Und damit stehen wir am Ende unserer gemeinsamen Runde durch Turin. Und ich sag’s ganz offen: Sie waren ein erstklassiger Spaziergangspartner. Zusammen sind wir von der jungen, wuselig-klugen Atmosphäre am Campus Luigi Einaudi weitergezogen zu den stillen Geschichten des Cimitero di San Pietro in Vincoli. Cimitero heißt schlicht Friedhof, und dieser hier wirkt wie ein Archiv aus Stein, in dem jede Inschrift eine kleine Biografie andeutet. Dazwischen: elegante Kirchen, Brücken, die den Fluss fast zu umarmen scheinen, und Viertel, die ihr Gesicht ständig wechseln, als hätten sie jeden Tag eine neue Idee.
Ich wette, an jeder Station ist irgendwas hängen geblieben: eine neue Frage im Kopf, ein Detail, das Ihnen früher nie aufgefallen wäre, oder einfach das Vergnügen, sich in Turins Straßen ein bisschen zu verlaufen. Ich werde beim Abschied immer leicht nostalgisch, das ist so eine Berufskrankheit von Tourguides. Aber genau das ist der Zauber von Städten: Sie schenken Geschichten zum Mitnehmen und liefern gute Gründe, wiederzukommen.
Und falls Sie sich doch mal verirren: Hier will jede Straße etwas erzählen. Wenn Sie irgendwann eine neue Tour starten, bin ich gedanklich schon wieder am Treffpunkt. Danke fürs Mitlaufen. Turin hat Ihnen auch ein Lächeln geschenkt.


