Und damit sind wir am Ende angekommen... und Brünn wirkt plötzlich weniger wie eine Ansammlung von Sehenswürdigkeiten, sondern eher wie ein Gespräch, das seit Jahrhunderten weiterläuft. Vom Schweigen der Klöster und dem Lärm der Märkte bis zu Ratssälen, Adelshäusern und diesem hartnäckigen Blick vom Hügel über der Stadt.
Auf dem Weg lagen unter uns Räume, die man nicht sofort sieht, und um uns herum Steine, die schon so ziemlich alles mitgemacht haben: Gebet, Handel, Theater, Verwaltung und Verteidigung. Und sie tun’s immer noch. Effiziente Gebäude... man merkt, hier wird nichts vorschnell in Rente geschickt.
Und dann ist da Petrov. Diese markante Silhouette, die Brünn in eine einzige, klare Linie fasst, als hätte zuerst ein heiliger Ehrgeiz den Umriss skizziert und alle anderen hätten danach weiter daran herumkorrigiert. Hinter den Fassaden und unter den Plätzen halten sich ältere Schichten der Stadt... geduldig, und ziemlich unbeeindruckt von unserem modernen Getue.
Nehmen Sie den Gedanken mit: In Brünn ist jede Fassade nur der jüngste Satz in einer viel älteren Geschichte. Und zum Glück gehen dieser Stadt die Kapitel offenbar nicht aus.


