Die Thomas Street ist ein passendes Schlusswort, denn hier bleibt nichts lange unverändert. Die Straße selbst wirft eine Frage auf. Man sagt, sie habe ihren Namen von Thomas Unthank, einem Kaufmann aus Limerick im achtzehnten Jahrhundert, obwohl dies nie zweifelsfrei bewiesen wurde. Selbst der Name bewahrt sich ein wenig Geheimnis. Bleiben Sie einen Moment hier stehen und achten Sie auf den Verlauf der Straße: Sie führt von der O’Connell Street in Richtung Wickham Street, wobei die Catherine Street etwa in der Mitte kreuzt. Was jedoch am meisten zählt, ist, wie der Boden neu gedacht wurde. Der Abschnitt zwischen O’Connell Street und Catherine Street bietet den Menschen mehr Platz als dem Verkehr, und weiter hinten wurden die Gehwege verbreitert. Das ist nicht nur kosmetisch. Es verändert die Art und Weise, wie eine Stadt sich selbst begegnet. Die Thomas Street findet immer wieder neue Verwendungen für alte Räume. Ende zweitausendsechzehn wurde die alte Feuerwache als veganes und vegetarisches Café wiedereröffnet und verwandelte ein ehemaliges Gebäude der Rettungsdienste in einen Ort für Gespräche und gemeinsame Mahlzeiten. Es schloss zweitausendneunzehn, als familiäre Verpflichtungen die Besitzer wegführten, aber die Idee dahinter war wichtig: Eine funktionierende Stadt kann ihre Gebäude umgestalten, ohne sie zu löschen. Zweitausendachtzehn gab der Künstler Maser in Zusammenarbeit mit „Team Limerick Clean Up“ einem Teil der stillgelegten Feuerwache erneut neues Leben. Dann gab es Mark Carey, der im November zweitausendsechzehn Steamboat Records in der Nummer einundfünfzig eröffnete. Im Zeitalter des Streamings war das ein herrlich sturer Akt. Er setzte auf Schallplatten, CDs, DVDs, Comics und in Limerick produzierte Musik, als wollte er sagen, dass Kultur immer noch Regale, Hände und zufällige Begegnungen verdient. Und die Umgestaltung geht weiter: neue Geschäfte sind geplant, ein Wohltätigkeitsladen unterstützt die Limerick Marine Search and Rescue, Wohnungen und Gemeinschaftsräume sind für die Nummern dreiunddreißig und vierunddreißig vorgesehen, selbst während der Straßenbauarbeiten bleibt der Zugang für Fußgänger erhalten. Bevor Sie Ihren Rundgang beenden, schauen Sie sich nach dem älteren Gefüge um, das immer noch neuere Gewohnheiten trägt. Das ist, so glaube ich, das wahre Bild dieser Stadt: kein Ort, der unter Glas konserviert wurde, sondern einer, der immer noch diskutiert, baut, neu streicht und wiedereröffnet. Unser Spaziergang endet hier. Limerick tut das nicht.
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