Von den verwitterten Heiligenfiguren aus Stein auf der Karlsbrücke bis zu den flackernden Bildern der Laterna magika: Hier steht Kunst nie einfach nur herum. Na gut... es sei denn, sie besteht aus Sandstein. Aber selbst dann erzählt sie eine Geschichte, die in Bewegung bleibt.
Denk noch mal an die Strecke, die wir gemeinsam gegangen sind. Wir sind durch Jahrhunderte gewandert, haben die rauen Kerben an Denkmälern fast mit den Fingerspitzen gespürt... Überlebenskünstler, die Hochwasser, Imperien und Kriege ausgehalten haben. Und dazu das tiefe Grollen der Straßenbahnen, das sich an den großen Fassaden bricht, und dieser Duft von frisch geröstetem Gebäck, der aus geöffneten Bäckereien herauszieht.
Genau darin liegt der eigentliche Zauber dieser Stadt. Generation für Generation haben die Tschechinnen und Tschechen darauf bestanden, eine eigene nationale Identität zu formen... mal aus Flussstein herausgemeißelt, mal als Lichtbild auf eine avantgardistische Theaterleinwand projiziert. Avantgarde heißt: bewusst experimentell, gegen die üblichen Regeln. Sie bauten etwas, das länger halten sollte als ein einzelnes Leben.
Diese Sturheit, Spuren zu hinterlassen, macht Prag so schwer kleinzukriegen. Seine Meisterwerke passen sich an, statt zu verschwinden. Danke, dass du mich begleitet hast... Mach’s gut, und gute Weiterreise.


