Thionville Audio Tour: Zeitreise zwischen Burgen, Brücken & Geheimnissen
Iron bridges arch over the Moselle and ancient towers pierce the sky of Thionville, yet behind their stone and steel hides a history more turbulent than meets the eye. This self-guided audio tour invites you through secret corridors of time, where whispered legends and lost scandals pulse beneath everyday streets. What shadowy power struggles played out as Allied boots thundered across Brücke der Alliierten? Which forbidden relics are hidden within the serene walls of Saint-Maximin’s church? And why did an argument over a single altar transform a city council into a battleground? Wander Thionville with senses sharpened, tracing routes of soldiers and saints, rebels and rulers. Feel the weight of centuries shift beneath your steps as each landmark unveils a new layer of drama and mystery. Ready to uncover what ordinary visitors never see? Start your journey where stone keeps secrets—if you dare listen close.
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About this tour
- scheduleDuration 30–50 minsGo at your own pace
- straighten1.0 km walking routeFollow the guided path
- location_onLocationThionville, France
- wifi_offWorks offlineDownload once, use anywhere
- all_inclusiveLifetime accessReplay anytime, forever
- location_onStarts at Brücke der Alliierten
Stops on this tour
Links neben dir siehst du die Brücke der Alliierten, eine moderne, breite Straßenbrücke, die sich mit sanftem Schwung über die ruhige Mosel spannt - halte einfach Ausschau nach…Read moreShow less
Links neben dir siehst du die Brücke der Alliierten, eine moderne, breite Straßenbrücke, die sich mit sanftem Schwung über die ruhige Mosel spannt - halte einfach Ausschau nach den vorbeifahrenden Autos direkt über dem Wasser. Stell dir vor, du stehst hier am Ufer der Mosel und blickst auf diese Brücke - heute rauschen Autos über ihr hinweg, aber stell dir vor, wie sie früher für ganz andere Geräusche stand: das Klirren von Militärstiefeln, das Murmeln von Menschen, die nach Frieden suchten, und das leise Sirren des Windes, der alte Geschichten über das Wasser trägt. Die Brücke der Alliierten ist nicht einfach nur ein Stück Beton; sie ist Zeugin der bewegten Geschichte Thionvilles. Während der beiden Weltkriege war die Mosel eine Grenze, ein Hindernis, das Menschen entweder schützte oder trennte. Mit dieser Brücke wurden die Alliierten buchstäblich Teil der Stadt - sie überschritten das Wasser, das bis dahin als trennende Linie gedient hatte. Man stelle sich die Spannung vor: fremde Soldaten, Fahrzeuge beladen mit Versorgungsgütern, und die Bewohner Thionvilles, die neugierig und vielleicht nervös aus den Fenstern und von den Straßenrändern zuschauten. Heute ist alles ruhig, die Brücke scheint ganz alltäglich, doch in den Spalten des Betons stecken Momente großer Bedeutung, kleine Dramen, und das Aufatmen einer befreiten Stadt. Lausche für einen Moment - das Plätschern der Mosel und das Rauschen der Reifen vermischen sich mit den Erinnerungen an vergangene Zeiten.
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Direkt vor Ihnen erhebt sich der helle Sandstein-Turm mit der Uhr und dem markanten, spitzen Turmhelm - schauen Sie einfach geradeaus in die schmale Gasse, dort dominiert die Église Saint-Maximin mit ihrer beeindruckenden Fassade die Szenerie. Stellen Sie sich vor, Sie stehen hier - mitten in Thionville, einer Stadt, die schon seit der Merowingerzeit existiert, als alles noch von rauem Flusswind, Pferdegetrappel auf Lehmboden und dem Geruch von Holzfeuern in der Luft geprägt war. Es ist kaum zu glauben, aber genau an dieser Stelle pulsiert seit Jahrhunderten Geschichte, ihre Geschichten eingebrannt in jeden Stein und jede enge Gasse! Der Name Thionville klingt heute französisch, doch einst hieß sie Diedenhofen oder im antiken Latein „Theudonevilla“. Nach dem Untergang des Weströmischen Reichs drangen die Alamannen hierher; schon bei Ihrem ersten Schritt auf diesen Boden hätten Sie damals das fremde Murmeln germanischer Sprachen vernommen. Im Frühmittelalter ließ ein Mann, der später als König Pippin der Kurze berühmt werden sollte, ein königliches Palais errichten - hier wurde Politik gemacht, gekrönt, beraten und getratscht. Besonders dramatisch wurde es im Jahr 835. Stellen Sie sich die Aufregung vor: In der Kälte des Februars versammelten sich 43 mächtige Bischöfe zur Synode, einem Treffen, von dem das Schicksal des Kaisers abhing. Vor den Türen wurde getuschelt, drinnen wurde debattiert und schließlich wurde Kaiser Ludwig der Fromme, der wegen Verbrechen verurteilt war, rehabilitiert - es war ein Moment voller Erleichterung, aber auch ein Beben der Kirche durchzog die Stadt, als Erzbischof Ebbo von Reims abgesetzt wurde. Als Sie die prachtvollen Gebäude um sich blicken, sollten Sie wissen: Hinter ihren Mauern verbargen sich oft Geschichten von Macht und Ohnmacht. Von der Zeit der Luxemburger, der Habsburger, der Burgunder, bis hin zum französischen König, der Thionville 1659 annektierte, wurde die Stadt immer wieder Teil wechselnder Reiche. Vielleicht spüren Sie immer noch ein leises Prickeln, wenn Sie daran denken, dass hier sogar ein Erzbischof, Eskil von Lund, einst im 12. Jahrhundert inhaftiert war, weil er nach einer Pilgerreise zu unbequem wurde. Im Dreißigjährigen Krieg, 1639, bebte ganz Thionville. Die Kanonenschüsse dröhnten, als die Stadt belagert wurde und am Ende zogen sich die Belagerer geschlagen zurück. 1641, nur zwei Jahre später, wurde das Rathaus fertiggestellt - ein Symbol für Ordnung trotz des Chaos, das draußen tobte. Immer wieder prallten Mächte aufeinander - Deutsche, Franzosen, Habsburger. Unter Ludwig XIV. bekam Thionville noch stärkere Festungen, entworfen vom legendären Festungsbauer Vauban. So wurde die Stadt zu einem Bollwerk gegen Angriffe, geschützt durch Festungen und umgeben von Soldaten. Im 19. Jahrhundert holte die moderne Zeit Thionville ein: Die deutschen Herrscher errichteten beeindruckende neoromanische Gebäude und wandelten die Stadt in ein Zentrum von Technik und Militär - Stellen Sie sich das Grollen der Züge vor, das Stampfen von Stahl, den marschierenden Klang der Soldatenstiefel. Große Festungen wie das Fort de Guentrange, Fort de Koenigsmacker und das Fort d’Illange schützten die Stadt mit Gräben, Bunkern und Stacheldraht - wie ein eiserner Kragen gegen Eindringlinge. Doch Thionville blieb nie still. Im Ersten Weltkrieg zogen französische Truppen feierlich ein. In beiden Weltkriegen wechselte Thionville - oder Diedenhofen, wie die Deutschen sie nannten - den Besitzer. Mal war die Stadt deutsch, mal französisch, und jedes Mal warteten ihre Bewohner voller Spannung darauf, was als Nächstes kam. Nach der letzten Befreiung 1944 wurden viele Flüchtlinge und ehemalige Kriegsgefangene kurzzeitig in einem großen Lager beherbergt. Die Gegenwart erreichte Thionville nach dem Krieg wie ein Frühlingswind. Es wurde fleißig gebaut, die Straßen füllten sich mit Metallarbeitern, denn überall in der Umgebung wurde Stahl aus Eisenerz erzeugt. In den 1970er-Jahren jedoch setzten Wirtschaftskrisen ein - das Stampfen der Fabriken verstummte, und die Menschen mussten sich neue Wege suchen, oft als Grenzpendler nach Luxemburg. Heute ist Thionville eine Stadt, die sich immer wieder neu erfindet. Stolz pflegt sie ihre Geschichte, aber gleichzeitig gibt es ein quirliges Leben rund um den Bahnhof und auf den Straßen zwischen alt und neu. Vielleicht treffen Sie sogar auf Fußballfans vom lokalen Verein US Thionville Lusitanos oder genießen einen Kaffee, wie schon Generationen vor Ihnen. Schauen Sie sich um - durch diese Straßen sind Herrscher und Bischöfe, Handwerker, Kriegsgefangene und Reisende gegangen. Jeder Tritt auf dem Pflaster erzählt von Siegen, Niederlagen, Hoffnung und Aufbruch. Der Turm der Église Saint-Maximin sieht Sie heute an, als wäre er ein alter Wächter. Und während Sie hier stehen, sind Sie Teil eines alten Pulses, eines Rhythmus, der niemals wirklich stillsteht. Fasziniert von der Wirtschaft, den Partnerstädten oder der Demografie? Entdecken Sie weiter, indem Sie sich mir im Chat-Bereich unten anschließen.
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Vor Ihnen erhebt sich die imposante Kirche Saint-Maximin, leicht zu erkennen an ihrer hellgelben Fassade mit zwei achteckigen Türmen und den markanten, grün angelaufenen Türen - einfach geradeaus schauen, dann steht sie genau vor Ihnen. Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor dieser Kirche im Herzen von Thionville, und hinter den schweren Steintüren verbirgt sich beinahe ein ganzes Jahrtausend Geschichte. Aber wussten Sie, dass an diesem Ort nicht immer so ein majestätisches Gotteshaus stand? Ursprünglich, fast unscheinbar, begann alles um das Jahr 930, als die einzige Pfarrgemeinde von Thionville noch der mächtigen Abtei Saint-Maximin in Trier unterstellt war - bereits damals eine extrem wichtige Institution für die Region. Man sagt, dass die erste Kirche Saint-Maximin im zwölften Jahrhundert entstand, aber nicht an dieser Stelle, sondern wenige Straßen weiter, dort, wo heute die Rue Brûlée verläuft. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1493 - hören Sie das leise Knistern der Flammen und panische Stimmen in der Ferne? - musste sie neu erbaut werden, diesmal an diesem Platz. Doch die Kirche war häufig zu klein, um all die Gläubigen zu fassen. Die Menschen drängten sich, besonders zu den großen Festtagen, Schulter an Schulter, alt und jung, arm und reich. Im 18. Jahrhundert gab es darum laute Diskussionen im Stadtrat - und hitzige Streitgespräche mit den fernen Äbten in Trier, die nicht zahlen wollten. Erst nach jahrelangem Ringen - und mit einigem Schuldenmachen - bekam der messinische Architekt Le Brun 1756 grünes Licht für die Planung. Die Bauarbeiter Cuny Meaux und Nicolas Geisler arbeiteten Tag und Nacht, bis 1759 endlich der letzte Stein gesetzt und der riesige Bau in nur drei Jahren vollendet war. Wenn diese Wände sprechen könnten, würden sie von Hammerschlägen, Hufgetrappel und freudigem Lachen erzählen! Im Jahr darauf wurde sie feierlich geweiht - und die Gemeinde atmete auf. Aber die Geschichte geht weiter: Als Thionville 1870 belagert und bombardiert wurde, donnerte es hier lauter als je zuvor. Die Kirche war schwer beschädigt, Fenster klirrten, Steine splitterten, das Leben stand still. Nach der Wiederherstellung und der erneuten Weihe 1883 bekam sie ein neues, beeindruckendes Sakristei-Kreuz im Chor - und wurde fortan wie ein Schatz behandelt. Das blieb sie auch, besonders als sie 1984 als Monument historique ausgezeichnet wurde. Ein Blick hinein verrät noch mehr Geheimnisse: Am 7. Januar 2024 wurde hier ein neuer Altar geweiht - bestückt mit Reliquien von fünf Heiligen, darunter Maximin selbst, die heilige Klara, Eustachius, Augustinus und der Heilige Bernhard von Corleone. Man spürt beinahe die Ehrfurcht der Gläubigen dieser Stadt, die sich rund um diesen Altar versammeln. Doch ein echtes Wunderwerk verbirgt sich auf der Empore: die berühmte Orgel. Schon im 16. Jahrhundert hallten Orgelklänge durch die Kirche, doch das Instrument wurde immer wieder erneuert und erweitert. Mal bauten Orgelbauer wie Legros, mal Tüftler wie Dondaine aus alten Teilen etwas völlig Neues. Die Orgel überstand Kriege, Revolution und die Mode der Jahrhunderte. Bis ins 20. Jahrhundert baute beinahe jede Generation daran herum - neue Pfeifen, neue Klangfarben, eine elektrische Windversorgung, ein komplett neues Übertragungssystem für die Tasten. Die Handwerker ersetzten nach dem Krieg sogar verschwundene barocke Ornamente, Musik-Trophäen und andere Dekorationen. Als sie 1969 schließlich von Alfred Kern restauriert und auf den historischen Klang des 17. Jahrhunderts zurückgestellt wurde, war sie ein echtes Gesamtkunstwerk: 4.500 Pfeifen, drei Manuale, ein beeindruckender Pedalbereich mit tiefsten Tönen, die bis in die Magengrube fahren. Seitdem ist Raphaële Garreau de Labarre die offizielle Organistin, und manchmal - wenn Sie Glück haben - hören Sie ihre Hände über die Tasten fliegen und das Kircheninnere erbeben. Nicht zu vergessen: die sechsstimmige Glocke von Saint-Maximin! Diese kolossalen Instrumente wurden 1921 in der berühmten Farnier-Gießerei gefertigt. Die größte, „Maximinus“, bringt mit über fünfeinhalb Tonnen fast den ganzen Turm zum Beben, wenn sie schlägt - stellen Sie sich vor, wie dieses tiefe Donnern einst die Menschen schon von Weitem nach Hause rief! So steht Saint-Maximin vor Ihnen als stummer Zeuge glanzvoller Zeiten und tiefer Krisen, durchzogen von Können, Mut und immer wieder neuer Hoffnung. Drehen Sie sich ruhig einmal um und stellen Sie sich vor, wie Generationen vor Ihnen, in strömendem Regen, brennender Sonne oder dunkler Nacht, genau diesen Platz mit Leben, mit Sorgen, mit Gebeten erfüllt haben.
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Schau nach vorne auf das große, helle, rechteckige Gebäude mit den hohen Fenstern und dem eisernen Tor in der Mitte - darüber steht in großen Lettern „PALAIS DE JUSTICE“. Stell…Read moreShow less
Schau nach vorne auf das große, helle, rechteckige Gebäude mit den hohen Fenstern und dem eisernen Tor in der Mitte - darüber steht in großen Lettern „PALAIS DE JUSTICE“. Stell dir vor, du stehst jetzt dort, wo über Jahrhunderte hinweg Menschen mit wichtigen Fragen, Streitereien und manchmal auch mit Herzklopfen ein- und ausgegangen sind. Das Gebäude vor dir ist nicht bloß ein moderner Gerichtssaal, sondern trägt in seinen Wänden die Spuren vieler Leben und Schicksale. Ursprünglich wurde das prächtige Haus 1551 von Bernard d’Eltz erbaut, mitten im Geist der luxemburgischen Renaissance. Damals klangen Hufschläge der Pferde über das Kopfsteinpflaster, und schwere Eichentüren öffneten sich ins Innere - in die große gewölbte Halle, die heute noch als Gerichtssaal dient. Spürst du, wie geheimnisvoll es hier sein muss, wenn in der Stille nur das Echo vergangener Jahrhunderte bleibt? Ein wilder Wandel führte das Gebäude durch die Geschichte: Im Jahr 1899 zogen die "Sœurs de la Divine Providence" hier ein, streng und freundlich zugleich, um ein Mädchenpensionat zu führen. Lachen und Kichern wehten durch die Korridore, vielleicht ab und zu verstohlene geheime Treffen, wie sie eben zum Schulalltag gehören. 1903 wurde der Komplex um neogotische Bauten erweitert, und ganz Thionville staunte, was hier nun alles entstand. Doch die Zeit brachte auch Unsicherheiten - der Erste Weltkrieg unterbrach alle Pläne, neue Räume und sogar eine Kapelle entstanden, als endlich Frieden herrschte. Erst 1939 - die Schatten des neuen Krieges zogen schon über Europa - wurde daraus ein Gericht. Architekt Le Chevalier sorgte dafür, dass der Bau strahlend und würdevoll blieb. Seither werden hier Recht und Unrecht verhandelt, manchmal unter schwerem Schweigen, manchmal mit lauten Diskussionen. Spätestens wenn die Sonne das weiße Mauerwerk golden glänzen lässt und vor dem eisernen Tor das Leben der Stadt pulsiert, wird klar: Dieses Haus hat alles gesehen - Streit, Freundschaft, Angst und Hoffnung. Ein Ort, an dem sich Generationen Geschichten erzählt und Entscheidungen gefällt haben. Stell dir vor, was die dicken Mauern noch alles berichten könnten, wenn sie sprechen könnten!
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Vor dir steht ein lang gestrecktes, helles Gebäude mit schrägem Dach und einer auffällig spitzen, dunklen Turmspitze auf der rechten Seite - dieser Turm hilft dir, das Hôtel de Raville direkt zu erkennen. Stell dir vor, wir reisen gemeinsam zurück in das späte 15. Jahrhundert. Die engen Straßen von Thionville sind voller Stimmen, das Klappern von Hufen auf dem Kopfsteinpflaster klingt durch die Gassen, während die feine Familie de Raville in ihrer prächtigen neuen Residenz ein- und ausgeht. Genau an diesem Ort durften sich damals nur die angesehensten Adligen ein Haus leisten. Die Familie de Raville - mächtige Kapitäne und Verwalter der Stadt - ließ sich hier ihr stattliches Anwesen errichten. Das heutige Gebäude ist das Ergebnis vieler Umgestaltungen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde angebaut, abgerissen, wieder aufgebaut - wie ein riesiges, steinernes Puzzle. Im Jahr 1542 musste sogar eine große Scheune weichen, als der Fluss Mosel neue Verteidigungsanlagen verlangte und alles auf dieser Seite der Stadt fest und sicher sein musste. Bernard de Raville, ein Mann mit Sinn für prachtvolle Details, ließ damals zum Beispiel die Tür zur kleinen Ecke des Turms erneuern. Wenn du dich jetzt umsiehst, entdeckst du vielleicht die ungewöhnliche, polygonale Turmspitze - sie ist ein echtes Unikat in Lothringen und stammt vermutlich aus Flandern, denn solche Türme kannte man hier eigentlich nicht. Doch dieses Haus war nicht immer nur ein Ort der Macht und des Luxus. Nach der Zeit der Ravilles wurde es von verschiedenen Besitzern genutzt und sogar während der deutschen Epoche noch einmal kräftig restauriert. Die Räume, die einst vor Samt, Glanz und Gold strotzten, wurden später zu sachlichen Büros umgebaut - von den festlichen Gelagen ist hier drinnen nichts mehr zu spüren. Nur draußen, im sanften Licht eines trüben Herbstnachmittags oder wenn ein einsamer Windstoß den Turm umspielt, kann man das Gefühl von Adel, dunklen Intrigen und Geschichten vergangener Jahrhunderte wiederaufleben lassen. Heute bleibt das Hôtel de Raville ein leises, aber stolzes Zeugnis einer anderen Zeit - schau noch einmal auf den alten Turm, und vielleicht hörst du in Gedanken die Stimmen der Vergangenheit, die durch die Mauern flüstern.
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Um das Hôtel de Ville von Thionville zu erkennen, halte Ausschau nach einer stattlichen Fassade aus hellem Stein mit großen Fenstern, einem Dach mit vielen Gauben und einem kleinen Park mit einer Statue direkt davor - du findest es genau vor dir am Place Robert Schuman. Stell dir nun vor, wie du hier vor diesem beeindruckenden Bauwerk stehst, das von Jahrhunderten voller Geschichten widerhallt. Wo heute Bürger ihre Angelegenheiten klären oder das Ja-Wort geben, war einst das stille Zuhause der Clarissenschwestern, ein franziskanischer Orden voll Bescheidenheit und Einkehr. Die Geschichte beginnt im Jahr 1629, als die Stadt Thionville unter spanischer Herrschaft stand - Isabella Clara Eugenia, Gouverneurin und Mäzenin, nahm die Nonnen unter ihre schützenden Fittiche. An ihren Röcken haftete der Duft von Kerzenwachs, das unaufhörliche Murmeln von Gebeten hallte durch die bescheidenen Flure. Aber das erste Zuhause auf der Rue de la Vieille-Porte war ein windschiefes, altes Gemäuer - kaum vorstellbar, dass hier Leben und Licht einziehen sollten! Und tatsächlich, das marode Gemäuer gab bald auf; ein neuer Ort musste her, gefunden am Ufer der Mosel, nur einen Steinwurf von der Brücke entfernt. Mit Hilfe des jungen Kardinal-Infanten Ferdinand, der 1633 Isabella nachfolgte, wurde ein Renaissance-Kloster aus hellem Quaderstein erschaffen. Das Bauwerk strahlt bis heute eine stille Eleganz aus, mit seinen sieben asymmetrisch angeordneten Fensterachsen und den feinen Steindetails. Unter den Arkaden konnte man einst Nonnen in ihren braunen Gewändern erahnen, wie sie zwischen den rundbogigen Säulen hin und her eilten. Doch Thionville war ein Dorf mitten in Europas Stürmen: 1643, im Getöse des Dreißigjährigen Krieges, verwandelten Kanonen und Musketen das Kloster in eine Ruine. Die Mauern, einst von sanften Gesängen durchdrungen, wurden von Explosionen erschüttert. Dennoch, die Schwesterngemeinschaft ließ sich nicht entmutigen - bis 1665, nach langen Jahren der Mühe und Hoffnung, wurde die Kapelle wieder eingeweiht. Weitere Veränderungen folgten: 1695 entstand der markante Turm, der wie ein Wächter die Ecke zur heutigen Rue Georges Ditsch flankiert. Dann brach die Revolution herein - ein Orkan aus Zorn, Freiheit und Wandel. Die Clarissinnen, einst beschützt, mussten ihr Zuhause verlassen. Soldaten marschierten durch den Kreuzgang, die Kapelle fiel in die Hände der Jakobiner. Für kurze Zeit wurden die Räume zum Militärquartier, schließlich wandelte sich das Haus in ein Krankenhaus: Der Geruch von Medizin und Seife zog nun durchs Gebäude, und hier wurden in Notzeiten unzählige Verletzte gepflegt. Im 19. Jahrhundert wurde angebaut, um noch mehr Kranke aufzunehmen. Die Stadtoberen von Thionville suchten derweil ein neues Zuhause. Lange tagte der Stadtrat im alten Beffroi, bevor er weiterzog. Erst 1898 fanden die Ratsherren hier im ehemaligen Kloster die perfekte Bleibe: Wo einst Psalmen erklangen, werden seitdem politische Entscheidungen getroffen und Ehen geschlossen. Der Ratssaal, die „Salle du Conseil“, füllt sich nun mit Stimmen, Diskussionen, manchmal sogar mit Lachen. Auch das 20. Jahrhundert brachte Veränderung: Während der Befreiung 1944 wurde dieses Haus unter US-Beschuss beschädigt. Für kurze Zeit wich die Stadtverwaltung an einen provisorischen Ort aus, doch hierher kehrten sie zurück und empfingen strahlend General Walton Walker, als Thionville endlich befreit war. Du siehst vor dir die Büste von Robert Schuman, Begründer Europas - sie wurde 1983 sogar im Zuge eines Protestes gegen ausländische Konkurrenz in die Mosel geworfen und später glücklicherweise wieder geborgen! Und wusstest du, dass in diesem Garten 2020 sogar eine Rakete stand? Wahrscheinlich hat sie die Passanten zum Staunen gebracht. Heute, nachdem 2023 große Restaurierungsarbeiten begannen, zeigt sich das alte Neue Rathaus so lebendig wie nie: Ein Haus voller Geschichten, Narben und Spuren der Zeit - und vielleicht spürst du selbst etwas von der stillen Kraft, die diese Mauern durch Jahrhunderte getragen hat.
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Vor dir erhebt sich die Tour aux Puces, ein massiver, vielkantiger Turm aus verschiedenfarbigen Steinblöcken mit kleinen Fenstern und einem schlichten Eingang - schau einfach nach links, dort zieht dieses uralte Bauwerk alle Blicke auf sich. Stell dir vor, du befindest dich im 12. Jahrhundert, umgeben von mächtigen Steinmauern. Über dir kreischen Dohlen. Dies hier ist nicht irgendein Gebäude, sondern der älteste noch stehende Turm von Thionville. Früher war dies der Donjon, also das Herzstück der Festung der Grafen und später der Herzöge von Luxemburg. Genau hier, wo du jetzt stehst, war einst ein palastähnlicher Bau der Karolinger, der schon vor über tausend Jahren existierte. Die Mauern sind unfassbar dick, das Fundament ist kreisrund und noch heute siehst du an der Nordostseite die ältesten Steine - Überreste von etwa 1100. Der Name „Tour aux Puces“ klingt auf Französisch nach Flohturm, doch das ist eigentlich nur ein Missverständnis. Im luxemburgischen Dialekt hieß sie „Pëtztuurm“, was schlicht „Brunnenturm“ bedeutet. Aber Fantasie kannten die Leute in Thionville immer schon. So erzählt man sich, eine vierzehnjährige Prinzessin sei hier einst eingesperrt gewesen, gemeinsam mit tausenden bissigen Flöhen. Niemand weiß ihren Namen. Die Legende berichtet gruselig, dass von ihr am Ende nur die Haare und die Zähne übrig blieben - jawohl, diese Reliquien soll der Turm noch heute bewahren! Im Mittelalter war dieser Turm Mittelpunkt des Geschehens: Hier wurde Recht gesprochen, hier stand die Macht. 1292 wurde der Turm zum Sitz des Vogts, eines mächtigen Beamten, und blieb es über zweihundert Jahre. Nach und nach wurde die Anlage immer wieder umgebaut: Außenmauern durchbrochen, steinerne Treppen eingebaut, neue Dächer errichtet. Der spanische Einfluss im 16. Jahrhundert brachte eine neue Zeit der Befestigungen. Plötzlich gehörte der Turm zum militärischen Arsenal, wurde verstärkt - und mit einer symbolträchtigen Deckeninschrift von 1583 versehen. Wenn du dich einmal langsam um den Turm drehst, spürst du, wie unterschiedlich die Steine sind: Einige stammen aus längst zerstörten Häusern, andere könnten von einer alten Kapelle stammen - so sagt es zumindest die Legende. Es gibt gar Leute, die behaupteten, im runden Fundament stecke das geheimnisvolle Herz einer karolingischen Kirche. Vielleicht, ganz vielleicht, hört man abends noch die Echos der alten Glocken. Dabei war der Turm nicht immer so frei sichtbar wie heute. Noch vor hundert Jahren schmiegte sich ein ganzes Häusermeer an seine dicken Mauern. Erst durch die Zerstörung der Festungsanlagen, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, trat die Tour aux Puces wieder ins Rampenlicht. Und was geschah danach? Thionville schenkte dem Turm neues Leben und machte ihn zum Museum. Schon 1904 wurden die Zinnen zur Mosel hin hinzugefügt, eine Terrasse gebaut und eine neue Nutzung gefunden. Doch der Frieden war wieder nicht von Dauer. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Turm von amerikanischen Bombardements schwer getroffen. Trümmer, Lärm, Staub - aber die Geschichte ließ sich nicht vertreiben. Nach der Restaurierung 1966 erzählten die Mauern weiter von Rittern, Kämpfen und Legenden. Einmal war er auch als Gefängnis vorgesehen, doch dazu kam es nie ganz. Heute kannst du im Inneren des Turms auf acht Etagen in die Geschichten von Thionville eintauchen: Von der Vorzeit bis zur Renaissance, von alten Waffen bis zu filigranen Schmuckstücken, sogar zur berühmten, verschwundenen Schlüssel-Legende, bei der ein Wächter die Diebe nach Lemestroff entkommen sah - der Schlüssel blieb auf ewig verschollen. Am Ende stehst du also vor einem Bauwerk, das viele Zeiten in sich trägt: Mal Gerichtsgebäude, mal Festung, mal Museum, immer wieder zerstört und neu geboren, immer mit einem kleinen Augenzwinkern und viel Sinn für das Mythische und Geheimnisvolle. Spürst du jetzt die kalte Mauer unter deiner Hand, das Raunen vergangener Jahrhunderte, die Geschichten von verschwundenen Schlüsseln, geheimen Räumen und vielleicht - vielleicht - der Prinzessin aus der Legende? Drehe dich noch einmal um, atme tief durch, und du bist mittendrin in der Magie dieses uralten Ortes.
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Direkt vor Ihnen erhebt sich ein stattliches Gebäude mit hellem Stein und einem markanten Rundbogen - Sie erkennen das Schloss von Thionville an dem hohen Durchgang, der zwei schlichte Türme miteinander verbindet; richten Sie Ihren Blick auf den gewölbten Torbogen in der Mitte, der in eine enge Gasse führt. Stellen Sie sich vor: Im 15. Jahrhundert hallten hier die Schritte von Wachen wider, ihre Rüstungen klirrten, während sie den Eingang des Schlosses bewachten. Zwei mächtige Türme ragten damals in den Himmel und hielten mit ernsten Blicken Ausschau nach Unruhestiftern und Feinden der Stadt. Die Mauern erzählten Geschichten von mutigen Rittern und heimlichen Intrigen bei Fackelschein. Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich Thionville, Kriege und Friedenszeiten wechselten sich ab, und das Schloss wurde im 18. Jahrhundert neu aufgebaut - stellen Sie sich vor, wie Baumeister Stein für Stein mit kräftigen Schlägen setzten. Heute steht das Schloss still und ruhig, aber lassen Sie sich nicht täuschen: Unter der Fassade schlummert die Erinnerung an eine bewegte Zeit. Spüren Sie die kühle Brise, die durch den Torbogen zieht, und stellen Sie sich vor, wie einst Kutscher mit schnellen Pferden durch dieses Tor donnern. Seit 1980 steht dieses historische Bauwerk unter Schutz, damit die Geschichten und Geheimnisse von Thionville nicht verloren gehen und Besucher wie Sie noch lange auf Zeitreise gehen können.
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Das markante Bauwerk vor Ihnen besteht aus hellem, massiven Stein und sieht aus wie ein kleines Fort mit kräftigen Mauern, auf das Sie direkt vom Gehweg aus blicken - achten Sie auf die Pflasterung und den Torbogen, der den Blick in die ehemalige Verteidigungsanlage öffnet. Stellen Sie sich vor, Sie stehen hier nicht im Alltag des 21. Jahrhunderts, sondern an einem windigen, leicht nebligen Morgen vor fast tausend Jahren. Die Luft riecht rau nach feuchter Erde und loderndem Holzfeuer. Damals war Thionville kein ruhiger Ort, sondern eine Burgstadt, die ständig auf der Hut vor Angriffen war. Es gab keine hohen Mauern, nur ein riesiges Palastgelände mit Obstgärten, Stallungen und endlosen Gängen - erst als plündernde Normannen und wilde Ungarn immer dreister vor der Tür standen, wurde die Stadt in eine Festung verwandelt. Langsam wuchs nach und nach ein Ring aus schweren Steinen und Gräben um die Stadt. Es entstand eine Mauer, neben der Sie jetzt stehen, von der nur noch Reste wie dieser erhalten geblieben sind. Sie sollten damals Schutz bieten, wenn sich der Himmel orange färbte und von Norden Rauch aufzog - das Zeichen, dass sich Reiterbandschaften näherten. Spüren Sie die Kälte, das laute Schlagen des Alarmhorns, während die Bewohner in Windeseile hinter den Mauern verschwinden. Der Boden unter Ihren Füßen war einst durchzogen von einem tiefen, oft mit Wasser gefüllten Graben, der jeden Angreifer daran hindern sollte, sich den Mauern zu nähern. Im Mittelalter war Thionville der sicherste Zufluchtsort im ganzen Land Luxemburg. Die Stadt galt als uneinnehmbar, eingerahmt von der Mosel auf einer Seite und mächtigen Türmen wie der berühmten Tour-aux-Puces auf der anderen. An den Winkeln der Mauern ragten Wachtürme empor. Diese waren nicht einfach nur dekorativ: Von oben konnten Wachsoldaten weit ins Land blicken, den Fluss beobachten, und - wenn nötig - Brandpfeile abfeuern, um Angreifer zurückzudrängen. An Tagen voller Angst brummte die Stadt vor Anspannung; doch oft kehrte Ruhe ein, nur unterbrochen vom Kindergeschrei aus den engen Gassen hinter der Mauer. Als im 16. Jahrhundert die Kanonen lauter donnern lernten, musste man umdenken: Die alten, dicken Mauern waren nicht mehr genug gegen den modernen Krieg. Unter tosendem Lärm und dem Geruch von Schießpulver errichteten Ingenieure Bastionen - wie Zacken ragten sie aus der Mauer heraus. Jede davon bot Deckung, von jeder konnte man die anderen verteidigen. Kanonen wurden auf den Plattformen postiert, und neue Tunnel winden sich unter der Erde entlang. Einer der bekanntesten Baumeister seiner Zeit, Vauban, kam höchstpersönlich hierher. Er machte aus der Stadt ein Bollwerk in Form eines seltsamen, siebenkantigen Sterns. Seine Bastionen hatte er mit roten Ziegeln versehen - stellen Sie sich vor, wie sie damals im Sonnenlicht leuchteten, während Wachen auf den Mauern patrouillierten. Und trotzdem blieb eines wie immer: Das Leben außerhalb der Mauern ging weiter. Marktfrauen, die in Sichtweite ihre Körbe feilboten, Kinder, die am Rand der Gräben spielten und von Abenteuern in der „verbotenen Zone“ träumten. Doch nicht alle Geschichten enden heldenhaft. 1902 beschloss die deutsche Verwaltung, dass die alten Mauern im Weg standen. Die Stadt musste wachsen, und Stück für Stück verschwanden die ältesten Teile der Befestigung - was Jahrhunderte getrotzt hatte, fiel innerhalb weniger Monate. Nur einzelne Spuren blieben erhalten, wie das Tor direkt vor Ihnen. Diese Relikte sind wie steinerne Schatten einer längst vergangenen Welt, zwischen Stadt und Grün versteckt. Denken Sie daran, dass unter dem modernen Asphalt und den heutigen Straßen Spuren der alten Gräben verborgen sind. Manchmal, wenn nach einem starken Regen der Boden weicher wird, kommen sie kurz wieder an die Oberfläche, als wollte die Vergangenheit nochmal nach uns greifen. Doch was macht diesen Ort wirklich lebendig? Es sind die Geschichten: Wie die Menschen hier Schutz suchten, wie sie sich hinter den Mauern sicher fühlten, wie sie nachts über die Zinnen lugten und auf Sternschnuppen hofften, während im Tal Nebelschwaden aufstiegen. Jeder Stein, an dem Sie vorübergehen, war Teil dieser langen, oft rauen Geschichte - Zeuge von Belagerungen, ruhigen Tagen und Momenten, in denen das Leben zwischen Bangen und Lachen wechselte. Und so stehen Sie hier - genau dort, wo einst das Herz der Stadt schlug, wo Generationen zitterten, kämpften, feierten und hofften. Vielleicht spüren Sie beim Weitergehen noch einen leichten Windhauch, der Ihnen zuflüstert: Hier war einmal die Grenze zwischen Sicherheit und Gefahr, Alltag und Abenteuer. Die Geschichte der Einfriedung von Thionville lebt weiter - gerade, weil wir heute noch stehenbleiben und zuhören. Wenn Sie neugierig auf das Mittelalter, moderne Befestigungsanlagen (1500-1643) oder das Thionville (1643-1800) sind, ist der Chat-Bereich unten der perfekte Ort, um Klarheit zu suchen.
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Vor dir siehst du den Fluss mit seinen ruhigen Wassern, auf denen Schwäne wie kleine weiße Schiffe treiben, und dahinter die Brücke, über die gerade ein Zug vorbeirattert - halte Ausschau nach den Vögeln auf dem Wasser, sie sind das beste Zeichen, dass du im Herzen des pays thionvillois stehst. Stell dir vor, du stehst nicht nur an einem Stück Moselufer, sondern mitten in einer uralten Grenzregion: Das pays thionvillois, auf Luxemburgisch Diddenuewenerland genannt, ist viel mehr als nur die Gegend um Thionville - es ist ein uraltes Land zwischen den Mächten, gefärbt vom Klang des luxemburgischen Frankisch und dem Flüstern der romanischen Sprache, die wie Spuren aus alten Zeiten immer noch in den Dörfern zu hören ist. Einst endete hier eine Sprache, begann die andere: Stell dir Kinder vor, die in der einen Straße noch „Moien“ rufen, während ein paar Häuser weiter „Bonjour“ erklingt. Schließe für einen Moment die Augen und atme tief ein - riechst du das Wasser der Mosel? Höre das leise Schwappen an den Ufersteinen und das entfernte Tuckern eines Zuges? Über dir brummt vielleicht ein moderner Triebzug, aber die Grenze, die du hier fühlst, ist uralt. In dieser Region, dort wo Frankreich, Luxemburg und Deutschland sich fast berühren, schoben Herrscher ihre Linien immer wieder neu, als würden sie ein Brettspiel spielen und Dörfer wie Spielfiguren verschieben. Im Jahr 1659, als die Welt noch nach dem Klang von Reiterhufen und dem Krächzen von Raben klang, wurde Thionville durch den Vertrag der Pyrenäen von Luxemburg an Frankreich übergeben. Du kannst dir vorstellen, wie die Menschen hier verwirrt auf ihre Dörfer blickten: Wer bin ich jetzt? Franzose? Luxemburger? Mosellaner? Und gerade als sie sich daran gewöhnt hatten, kam 1769 schon die nächste Änderung - die alte Grenze wurde noch weiter nach Norden verschoben. Stell dir die Unruhe in den Dörfern vor, die Leute in Kanfen, die plötzlich nicht mehr „am Rand“, sondern mittendrin wohnten. Doch was machte den Charakter dieses Landes wirklich aus? Vielleicht war es der „Schafft“, diese uralte Abgabe, die die Menschen zahlen mussten - oft nicht in Gold, sondern in Körnern oder gebackenen Broten. Wenn du auf den Feldern um Thionville stehst, kannst du das Hämmern der Sense in Gedanken hören, das Klappern der Mehlsäcke in den Mühlen und das leise Murmeln, wenn die Bauern mit dem Steuereintreiber um den letzten Weizenhalm verhandeln. Menschen, die „Schaffleuth“ hießen, standen dem Herren ihre Pacht ab, aber es gab auch die „Freyschaftleuth“, die in gewissem Maße frei waren - bis sie heirateten oder den Hof verließen, dann drohten doch wieder neue Auflagen. Die Traditionen-oh, sie lebten! Um die Zeit der Epiphanie, heute Dreikönigstag, spielten Kinder und Erwachsene ein besonderes Spiel: Sie banden sich die Augen zu und suchten auf einem Teller den einzigen schwarzen Bohnen unter vielen weißen. Wer ihn fand, war König - zumindest für diesen einen Tag. Und dann, jedes Frühjahr, wenn das Eis schmolz und die Gewässer wieder flossen, explodierte der Sonntag der Brandons - Baieresonndeg genannt - in kleinen Dörfern entlang der Mosel. Die Dorfjugend, geführt von einem lauten „Haaptmann“, zog von Haus zu Haus, trommelte auf Blecheimern, sang das Heeschelidd: „Stréi, Stréi, fir déi nei Buurg.“ Die Lüfte füllten sich mit dem Duft von brennenden Holzscheiten, und auf einer Anhöhe funkelte am Abend der große Bûrger, die Flammen leckten bis in den stürmenden, dunklen Himmel. Bei diesem Fest wurden heimliche Lieben öffentlich, lustige Scherze getrieben - und selten blieben die Fensterläden aller Mädchen verschont. Der Zauber hörte nicht hier auf: Am Bratzelesonndeg, dem Brezelsonntag, bekam jede der jungen Mädchen - die Fuesensléin - von ihrem Burschen eine Brezel. Wer das größere Stück abbrach, so raunte man sich zu, würde einst als erster sterben. War ein Junge nicht zufrieden mit seinem Fuesensléin, wurde ihr abends ein Strohbündel gelegt und es wurde gelacht, geneckt, geärgert - ganz in stilvoller Dorfmanier. Was dich vielleicht schnell ins Auge sticht: Fast überall entlang der Feldwege stehen alte Kreuze, Calvaires und vor allem Bildstöcke - steinerne Säulen, mal mit kleinen Kapitellen, mal mit Nischen, viele ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert, vom Wind und Regen zerzaust, mit Moos und Geschichten überzogen. Die Bildstöcke gelten in Thionville als stille Zeugen all der Grenzschieberei, Kriege, Pilgerfahrten, und manchmal spricht ein alter Dorfbewohner in tiefem Platt von den „Kräiz“… aber nicht jeder weiß, dass der Begriff Bildstock erst spät ins Land kam. Es sind Monumente, die aus Bruchstücken alterer Bildstöcke neu zusammengesetzt wurden, als hätten Generationen ihre Erinnerungen Stein für Stein wieder aufgebaut. Vielleicht fühlst du nun, wie präsent dieses Land in jeder Mauer, jedem Fluss, jedem freundlichen Blick auf der Straße ist. Seit Jahrhunderten pulsiert das pays thionvillois am Schnittpunkt von Kulturen - eine Landschaft voll lebendiger Bräuche, stiller Wegkreuze und altersloser Sprache, deren Rätsel du jetzt ein kleines Stück entschlüsselt hast.
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Vor Ihnen erhebt sich die protestantische Kirche mit ihrem hellen Jaumont-Stein, spitzem Turm und einer auffälligen Rosette über dem Haupteingang - schauen Sie einfach auf das große Portal mit den beiden seitlichen Treppentürmchen und dem kleinen Uhrwerk darunter, dann haben Sie Ihr Ziel gefunden. Stellen Sie sich vor, es ist ein kühler Morgen im November 1888. In Thionville stehen die Menschen dicht an dicht beisammen, ein feierlicher Klang hallt durch die Straßen: zum allerersten Mal rufen die Glocken dieses Tempels die Gemeinde zusammen. Doch springen wir kurz zurück. Erst 17 Jahre zuvor, 1871, begann die Geschichte der Protestanten an diesem Ort - sie kamen, wurden plötzlich immer mehr, eine kleine Gemeinschaft, die keinen eigenen Raum für ihren Glauben hatte. Die Gottesdienste damals? Stellen Sie sich vor: versammelt im Beffroi, dem alten Stadtturm, zwischen dicken Steinmauern und Glocken, die kaum für Andacht Platz lassen. Je größer die Gemeinde wurde, desto dringlicher wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche. Endlich, im November 1886, wurde voller Stolz der erste Stein gesetzt. Zwei Jahre lang sahen die Leute Tag für Tag, wie das Bauwerk langsam Form annahm, wie der Turm gen Himmel wuchs, und wie die Geschichten wuchsen: Wer wohl zuerst die Glocken hören wird? Wer wird im ersten Gottesdienst das Echo der Orgel in sich aufsaugen? Am 4. Juni 1888 war es ein ganz besonderer Moment. Kaiser Friedrich III. von Preußen höchstpersönlich unterschrieb in Straßburg einen Erlass: „Ich erlaube die Gründung einer reformierten Gemeinde in Thionville...“ - mit diesen Worten war es endlich offiziell! Die Glocken und die Gemeinde konnten ein neues Kapitel beginnen. Treten wir ein Stück näher an die Fassade - schauen Sie auf die hohen Fenster, die wie neugierige Augen in die Straßen blicken. Diese Kirche wurde von Wilhelm Hermann entworfen. Sie präsentiert sich stolz mit ihrem reich verzierten Portal, den verspielten Treppentürmen und der großen Rosette, die morgens die Sonne in das Innere wirft und auf der Empore die Orgel erleuchtet. Über allem wacht eine kleine Uhr wie das Auge der Zeit. Wer durch das massive Holzportal eintritt, befindet sich plötzlich in einem Meer aus Licht und Farben, denn der Chor ist von drei neogotischen Fenstern geschmückt, durch die bunte Lichtstrahlen tanzen, während vorne eine schlichte steinerne Kanzel thront. Innen ist alles geprägt vom neogotischen Stil - hohe Gewölbe im Mittelschiff, kunstvolle Holzarbeiten vom Schreiner Griebel, der das hölzerne Chorgestühl und die berühmte Kanzel baute. Die Wände sind von Malereien des Straßburger Professors Malsh bedeckt - als ob jedes Stück Stoff der Zeit hier seine Spuren hinterlassen würde. Selbst das Taufbecken und der Altar sind aus dem selben Jaumont-Stein gebaut wie die Mauern draußen - stabil und gelb, warm im Licht. Es war nicht immer einfach für die Kirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie beschädigt, Bomben zerstörten Fenster und ließen Risse in den Mauern zurück. Doch die Gemeinde ließ sich nicht unterkriegen; alles wurde wieder aufgebaut, repariert und gehegt. Und dann die Orgel. Einst ein stolzes Werk aus dem Jahr 1889, mit 22 Registern, von Dalstein-Haerpfer erbaut - oh, wie das in den Ohren widerhallte! Später, in den 50er Jahren, wurde sie modernisiert, bekam eine freie Fassade, doch Technik und Zeit gingen auch an ihr nicht vorbei. Heute füllt ein elektrisches Modell den Raum, während die einstige Orgel langsam wieder restauriert werden soll. Vergessen wir nicht die Glocken. Die drei, die Sie heute hören, wurden 1922 gegossen. Jede klingt klar und hell, jede trägt eine Botschaft in sich: Frieden, Gemeinschaft, Lobpreis - das Herz dieser Stadt hört sie noch immer. So stehen Sie nun hier, am Ende unserer Tour, und lassen die Geräusche und Geheimnisse von über 130 Jahren auf sich wirken. Vielleicht hören Sie die Echos der ersten Gläubigen, das ehrfürchtige Flüstern der Erbauer oder das Lachen der Kinder von einst, die an dieser Schwelle gespielt haben. Hier steht jedes Detail für Hoffnung, Neubeginn und Gemeinschaft.
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