Vor Ihnen ragt ein massives steinernes Tor mit einem gewaltigen Rundbogen und zwei wuchtigen Türmen in den Himmel; halten Sie Ausschau nach dem hohen, halbrunden Durchgang sowie der kleinen Loggia über dem linken Turm, um den Etruskischen Bogen sofort zu erkennen.
Spüren Sie den kühlen Hauch der Geschichte, während Sie vor dem Etruskischen Bogen stehen. Vor mehr als 2200 Jahren, als Perugia noch Perusia hieß und von mächtigen Etruskern beherrscht wurde, war diese Stadt ein rätselhaftes Labyrinth aus engen Gassen, umgeben von einer gigantischen Mauer - stellen Sie sich vor, riesige Steine, viele ohne Mörtel gestapelt, bilden ein Bollwerk fast dreißig Fuß hoch und fast drei Kilometer lang! Dieser Bogen, den Sie bestaunen, war das Haupttor, ein Wächter der Stadt. Wenn Sie durch den Torbogen sehen, stellen Sie sich römische Legionen vor, die nach ihrem Sieg durchmarschierten, von Trompeten begleitet und vom Jubel der Menschen begrüßt.
Doch die Zeit war nicht immer freundlich. Im Jahre 40 v. Chr. tobte hier, gleich hinter diesen Mauern, der Perusinische Krieg, und Augustus, der spätere Kaiser, ließ das Tor nach seiner siegreichen Rückkehr erneuern. Vielleicht hören Sie noch heute in einer stillen Minute das Hämmern der Steinmetze oder das scharfe Klirren der Schilde, die die runden Reliefs oben im Mauerwerk andeuten - damals Symbole für Schutz und Macht. Hoch oben entdeckt man eine antike Inschrift: „Augusta Perusia“, der neue Name der Stadt.
Aber der Bogen erzählt auch eine Geschichte vom Wandel: Schauen Sie links - die elegante Loggia ist ein Anbau aus dem 16. Jahrhundert, und unten am Turm plätschert eine barocke Quelle, die 1621 fertiggestellt wurde. Von außen liest man die Worte „Colonia Vibia“, ein Zeichen dafür, dass Perugia von Kaiser Trebonianus Gallus zur römischen Kolonie ernannt wurde.
Jeder Stein hier, jede Spur im Mauerwerk, trägt das Echo der Jahrhunderte. Der Bogen steht wie ein stummer Beobachter, der alles gesehen hat: Feste, Belagerungen, Könige und Bettler. Gehen Sie hindurch und spüren Sie, wie Sie gemeinsam mit all jenen, die vor Ihnen kamen, ein Teil der Geschichte werden.


