So, da sind wir... ganz oben angekommen. Wer bis hierher durchgehalten hat, hat sich seinen Platz verdient. Vor uns ragt der Veitsdom auf, und um uns herum liegen die Mauern der Prager Burg wie eine steinerne Umarmung. Ein guter Ort, um kurz stehen zu bleiben und zurückzuschauen.
Wenn man’s sich überlegt: Wir sind nicht nur ein paar Straßen gelaufen, wir sind durch Jahrhunderte gestolpert. Angefangen hat alles am Woodrow Wilson Denkmal, erst mal vorsichtig hineingetastet. Dann standen wir unter den markanten Türmen der Teynkirche, haben der Astronomischen Uhr zugesehen, wie sie ihr uraltes Schauspiel abspult, und wir sind diesem riesigen, rotierenden Franz Kafka begegnet... ja, der dreht sich wirklich, als hätte er’s so geplant. Natürlich.
Und es ging nicht nur um das Schöne und Schräge. Es gab auch diese stillen, schweren Stationen. Am Wenzelsplatz, wo Geschichte manchmal in Sekunden kippt. Wir haben über die „Geister“ gesprochen, die dort bleiben, wo früher das Stalin Denkmal stand. Über den Mut des Prager Aufstands. Und über das Denkmal für die Opfer des Kommunismus, das ohne große Worte ziemlich tief trifft.
Dazu die Karlsbrücke: Jahrhunderte an Königen, Händlern und ganz normalen Leuten, die genau hier rüber mussten, weil Prag eben Prag ist. Und ja, wir haben auch den etwas eigenwilligen Höhenflug des Žižkov Fernsehturms mitgenommen und die ruhige, fast intime Andacht rund um das Prager Jesuskind... eine Figur, die in Prag erstaunlich viel Gewicht hat, obwohl sie so klein ist.
Städte sind im Kern nur Stein, Holz und Wasser. Aber erst die Geschichten, Siege, Brüche und Alltage geben ihnen Luft. Und Prag... hat ordentlich Lungenvolumen.
Nimm dir hier oben Zeit. Und wenn du wieder hinuntergehst, darfst du dich ruhig ein bisschen verlaufen. Genau da passieren meistens die besten Sachen. Ich bin Adam. Danke, dass du mitgekommen bist... und gute Reise, wohin auch immer dich deine Schritte als Nächstes tragen.


