Direkt vor dir siehst du die Fassade des Teatro del Pavone mit ihren drei großen Rundbögen aus hellem Stein und den grünen Buchstaben über dem Eingang - halte Ausschau nach den markanten Schriftzügen „TEATRO DEL PAVONE“ über den hölzernen Eingangstüren.
Stell dir vor, wir reisen gemeinsam zurück in das Jahr 1717: An genau diesem Ort, wo heute das elegante Theater steht, befand sich einst die alte „Locanda degli Ebrei“. Die Adligen von Perugia, voller Ehrgeiz und Visionen, ließen hier ein erstes Theater aus Holz erbauen, das schon bald von Lachen, Applaus und manchmal auch herzhaftem Gemurmel erfüllt war. Doch das Holzkonstrukt hielt nicht lange. 1765, bei einer großen Erneuerung, ließ der berühmte Architekt und Maler Pietro Carattoli das Gebäude hinter den heutigen Mauern errichten - diesmal aus festem Stein, inspiriert vom berühmten Teatro Argentina in Rom.
Das Theater hatte einst fünf Ränge voller kleiner Logen, in denen die feine Gesellschaft tuschelte und die prachtvollsten Kleider zur Schau stellte. Im fünften Rang wurden die Sitzplätze später zu einer Art Galerie umgebaut, von der aus man die Bühne wunderbar überblicken konnte. 1772 sorgte ein magischer Moment für Aufsehen: Der Maler Francesco Appiani verzierte das Bühnenbild mit einer zauberhaften Szene - Turrena, verliebt in den Triumph der Göttin Juno, deren liebster Vogel, der Pfau, dem Theater seinen Namen schenkte.
Über die Jahre wandelte sich das Theater weiter: Es gab einen kleinen, schattigen Portikus, zusätzliche Räumlichkeiten vom Palazzo Graziani, und eine Technik-Sensation im Jahr 1831 - eine bewegliche Bühne, die sich in einen riesigen Ballsaal verwandelte. Du kannst dir vorstellen, wie die Musiker einst im Orchestergraben spielten und die Bälle in prachtvoller Kulisse gefeiert wurden. Und im Oktober 1860, als Perugia endlich Teil des italienischen Königreichs wurde, bebte das Parkett unter den Tanzenden beim großen Fest.
Der Teatro del Pavone war und ist ein Haus für alles: Von rauschenden Karnevalsabenden bis zu den Auftritten berühmter Schauspieler wie Eleonora Duse oder Ermete Zacconi, von Opern bis zu Kinovorstellungen, bei denen der Geruch von Popcorn durch das Foyer zog. Und selbst heute spürt man den Zauber - tritt ruhig näher und lass dich von der Geschichte ein Stück weit mitnehmen!



