Von den vertriebenen Wäscherinnen aus San Salvario bis zum rationalistischen Beton der Torino Esposizioni: Sie sind gerade durch eine Zeitlinie gelaufen, wie sie nur Turin hinbekommt. Und zwar eine, die sich ständig neu erfindet, als hätte die Stadt ein Abo auf frische Ideen. Atmen Sie ruhig mal tief ein: Da ist dieser Hauch vom Wasser, dazu der erdige Duft der alten Bäume und das glatte, kühle Gefühl von Stein, der schon einiges gesehen hat. Und wenn Sie kurz hinhören, mischen sich Blätterrascheln und das gleichmäßige Brummen der großen Straßen wie ein Stadtorchester ohne Dirigent.
Wir haben dort angefangen, wo einst die Royals mit dem Lineal Grenzen in wildes Land gezogen haben, damit später große Stadtträume Platz finden. Wir haben versteckte Rückzugsorte entdeckt, wo neue Gemeinschaften ihren Glauben buchstäblich in die Silhouette eingewebt haben. Und ja, wir standen in geschniegelt angelegten Gärten, wo kluge Köpfe die Natur perfekt „erziehen“ wollten, und unter diesen fast schon größenwahnsinnigen Gewölben, in denen Wissenschaft plötzlich monumental wurde. Rationalistisch heißt übrigens: schnörkellos, funktional, geradeaus, Beton statt Barock.
Und jetzt endet unser Weg. Wenn Sie den Valentino verlassen, schauen Sie noch einmal zum Fluss: Er fließt weiter, als würde er geduldig warten, bis Turin den nächsten unmöglichen Traum auspackt. Danke, dass Sie mit mir gegangen sind.


