Damit sind wir am Ende unseres Spaziergangs durch Prior’s-Land angekommen. Limerick verabschiedet sich nicht nur mit hübschen Fassaden und Straßennamen, die man schnell für selbstverständlich hält. Es bleibt dieses leise Hintergrundrauschen: schmiedeeiserne Geländer, also kunstvoll gearbeitete Eisenstangen an Treppen und Vorgärten; Verkehr, der an altem Stein vorbeistreicht; Schaufensterscheiben, in denen sich eine sehr geordnete georgianische Architektur spiegelt. Mit „georgianisch“ meint man jenen Baustil, der auf klare Symmetrie setzt: gerade Linien, ausgewogene Proportionen, ein Sinn für Disziplin im Stadtbild.
Sie sind durch Orte gegangen, die fürs Flanieren gemacht wurden, fürs Handeln, fürs Auftreten, fürs Erinnern und fürs Neuanfangen. Diese Stadt hat sich immer wieder umgekleidet, ohne ihre Haut ganz abzulegen. Ein Platz wird zur Aussage. Ein Theater wird zum Zeugen. Ein Museum sammelt Bruchstücke, die eine Straße allein nicht festhalten kann. Öffentliche Pracht trifft fast an jeder Ecke auf private Ambition.
Vielleicht ist genau das Limericks besondere Magie: Die Vergangenheit steht hier nicht geschniegelt im Rahmen. Sie wird ständig am Heute geprüft. Nehmen Sie den Gedanken mit: Diese Stadt wird noch geschrieben, und sie entscheidet weiter, was bewahrt, was erneuert und wer in ihrer Geschichte gesehen wird.


