
Schauen Sie nach links, dort sehen Sie ein helles Backsteingebäude mit einer langen rechteckigen Front, hohen, gleichmäßig angeordneten Fenstern und einem formellen Haupteingang, der ihm die Würde einer alten Schule verleiht.
Dieses ehemalige theologische Seminar trägt die Last einer sehr alten Idee: dass eine Stadt ihre Zukunft gestaltet, indem sie entscheidet, wie sie ihre Geistlichen, Lehrer und Denker ausbildet. Ein Seminar bildete im einfachsten Sinne zukünftige Priester aus. Aber in ganz Europa taten Orte wie dieser oft mehr als das. Sie lehrten Sprache, Philosophie, Disziplin und öffentliche Pflicht. Mit der Zeit wurden viele dieser religiösen Schulen zur Keimzelle moderner Universitäten.
Ein aufschlussreicher Vergleich ergibt sich aus einem anderen Seminar in Europa. Dort begann der Theologe und Pastor Jean-Frederic Ostervald im Jahr eintsiebenhunderteins mit der Ausbildung zukünftiger Pastoren. Dieser Unterricht wurde über ein Jahrhundert lang nicht unterbrochen. Im Jahr achtzehnhundertdreiunddreißig machte die Pastorengesellschaft aus dieser lebendigen Tradition eine formelle Fakultät für Theologie. Ein Jahr später begann sich eine ältere akademische Welt um sie herum zu versammeln. Bereits siebzehnhundertzweiunddreißig hatte die Stadt für Louis Bourguet, einen Gelehrten, der mit den großen europäischen Köpfen Leibniz und Reaumur verbunden war, einen Lehrstuhl für Philosophie geschaffen, und kurz darauf einen Lehrstuhl für Belles-Lettres, also Literatur und feinsinnige Literatur, hinzugefügt.
Das Muster ist also klar... erst Theologie, dann Philosophie, dann das breitere geistige Leben.
Im Jahr achtzehnhundertsiebenunddreißig bat die Regierung von Neuenburg den preußischen König Friedrich Wilhelm III., eine Akademie zu finanzieren. Das Geld kam achtzehnhundertachtunddreißig. Das erste offizielle akademische Jahr begann achtzehnhundertvierzig, die Einweihung folgte achtzehnhunderteinundvierzig, und bis achtzehnhundertdreiundvierzig verlieh die Akademie ihren ersten Abschluss, eine Lizenz in Literaturwissenschaften. Dann griff die Geschichte ein. Achtzehnhundertachtundvierzig führten Politik, Finanzen und Bildungsreformen zur Schließung der Akademie.
Das hätte das Ende der Geschichte sein können. Stattdessen hat es sie zugespitzt.
Im Jahr achtzehnhundertsechsundsechzig wurde eine zweite Akademie mit Fakultäten für Literatur, Naturwissenschaften und Recht eröffnet. Die Theologie kam achtzehnhundertdreiundsiebzig wieder hinzu. Neunzehnhundertneun wurde die Akademie eine Universität mit dem Recht, Doktortitel zu verleihen. Diese Änderung war von Bedeutung. Sie markierte den Moment, in dem ältere Einrichtungen der moralischen und religiösen Ausbildung vollständig in die moderne Forschungswelt eintraten.
Wenn Sie auf Ihren Bildschirm schauen, zeigt ein Bild die geisteswissenschaftliche Seite von Neuenburg, eine Erinnerung daran, dass Sprache, Geschichte und Philosophie immer noch aus diesen früheren Wurzeln gewachsen sind. Ein anderes zeigt den Universitätseingang selbst, der sich viel moderner anfühlt, aber aus derselben langen Kette von Entscheidungen darüber hervorgegangen ist, welches Wissen eine Gesellschaft schützen sollte.

The arc continued. In nineteen forty-three, Sophie Piccard became the first woman in French-speaking Switzerland to hold a full professorship at a university. In two thousand eight, Martine Rahier became the first woman to lead a university in that same region. By two thousand twenty-four, Neuchâtel counted four main faculties: law, letters and human sciences, science, and economics. It ran about eight hundred research projects at once, linked students to more than two hundred partner agreements abroad, and ranked among the world’s best small universities.
And yet one detail feels especially fitting here: in two thousand fifteen, Neuchâtel closed its Faculty of Theology.
That is the quiet lesson of this seminary. Institutions change their shape, sometimes completely. A seminary trains clergy. An academy trains scholars. A university trains a whole society. But each stage grows from the one before it. Standing here, outside this old house of formation, you are looking at the beginning of that long transformation.



