
Das Aufeinandertreffen des Ehrgeizes eines aristokratischen Bankiers mit der hartnäckigen Realität der Marktfrauen aus der Arbeiterschicht führte zu etwas, das die Stadt dringend benötigte. Um die Jahrhundertwende hatten die meisten Menschen keine Badezimmer zu Hause. Der Samstag wurde hier zum traditionellen Waschtag, an dem oft ganze Familien nacheinander dasselbe Badewasser benutzten, nur um für den Sonntag sauber zu sein.
Es hat auch eine Geschichte stiller Rebellion. Im Jahr 1945 beschlagnahmten französische Truppen das Badehaus exklusiv für die alliierten Streitkräfte. Doch ein mutiger Angestellter namens Herbert Hasenfus schmuggelte einmal pro Woche heimlich Mitglieder der örtlichen Wasserrettungsgesellschaft hinein. Sie brauchten das Wasser, um ihr lebensrettendes Training aufrechtzuerhalten, und schließlich überzeugten sie das Militär, ihre Anwesenheit offiziell zu legalisieren.
Die Anlage wurde stetig modernisiert, bis 1981 die alten Wannenbäder schließlich abgeschafft wurden, vor allem weil die sanitären Anlagen in den Haushalten sie endgültig überflüssig gemacht hatten. Interessanterweise nutzte der damalige stellvertretende Leiter der Bäder tatsächlich eine dieser ausrangierten Badezellen als sein tägliches Büro. Heute ist es nach wie vor ein voll funktionsfähiges Gesundheits- und Wellnesszentrum, das an den meisten Tagen von zehn Uhr morgens bis elf Uhr abends geöffnet ist.
Lassen Sie uns weiter in Richtung des Verwaltungszentrums gehen. Unser nächster Halt, das Gebäude der Badenwerk AG, ist etwa sechs Gehminuten entfernt.

Eine Luftaufnahme des Vierordtbades aus dem Jahr 1931, die seine zentrale Lage am Festplatz neben dem Kongresszentrum verdeutlicht - ein wichtiges Detail für das älteste öffentliche Bad der Stadt.




