Vor Ihnen sehen Sie ein imposantes, burgähnliches Backsteingebäude mit markanten Türmen und Rundbögen - halten Sie einfach Ausschau nach der roten Fassade direkt am Wasser, dann haben Sie das Post- und Telegrafenhaus gefunden!
Stellen Sie sich vor, wir schreiben das Jahr 1914: Männer in steifen Hüten und Frauen mit langen Kleidern eilen geschäftig über die Vasagatan, während das neue Post- und Telegrafenhaus frisch und stolz vor ihnen aufragt. Der Architekt Magnus Dahlander wollte, dass das Gebäude wie eine mächtige Burg aussieht - und das hat er definitiv geschafft! Schon einige Jahre später bekam das Haus sogar noch einen zusätzlichen Südflügel von Carl Åkerblad - als hätte die Post noch ein Extra-Paket bestellt! Aber die Geschichte hier ist noch viel älter: Schon 1877 nahmen neugierige Bürger in Örebro an seltsamen Apparaten teil, die „Telephone“ genannt wurden - stellen Sie sich den Trubel vor, als das erste Mal eine Stimme aus einem Holzkasten kam! Zuhause zogen einige sogar Telefonleitungen quer durch den Garten, nur um die Nachbarn zu beeindrucken.
Die Telefonstation zog nach Vasagatan 13 und bald auch die Post, aber so richtig modern wurde alles erst 1915 im neuen Gebäude hier gegenüber. Plötzlich hatte Örebro eine Kommunikationszentrale, in der Kabel, Briefe und Gerüchte nur so summten! Die Telefone wurden mehr und mehr automatisiert - und ich wette, die Mitarbeiter haben dabei manches Mal still gehofft, dass wenigstens der berühmte „Amtston“ nie ausfällt. Seit über hundert Jahren ist das Gebäude ein Herzstück der Stadt - und wer weiß, vielleicht spukt hier sogar noch das Echo einer alten Telefonleitung durch die Mauern!




