivitäten genutzt - vom monumentalen Skulpturenfestival bis zur sommerlichen Erfrischungspause!

Hast du Lust auf einen kleinen Exkurs? Der Platz birgt noch ein echtes Technikhighlight! Im Gebäude Nummer 14, einst Sitz der Versicherung Union, tuckert eine der ältesten, funktionsfähigen Aufzüge Polens bis heute durch die Stockwerke. Klingt nach Harry Potter, oder?

Und schau dich jetzt einmal ganz genau um: In jeder Ecke ragen uralte Platanen empor, die 2023 offiziell zu Naturdenkmälern erklärt wurden. Sie tragen die Namen renommierter Professoren wie Alina Hejnowicz und Józef Paczoski. Wenn du magst, leg doch mal die Hand an eine der Rinden - wer weiß, vielleicht hörst du das Flüstern all der Geschichte, die in diesen Ästen noch wohnt.

Und nun - lass dich erfrischen von der Fontäne, bewundere die moderne Glasarchitektur und genieße das geschäftige Treiben um dich herum. Oh, und falls du Appetit bekommst: Ein Eisstand ist nie weit entfernt - willkommen auf dem Freiheitsplatz, zwischen Geschichte, Gegenwart und einer Prise Alltagsmagie!

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starstarstarstarstar
Das war eine solide Art, Brighton kennenzulernen, ohne sich wie ein Tourist zu fühlen. Die Erzählung hatte Tiefe und Kontext, übertrieb es aber nicht.
Christoph
Christoph
Brighton-Tour
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Habe diese Tour mit einem Croissant in der einen Hand und null Erwartungen gestartet. Die App schwingt einfach mit einem mit, kein Druck, nur man selbst, Kopfhörer und ein paar coole Geschichten.
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